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Pogrom gegen Roma in Slowenien

Erstellt von Gospoda, 03.11.2006, 22:37 Uhr · 25 Antworten · 2.144 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    26.02.2006
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    2.296

    Pogrom gegen Roma in Slowenien

    Pogrom gegen Roma in Slowenien
    Beschmierte Ortstafel

    Am Samstag, den 28. Oktober starteten die BewohnerInnen der slowenischen Dörfer Ambrus und Kriska Vas ein Pogrom gegen die in der Nähe lebenden etwa 30 Roma.


    Ein aufgebrachter Mob versuchte die Roma-Siedlung zu stürmen, wurde aber von Polizei-Spezialeinhaiten davon abgehalten. Im laufe der folgenden Tage wurde sogar ein Wohnhaus eines Roma abgebrannt. Mittlerweile sind die Roma in einer ehemaligen, baufälligen Kaserne in der Nähe von Sloweniens einzigem Abschiebelager in Postojna untergebracht. Die rassistische Dorfgemeinschaft von Ambrus freut sich unterdessen über ihren "Sieg".

    Den Anfang machte eine heftige Schlägerei zwischen einem vormals Obdachlosen Nicht-Roma und einem Bewohner von Ambrus am 22. Oktober, wobei der Ambruser lebensgefährliche Verletzungen davontrug. Der Obdachlose selber saß bis vor kurzem 7 Monate im Gefängniss. Nach seiner Entlassung wohnte er in dem Dorf Struge, die Polizei verjagte ihn jedoch auf Drängen der BewohnerInnen, sodass er in der Roma-Siedlung sesshaft wurde.

    Die AmbruserInnen gaben den Roma die Schuld an dem Vorfall und die "Ambruser Ortsgemeinschaft" ("Ambru?ka krajevna skupnost") organisierte am Montag, dem 23. Oktober eine Dorfversammlung an der sich mehrere hundert Menschen beteiligten. Vom Staat wurde gefordert, das "Romaproblem" schnellstmöglich zu lösen, am Samstag, dem 27. Oktober war um 10:00 uhr Früh wieder eine "Dorfversammlung" anberaumt, an der sich aber keinE PolitikerIn beteiligte, was die AmbruserInnen als Affront verstanden und geschlossen zur Romasiedlung zogen.

    In Krka Vas sammelten sich die BewohnerInnen derweil vor dem Kulturhaus und zogen auch zur Roma-Siedlung. Dort anwesend war schon Presse und Polizei, letztere sogar mit berittenen Spezialeinheiten, welche den rassistischen Mob erstmal aufhalten konnte. Die Roma versteckten sich im nahegelegenen Wald.

    Am frühen Abend wurden Lagerfeuer angezündet, auch der Alkoholspiegel stieg immer weiter an, bis um 19.00 uhr dann der slowenische Innenminister Dragutin Mate ankam und vor laufender Nachrichtenkamera (live!) sagte, dass die Roma über Nacht in ihrer Siedlung bleiben könnten, worauf er von der aufgebrachten Menge mit Steinen und Münzen beschmissen wurde. Diese Zerstreute sich danach jedoch, die Polizei griff nicht ein.

    Die Regierung war ratlos, was sie mit "den Roma" nun machen soll, kurzzeitig wurde auch überlegt sie in sloweniens einziges Abschiebelager in Veliki Otok bei Postojna zu internieren. Den Roma blieb nichts anderes übrig als in den nahegelegenen Wäldern zu bleiben, die Polizei unternahm nichts, um ihnen die Rückkehr zu ihrem Hab und Gut zu gewährleisten. So wurden am Montag, dem 30. Oktober das Auto des erwähnten Obdachlosen und ein Holzhaus eines Roma abgefackelt. Die Polizei forderte die Roma daraufhin auf wegzugehen, mit der Zusage sie könnten auch ihre eigenen, grösstenteils unregistrierten Autos benutzen. In der Realität sah das dann so aus, dass sie nach einigen hundert Metern von Polizisten aufgehalten wurden und für jedes einzelne Autos strafen zahlen mussten. Die Reise führte die Menschen in eine aufgelassene Kaserne in Postojna, wo seit 1992 ein Flüchtlingslager besteht, in dem jedoch die Hygienischen Zustände grauenvoll sind: Es gibt keine Heizung, der Strom fällt regelmässig aus, die Sanitären Anlagen sind veraltet und es stinkt. Zwar wurde den Roma versichert, dass sie in den nächsten Tagen eine Heizung bekommen, die Einzige materielle Hilfe, die sie bisher bekamen war jedoch eine Lieferung Nahrung und Kleider des Roten Kreuzes und des slowenischen Bundes der Roma.

