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Prozess gegen Karadzic beginnt am 26. Oktober

Erstellt von Emir, 15.10.2009, 15:30 Uhr · 172 Antworten · 6.386 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von alba_mafia

    Registriert seit
    20.01.2008
    Beiträge
    1.854
    Zitat Zitat von Aurel Beitrag anzeigen
    Er wird genau so einen unfairen prozes kriegen wie Milosevic auch.
    Er tut mir schon leid
    unfair? er hat glück das er nicht vor ein bosnisches gericht gestellt wird und in einem bosnischen gefängnis landet...

  2. #82
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
    09.08.2009
    Beiträge
    55.012
    Zitat Zitat von alba_mafia Beitrag anzeigen
    unfair? er hat glück das er nicht vor ein bosnisches gericht gestellt wird und in einem bosnischen gefängnis landet...

    schade den dort hätte er echt einen fairen prozess gehabt und ein schöne zelle

  3. #83
    Emir
    Karadzic verlangt fairen Prozeß

    Den Haag: Angeklagter will zu Anhörung über Verfahrensfragen erscheinen. Richter erwägen Pflichtverteidigung

    Der frühere bosnisch-serbische Führer Radovan Karadzic will seinen Prozeß weiter boykottieren, am Dienstag aber zu einer Anhörung über Verfahrensfragen erscheinen. Das teilte ein Rechtsberater Karadzics, Marko Sladojevic, am Montag mit. Der 64jährige Angeklagte blieb auch am Montag der Verhandlung fern, in der die Anklage ihr Eröffnungsplädoyer abschloß. Staatsanwalt Alan Tieger sagte darin, nach dem Massaker an 8000 Männern und Jungen 1995 in Srebrenica habe Karadzic nur bedauert, »daß einige muslimische Männer davongekommen sind«. Die Bluttat sei »eines der dunklen Kapitel der Menschheit«. Karadzic muß sich in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges verantworten.

    Sladojevic sagte, Karadzic werde in der Anhörung am Dienstag versuchen, einen Ausweg aus der Krise zu finden, in die der Prozeß wegen seines Fernbleibens seit der Eröffnung in der vergangenen Woche geraten ist. Karadzic verteidigt sich selbst; er hat juristische Berater wie Sladojevic, aber keinen Anwalt als offiziellen Verteidiger nominiert. Karadzic schrieb den Richtern, er wolle in der Anhörung helfen, »eine Lösung zu finden, die nicht nur zu einem kostspieligen, sondern auch fairen Prozeß führt.«

    Die Richter wollen am Dienstag auch in Erwägung ziehen, einen Pflichtverteidiger für Karadzic zu bestellen. Selbst das könnte den Prozeß weiter verzögern, da sich ein neuer Anwalt erst einmal mit den Einzelheiten vertraut machen müßte. Karadzic fordert für sich bis zu acht Monate Zeit für die Vorbereitung seiner Verteidigung. (AP/jW)

    http://www.jungewelt.de/2009/11-03/038.php

  4. #84
    Emir

    "Wir sind schuld, nur weil wir Muslime sind"

    02. November 2009, 17:47

    In Bosnien-Herzegowina beklagen Opfervereine vor allem, dass die Anklage gegen Radovan Karadžić gekürzt wurde

