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"Revival des Nationalismus"

Erstellt von ooops, 09.04.2009, 16:50 Uhr · 8 Antworten · 512 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    19.09.2008
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    "Revival des Nationalismus"

    Gastkommentar: "Revival des Nationalismus"

    Von Henriette Riegler (DiePresse.com)
    Die NATO wird 60 - und leidet unter leichten Erweiterungsstörungen.
    Aus der von der NATO geplanten Erweiterung um drei der sogenannten Westbalkan-Staaten - Kroatien, Albanien und Mazedonien - zum 60.Geburtstag der NATO wird nichts. Aufgenommen werden nun zwar Albanien und Kroatien, das bis zuletzt um die Aufnahme zittern musste, Mazedonien bleibt der Beitritt bis auf weiteres verwehrt. Die umstrittene Erweiterung der NATO offenbart die derzeit dominante Problemlage europäischer Politik. Einzelne NATO- und EU-Mitglieder versuchen eigene nationale Interessen durchzusetzen, indem sie die Aufnahme neuer Staaten, mit denen sie in bilateralen Streitigkeiten sind, in den „Club" verhindern. Jüngste Beispiele dieser Tendenz sind der Widerstand Griechenlands gegen die transatlantische und EU-europäische Integration Mazedoniens ebenso wie die slowenische Blockadepolitik gegenüber dem kroatischen EU- und NATO-Beitritt.

    Nun ist die Durchsetzung nationaler Interessen der außenpolitische Kernbereich staatlicher Politik schlechthin, doch sind der absoluten Durchsetzung um jeden Preis gerade zwischen demokratischen Staaten, die noch dazu ihre Interessen gemeinschaftlich organisiert haben, deutliche Grenzen gesetzt. So scheint es zumindest erklärungsbedürftig, warum Griechenland und Slowenien ihre nationalen Interessen der NATO (und der EU) oktroyieren können. Diagnostiziert werden kann ein europaweites revival des Nationalismus, der weniger mit objektiven, sondern mit zugeschriebenen Problemlagen argumentiert, um daraus politische Vorteile zu ziehen.
    Bei den Inhalten der bilateralen Konflikte, die von Griechenland und Slowenien zum Aufnahmehindernis in NATO (und EU) hochstilisiert werden, handelt es sich nämlich mitnichten um den Kernbestand oder die weitere Entwicklung der boykottierenden Staaten infrage stellende Materien. Weder ist der Staatsname Mazedoniens für Griechenland noch die exakte Grenzziehung der slowenisch-kroatischen maritimen Grenze für Slowenien von solch existentieller Bedeutung. An den territorialen Grenzen der Allianz gelegen, sind Griechenland und Slowenien vielmehr gate keepers, die ihren Einfluss in der Erweiterungsfrage überproportional zu ihrer sonstigen Bedeutung ausdehnen können. Und diese Rolle nicht zuletzt durch eine neuerliche Erweiterung an andere verlieren würden. Dabei ist es wenig wahrscheinlich und auch nicht entscheidend, ob ihnen dieser politische Maximalismus innerhalb der NATO schadet. Sie setzen damit jedenfalls ein Signal, dass dieser Boykott nicht nur gegen die Interessen potentieller Mitglieder, sondern auch gegen die Organisation, der sie selber angehören, möglich ist. Und fügen ihr damit jedenfalls Schaden zu, was ihre interne und externe Glaubwürdigkeit und Stärke angeht.
    Die griechische Blockade ist dabei effizienter als die slowenische und die Erweiterungsfähigkeit der NATO ist weniger in Mitleidenschaft gezogen als die der Europäischen Union. Während Griechenland Mazedonien vollkommen isoliert, tritt Kroatien, für das Slowenien Gleiches vorhatte, nun doch zumindest der NATO als neues Mitglied bei, wenn auch sein EU-Beitritt bis auf weiteres verschoben ist. Für die geringere Anfälligkeit der NATO für nationale Boykotte sind zwei Gründe ausschlaggebend. Dem transatlantischen Sicherheitsbündnis mit seiner alten Agenda der kollektiven Verteidigung und der neuen Agenda der begrenzten Intervention, die sie übrigens anlässlich ihres 50. Geburtstages mit der Kosovo-Intervention aus der Taufe hob, ist die fortlaufende Erweiterung ein intrinsischeres Bedürfnis als der Europäischen Union. Und schlußendlich spielt die USA in der NATO die tragende Rolle. Diese macht es ihr ebenso einfach Kroatiens Beitritt aktiv zu betreiben wie sie sich davor scheut Griechenland dauerhaft zu vergraulen. Der Europäischen Union, der ein ähnliches politisches Schwergewicht fehlt, wird die Rechnung in Form von an nationalen Einzelinteressen abprallenden Vergemeinschaftungserfolgen am laufenden Band serviert. In diesem Sinne: Happy Birthday, NATO!