    Am Nachmittag des 30. Oktober tagte die slowenische Regierungskommission zu Romafragen. Dieser Kommission gehört neben Roma-Vertretern auch Milan Zver, der slowenische Bildungsminister an. Die Ergebnisse dieser Tagung sind, dass die Roma noch 2-3 Wochen in im Flüchtlingslager bleiben dürfen, bis dahin soll die Regierung neue Unterkünfte gefunden haben.

    Die AmbruserInnen feiern unterdessen ihren "Sieg" und sind nicht bereit, jemals wieder Roma ins Dorf zu lassen. So verläuft in etwa 2 Wochen in Slowenien der zweite Wahlgang der Kommunalwahlen, diesen wollen sie Boykottieren "bis die Regierung eine Lösung des Roma-Problems" beschlossen habe.

    Nach den besagten Wahlen wollen die BewohnerInnen von Bu?na Vas, wo es ebenfalls eine Roma-Siedlung gibt, eine großangelegte Demonstration gegen die Roma durchführen. Pogromstimmung ist garantiert...

    Die Roma von Ambrus. Oberwart lässt grüssen.


    Schon seit etwa 30-40 Jahren ist das Grundstück, auf dem die Roma wohnten in Privatbesitz eines der ihrigen. Seit einigen Jahren leben hier etwa 20 Menschen, davon hauptsächlich Kinder. Vor 2 Jahren explodierte hier eine Bombe, die gegen die Roma gerichtet war. Die Täter konnten letztes Jahr ausgeforscht werden und wurden dieses Jahr zu hohen Haftstrafen verurteilt. Zwar wurde bei dem Anschlag auf die Ambruser Roma-Siedlung niemensch verletzt(die ganz genau genommen ja im Dörfchen De?ja Vas liegt), zwei Monate zuvor wurde jedoch (jeweils am ersten Freitag des Monats) in Novo Mesto eine weibliche Roma verletzt, einen Monat später starben eine romische Mutter und ihre Tochter bei der Bombenexplosion.

    Alle mit dabei?


    Widerstand gegen die passistischen Pogrome gab es bisher kaum. Am 30. Oktober brachte eine einzige Bürgerin Postojnas Blumen und Geschenke zu den Roma ins Flüchtlingslager und verteilte auch Flyer auf denen gegen die anhaltende Diskriminierung von Roma aufgerufen wurde. Der slowenische Menschenrechtsbeirat fand nur verhaltene Worte, so erklärte er, dass das Vorgehen der Ambruser BürgerInnen "das Ende des Rechtsstaats" bedeute. Das Wort "Rassismus" wurde nicht in den Mund genommen.

    Rassistische und Faschistische Tendenzen werden in der slowenischen Mainstream-Gesellschaft meistens nur als Probleme von aussen wahrgenommen. Schließlich ist es unter anderem der antifaschistische PartisanInennkampf der Kitt, der das nationale Kollektiv zusammenhält, schließlich wurde, um ganz Plump möglichst viel Menschen auf die eigene Seite zu bekommen, von "nationalem Freiheitskampf" schwadroniert. Eine reflexion darüber, ob solch ein Vorgehen nicht neue Nationalismen entfacht, gibt es in der slowenischen Medienlandschaft, geschweige in der Linken, so gut wie garnicht. So bezieht sich auch die rassistische "slowenische Nationale Partei" positiv auf den PartisanInnenkampf. Nazis können demnach nur "die Deutschen" oder "die Italiener" sein.


