Plastik-Sprengstoff beim Srebrenica-Mahnmal versteckt

Sarajevo (AP) Vor dem zehnten Jahrestag des Massakers von Srebrenica sind am Mahnmal zur Erinnerung an das Kriegsverbrechen mehrere Bomben entdeckt worden. Die Polizei stellte am Dienstag insgesamt 30 Kilogramm Plastik-Sprengstoff sicher und nahm die Fahndung nach mehreren Verdächtigen auf.

Gefunden wurden die Bomben von Soldaten der EU-Friedenstruppe, die dann die bosnische Polizei alarmierten. Die Umgebung um das Mahnmal in der Vorstadt Potocari wurde abgeriegelt. Zu Veranstaltungen am zehnten Jahrestag des Massakers werden am 11. Juli rund 50.000 Menschen in Srebrenica erwartet. 570 Opfer, deren Leichen in Massengräbern der Umgebung verscharrt wurden, werden am Jahrestag auf dem Gedenkfriedhof in Potocari beigesetzt, wo bereits mehr als 1.300 Tote ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Am 11. Juli 1995 wurden gegen Ende des Bosnienkrieges bis zu 8.000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen von bosnisch-serbischen Soldaten getötet. Die politischen und militärischen Führer der bosnischen Serben während des Krieges, Radovan Karadzic und Ratko Mladic, sind vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt, befinden sich aber immer noch auf freiem Fuß.


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