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Rechtsstaat vs Kanun (albanisches Gewohnheitsrecht)

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 12.11.2010, 19:40 Uhr · 104 Antworten · 5.102 Aufrufe

  1. #51
    ökörtilos
    Rechts-Staat auf Grundlage des Kanoon

  2. #52
    Neutralist
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Du hast mich in einem Beitrag beleidigt, kritisiert und gelogen. Die Mehrheit der Albaner lebt nach diesen Grundsätzen, auch wenn es nicht als Kanun bezeichnet wird sondern als schlichte allgemeine Verteidigung der Ehre.
    Ehe und Frauen
    Außer der Ehe ist keine Form der Beziehung zwischen
    Mann und Frau zulässig (§ 29). Ein junger Mann darf sich nur
    dann mit seiner künftigen Ehe befassen, wenn sein Vater tot ist,
    eine junge Frau niemals (§§ 30-31). Eine Frau erbt nicht und
    besitzt nichts (§ 44). Während der junge Mann eine Verlobung
    aufkündigen kann, können die Eltern ihre Tochter zur Heirat
    zwingen und den Mann durch die mitgegebene Patrone
    ermächtigen, sie straffrei zu töten, falls sie fliehen sollte; wenn die
    Eltern die ablehnende Haltung der Tochter billigen, darf sie ohne
    Erlaubnis ihres bisherigen Verlobten keinen anderen heiraten,
    solange dieser lebt, auch wenn er selbst heiratet (§§ 42-43). Unter
    Hinzuziehung von 12 Eideshelfern kann ein Mädchen ewige
    Jungfräulichkeit schwören und dann Nonne oder Dienerin eines
    Priesters werden, oder es kann sich als Mann kleiden und wie ein
    Mann leben, allerdings ohne Stimmrecht in der Versammlung


    was hälst du von solchen unlogischen theorien?

  3. #53
    Yunan
    Du bist echt ein mieser Kerl ohne Respekt. Da opfer ich meine Zeit um mit dir zu reden und alles was du tust ist irgendwelche Textstellen, die dir mal so in den Senf passen, zu posten. Was will ich damit? Willst du mich verarschen? Ich muss hier für keine Texte rechtfertigen, denen ich nicht zu 100% zustimme und selbst wenn, dann wäre ich dir nichts schuldig.

    Du bist nicht auf eine einzige Sache in meinem ellenlangen Beitrag konkret eingegangen. Mit deinen Posts gebärdest du dich wie ein Stummer der schreien will.
    So arm was du hier ablieferst. Poste weiter deine Sachen, mach nur. Lappen.

    Unser Gespräch ist an dieser Stelle beendet.

  4. #54
    Neutralist
    Die Frau bleibt entsprechend dem Prinzip der
    Blutsverwandtschaft Mitglied der elterlichen Familie, die die
    Blutrache auf sich nimmt, wenn die Frau jemanden tötet, und die
    zur Blutrache verpflichtet ist, wenn jemand, z. B. ihr Ehemann,
    die Frau tötet (§ 57). Der Ehemann darf sie beliebig arbeiten
    lassen, sie - in gewissen Grenzen - schlagen und sie verlassen.
    Wenn sie Ehebruch begeht oder die Gastfreundschaft verletzt, darf
    er sie straflos töten; für diese Fälle legen die Eltern der Aussteuer
    die erwähnte Gewehrpatrone bei
    (§ 57). Uneheliche Kinder waren
    nicht nur vom Erbrecht und von der Teilnahme an der
    Gemeinschaft ausgeschlossen; ihre Geburt wurde durch die
    Hinrichtung der Eltern bzw. die Tötung des Mädchens durch die
    eigene Familie meist verhindert; gelang dem Mädchen die Flucht,
    waren sie und ihr Kind für immer verbannt

    also euer schönes kanun, es geht mir am arsch vorbei, diese theorien sind einfach zurück geblieben wer heute noch so denkt wie hier im text, dem kann man wirklich nicht mehr helfen, frauen haben das gleiche recht wie ein mann und dabei bleibt es.

    hier können alle das komplette kanun lesen,http://www.elsie.de/pdf/B2001DerKanun.pdf

  5. #55
    Arvanitis
    Ich finde den Kanun immer besser wenn ich den so lese!