    ----------------------------------------------------------------------
    Quellen:
    :: rtvslo.si/id=123967
    :: rtvslo.si/id=123950
    :: rtvslo.si/id=123893
    :: rtvslo.si/id=123718
    :: delo.si/167887
    :: delo.si/103245

  2. #2
    jugo-jebe-dugo

    Slowenien: Furcht vor weiteren Roma-Vertreibungen

    Massive Kritik am Vorgehen der Behörden - Volksanwalt: "Ende des Rechtsstaates"

    Ljubljana/Wien - Nach der Vertreibung einer Roma-Gruppe aus dem Dorf Ambrus geht unter den slowenischen Roma die Angst um. "Wir befürchten, dass man nun auch in anderen Orten mit 'lästigen' Roma so verfahren wird", sagte der Vorsitzende des slowenischen Roma-Verbandes, Jozek Horvak Muc, der Tageszeitung "Delo". Volksanwalt Matjaz Hanzek übte massive Kritik an den Behörden. "Wenn alle staatlichen Institutionen vor der Masse niederknien, die Lynchjustiz verlangt, dann ist das nichts anderes als das Ende des Rechtsstaates", sagte er dem Blatt.

    Über hundert Bewohner des Ortes Ambrus hatten am Wochenende versucht, die Roma-Siedlung am Dorfrand zu stürmen, woran sie nur von mehreren dutzend Polizisten gehindert werden konnten. Der am Samstagabend herbei geeilte Innenminister Dragutin Mate handelte dann in stundenlangen nächtlichen Gesprächen einen "Kompromiss" aus, mit dem die Forderungen der aufgebrachten Bürger zur Gänze erfüllt wurden. Die 35 Roma mussten ihre Siedlung auflassen und wurden am Sonntag in das 90 Kilometer entfernte Ausländerheim Postojna (Adelsberg) gebracht. Innerhalb von drei Wochen, so versprach Mate, will der Staat in einer anderen Gemeinde ein neues Grundstück für sie finden.

    "Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention"

    Roma-Vertreter und Menschenrechtler reagierten empört auf die Vorfälle in Ambrus. "Dieses Verhaltensmuster wird sich auch woanders in Slowenien zeigen", sagte der Roma-Gemeinderat der Stadt Novo Mesto, Zoran Grm dem Internetportal http://24ur.com. Ähnlich äußerte sich Ombudsman Hanzek. "Es handelt sich um eine massive Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention und der slowenischen Verfassung. Ich befürchte, die Menschen werden nun den Eindruck haben, dass sie ihren Willen durchsetzen können, wenn sie nur laut genug sind."

    Mahnwache

    Blaz Kovac von amnesty international Slowenien sagte, mit dem Umsiedeln schließe der slowenische Staat die Augen vor dem eigentlichen Problem. "Die Roma müssen in die Mehrheitsgesellschaft integriert werden", forderte er. Mehrere Menschenrechtsaktivisten hielten am Sonntagabend eine Mahnwache vor dem slowenischen Parlament ab, bei der unter anderem von "Faschismus" die Rede war. "Der Staat hat unzivilisierten Forderungen, Drohungen und physischer Gewalt nachgegeben und eine ohnmächtige Gruppe von Roma ins Adelsberger Reservat vertrieben. So wurden die Roma zu Flüchtlingen im eigenen Land", kritisierte eine der Organisatorinnen, die Schwulen- und Lesbenorganisation SKUC.

    Vertreter der Mitte-Rechts-Regierung verteidigten indes das Vorgehen der Behörden. Umweltminister Janez Podobnik machte indirekt sogar die Roma für ihre von den Dorfbewohnern mit Umweltschutzbedenken begründete Vertreibung verantwortlich. "Die Roma haben mit ihren Aktivitäten die Verunreinigung der Wasserquelle (unterhalb ihrer Siedlung, Anm.) buchstäblich heraufbeschworen", sagte er am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur STA. Es handle sich um ein Wasserschutzgebiet, auf dem nicht gebaut werden dürfe. "Das Gesetz ist für alle gleich."

