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Presevo-Tal ab nach Kosovo , Nordmitrovica ab nach Serbien

Erstellt von Albanesi, 30.11.2004, 11:07 Uhr · 199 Antworten · 16.583 Aufrufe

  1. #141

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von drenicaku
    Zitat Zitat von Jastreb
    Zitat Zitat von drenicaku
    ...
    Einer der gestohlenes Land und Haus bekam, aus dem Serben zwangsumgesiedelt, oder bessergesagt von Tito vertrieben wurden... und so erst in das Kosovo kam, wagt es seine Schnautze aufzureissen...
    ich konnte mir das alles nicht selbst aussuchen.
    du mußt stolz sein, solche leute wie uns kosovaren als "Bruda" bezeichnen zu können. :wink:
    Was sind Kosovaren?

  2. #142

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    517
    Die meisten lebten schon immer dort, aber es kommen langsam kommen paar dazu



    DAs Land ist dort billiger, ziehen doch immer mehr dort hin...


    Wer fleissiger ist verdients auch, und wer das Geld hatt kauft es..

    Verkauft man sein Haus in Kosova kauft man in dieser Gegend ein Haus und 3 Hektare.

  3. #143

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    Zitat Zitat von Befehl223
    Zitat Zitat von drenicaku
    Zitat Zitat von Jastreb
    Zitat Zitat von drenicaku
    ...
    Einer der gestohlenes Land und Haus bekam, aus dem Serben zwangsumgesiedelt, oder bessergesagt von Tito vertrieben wurden... und so erst in das Kosovo kam, wagt es seine Schnautze aufzureissen...
    ich konnte mir das alles nicht selbst aussuchen.
    du mußt stolz sein, solche leute wie uns kosovaren als "Bruda" bezeichnen zu können. :wink:
    Was sind Kosovaren?
    kosovarische staatsangehörige, wahlberechtigte einwohner.

  4. #144

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    Zitat Zitat von drenicaku
    Zitat Zitat von Befehl223
    Was sind Kosovaren?
    kosovarische staatsangehörige, wahlberechtigte einwohner.
    Das beantwortet meine Frage nicht im Geringsten:

    Denn 1. gibt es keinen kosovarischen Staat und 2. hat Wahlberechtigung nichts mit Ethnie zu tun.

  5. #145

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    du mußt deine frage präzisieren.
    kosova ist noch nicht als staat anerkannt, stellt aber staatsangehörigkeitsnachweise aus, was nur staaten machen können.

    dokumente aus kosova werden mittlerweile von den meisten staaten anerkannt, außer von serbien und der rs in BIH.

    ethnische kosovaren ist nur die albanisch-stämmige bevölkerung kosovas, da sich andere nicht als solche bezeichnen.

    die serben nennen sich serben, die türken eben türken.
    nur die albaner werden als kosovaren bezeichnet.

  6. #146
    Avatar von Schiptar

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    Valley Albanians push for talks on merging with Kosovo

    6 June 2007 | 13:28 | Source: Beta

    BUJANOVAC -- An ethnic Albanian party has called for talks on the Preševo Valley’s “merger” with Kosovo. The Movement for Democratic Progress on June 5 called on the Valley Albanian parties from the southern Serbian municipalities of Bujanovac and Preševo to form a joint body, or national council, which, as a representative of the Albanian community, would start negotiations with the Serbian government about merging these municipalities with Kosovo.

    The president of the Movement for Democratic Progress and deputy chief of the Bujanovac municipality, Jonuz Musliu, in a written message called on the leaders of all Albanian political parties from Bujanovac and Preševo to form a joint National Council.

    "I believe it is time to form a National Council which would adopt a joint platform, with which we would start negotiations with the Serbian government about merging the Bujanovac and Preševo municipalities with Kosovo," Musliu told Beta.

    As a reason for this request, he cited the fact that, six years after the end of the conflict in this region, "nothing has changed in the political and economic sense, except for the forming of multi-ethnic police."