  6. #56
    ELME
    Zitat Zitat von Neutralist Beitrag anzeigen
    Ehe und Frauen
    Außer der Ehe ist keine Form der Beziehung zwischen
    Mann und Frau zulässig (§ 29). Ein junger Mann darf sich nur
    dann mit seiner künftigen Ehe befassen, wenn sein Vater tot ist,
    eine junge Frau niemals (§§ 30-31). Eine Frau erbt nicht und
    besitzt nichts (§ 44). Während der junge Mann eine Verlobung
    aufkündigen kann, können die Eltern ihre Tochter zur Heirat
    zwingen und den Mann durch die mitgegebene Patrone
    ermächtigen, sie straffrei zu töten, falls sie fliehen sollte; wenn die
    Eltern die ablehnende Haltung der Tochter billigen, darf sie ohne
    Erlaubnis ihres bisherigen Verlobten keinen anderen heiraten,
    solange dieser lebt, auch wenn er selbst heiratet (§§ 42-43). Unter
    Hinzuziehung von 12 Eideshelfern kann ein Mädchen ewige
    Jungfräulichkeit schwören und dann Nonne oder Dienerin eines
    Priesters werden, oder es kann sich als Mann kleiden und wie ein
    Mann leben, allerdings ohne Stimmrecht in der Versammlung


    was hälst du von solchen unlogischen theorien?
    was ist daran so unlogisch? finde mir ein Land im 14-15 Jh., wo Frauen gleiche Rechte wie Männer hatten

    in dem Sinne ist deine Frage unlogisch

  7. #57
    Neutralist
    Zitat Zitat von ELME Beitrag anzeigen
    was ist daran so unlogisch? finde mir ein Land im 14-15 Jh., wo Frauen gleiche Rechte wie Männer hatten

    in dem Sinne ist deine Frage unlogisch
    wer hat den die alte zeit überhaupt rein gezogen? es geht hier um rechtsstaat oder kanun, in der heutigen zeit ist der kanun bedeutungslos..das wissen viele ich muss hier nicht drüber streiten.

    wieso drehst du die wörter? niemand hat über zeit geredet.

  8. #58
    ELME
    Zitat Zitat von Neutralist Beitrag anzeigen
    wer hat den die alte zeit überhaupt rein gezogen? es geht hier um rechtsstaat oder kanun, in der heutigen zeit ist der kanun bedeutungslos..das wissen viele ich muss hier nicht drüber streiten.

    wieso drehst du die wörter? niemand hat über zeit geredet.
    ok, du weißt aber, dass in heutiger Zeit in Einzelfälle die Blutrache (mehr oder weniger in Nordalbanien)praktiziert wird, was aber nich heißen soll, das da alles streng nach dem Kanun vorgeht.

    Ich bin definitiv kein Freund der Blutrache und ''Diskriminierung'' der Frauen, aber viele gute Sachen sind auch verloren gegangen, was ich schade finde

  9. #59
    Neutralist
    Zitat Zitat von ELME Beitrag anzeigen
    ok, du weißt aber, dass in heutiger Zeit in Einzelfälle die Blutrache (mehr oder weniger in Nordalbanien)praktiziert wird, was aber nich heißen soll, das da alles streng nach dem Kanun vorgeht.

    Ich bin definitiv kein Freund der Blutrache und ''Diskriminierung'' der Frauen, aber viele gute Sachen sind auch verloren gegangen, was ich schade finde
    ok ich stimme dir zu, ich hate keine schlechte absicht, in irgendeiner art zu hetzen, niemals, ich wollte zeigen was da drinne steht und das man es heute mit dem rechtsstaat nicht vergleichen kann und auch in der heutigen zeit nicht umsetzen kann, diese verhaltensweise gegenüber einen gast finde ich aber sehr gut..

  10. #60
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

    Registriert seit
    26.09.2010
    Beiträge
    3.309
    Also das der Kanun definitiv seine Daseinsberechtigung hatte, ist ja auch von einigen Kritikern bereits festgestellt worden. Das er durchaus auch in der heutigen Zeit positive Aspekte hat (einiges im Gastrecht z.b.) kann ich auch bestätigen.

    Die Frage ist, ob der Kanun der sehr stark auf Stamm und Familie und persönlichen Verpflichtungen aufbaut mit dem heutigen Rechtsstaat (staatl.Gewaltmonopol / Trennung von Gesetzgebung, Vollstreckung und Gericht / aufbau auf eine Verfassung) überhaupt vereinbar ist, oder wie ein albanischer Forumsteilnehmer bereits sagte "ins Museum" gehört.

    Ich zitier mich der einfach halt halbar mal selbst, da einige offensichtlich nicht verstehen wie weitgehende Konsequenzen der Kanun hat:

    Zitat Zitat von Fitnesstrainer NRW Beitrag anzeigen
    @Pjeter

    Ich habe den Thread nicht nicht zufällig in der Form gestellt.

    Das es das damalige Rechtssystem war ist mir schon klar. Das der Kanun auch positive Aspekte im heutigen Gesellschaftsleben hat (Gastrecht etc.) bezweifle ich nicht.