    Schulminister Milan Zver besuchte die im Flüchtlingslager untergebrachten Roma am Montag und versprach, für eine Verbesserung der dortigen Verhältnisse zu sorgen. Die Roma hatten unter anderem über unhygienische Zustände und das Fehlen von Warmwasser und Heizung geklagt. Der Minister brachte den Kindern auch Spielzeug und Unterrichtsbehelfe mit. Er kündigte auch den Beschluss eines Roma-Rahmengesetzes an, auf dessen Grundlage die Volksgruppenangehörigen mehr staatliche Unterstützung erhalten sollen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2640437


    Was ist das blos los mit den Slowenen,die armen Roma zu vertreiben,kennt man bis her nur von den Albaner aus Kosovo.Nur weil sie Roma sind... tztztz

  3. #3

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    12.03.2006
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    3.755

    Re: Slowenien: Furcht vor weiteren Roma-Vertreibungen

    Zitat Zitat von Sumadinac
    Was ist das blos los mit den Slowenen,die armen Roma zu vertreiben,kennt man bis her nur von den Albaner aus Kosovo.Nur weil sie Roma sind... tztztz
    Nene, die serben haben in Kosova schon genug Romas verjagt, "uns" (obwohl es einzelne waren) blieb da nix mehr übrig.....



    Ps. Scheizz auf die Romas, ich hab nix gegen sie aber eben scheizz auf die Romas, den sonst würden wir uns hier noch wundschreiben.

    Die eine Zigeur in Gjilan spielten Topan und Flöte damit man die Schüsse der Serben nicht hört und die schreie der albnanischen Zivilbevölkerung, die anderen in Ferizaj eher ruhiger, einige haben geplündert und gemordet und diese leben nicht mehr dort, aber wiejederweis ist Ferizaj sehr speziell, in Ferizaj reden die Bürger am besten Albnanisch, hatt eine Kirche, eine Orthokirche und 10 cm "weit" steht die Moschee und hat schon einige Zigeuner, 10% machen die schon aus denk ich.

    Albaner sind gerechte Sinn, meistens jedenfalls, die Romas die dort umgebracht wurden waren aus persöhnlichen Motiven ( Bsp. weil derjenige auch gemordethatt, "Kanun")und dass ist der grosse Unterschied, die serben vertrieben die Romas aus Genozid Motiven.

  4. #4

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    4.956
    Was redest du für ein Scheiß Revolut, unter den Serben wurden keine Roma vertireben, jetzt wo die albaner das sagen haben wurden die meisten roma aus dem kosovo vertrieben. Ich kenne sehr viele roma aus dem kosovo und alle werden von den albaner gehasst und malretiert so sagen sies es immer.
    Von den serben reden sie nicht schlecht, obwohl sie moslems sind und die albaner auch.

  5. #5

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    9.182
    Deswegen sind die Roma nach 1999 nach Serbien geflohen und nicht nach Albanien oder in sonstige Länder.

  6. #6
    jugo-jebe-dugo
    Europarat: Roma-Vertreibung "inakzeptabel"
    Menschenrechtskommissar Hammarberg: Regierung soll Rechte aller Bürger schützen - Barrikaden von Dorfbewohnern in möglichem Ersatzquartier

    Laibach - Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, hat wegen der erzwungenen Umsiedlung einer Roma-Großfamilie in Slowenien scharfe Kritik an den Behörden geübt. Es sei "inakzeptabel, dass eine Gruppe von Menschen ihre Häuser verlassen musste, weil dies die Mehrheitsbevölkerung verlangt hat und die Sicherheit dieser Minderheit bedroht war", sagte Hammarberg am Donnerstag zum Abschluss seines dreitägigen Lokalaugenscheins in Laibach.

    Die slowenische Regierung müsse die Menschenrechte aller Bürger des Staates schützen. Hammarberg verwies auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), die auch in Slowenien Geltung habe. Die Familie Strojan habe "jedes Recht, in ihr Haus zurückzukehren", betonte er.

    Gespräche

    Hammarberg war am Dienstag nach Slowenien gekommen, um sich in Gesprächen mit der Roma-Familie, Menschenrechtlern und Regierungsvertretern über den Fall zu informieren. Ende Oktober hatten mehrere hundert Bewohner des Ortes Ambrus in der Unterkrain versucht, die Siedlung der Familie Strojan in einem benachbarten Waldstück zu stürmen und konnten nur von einem Polizei-Großaufgebot daran gehindert werden.

    Die Dorfbewohner forderten ultimativ die Umsiedlung der Roma, denen sie vorwarfen, das Wasserschutzgebiet zu verschmutzen. Nach stundenlangen nächtlichen Verhandlungen gab Innenminister Dragutin Mate den gewaltbereiten Dorfbewohnern nach und ließ die Roma-Familie in das Ausländerheim der 90 Kilometer entfernten Stadt Postojna (Adelsberg) bringen. Den Roma versprach er, innerhalb von drei Wochen ein Ersatzquartier in einer anderen Gemeinde zu finden.