    Musliu said he will not request that the National Council is made part of Priština's negotiating team for talks on the future status of Kosovo, but that it would negotiate directly with Belgrade about merging Bujanovac and Preševo with Kosovo.

    Musliu said that nobody from the other Albanian parties has yet declared a stance on this proposal, but that talks had yet to begin.

    Five Albanian political parties have representatives in the municipal assemblies of Bujanovac, Preševo and Medveđa: the Party for Democratic Action, the Democratic Union of the Valley, the Democratic Party of the Albanians, the Movement for Democratic Progress and the Movement for the Democratic Progress of Preševo.

    Quelle: B92

    PS: Übersetzung/Zusammenfassung nötig oder hat hier jemand im Englischunterricht aufgepaßt?

    PPS: Scheint so, als seien zumindest die südserbischen Albaner tendenziell der Meinung, daß ein Gebietstausch auf ethnischer Grundlage zwischen Serbien und Kosovo keine schlechte Sache wäre. Ist natürlich das Gegenteil von dem, was die "Internationale Gemeinschaft" will und auch für Serbien inakzeptabel, das offiziell den Verbleib Kosovos bei Serbien fordert, mindestens aber auf eine Abtrennung Nordkosovos ohne derartige Gegenleistungen spekulieren dürfte.

  7. #147
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen

    The president of the Movement for Democratic Progress and deputy chief of the Bujanovac municipality, Jonuz Musliu, in a written message called on the leaders of all Albanian political parties from Bujanovac and Preševo to form a joint National Council.
    .................
    PS: Übersetzung/Zusammenfassung nötig oder hat hier jemand im Englischunterricht aufgepaßt?

    PPS: Scheint so, als seien zumindest die südserbischen Albaner tendenziell der Meinung, daß ein Gebietstausch auf ethnischer Grundlage zwischen Serbien und Kosovo keine schlechte Sache wäre. Ist natürlich das Gegenteil von dem, was die "Internationale Gemeinschaft" will und auch für Serbien inakzeptabel, das offiziell den Verbleib Kosovos bei Serbien fordert, mindestens aber auf eine Abtrennung Nordkosovos ohne derartige Gegenleistungen spekulieren dürfte.
    Von der Terroristen Familie Musliu, wurden ja welche sogar vom ITCY verurteilt wegen: Folter, Entführung und Ermordung von Zivilisten und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Jeder Kriminelle, macht sich halt dort seine Partei und ernennt sich zum Vorsitzenden,* was man so Partei halt nennt, was eine andere Form von krimineller Vereinigung ist, wo es nie Demokratische Wahlen gibt.

    Es wäre doch einmal schön, wenn diese Banditen Organisationen sich einfach mal einem ordentlichen Referendum und einer demorkatischen Wahl stellen. Musliu, ist ein guter Begriff, für Verbrecher Tum in der Region.

    siehe auch diesen 2007 Report der IEP-BNC 2007, über die Kosovo Parteien

    http://balkanforum.org/IEP-BND/iep0001.PDF

    Man sieht wie das System funktioniert, was diese Gestalten sich vorstellen.

  8. #148
    Avatar von Schiptar

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    Sicher, daß dieser Jonuz Musliu zu dieser Sippe gehört?

  9. #149
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Sicher, daß dieser Jonuz Musliu zu dieser Sippe gehört?
    Ja, da leben sowieso nur 80.000 Leute, aber die meisten sind Albaner.

  10. #150
    Avatar von skenderbegi

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    nur so zur info wegen der einwohnerzahl in mitrovica und umgebung...




















