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Der Phantomschmerz und seine Kultivierung

Erstellt von GOJIM, 14.02.2010, 23:16 Uhr · 12 Antworten · 1.041 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von GOJIM

    Registriert seit
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    Der Phantomschmerz und seine Kultivierung

    Der Phantomschmerz und seine Kultivierung

    HELMAR DUMBS (Die Presse)
    Zwei Jahre nach der Abspaltung des Kosovo ist Belgrad mehr auf die Vergangenheit als die Zukunft fokussiert.
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    Phantomschmerz, der: Schmerzempfindung in einer amputierten Gliedmaße. Er wird dadurch verursacht, dass die Nervenfasern, die für die Empfindungen des amputierten Glieds verantwortlich waren, im Hauptnerv noch vorhanden sind.“ So weit der alte Brockhaus.

    Frage: Was ist das Gemeinsame an Serbien und Nokia? Antwort: Die Modelle werden immer kleiner. So weit ein alter Witz. Freilich wirft er Serbien und Jugoslawien durcheinander, doch der Lapsus hat einen wahren Kern: Serbien fühlte sich zu Zeiten des alten Jugoslawien als Herr in Titos Reich. Anfang der 1990er spalteten sich zunächst Slowenien und Kroatien, später Mazedonien und Bosnien-Herzegowina ab. In drei von vier Fällen bedeutete dies Krieg. Von Jugoslawien blieb nur ein Rumpf aus Serbien und Montenegro. Doch auch Letzteres kehrte Belgrad 2006 den Rücken.
    Am 17. Februar 2008 schließlich spaltete die albanische Führung der Provinz den Kosovo von Belgrad ab. Was kursierten nicht für Horrorszenarien! Doch die befürchtete Gewaltwelle blieb aus, ebenso ein Massenexodus der Kosovo-Serben aus den Enklaven im Süden des Gebietes. Eine Destabilisierung der Region fand nicht statt.
    So weit die guten Nachrichten. Denn eine merkliche Stabilisierung, auf die der Westen gehofft hatte, blieb ebenso aus. Zwei Jahre nach der Zwangsamputation der „Wiege des Serbentums“ wird Serbien nach wie vor von heftigen Phantomschmerzen gebeutelt. Zwar sind die Schreie mit der Zeit leiser geworden, doch auch die Politik der seit Frühling 2008 amtierenden proeuropäischen Regierung ist nicht auf Schmerztherapie orientiert. Sie fährt vielmehr eine teure und aufwendige Doppelstrategie: Einerseits kämpft sie diplomatisch darum, die Amputation rückgängig zu machen und hat dafür auch den Internationalen Gerichtshof angerufen. Außenminister Vuk Jeremi? hat dabei sprichwörtlich den Boden unter den Füßen verloren und verbringt wohl mehr Zeit in der Luft als auf festem Untergrund. Die Mission des Weltreisenden: Staaten von der Anerkennung des Kosovo abzubringen.
    Gleichzeitig pumpt Belgrad mehrere Millionen Euro monatlich in Parallelstrukturen, um zu verhindern, dass Prishtina seine Autorität über ganz Kosovo ausdehnt. Dabei hat man die Rechnung ohne die Serben in den Enklaven südlich des Flusses Ibar gemacht: Die wissen sehr gut, dass sie nur eine Chance auf ein erträgliches Leben haben, wenn sie sich mit der albanischen Mehrheit arrangieren. Die nördlich des Ibar an der Grenze zum Mutterland kompakt siedelnden Serben sehen dafür keinen Grund. Trotzdem kassieren viele Beamte dort doppelt Lohn, aus Belgrad und Prishtina.