    Massive Kritik

    Volksanwalt Matjaz Hanzek, die linksgerichtete Opposition und Menschenrechtler haben das Vorgehen der Mitte-Rechts-Regierung von Premier Janez Jansa massiv kritisiert. Hanzek sprach vom "Ende des Rechtsstaates" und schaltete den Europarat ein, woraufhin Jansa ihm vorwarf, das Ansehen Sloweniens im Ausland zu beschmutzen. Innenminister Mate sagte am Mittwoch beim Treffen mit Hammarberg gar, die Familie habe sich "selbst umgesiedelt", weil sie der Maßnahme zugestimmt hätte.

    Dagegen sprachen Menschenrechtler und Roma-Vertreter von einer "rechtswidrigen Maßnahme" und forderten eine Rückkehr der Roma-Familie nach Ambrus. Der liberaldemokratische Oppositionsführer Jelko Kacin bezeichnete die Umsiedlung als "verhängnisvollen Fehler". "Die Roma wurden kollektiv bestraft und als Bürger zweiter Klasse von ihren Grundstücken in eine Kaserne deportiert", verwies Kacin insbesondere auf die Tatsache, dass die Familie aus zahlreichen kleinen Kindern besteht.

    Fall entgleitet Behörden

    Indes entgleitet der Fall den Behörden immer mehr. Die Regierung kann offenbar ihr Versprechen nicht halten, ein Ersatzquartier für die Familie Strojan zu finden. Diese Woche gab sie bekannt, dass die Familie im Ort Malo Hudo in der Unterkrainer Gemeinde Ivancna Gorica untergebracht werden soll. Eine Protestkundgebung von 300 Dorfbewohnern in Malo Hudo folgte auf den Fuß. Am Mittwoch errichteten sie sogar Barrikaden, um den Zugang zum für die Familie Strojan bestimmten Grundstück abzusperren.

    Bürgermeister Jernej Lampret blieb nach eigenen Angaben nichts anderes übrig, als sich mit den Forderungen der Dorfbewohner zu solidarisieren. "Wir haben keinen Einfluss mehr auf die Menschen. Sie artikulieren sich mit Protesten und Ungehorsam." Aus Furcht vor weiteren Protesten verzichteten die slowenischen Behörden vorerst, mögliche andere Quartiere für die Familie zu nennen. LDS-Parlamentarier Pavel Gantar sagte am Donnerstag bei einer Dringlichkeitssitzung des Justizausschusses im Laibacher Parlament, die Regierung werde wohl den Rest der im Herbst 2008 auslaufenden Legislaturperiode damit beschäftigt sein, ein Ersatzquartier zu finden.

    In Ambrus selbst ist nach Angaben der Laibacher Tageszeitung "Delo" (Donnerstagsausgabe) weiter eine Art Bürgerwehr im Einsatz, die das Grundstück der Strojans "bewacht", um eine Rückkehr der Familie zu verhindern. Jeder einfahrende Lastwagen werde kontrolliert, damit nicht Wohncontainer für die Familie angeliefert werden können.

    www.derstandard.at

  7. #7
    Avatar von Schiptar

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    14.116
    23. Dezember 2006

    Dorfbewohner stoppten Hilfskonvoi für slowenische Roma
    Sloweniens Präsident an Hilfe gehindert - Aufgebrachte Bürger brachten Transport mit zwei Wohncontainern zum Umkehren


    Laibach - Einen Tag vor dem Weihnachtsabend wollte der slowenische Staatspräsident Janez Drnovsek der Roma-Familie Strojan im Dorf Ambrus östlich von Laibach ihre Lage erleichtern. Er wollte ihnen zwei Wohncontainer bringen, damit die Obdachlosen wenigstens die Feiertage unter Dach verbringen können. Ihr ohne Baugenehmigung errichtetes Haus war nämlich vor zwei Tagen abgerissen worden.

    Dieses Vorhaben des Staatschefs ist jedoch verhindert worden. Eine Menge von 200 bis 300 aufgebrachten Dorfbewohnern "erlaubte" Drnovsek zwar den Besuch der Großmutter Elka Strojan, blockierte jedoch die Aufstellung der provisorischen Behausung. Die Lastwagen mit den zwei Wohncontainern mussten umkehren.