    20. März 2007, Neue Zürcher Zeitung
    Die geteilte Stadt Mitrovica als Symbol der ethnischen Spaltung Kosovos

    Multiethnisches Gemeinwesen als hohles Postulat - Absehbare Separation des Nordens

    Der Uno-Plan für Kosovos Zukunft schreibt ein multiethnisches Gesellschaftssystem vor. Der fast ausschliesslich von Serben besiedelte Nordteil der Provinz dürfte aber künftig noch näher an Serbien rücken. Die geteilte Stadt Mitrovica symbolisiert die faktische Spaltung.
    Von unserem Südosteuropa-Korrespondenten Martin Woker
    Mitrovica, Mitte März
    Über siebzehn Jahre sind seit dem Fall der Berliner Mauer vergangen, das vereinte und neue Europa ist real existierend; politisch, sozial und wirtschaftlich. Einzig in seiner südöstlichen Ecke tut sich derzeit etwas, das so gar nicht ins harmonische Bild passen will. Eine Stadt mit einer jahrhundertealten Geschichte wird vertraglich getrennt, weil deren ethnisch gemischte Bevölkerung zu einem friedlichen Zusammenleben ausserstande scheint. Wenn der Vertrag Gültigkeit erlangen sollte, wird es Abgesandten des neuen Europa obliegen, die Geschehnisse in der getrennten Stadt zu überwachen. Der Ort heisst Mitrovica und zählt 130 000 Einwohner. Knapp 20 000 von ihnen, mehrheitlich Serben, leben im Nordteil der von dem Flüsschen Ibar getrennten einstigen jugoslawischen Modellstadt. Der südliche Teil ist ausschliesslich von Albanern besiedelt. Die ethnische Entflechtung der Stadt geschah im Zuge des erzwungenen Exodus der Albaner aus Kosovo im Frühjahr 1999. Seither erscheint der Ort periodisch in ausländischen Medien und wird jeweils mit dem Attribut «Pulverfass» versehen.
    Ein moralischer Bankrott

    Nach ihrer Rückkehr aus dem Exil fanden die Albaner Hunderte ihrer Häuser im Süden der Stadt zerstört vor. Der Zugang in den Nordteil, wo sich die serbische Bevölkerung verschanzt hatte, war ihnen verwehrt. Die über den Ibar führende Hauptbrücke wurde von französischen Uno-Soldaten bewacht, sekundiert auf der nördlichen Seite von den sogenannten Brückenwächtern. Diese serbischen Paramilitärs hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Mitrovicas Serben vor albanischen Übergriffen zu schützen. Die Folge ihrer bis heute anhaltenden Präsenz ist, dass sich keine Albaner zu Fuss in den Norden getrauen; und auch umgekehrt bewegen sich keine Serben ohne Begleitschutz im albanischen Südteil. Im Norden gilt der serbische Dinar als Zahlungsmittel, und die Autos verkehren mit serbischen Nummernschildern. Im Süden haben alle Fahrzeuge die in der gesamten Provinz obligatorischen Nummernschilder der Uno-Verwaltung, und es wird ausschliesslich mit Euro bezahlt. Getrennt sind die Schulen, die Spitäler und natürlich auch die Sportvereine.
    Der Plan des Uno-Vermittlers Ahtisaari, der Kosovo als eine multiethnische Gesellschaft festschreibt, hält Mitrovicas politische und gesellschaftliche Trennung als eine unverrückbare Tatsache fest. Die Folge davon ist die Aufteilung der Stadt in einen Nord- und einen Südteil als zwei neue eigenständige Munizipalitäten. Die beiden Gemeinden entsenden künftig je fünf Vertreter in einen gemeinsamen Rat, der sich um Kooperation in lokalen Angelegenheiten kümmern soll. Diesem gemischten Gremium vorsitzen wird ein internationaler Vertreter, der von der in Kosovo vorgesehenen EU-Verwaltung eingesetzt wird.
    Dieser Rat sei eine reine Alibiübung und werde niemals funktionsfähig sein, prognostiziert Nexhmedin Spahiu, Chefredaktor einer lokalen Radio- und Fernsehstation im Südteil und engagierter Kämpfer für eine Überwindung des ethnischen Grabens. Er bezeichnet Ahtisaaris Vorgabe als moralischen Bankrott, da damit der Anspruch auf eine Wiedervereinigung Mitrovicas aufgegeben werde. Verbittert äussert er sich über die Rolle der Uno-Verwaltung, die es in den vergangenen acht Jahren unterlassen habe, mit praktischen und organisatorischen Massnahmen die Teilung zu überwinden. Seine Kritik ist berechtigt und gilt für ganz Kosovo. Die in dem Uno-Protektorat engagierten massgebenden westlichen Staaten haben es verpasst, die für die Provinz geltenden Vorschriften konsequent durchzusetzen. Die sogenannten Parallelinstitutionen in serbischen Siedlungsgebieten wurden stillschweigend toleriert. Das betrifft das Gesundheitswesen, die Schulen, Gemeindeverwaltungen, teilweise auch die lokale Justiz sowie Polizisten.
    Belgrads grösste Auslandinvestition