    Unter den Tischen, auf denen sonst Obst und Gemüse feilgeboten wurde, lagen Tote, der Markale-Platz war voll von Blut. Am 5. Februar 1994 hatte die Armee der bosnischen Serben ein 120-Millimeter-Mörsergeschoß im Zentrum Sarajevos detonieren lassen. 68 Zivilisten kamen ums Leben, 144 wurden verletzt. Das Verbrechen wird nun wieder im Rahmen des Prozesses gegen den damaligen Serbenführer Radovan Karadžić in Bosnien diskutiert. Der Präsident des Richterrats des Haager Kriegsverbrechertribunals, O-Gon Kwon hatte empfohlen, den Beschuss des Marktes aus der Karadžić-Anklage zu streichen, weil "eine Kontroverse darüber bestehe, welche Seite für den Granatenbeschuss von Markale verantwortlich ist".
    In Bosnien sorgte das für Empörung. O-Gon Kwon sei unglaublich schlecht informiert, schrieb etwa die Wochenzeitung Dani. Denn in dem Haager Prozess gegen Ex-General Stanislav Galić wurde bereits bewiesen, dass die Granate von der Armee der bosnischen Serben abgeschossen wurde. Bereits die Ankündigung, dass es zu einer Kürzung der Anklage im Fall Karadžić kommen könnte, hatte Proteste und Missbilligung vor allem der Opfervereine, aber auch einer breiten Öffentlichkeit in Bosnien hervorgerufen. Acht von 27 Gemeinden in Bosnien, in denen es zu Verbrechen während des Krieges kam, wurden aus der Anklage gestrichen. Die Verantwortung für diese Verbrechen wird nun nicht geklärt.
    Viele Bosnier fürchten, dass dies auch zu einer Schwächung der Prozesse gegen Kriegsverbrecher in Bosnien selbst führen könnte, weil Zeugen aus den acht gestrichenen Gemeinden entmutigt werden könnten. "Wir sind schuld, nur weil wir Muslime sind", beklagen die Opfer. Der Spruch ist auch auf T-Shirts zu sehen. Im Fernsehen werden weinende Frauen mit den Worten: "Wir sind schon tot und leben nur noch für die Verurteilung der Kriegsverbrecher", gezeigt.
    Die bosnische Öffentlichkeit ist sich bewusst, dass der Fall Karadžić die letzte Chance ist, den Genozid in ganz Bosnien (nicht nur in Srebrenica) sowie die Involvierung Serbiens in ein "verbrecherisches Unternehmen" , wie es in der Anklage steht, zu beweisen. Mit einem Urteil, dass die Involvierung Serbiens beweisen würde, könnte Serbien zudem zu einem kritischeren Umgang mit seiner Vergangenheit gezwungen werden und sich weniger in die innerbosnischen Angelegenheiten einmischen, hofft man.
    Aber auch negative Konsequenzen sind möglich: Nachdem Richter O-Gon Kwon den Angriff auf Markale aus der Anklage nehmen wollte, hatte etwa der Premier der Republika Srpska (RS), Milorad Dodik, die Verantwortung der serbischen Streitkräfte für das Massaker und jenes auf dem Hauptplatz in Tuzla negiert und die Verbrechen sogar als "inszeniert" bezeichnet.
    Von diesen Aussagen fühlten sich viele Bosnier verletzt. Insgesamt dürfte der Karadžić-Prozess alle nationalistischen Parteien stärken. Die Prozess-Berichterstattung zeigt jedenfalls die Zerrissenheit des Landes. Während in der bosnisch-kroatischen Föderation im Fernsehen mit altem Dokumentationsmaterial die Erinnerung an die Verbrechen wachgerufen wird, wurde etwa in der Sendung Nekad bilo ("Es war einmal" ) in der RS mehrmals betont, der Prozess gegen Karadžić sei eigentlich ein Prozess gegen die RS und das serbische Volk. Karadžić selbst will heute in Den Haag vor den Richtern erscheinen, den eigentlichen Prozess aber weiter boykottieren. (Damir Imamović aus Sarajewo/DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2009)


    derStandard.at

  5. #85
    Ado

    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    8.973
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Karadzic verlangt fairen Prozeß

    Den Haag: Angeklagter will zu Anhörung über Verfahrensfragen erscheinen. Richter erwägen Pflichtverteidigung

    Der frühere bosnisch-serbische Führer Radovan Karadzic will seinen Prozeß weiter boykottieren, am Dienstag aber zu einer Anhörung über Verfahrensfragen erscheinen. Das teilte ein Rechtsberater Karadzics, Marko Sladojevic, am Montag mit. Der 64jährige Angeklagte blieb auch am Montag der Verhandlung fern, in der die Anklage ihr Eröffnungsplädoyer abschloß. Staatsanwalt Alan Tieger sagte darin, nach dem Massaker an 8000 Männern und Jungen 1995 in Srebrenica habe Karadzic nur bedauert, »daß einige muslimische Männer davongekommen sind«. Die Bluttat sei »eines der dunklen Kapitel der Menschheit«. Karadzic muß sich in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges verantworten.