    Aber der Kanun baut sehr stark auf den Stamm und die Familie auf.
    Ein Zentralstaat wird durch diese vielen selbstjustizidialen Elemente nur noch eingeschränkt handlungsfähig. Deswegen haben die Albaner ,obwohl sie sehr wehrhaft sind, es auch niemals geschafft aus eigener Kraft einen Staat zu gründen. Schon gar nicht einen der alle vereinigt.
    der alle vereinigt.
    Das benachbarte Montenegro hatte ein ähnliches Gewohnheitrecht und auch dort haben sich Aspekte davon bis in die Gegenwart gehalten. Anders als die Albaner haben die Montenegriner, es aus eigener Kraft geschafft einen beständigen Zentralstaat zuschaffen. Der Vladika (Bischoff) war lange "Anführer" der Montenegriner, während die eigentliche Macht aber bei den Stämmen (Pleme) lag, die wiederum aus verschiedenen Clans (bratstvo) bestanden. Auch heute gibt es in der Herzegowina und Montenegro noch die Tradition der Versammlung (zbor), sowie bei den Albanern (kuvend).
    In Montenegro hing alles von den Loyalitätsverhältnis der Clans gegenüber dem Vladika ab, wollte es als Staat überleben. Diese Bindung wurde lange durch die osmanische Bedrohung gewährleistet. Das "Gewohnheitsrecht" wurde erst im 19. Jh. eingeschränkt (Abschaffung der Kopftrophäe, etc.). Der Übergang zum Königtum 1910 war vielleicht überlebenswichtig, denn nach 1912 gab es keine osmanische Bedrohung mehr, die zuvor den fragilen Staat als Schutzbündnis der Clans zusammengezwungen hat und verhinderte das diese sich aufgrund des "Gewohnheitsrecht" gegenseitig dezimieren.

    Auch bei den Albanern gibt es eine vergleichbare Clanstruktur, und entsprechende Konkurrenzkämpfe. Ich wage mal zu behaupten das die serbische Bedrohung für die Kosovo-Albaner aufgrund der heutigen Verhältnisse zwar sicher positiv für den Nationalismus und Zusammenhalt der Albaner war, jedoch wird diese vermutlich in 25 Jahren ein Vergangenheits-Thema sein. Sollten die Albaner im Kosovo es bis dahin nicht geschafft haben einen funktionierenden Zentralstaat etabliert zu haben, werden die Verhältnisse ähnlich sein wie in Albanien nach Zusammenbruch des Kommunismus. Um einen funtionierenden Staat zu etablieren muß das "Gewohnheitrecht" (Kanun) in seine Schranken gewiesen werden und die rechtsstaatlichen Institutionen von der Mehrheitsgesellschafft als oberste Entscheidungsstellen akzeptiert werden. Im Klartext: Keine Blutrache, sondern ein Prozess durch unbhängige Gerichte!

    Die von einigen "Vertretern der Pro-Kanun-Fraktion" vorgetragenen Argumente hier im Thread sind "Ehre" und "ich muß doch meine Freundin/Familie verteidigen".
    Das ist auch richtig so -es stellt aber keinen Widerspruch zum Rechtsstaat dar:
    Den meisten ist nicht klar, da man in der Schule wenig über Recht und Gesetz lernt, dass auch in einem Rechtsstaat wie Deutschland "die Ehre" ein geschütztes Rechtsgut ist. Eine Beleidigung ist eine Ehrverletzung und strafbar nach §185 StGB. Wenn der Täter nicht aufhört tritt sogar das Recht auf Notwehr §32 StGB in Kraft:
    "Notwehr ist diejenige Verteidigung gegen, die erforderlich ist um einen rechtswidrigen gegenwärtigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden" (Natürlich müssen hierbei die Verhältnismäßigkeit der Mittel beachtet werden -ihr dürft alsö niemanden "abstechen" weil er euch einen
    H..sohn genannt hat, aber mit einer "kräftigen Ohrfeige" seid ihr im Recht.)
    Ein gegenwärtiger rechtswidriger Angriff ist ein Angriff der unmittelbar bevorsteht, stattfindet oder andauert.

    Jeder darf auch eine Person die auf frischer Tat eines Vergehens oder Verbrechens angetroffen wird, insofern sie der Flucht verdächtig oder die Identität nicht feststellbar ist, vorläufig festnehmen nehmen. (§ 127 StPO)


    Also, ich denke ich habe genug Reklame für den Rechtsstaat gemacht. Der Grund warum in unserer Gesellschaft viele mit dem Rechtssystem unzufrieden sind liegt unter anderem auch daran, dass sie ihre eigenen Rechte gar nicht kennen und entsprechend dann auch nicht wahrnehmen.

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