Weil er selbstgebaute Splittergranaten nach Österreich geschmuggelt hat, wurde ein 39-jähriger Bosnier am Donnerstag zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Die Waffen waren für die Fehde im Rotlichtmilieu gedacht.


"Es war ein Freundschaftsdienst"
Der 39-Jährige stand lediglich wegen "fahrlässiger Hereinführung" von drei Handgranaten sowie einer mit militärischem Sprengstoff gefüllten Bierdose vor Gericht. "Ich habe nicht gewusst, wofür das sein könnte", rechtfertigte dieser, es hätte sich um einen "Freundschaftsdienst" gehandelt. Der Bosnier war von Bosnien nach Klagenfurt gesiedelt.


"Dafür gibt es keine Entschuldigung"
Richterin Michaela Wietrzyk stellte bei der Verhandlung am Klagenfurter Landesgericht klar, dass es "keine Entschuldigung dafür gibt, irgendwelche Sprengstoffe nach Österreich einzuführen". Der Beschuldigte gestand in dem Prozess, der nur 20 Minuten dauerte, alles. Weitere Personen, die im Zusammenhang mit Anschlägen auf einschlägige Rotlichtbetriebe stehen sollen, kannte er laut eigener Aussage aber nicht. "Sie sind ein kleiner Teil eines großen Verfahrens", kündigte die Richterin weitere Verfahren an.


Urteil angenommen
Die bedingte Haft nahm der Mann an, "sollte ich in Zukunft wieder etwas Ähnliches machen, können Sie mich lebenslang einsperren". Um seine Bekehrung zu demonstrieren, zeigte er der Richterin und Staatsanwältin Gabriele Lutschounig ein Hochglanzprospekt. "Ich will zeigen, dass ich ein ehrlicher Mensch bin, ich baue gerade eine Frühstückspension in Kroatien". Und noch ein Foto reichte er herum: "Das ist meine Mutter."


Panzerfaust gegen Bordell
Höhepunkt des Bordell-Krieges war ein Panzerfaust-Anschlag auf ein Bordell in Feldkirchen im September 2004. Es entstand großer Sachschaden, aber es gab keine Verletzten.