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Rettet Voskopoje

Erstellt von Albanesi, 28.02.2005, 19:17 Uhr · 6 Antworten · 1.232 Aufrufe

  1. #1

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    Rettet Voskopoje

    Rettet Voskopoje
    Reportage Versteckt in den Bergen Südalbaniens liegt das Städtchen Voskopoje, bis ins 18. Jahrhundert hinein eine Hochburg der Schönen Künste, mit berühmten Schulen und Kirchen, deren Fresken auch international höchste Beachtung fanden. 500 Jahre lang war Voskopoje eines der religiösen und intellektuellen Zentren in jenem Grenzbereich zum Orient. In den langen Jahrzehnten des stumpfsinnigen Stalinismus geriet die Stadt in Vergessenheit, ihre Schätze wurden geplündert, die Gebäude dem Zerfall überlassen. Seit drei Jahren versucht der französische Verein ’Erbgut ohne Grenzen’ die Stadt und die noch verbliebenen Schätze vor weiterem Verfall zu bewahren. Eine Gruppe von Architekten, Handwerkern und Restauratoren hat auf freiwilliger Basis vor Ort die notwendigsten Maßnahmen eingeleitet, um die sehenswertesten Fresken der Nachwelt zu erhalten, Pläne für die Renovierung der wichtigsten Gebäude sind entstanden. Nach anfänglicher Skepsis unterstützen inzwischen die orthodoxen Kirchenfürsten, einige Wohlhabende der neuen Oberschicht und bekannte Söhne der Stadt die französische Initiative, plötzlich erwacht im ’Sanierungsprogramm Voskopoje’ die Sehnsucht nach einer grandiosen Vergangenheit.

    Moschopolis war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Handels- und Kulturzentrum eine bedeutende stдdtische Siedlung - heute ist es, amtlich Voskopoja, ein unbedeutendes Dorf mit etwa 700 Einwohnern im Sьdosten Albaniens. Was die ethnische Zusammensetzung betrifft, soll es in Voskopoja ausser Aromunen und Albanern auch Karakatschanen geben.

    Mit dem Terminus "Aromunen" bezeichnet man eine im Sьden der Balkanhalbinsel (GR, AL, Serbien, BG, R) beheimatete ethnische Gruppe, deren Sprache als eine der vier Dialekte des Rumдnischen angesehen werden kann. Viele Aspekte der aromunischen Geschichte, Sprache und Volkskunde sind bisher kaum oder gar nicht erforscht worden, und die Literatur ьber dieses Volk ist zwar verhдltnismдssig umfangreich, hдlt aber vielfach einer wissenschaftlich-kritischen Ьberprьfung nicht stand.
    Im 18. Jahrhundert war Moschopolis jedenfalls eine ьberwiegend aromunische Siedlung.


    MOSCHOPOLIS

    Moschopolis heißt heute Voskopoja und ist ein Dorf mit 700 Einwohnern im Südosten Albaniens, das verkehrsmäßig sehr schlecht erschlossen ist. Im 18. Jahrhundert war es laut Peyfuss ein bedeutendes Handels- und Kulturzentrum mit 3.500 (oder jedenfalls nicht sehr viel mehr) Einwohnern; es war vorwiegend von Aromunen bewohnt, einer ethnischen Gruppierung, die einen rumänischen Dialekt spricht. Damals bestanden Karawanenverbindungen mit der Außenwelt. Wie Moschopolis zu einer Handelsstadt wurde, ist nicht recht klar; Peyfuss bringt es in Zusammenhang mit der osmanischen Eroberung, die zu Rückzugsbewegungen in das geschützte Gebirge geführt haben könnte. Der Aufschwung der Stadt soll im 17. Jahrhundert und die Blüte im 18. Jahrhundert erfolgt sein: Möglicherweise ein paar Dutzend Zünfte und Handelsverbindungen mit Venedig und dem Orient (Handel mit einheimischen und fremdländischen Produkten) kennzeichneten die Blütezeit. Die erfolgreichen Kaufleute wanderten dann allerdings aus, vorwiegend nach Ungarn und Wien, was Peyfuss mit lokalen Unruhen, Überfällen auf die Stadt und daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken erklärt.

    Die Stadt besaß eine höhere Schule, die finanzielle Beiträge von den Zünften, den Notabeln, vom Metropoliten von Kastoria und vom Abt des Klosters Sv. Naum am Ohridsee bezog. 33 Lehrer und Schüler dieser Akademie sind aus ihren Publikationen aus Logik, Physik oder Grammatik namentlich bekannt.

    Und es gab auch eine Druckerei. Wann sie gegründet wurde, ist nicht sicher zu bestimmen; Autoren aus Moschopolis hatten im 17. Jahrhundert ihre Werke in Venedig verlegen lassen, der älteste vorhandende Druck aus Moschopolis selbst stammt aus dem Jahr 1731. Nach 1769 oder sogar schon vorher stellte die Druckerei aus unbekannten Gründen ihre Tätigkeit ein.






    Das vorwiegend von Vlachen bewohnte Voskopoja im Südosten Albaniens, gehörte im 17. und 18. Jahrhundert zu den kulturellen Zentren der Orthodoxie auf dem Balkan. Hier entstand eine wissenschaftliche Akademie (mit griechischer Unterrichtssprache) und auch die erste Druckerei Südosteuropas wurde in Voskopoja gegründet. In der Kunst (vor allem Ikonenmalerei und Architektur) wurde ein Stil entwickelt, bei dem sich orientalische Elemente mit Anregungen aus dem Westen verbanden. Auch das nahe gelegene Korça und das mazedonische Bitola wurden in ihrer Blütezeit nicht unwesentlich von den aromunischen Kaufleuten mitgeprägt.

    Durch den im 19. Jahrhundert aufgekommenen Nationalismus der Balkanvölker sind die kulturellen Leistungen der Aromunen weitgehend in Vergessenheit geraten, beziehungsweise wurde von der jeweils herrschenden Nation für sich reklamiert. Nur langsam besinnt man sich wieder darauf, wie wichtig die Aromunen unter anderem als Bindeglied zum Westen gewesen sind. In Korca besitzen die Aromunen heute wieder eine eigene orthodoxe Kirche, die ihre Eigenständigkeit im Hinblick auf ihre religiöse Traditionen bewahrt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Aromunen

    http://www.shqiperia.com/foto/galeria/voskopoja?&page=1

  2. #2

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  3. #3
    Avatar von DonMonte

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    178
    :!: Wunderbarer Beitrag.... sehr empfehlenswert :!:

  4. #4
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von DonMonte
    :!: Wunderbarer Beitrag.... sehr empfehlenswert :!:
    pa desi crnogorac.sta se radi? jesi ti Crn@g@rac?

  5. #5
    Avatar von DonMonte

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    178
    Pa da znas trudim se CAR_DUŠAN - nije lako biti crnogorac ali ljepo :!:

    ...nisam asimilirani crno gorac ....

  6. #6
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von DonMonte
    Pa da znas trudim se CAR_DUŠAN - nije lako biti crnogorac ali ljepo :!:

    ...nisam asimilirani crno gorac ....
    Odakle si iz Crnegore? Koje mesto?

  7. #7
    Avatar von DonMonte

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    Care iz Bara... bolje receno iz starog Bara...


    Drzimo tamo zadnji "bastion"

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