Republika Srpska: Behörden verhandeln mit weiterem Haager Angeklagten

Nach Medienberichten handelt es sich um ehemaligen Kommandanten Pandurevic - Vor Tribunal wegen Kriegsverbrechen in Srebrenica angeklagt

Belgrad/Banja Luka - Die bosnisch-serbischen Behörden führen Verhandlungen mit einem weiteren Angeklagten des UNO-Kriegsverbrechertribunals, um ihn zur Übergabe zu überreden. Dies berichtet die in Banja Luka erscheinende Tageszeitung "Nezavisne novine" unter Berufung auf Darko Matijasevic, den Innenminister der Republika Srpska, des kleineren bosnischen Landesteils. Matijasevic wollte den Namen des Angeklagten zuerst nicht bekannt geben.

Das Blatt behauptet, dass es sich um den ehemaligen Kommandanten der Zvornik-Brigade, General Vinko Pandurevic, handle. Laut dem Blatt wurde er am 9. Dezember des Vorjahres in einer Ortschaft unweit der zentralserbischen Stadt Valjevo festgenommen, lehnte es jedoch ab, sich dem UNO-Tribunal freiwillig zu stellen. Da Pandurevic inzwischen eine doppelte Staatsbürgerschaft - neben der bosnischen auch die serbische - hat, konnten ihn die Belgrader Behörden nicht an die bosnisch-serbische Polizei überstellen. Laut "Nezavisne novine" waren in die Verhandlungen mit Pandurevic bis Ende Dezember auch Vertreter der serbisch-montenegrinischen Streitkräfte verwickelt.

Pandurevic wurde vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal wegen des Massakers in der Bosniaken-Enklave Srebrenica im Juli 1995 angeklagt, als rund 7.800 Stadtbewohner von bosnisch-serbischen Truppen getötet wurden. (APA)

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