    Zwischen 200 und 300 Millionen Euro pumpt die serbische Regierung laut verbreiteter Schätzung jährlich in diese parallelen Strukturen. Genaue Angaben sind nicht zu erhalten. Zyniker in Belgrad sprechen in diesem Zusammenhang von Serbiens bedeutendster Auslandinvestition. Die Folgen davon sind in Nord-Mitrovica unübersehbar: Es fliesst Geld, und zwar reichlich. Die Geschäfte sind gefüllt mit Lebensmitteln aller Art, der Autoverkehr ist wesentlich dichter als in vergleichbaren serbischen Provinzorten, und an der Hauptstrasse ist der Aushub für den Bau eines grösseren Hotels im Gange. Offensichtlich gibt es Investoren, die an Nord-Mitrovicas Zukunft glauben. Und das, obwohl die direkt ans Siedlungsgebiet grenzende Trepca-Mine, die mit Abstand wichtigste regionale Arbeitgeberin zu jugoslawischen Zeiten, seit Jahren stillgelegt ist. Von Nervosität im Hinblick auf die sich abzeichnende Eigenstaatlichkeit Kosovos ist wenig zu spüren. Man wiegt sich wohl in der Sicherheit, dass unter einer international überwachten Unabhängigkeit auch weiterhin Geld aus Belgrad fliessen wird.
    Diese Option ist in Ahtisaaris Plan ausdrücklich vorgesehen und lässt den für seine nationalistische Haltung bekannten örtlichen Arzt und Politiker Marko Jaksic die Prognose aufstellen, Mitrovica werde immer ein Teil Serbiens bleiben. Jaksic, der in Kosovo die Partei des serbischen Regierungschefs Kostunica vertritt, wägt seine Worte nicht lange ab. Er spricht offen von den Mehrfachlöhnen, welche manche Kosovo-Serben beziehen. Beamte kassieren gleichzeitig Gehälter von der Uno-Verwaltung in Pristina und der Regierung in Serbien, welche den Angestellten in Kosovo zusätzlich zum Normalgehalt noch einen Sonderbonus bezahlt. So wie seine politischen Mentoren in Belgrad zerzaust auch Jaksic den Plan des Uno-Vermittlers. Die Verhandlungen in Wien, denen er als Mitglied der serbischen Delegation teilweise beiwohnte, hätten unter unfairen Bedingungen stattgefunden, sagt er. Dass Unabhängigkeit zu Stabilität führe, sei eine grosse Lüge. Wenn es dennoch so weit komme, kämpfe man mit allen politischen Mitteln dagegen. Und wenn das nichts nützt? Dann werde man sehen, sagt er. Sollten Kosovos Serben bedroht sein, müsse Belgrad für deren Schutz sorgen, notfalls mit Waffen.
    Kein organisierter Exodus