    Gastkommentar: "Revival des Nationalismus" « DiePresse.com








    ein sehr guter Artikel.

  2. #2
    Avatar von Traktorowitsch

    Registriert seit
    02.04.2009
    Beiträge
    142
    Diesen Revival des Nationalismus gibt es wirklich. Irgendwie kapieren die Menschen nicht das Nation kein Biologischer oder Genetischer Begriff ist. Daher auch nicht Real Existierend. Nation ist eine Idee, existiert nur in den Köpfen.
    Stark ansteigenden Nationalismus in der EU kann man in der Slowakei und Ungarn beobachten. In Ungarn haben sich mehrere Nationale Garden gegründet, schwarze Uniformierte fehlgeleitette denen nur noch ne Waffe in der Hand fehlt.

    Wäre mal die Zeit überhaupt den Begriff National zu verbieten, wir können eigentlich nur von Sprachzugehörigkeit reden und Sprachgebieten, aber in einer EU von Nationen zu reden ist nicht mehr Zeitgemäß. Ich weiß das jetzt wahrscheinlich die Frischgeborenen Nationen sich auf mich stürzen, aber Real gesehen, wie viele Nationen gab es in Europa sagen wir mal vor 1000 Jahren? Vor 500 Jahren?

    Das Wort Nation stammt aus dem Lateinischem, die alten Latiner der Vorrömer Zeit hatten ein Gott namens Natio, der Gott der Geburt. Eigentlich wenn man die Römische Politik betrachtet, Teile und Herrsche, dann sind wir der Sache schon näher gekommen. Teile die Menschen in Nationen, gib ihne eine Sprache ( schön beschrieben im Alten Testament, Babel), eine Geschichte mit Ruhmreichen Königen und Schlachten, ein Unrecht sollte unbedingt Teil der Geschichte sein und die Menschen stehen im Konflikt.

  3. #3

    Registriert seit
    23.02.2009
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    6.967
    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    Gastkommentar: "Revival des Nationalismus"

    Von Henriette Riegler (DiePresse.com)
    Die NATO wird 60 - und leidet unter leichten Erweiterungsstörungen.
    Aus der von der NATO geplanten Erweiterung um drei der sogenannten Westbalkan-Staaten - Kroatien, Albanien und Mazedonien - zum 60.Geburtstag der NATO wird nichts. Aufgenommen werden nun zwar Albanien und Kroatien, das bis zuletzt um die Aufnahme zittern musste, Mazedonien bleibt der Beitritt bis auf weiteres verwehrt. Die umstrittene Erweiterung der NATO offenbart die derzeit dominante Problemlage europäischer Politik. Einzelne NATO- und EU-Mitglieder versuchen eigene nationale Interessen durchzusetzen, indem sie die Aufnahme neuer Staaten, mit denen sie in bilateralen Streitigkeiten sind, in den „Club" verhindern. Jüngste Beispiele dieser Tendenz sind der Widerstand Griechenlands gegen die transatlantische und EU-europäische Integration Mazedoniens ebenso wie die slowenische Blockadepolitik gegenüber dem kroatischen EU- und NATO-Beitritt.

