Regierungskommission soll Zahl von Kriegsopfern in Sarajewo feststellen


Initiative stammt von bosnisch-serbischer Bürgervereinigung



Belgrad/Sarajewo - Die bosnisch-herzegowinische Regierung hat die Bildung einer Kommission angekündigt, die die genaue Zahl von Kriegsopfern in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo in der Zeitspanne 1992 bis 1995 feststellen soll. Die in Banja Luka erscheinende Tageszeitung "Nezavisne novine" berichtet am Montag, dass die Initiative zur Kommissionsbildung von der bosnisch-serbischen Bürgervereinigung "Istina" (Wahrheit) stamme.

"Istina"-Leiter Dusan Zurovac sagte gegenüber dem Blatt, dass diese Vereinigung seit dem Jahr 2000 festgestellt habe, dass rund 5.000 Serben während des Krieges in Sarajewo ums Leben gekommen seien. In einer Veröffentlichung der Zeitschrift "Dani" wurden laut Zurovac die Namen von rund 10.000 Kriegsopfern in Sarajewo angegeben. In dem Verzeichnis soll es allerdings keine Serben gegeben haben.

Der Leiter des bosnischen Forschungs- und Dokumentationszentrums, Mirsad Tokaca, erklärte gegenüber dem Blatt, dass das Zentrum bisher eine Datenbank mit Angaben über 80.000 Kriegsopfer - sowohl Zivilisten wie auch Soldaten - in ganz Bosnien angelegt habe. Die Datenbank wird nach der Methode erstellt, die auch vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag anerkannt wird. (APA)



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