    Sladojevic sagte, Karadzic werde in der Anhörung am Dienstag versuchen, einen Ausweg aus der Krise zu finden, in die der Prozeß wegen seines Fernbleibens seit der Eröffnung in der vergangenen Woche geraten ist. Karadzic verteidigt sich selbst; er hat juristische Berater wie Sladojevic, aber keinen Anwalt als offiziellen Verteidiger nominiert. Karadzic schrieb den Richtern, er wolle in der Anhörung helfen, »eine Lösung zu finden, die nicht nur zu einem kostspieligen, sondern auch fairen Prozeß führt.«

    Die Richter wollen am Dienstag auch in Erwägung ziehen, einen Pflichtverteidiger für Karadzic zu bestellen. Selbst das könnte den Prozeß weiter verzögern, da sich ein neuer Anwalt erst einmal mit den Einzelheiten vertraut machen müßte. Karadzic fordert für sich bis zu acht Monate Zeit für die Vorbereitung seiner Verteidigung. (AP/jW)

    http://www.jungewelt.de/2009/11-03/038.php
    WAS? Er verlangt, dass man ihn verbrennt??

  6. #86
    Avatar von Aviator

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    Zitat Zitat von alba_mafia Beitrag anzeigen
    unfair? er hat glück das er nicht vor ein bosnisches gericht gestellt wird und in einem bosnischen gefängnis landet...
    Izetbegovic oder Tudjman wären genauso glücklich gewesen vor einem serbischen Gericht. Von eurem Schlangenkopf Thaci brauch ma gar nicht erst reden

  7. #87
    Avatar von Singidun

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    Fairer Prozess gehört nun mal zur freiheitsliebenden Gesellschaft, und ist eines der grundlegenden Prinzipien des Gerichtsverfahrens. Auch Karadzic steht sowas zu.

  8. #88
    Emir
    Zitat Zitat von Singidunum Beitrag anzeigen
    Fairer Prozess gehört nun mal zur freiheitsliebenden Gesellschaft, und ist eines der grundlegenden Prinzipien des Gerichtsverfahrens. Auch Karadzic steht sowas zu.

    Ahja, stimmt. Er wurde gestern eingebuchtet und heute ist der Prozess xD

  9. #89
    Avatar von Singidun

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    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Ahja, stimmt. Er wurde gestern eingebuchtet und heute ist der Prozess xD
    Das Problem war doch, dass er keinen Verteidiger wollte. Selbst schuld. Aber ich versteh nicht wieso ihm dass Tribunal dann nicht einen Pflichtverteidiger zuordnet. Dagegen darf er sich nicht wehren, und gleichzeitig behaupten er hätte nicht genug Zeit zur Vorbereitung.

  10. #90

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    Zitat Zitat von Singidunum Beitrag anzeigen
    Das Problem war doch, dass er keinen Verteidiger wollte. Selbst schuld. Aber ich versteh nicht wieso ihm dass Tribunal dann nicht einen Pflichtverteidiger zuordnet. Dagegen darf er sich nicht wehren, und gleichzeitig behaupten er hätte nicht genug Zeit zur Vorbereitung.
    Wenn der Mann sich selbst verteidigen will, sollte man ihm das Recht zugestehen, wie auch Milosevic und Seselj.
    Und falls er Ärger macht, setzt man ihm eine Deadline, wenn er bis dahin nicht bereit ist, muss er unvorbereitet vors Gericht.

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