    Dass der Internationale Repräsentant Pieter Feith nun Kraft seines Amtes die staatlichen Strukturen des Kosovo auch im Norden durchsetzen will, hat Belgrad und seine Statthalter aufgescheucht. Das werde man zu hintertreiben wissen, tönt es in Endlosschleife, und genau so wird es wohl kommen. Deutlich wird dabei auch die groteske Konstruktion, die der Westen im Kosovo geschaffen hat: Feith hat einen Plan ausgearbeitet, den er in seiner zweiten Funktion – als EU-Repräsentant – nicht unterstützen darf, da ja fünf EU-Mitglieder den Kosovo nicht anerkennen. Feith muss sich also von sich selbst distanzieren. Belgrad sieht mit Behagen zu.
    Schmerzen verursacht in Serbien auch wieder Srebrenica: Nach Jahren der Untätigkeit hatte es Präsident Boris Tadi? plötzlich eilig, eine Resolution zu dem Massaker durchs Parlament zu bringen. Nahe der ostbosnischen Stadt ermordeten 1995 bosnische Serben unter Mithilfe von Paramilitärs aus Serbien 8000 Muslime. Doch wie es aussieht, hat die Resolution nur eine Chance, wenn auch der serbischen Opfer der Jugoslawien-Kriege gedacht wird. Empathie den Opfern serbischer Aggression gegenüber ist offenbar noch immer nicht bedingungslos möglich. Wie ein kleines Kind deutet man auf andere und sagt: Aber die haben auch.
    Und so will die Vergangenheit nicht vergehen, kultiviert die Regierung Phantomschmerzen, statt sich um die tatsächlichen Leiden der Bevölkerung zu kümmern, die unter hoher Arbeitslosigkeit und enormen Lebenserhaltungskosten stöhnt. Rettung erhofft sich die Mehrheit der Serben von der EU, die Regierung hat einen Beitritt ja auch zur Priorität erklärt. Verfolgt sie ihren bisherigen Ansatz im Kosovo weiter, wird das Land aber frühestens gemeinsam mit dem Kosovo beitreten können. Und das kann lange dauern. Daran, ob die Regierung bereit ist, ihre Kosovo-Politik zu ändern – niemand verlangt eine sofortige Anerkennung –, wird man sehen, ob ihr das Wohl der Bevölkerung tatsächlich etwas bedeutet.






    wie wahr wie wahr.

  2. #2

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    20.935
    Inshalllah kehrt Kosovo zu Jugoslawien zurück...

  3. #3
    Posavac
    Dazu müsste es erst einmal wieder Jugoslawien geben Kollege.

  4. #4

    Registriert seit
    09.11.2009
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    3.159
    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Inshalllah kehrt Kosovo zu Jugoslawien zurück...

    Wollt ihr Türkei, auch noch dazu?

    Nur so als geschenk..^^

  5. #5

    Registriert seit
    10.12.2009
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    1.478
    Zitat Zitat von Complexum Beitrag anzeigen
    Wollt ihr Türkei, auch noch dazu?

    Nur so als geschenk..^^
    Kurdistan gibt es für Gratis.

  6. #6
    Avatar von GOJIM

    Registriert seit
    14.10.2009
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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Inshalllah kehrt Kosovo zu Jugoslawien zurück...


    was haben 2 mio "albaner" in einem süd-"slawien" verloren??


    vielleicht in einem gemeinsamen jugalbanien.

  7. #7

    Registriert seit
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    20.935
    Zitat Zitat von JOSHUA Beitrag anzeigen
    was haben 2 mio "albaner" in einem süd-"slawien" verloren??


    vielleicht in einem gemeinsamen jugalbanien.
    Kannst sie ja Fragen

    Fakt ist, Kosovo gehört zu Jugoslawien, selbst wenn dort Chinesen leben würden

  8. #8
    Avatar von GOJIM

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Kannst sie ja Fragen

    Fakt ist, Kosovo gehört zu Jugoslawien, selbst wenn dort Chinesen leben würden


    nein fakt ist, jugoslawien gibts gar nicht.

    und kosova je albanija ist auch fakt.

  9. #9

    Registriert seit
    18.03.2008
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    20.935
    Zitat Zitat von JOSHUA Beitrag anzeigen
    nein fakt ist, jugoslawien gibts gar nicht.

    und kosova je albanija ist auch fakt.
    Annex 1
    Statement by the Chairman on the conclusion of the meeting
    of the G-8 Foreign Ministers held at the Petersberg Centre
    on 6 May 1999
    The G-8 Foreign Ministers adopted the following general principles on the
    political solution to the Kosovo crisis:


    - Immediate and verifiable end of violence and repression in Kosovo;
    - Withdrawal from Kosovo of military, police and paramilitary forces;
    - Deployment in Kosovo of effective international civil and security
    presences, endorsed and adopted by the United Nations, capable of
    guaranteeing the achievement of the common objectives;
    - Establishment of an interim administration for Kosovo to be decided by
    the Security Council of the United Nations to ensure conditions for a
    peaceful and normal life for all inhabitants in Kosovo;
    - The safe and free return of all refugees and displaced persons and
    unimpeded access to Kosovo by humanitarian aid organizations;
    - A political process towards the establishment of an interim political
    framework agreement providing for a substantial self-government for
    Kosovo, taking full account of the Rambouillet accords and the
    principles of sovereignty and territorial integrity of the Federal
    Republic of Yugoslavia and the other countries of the region
    , and the
    demilitarization of the KLA




  10. #10
    Pejani1
    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    hast du schon mal einen geblasen bekommen?

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