    Nun ist die Durchsetzung nationaler Interessen der außenpolitische Kernbereich staatlicher Politik schlechthin, doch sind der absoluten Durchsetzung um jeden Preis gerade zwischen demokratischen Staaten, die noch dazu ihre Interessen gemeinschaftlich organisiert haben, deutliche Grenzen gesetzt. So scheint es zumindest erklärungsbedürftig, warum Griechenland und Slowenien ihre nationalen Interessen der NATO (und der EU) oktroyieren können. Diagnostiziert werden kann ein europaweites revival des Nationalismus, der weniger mit objektiven, sondern mit zugeschriebenen Problemlagen argumentiert, um daraus politische Vorteile zu ziehen.
    Bei den Inhalten der bilateralen Konflikte, die von Griechenland und Slowenien zum Aufnahmehindernis in NATO (und EU) hochstilisiert werden, handelt es sich nämlich mitnichten um den Kernbestand oder die weitere Entwicklung der boykottierenden Staaten infrage stellende Materien. Weder ist der Staatsname Mazedoniens für Griechenland noch die exakte Grenzziehung der slowenisch-kroatischen maritimen Grenze für Slowenien von solch existentieller Bedeutung. An den territorialen Grenzen der Allianz gelegen, sind Griechenland und Slowenien vielmehr gate keepers, die ihren Einfluss in der Erweiterungsfrage überproportional zu ihrer sonstigen Bedeutung ausdehnen können. Und diese Rolle nicht zuletzt durch eine neuerliche Erweiterung an andere verlieren würden. Dabei ist es wenig wahrscheinlich und auch nicht entscheidend, ob ihnen dieser politische Maximalismus innerhalb der NATO schadet. Sie setzen damit jedenfalls ein Signal, dass dieser Boykott nicht nur gegen die Interessen potentieller Mitglieder, sondern auch gegen die Organisation, der sie selber angehören, möglich ist. Und fügen ihr damit jedenfalls Schaden zu, was ihre interne und externe Glaubwürdigkeit und Stärke angeht.
    Die griechische Blockade ist dabei effizienter als die slowenische und die Erweiterungsfähigkeit der NATO ist weniger in Mitleidenschaft gezogen als die der Europäischen Union. Während Griechenland Mazedonien vollkommen isoliert, tritt Kroatien, für das Slowenien Gleiches vorhatte, nun doch zumindest der NATO als neues Mitglied bei, wenn auch sein EU-Beitritt bis auf weiteres verschoben ist. Für die geringere Anfälligkeit der NATO für nationale Boykotte sind zwei Gründe ausschlaggebend. Dem transatlantischen Sicherheitsbündnis mit seiner alten Agenda der kollektiven Verteidigung und der neuen Agenda der begrenzten Intervention, die sie übrigens anlässlich ihres 50. Geburtstages mit der Kosovo-Intervention aus der Taufe hob, ist die fortlaufende Erweiterung ein intrinsischeres Bedürfnis als der Europäischen Union. Und schlußendlich spielt die USA in der NATO die tragende Rolle. Diese macht es ihr ebenso einfach Kroatiens Beitritt aktiv zu betreiben wie sie sich davor scheut Griechenland dauerhaft zu vergraulen. Der Europäischen Union, der ein ähnliches politisches Schwergewicht fehlt, wird die Rechnung in Form von an nationalen Einzelinteressen abprallenden Vergemeinschaftungserfolgen am laufenden Band serviert. In diesem Sinne: Happy Birthday, NATO!




    Gastkommentar: "Revival des Nationalismus" « DiePresse.com








    ein sehr guter Artikel.

    Wir sollten uns einfach mit Ländern wir IRAN, RUSSLAND und SAUDI ARABIEN zusammentun bzw. wirtschafftlich zusammenarbeiten..wenn uns die EU oder "manche" europäischen Staaten nicht wollen, dann scheiss drauf....

    Ich denke, dass es uns viel besser gehen würde, wenn wir uns mit IRAN und RUSSLAND zusammentun würden...immer nur auf die EU hoffen, die sowieso keine Balkanesen will, finde ich schon ziemlich blöd von unseren Politikern...ich hätte mich da längst mit den erwähnten Ländern zusammengeschlossen!