    Wesentlich vorsichtiger äussert sich Oliver Ivanovic, Jaksics politischer Gegenspieler in Nord- Mitrovica. Er steht dem serbischen Präsidenten Tadic nahe und vertritt jene achtköpfige Fraktion von Kosovo-Serben, die formell dem Übergangsparlament in Pristina angehört, dessen Sessionen er aber auf Belgrads Geheiss hin boykottiert. Obwohl auch Ivanovic eine Unabhängigkeit Kosovos strikte ablehnt, ist er für die in Pristina stationierten «Internationalen» ein beliebter Gesprächspartner. Im Unterschied zu fast allen andern serbischen Politikern spricht er nicht nur fliessend Englisch, sondern auch Albanisch. Der als moderat geltende ehemalige Maschinenbauingenieur stammt aus dem Westen Kosovos und wuchs in ständigem Kontakt mit albanischen Nachbarn auf. Er kennt die schwierige Lage der in den westlichen und südlichen Enklaven verbliebenen Serben sehr genau. Werden sie im Falle einer Unabhängigkeit auf Anweisung Belgrads die Enklaven verlassen und sich in den serbischen Nordteil oder ins Mutterland absetzen?
    Die Frage drängt sich auf, weil vor zwölf Jahren in Bosnien genau dies geschehen ist. Damals verliessen die serbischen Bewohner Sarajevos auf Geheiss ihrer Führung unmittelbar nach dem Friedensschluss die Stadt in Richtung der Serbischen Republik in Bosnien, um den von internationaler Seite beabsichtigten Aufbau eines multiethnischen Gemeinwesens gar nicht erst möglich werden zu lassen. Dass sich in Kosovo Ähnliches abspielen werde, hält Ivanovic für ausgeschlossen. Es gebe in Belgrad keinen Politiker, der die Verantwortung für einen Exodus der 67 000 südlich des Ibar lebenden Serben übernähme. Wenn eine Abspaltung des Nordteils im Falle einer Unabhängigkeit Kosovos stattfinde, verliere Serbien unweigerlich seine Ansprüche im Zentrum und im Westen der Provinz, sagt der Politiker. Das wäre fatal.
    Ruhe in Leposavic

    Völlig anderer Meinung ist Nebojsa Radulovic, stellvertretender Bürgermeister des 15 000 Einwohner zählenden Städtchens Leposavic an der Grenze zu Serbien. Stabilität sei nur mit einer territorialen Teilung Kosovos zu erreichen. Für die serbische Bevölkerung in den südlichen Enklaven sieht er im Falle einer Unabhängigkeit keine Zukunft. Der Norden werde sich von einem unabhängigen Kosovo abzutrennen versuchen, lautet auch die Einschätzung des in Leposavic ansässigen ehemaligen Richters Dragisa Krstovic, und zwar ohne jegliche Solidarität mit den Serben in den Enklaven. Trotz seiner pessimistischen Prognose rechnet Krstovic nicht mit einem weiteren Krieg, wohl aber mit einer längeren Periode anhaltender Spannung. Davon wird aber voraussichtlich in Leposavic wenig zu spüren sein. Hier erinnert nichts daran, dass man sich formell in einem Uno-Protektorat befindet. Die Uno-Verwaltung ist nur sehr marginal präsent. Die gesamte Administration des Ortes steht voll unter serbischer Kontrolle. Sie als Parallelinstitution zu bezeichnen, ist falsch. Hier regiert Serbien.
    Der unweit des Städtchens gelegene Grenzübergang ist von serbischen Angehörigen der multiethnischen Kosovo-Polizei bewacht. Der Verkehr von und nach Serbien wird kaum kontrolliert. Daran dürfte sich auch im Falle einer Umsetzung von Ahtisaaris Plan nichts ändern. In der sonst sehr ins Detail gehenden Vorlage bleibt ungeklärt, wer künftig die Grenzübergänge zwischen Kosovos Norden und Serbien bewachen wird. Je nach Textinterpretation ist es möglich, dass diese Aufgabe ausschliesslich von serbischen Angehörigen der Kosovo-Polizei ausgeführt wird. Ein Mitglied des kosovo-albanischen Verhandlungsteams bestätigt diesen Sachverhalt. Die Formulierung sei aus Rücksichtnahme auf serbische Befindlichkeiten absichtlich offen gestaltet worden, ist zu erfahren. Das sei aber darum kein Problem, da der künftige Staat Kosovo innerhalb weniger Jahre unweigerlich die volle Kontrolle über sein ganzes Territorium haben werde. Wunschdenken oder Zweckoptimismus?
    Nexhmedin Spahiu, der als einer der wenigen Kosovo-Albaner bereits vor Jahren eine langfristige Teilung Mitrovicas prognostiziert hat, freut es wenig, dass seine Voraussage wohl eintreffen wird. Er kramt einen Stadtplan hervor. Das Stadtgebiet ist darauf nicht in Nord und Süd, sondern in Rot, Gelb und Grün eingefärbt. Die Farben indizieren die örtlich herrschende Bleibelastung von teilweise über 2000 Milligramm pro Kilo Erdfläche. Von den Abraumhalden der Trepca-Mine gelangt auch sieben Jahre nach der Stilllegung kontinuierlich Blei in die Organismen aller Stadtbewohner, ob Serben oder Albaner. Die katastrophalen Werte hätten anderswo in Europa längst zur Zwangsevakuierung des gesamten Siedlungsgebiets geführt. Vielleicht, so sinniert Spahiu, wäre das auch für seine Stadt die beste Lösung.