    Medien zufällig vor Ort

    Die Medien waren über diesen Schritt des Staatschefs nicht im voraus informiert worden. Rein zufällig befanden sich jedoch einige Journalisten des ersten slowenischen Fernsehprogramms mit Kamera dort, die die Begegnung Drnovseks mit der Menge aufnehmen und in den Abendnachrichten präsentieren konnten.

    Die protestierenden Dorfbewohner, meist älteren Jahrgangs, wollten dem Staatschef klar machen, dass sie keine Rassisten seien. Sie sagten, sie wollten lediglich verhindern, dass die Familie Strojan, die sich schon längere Zeit kriminell betätigt haben soll, nicht mehr zurückkehrt.

    Drnovsek insistierte, dass die Strojans die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage nicht unter freiem Himmel verbringen dürften. "Wenn sie erfrieren, werdet Ihr dafür verantwortlich sein", schrie er in die Menge. Aber es half nichts, die Leute wollten den Transport nicht durchlassen. "Was würde Christus dazu sagen?", fragte Drnovsek und bekam keine Antwort. Schließlich äußerte er sein Bedauern über das "unchristliche" Benehmen der anwesenden Dorfbewohner und fuhr davon.

    Bürgermeister bedauerte den Vorfall

    Der Bürgermeister der Gemeinde Ivancna Gorica, zu der Ambrus gehört, Jernej Lampret bedauerte den Vorfall, sagte jedoch, dass der Staatschef über die Lage "falsch informiert" worden sei. Seine "Solo-Aktion" werde den Bewohnern seiner Gemeinde nur die Weihnachtstage verderben. Die Wohncontainer seien kein "gutes Geschenk", sondern ein "schlechtes Geschenk" gewesen.

    Der Vorsitzende des slowenischen Verfassungsgerichtshofes, Janez Cebulj, sagte im Fernsehen, nachdem er die Bilder aus Ambrus gesehen hatte, ein solches Auftreten einer Gruppe von Staatsbürgern gegen einen Staatspräsidenten, sei etwas "extrem Ungewöhnliches". Ob es irgendwelche Konsequenzen geben wird, sagte er nicht.

    Zuletzt wurde gemeldet, dass die Roma-Familie, die teilweise auch in einem Auffanglager in Postojna (Adelsberg) wohnt, im Laufe des morgigen Weihnachtstages in einem Haus in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt untergebracht wird, damit sie die Feiertage vereint verbringen kann. Wo das Haus steht, wurde nicht bekannt gegeben. (APA)

    Der Standard

  8. #8

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    Also wenn cih sowas lese überkommt mich der Hass.
    Aber nicht nur weil ich selber Roma bin sondern weil ich solche menschen echt nicht verstehe.
    Wie kann man bloß so hirngestört sein, die sollte man einfach alle nach der reihe abknallen. Die Welt wäre um vieles reicher!

  9. #9
    Avatar von Velez

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    Re: Slowenien: Furcht vor weiteren Roma-Vertreibungen

    Zitat Zitat von Sumadinac
    Was ist das blos los mit den Slowenen,die armen Roma zu vertreiben,kennt man bis her nur von den Albaner aus Kosovo.Nur weil sie Roma sind... tztztz
    ja sumaboy niemand wil mit euch was zu tun haben auch nicht die slowenen.

  10. #10
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von lepotan
    Also wenn cih sowas lese überkommt mich der Hass.
    Aber nicht nur weil ich selber Roma bin sondern weil ich solche menschen echt nicht verstehe.
    Wie kann man bloß so hirngestört sein, die sollte man einfach alle nach der reihe abknallen. Die Welt wäre um vieles reicher!
    Find's zunächst mal auch extrem asozial und rassistisch von diesen Slowenen, aber ich kenne nicht die ganze Geschichte, und wenn es sich bei dieser Roma-Familie tatsächlich um notorische Kriminelle handelt... na...

    Zitat Zitat von Velez
    ja sumaboy niemand wil mit euch was zu tun haben auch nicht die slowenen.
    Finde ich kacke, wenn hier Roma als Beleidigung verwendet wird. Als wären automatisch alle Roma schlechte Menschen...

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