  4. #4
    Avatar von Traktorowitsch

    Registriert seit
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    142
    Ein hoch auf die Freiheit!!!!
    und sich mit Iran oder Saudi Arabien zusammentun.

  5. #5
    Avatar von Dukagjin

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    1.776
    Zitat Zitat von Pitu Guli Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns einfach mit Ländern wir IRAN, RUSSLAND und SAUDI ARABIEN zusammentun bzw. wirtschafftlich zusammenarbeiten..wenn uns die EU oder "manche" europäischen Staaten nicht wollen, dann scheiss drauf....

    Ich denke, dass es uns viel besser gehen würde, wenn wir uns mit IRAN und RUSSLAND zusammentun würden...immer nur auf die EU hoffen, die sowieso keine Balkanesen will, finde ich schon ziemlich blöd von unseren Politikern...ich hätte mich da längst mit den erwähnten Ländern zusammengeschlossen!
    Du hast keine Ahnung `junge`

  6. #6
    pqrs
    Zitat Zitat von Pitu Guli Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns einfach mit Ländern wir IRAN, RUSSLAND und SAUDI ARABIEN zusammentun bzw. wirtschafftlich zusammenarbeiten..wenn uns die EU oder "manche" europäischen Staaten nicht wollen, dann scheiss drauf....

    Ich denke, dass es uns viel besser gehen würde, wenn wir uns mit IRAN und RUSSLAND zusammentun würden...immer nur auf die EU hoffen, die sowieso keine Balkanesen will, finde ich schon ziemlich blöd von unseren Politikern...ich hätte mich da längst mit den erwähnten Ländern zusammengeschlossen!
    Also diese Staaten mit Sicherheit nicht, die würden mit den Balkanesen genau so rumspielen. Besonders die Russen.

    Die kaufen jetzt schon in Montenegro und Serbien alles.

    Kannst ja mal von den ehemaligen Sowjet- und Ostblockstaaten sehen was sie von Russen halten. (Damit meint man nicht die russische Minderheit in deren Lande)

  7. #7

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    17.122
    Zitat Zitat von Ilan Beitrag anzeigen
    Also diese Staaten mit Sicherheit nicht, die würden mit den Balkanesen genau so rumspielen. Besonders die Russen.

    Die kaufen jetzt schon in Montenegro und Serbien alles.

    Kannst ja mal von den ehemaligen Sowjet- und Ostblockstaaten sehen was sie von Russen halten. (Damit meint man nicht die russische Minderheit in deren Lande)
    Du scheinst nicht oft in Serbien und Montenegro unterwegs zu sein. Die Russen kaufen mit Sicherheit weniger als die EU, höchstens an der montenegrinischen Küste ist alles größtenteils russisch.
    Wo wurde in Serbien denn was an Russen verkauft, außer N.I.S?

  8. #8

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    Zitat Zitat von Pitu Guli Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns einfach mit Ländern wir IRAN, RUSSLAND und SAUDI ARABIEN zusammentun bzw. wirtschafftlich zusammenarbeiten..wenn uns die EU oder "manche" europäischen Staaten nicht wollen, dann scheiss drauf....

    Ich denke, dass es uns viel besser gehen würde, wenn wir uns mit IRAN und RUSSLAND zusammentun würden...immer nur auf die EU hoffen, die sowieso keine Balkanesen will, finde ich schon ziemlich blöd von unseren Politikern...ich hätte mich da längst mit den erwähnten Ländern zusammengeschlossen!
    das wird auch so kommen.
    das schlussresultat wird sein, westen, araber gegen russland, iran, china...

  9. #9

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    Zitat Zitat von Traktorowitsch Beitrag anzeigen
    Diesen Revival des Nationalismus gibt es wirklich. Irgendwie kapieren die Menschen nicht das Nation kein Biologischer oder Genetischer Begriff ist. Daher auch nicht Real Existierend. Nation ist eine Idee, existiert nur in den Köpfen..
    genau, darum ist für mich demokratie = eine andere version von nationalismus.
    wenn man richtig denkt hat ein mensch verschiedene nationen nicht nur eine, blutliche, religiöse, kontinentale, staatliche usw.

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