    Wok. In Kosovo gilt ein Prinzip, das in friedlicheren Gegenden auch auf Dorfplätzen oder in Treppenhäusern gilt: Feinde gehen sich aus dem Weg. Zumindest in der Öffentlichkeit will man nicht mit seinem Gegner gesehen werden. Dieses Prinzip missachtet hatte ein von Frankreich und der Schweiz finanzierter sogenannter multiethnischer Markt, der 2002 in neutralem Gebiet zwischen Nord- und Südmitrovica errichtet wurde. Der bestens ausgerüstete Marktplatz wurde nach seiner feierlichen Eröffnung nicht einen Tag benutzt. Weder Serben noch Albaner wollten sich an dem Ort zeigen. Heute wird der betonierte und eingezäunte Platz von serbischen und albanischen Grosshändlern frequentiert, die hier ohne jegliche Berührungsängste Geschäfte abwickeln und ihre Waren umladen. Begegnung findet somit statt - wenn auch nicht ganz im Sinne der gutmeinenden Erfinder. Noch vertrackter erscheint der ethnische Graben in dem gemischten Wohnquartier Kodra e Minatoreve im Norden Mitrovicas. Hier leben in leicht erhöhter Lage hinter der neu erbauten orthodoxen Kirche Sveti Dimitrije je etwa 50 albanische, serbische und bosnjakische Familien. Für die Albaner allerdings ist die Bewegungsfreiheit auf das Quartier beschränkt. Das gilt auch für die 28 albanischen Primarschüler, deren Lehrer im Süden wohnt und täglich von den Uno-Truppen herbeichauffiert wird. Dreimal täglich organisieren die Uno-Soldaten für die albanische Bevölkerung einen Transport in den Südteil. Im Quartier gibt es einen einzigen Lebensmittelladen. Er wird von einem Serben geführt. In Kodra e Minatoreve führe das Zusammenleben zu keinen nennenswerten Problemen, berichtet ein albanischer Bewohner mittleren Alters, es seien alles eingesessene Familien und man kenne sich gegenseitig. Er selbst würde sich aber niemals zu Fuss in den Nordteil wagen, dessen äusserste Häuser nur einen Steinwurf entfernt lägen. Das sei viel zu gefährlich, sagt er. Dort werde er sofort als Albaner erkannt.

    Diesen Artikel finden Sie auf NZZ Online unter: http://www.nzz.ch/2007/03/20/al/articleF0VK3.html



    der ist gut;

    Zwischen 200 und 300 Millionen Euro pumpt die serbische Regierung laut verbreiteter Schätzung jährlich in diese parallelen Strukturen. Genaue Angaben sind nicht zu erhalten. Zyniker in Belgrad sprechen in diesem Zusammenhang von Serbiens bedeutendster Auslandinvestition.

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