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Spiegel aktuell 29/2005 Seite 87
18. Juli 2005 ---- Zum Inhaltsverzeichnis ALBANIEN "Eldorado für Heroin und Kokain" Der Sieger der Parlamentswahl, Sali Berisha, 60, über Korruption in der Regierung und den Kampf gegen die Drogenbarone Der neue albanische Premier Berisha bei einer Pressekonferenz im Juli in Tirana Großbildansicht AP Der neue albanische Premier Berisha bei einer Pressekonferenz im Juli in Tirana SPIEGEL: Sie waren albanischer Präsident von 1992 bis 1997 und hatten damals den Ruf eines Tyrannen. Jetzt feiern Sie ein Comeback - als Demokrat? Berisha: Ich trat 1997 zurück, weil wir das Pyramidensystem, das Geldanleger mit hohen Zinsen lockte, toleriert hatten und die Mehrheit der Bevölkerung überzeugt war, meine Regierung habe sich dabei bereichert. Heute ist bewiesen, dass kein einziger hoher Funktionär der Demokratischen Partei in diese Geschäfte verwickelt war. Das Gros der Profiteure waren ehemalige Geheimdienstler und Mitglieder der Sozialistischen Partei. SPIEGEL: Als Premier dürften Ihre Sorgen diesmal kaum geringer ausfallen. Korruption ist allgegenwärtig, Albanien gilt in Europa als Zentrum des Drogenschmuggels und Hort der Organisierten Kriminalität. Berisha: Die Korruption stieg seit 1997 gewaltig an. Ich werde sie in zwei bis drei Jahren auf ein akzeptables Niveau senken, dafür wird es neue Gesetze geben. Die Macht darf nicht mehr genutzt werden, um über Nacht reich zu werden; Minister müssen ihre Firmen verkaufen. Wir werden sämtliche Monopole in Albanien auflösen, die unter dem Schutz der Regierung entstanden sind. SPIEGEL: Müssen Sie da, wenn die bislang unbewiesenen Vorwürfe zutreffen, nicht gleich bei dem abgewählten Regierungschef Fatos Nano beginnen? Ihm werfen Sie vor, die Korruption zum Staatssystem gemacht zu haben. Berisha: Es macht keinen guten Eindruck, wenn man den künftigen Oppositionsführer verhaften lässt, obwohl sich Nano nichts sehnlicher als die Märtyrer-Rolle wünscht. Dass er der Kopf eines länderübergreifenden Bestechungssystems war, weiß jeder. Woher käme sonst sein sagenhafter Reichtum? Wie könnte er sonst Hunderttausende Euro in Spielcasinos ausgeben? Nano besitzt ein Transportunternehmen mit Helikoptern, dessen Hauptkunden die berüchtigtsten Drogendealer von Albanien sind. Sie transportieren Heroin und Kokain durch Albanien nach Kukes und von dort in die Nachbarländer. SPIEGEL: Das haben Sie schon im Wahlkampf behauptet. Berisha: Unser Land wird von den Drogen ruiniert. Im Jahr 2004 wurden an der Grenze zu Italien allein zehn Tonnen Heroin und Kokain aus Albanien konfisziert. Nur, seien wir ehrlich: Albanien konnte in den vergangenen acht Jahren nur deshalb ein Dorado für Heroin und Kokain werden, weil der Staat dahinterstand. SPIEGEL: Ein Drittel der in Europa konsumierten Drogen wird laut Europol durch Albanien geschleust. Werden Sie die Mafiabosse verhaften? Berisha: Allesamt. Wie hoch auch immer der Preis ist, ich werde ihn bezahlen. SPIEGEL: Sie werden gute Bodyguards brauchen. Berisha: Natürlich sind diese Narko-Bosse äußerst brutal. Selbst Minister werden per SMS erpresst. Man droht, sie als Geisel zu nehmen, falls sie Drogengeschäfte verhindern. Aber es kann doch nicht angehen, dass unser Wirtschaftswachstum vor allem auf Drogenhandel basiert. Wir wollen ein sicheres Land werden, um ausländische Investitionen insbesondere für unsere Infrastruktur, die auf dem Niveau der Dritten Welt ist, zu bekommen und um für die EU akzeptabel zu werden. SPIEGEL: Vor 2015 wird es da wohl kaum eine Chance für eine Mitgliedschaft geben. Berisha: Mein Ziel ist: EU-Beitritt in fünf Jahren. Im nächsten Jahr wollen wir bereits Nato-Mitgliedstaat werden. SPIEGEL: Ihren Wahlsieg verdanken Sie auch amerikanischen Beratern. Sehen Sie in den USA auch weiterhin den entscheidenden Faktor für die Zukunft des Balkan? Berisha: Die Amerikaner sind zweifellos unsere speziellen Freunde, und wir haben eine historische Schuld gegenüber den USA, weil sie das Kosovo befreit haben. SPIEGEL: Hoffen Sie langfristig auf eine Vereinigung zwischen Albanien und dem Kosovo? Berisha: Bis Anfang der achtziger Jahre war die Vereinigung für alle Albaner das große Ziel. Mittlerweile herrschen in Tirana und Pristina unterschiedliche Bedingungen. Ich glaube, dass unsere Landsleute dort jetzt einen eigenen Staat bevorzugen. Das ist im Moment auch die beste Lösung. http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt...365449,00.html |
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Das wäre super ,
Wenn Albanien als einziges Balkanland die Korruption nicht Wirtschaftszweig wäre.... Selbst die Griechen haben bis heute ihre Wirtschaft noch nicht im Griff... Ich wünsche Salah alles Erfolg |
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ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ
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ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ
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Albo
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![]() Krieg ist grausam, doch die Gleichgültigkeit ist viel grausamer... LS_89 |
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ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ
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Gjergj du Saftsack, willst du mit mir spielen?
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Albo
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Ey Grekë, ich nixe spele met dir!
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Man wird sehen, welche Positionen die damaligen Minister wie Edmondo Spaho und Ridvan Boden einnehmen. Das sind "Saubere" Leute aus der früheren Regierung. Paskal Milo, wird ebenso als Ex-Aussenminister in das Kabinett eintretten, und er ist auch sauber. Allerdings ein wenige schwach. |
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Und noch ein weiterer Artikel hierzu!
Hoffen auf Berisha Nach Jahrzehnten der Misswirtschaft, Korruption und Kriminalität sehnt sich Albanien nach einem Umschwung. Der neu gewählte Premierminister Sali Berisha will vor allem Demokratie und Rechtstaatlichkeit stärken - und endlich Anschluss an Europa finden. VON DUNJA EWINGER Mit einer unerschrockenen Kampagne gegen die angebliche Korrumpiertheit des politischen Gegners hatte der 61-jährige Präsident Sali Berisha für einen Wandel plädiert. Die Wähler sind dem Ruf gefolgt und haben die Sozialisten von Premierminister Fatos Nano entmachtet. Sie geben jetzt dem ehemaligen Herzchirurgen Berisha eine zweite Chance, einem Politiker, der vor acht Jahren nach Massenprotesten gestürzt wurde, nachdem ein kolossales Schneeballsystem große Teile der Volksersparnisse aufgezehrt hatte. Die Wähler haben Berisha seine Fehler der Vergangenheit offensichtlich vergeben. Sie haben ihm vergeben, dass seine erste postkommunistische Regierung nicht in der Lage war, stabile und wehrhafte demokratische Institutionen zu schaffen. Sie haben ihm auch verziehen, dass er damals das postkommunistische Justiz-System zur Verfolgung politischer Gegner benutzte. Oder sie waren einfach nur verzweifelt und bereit, alles zu versuchen, um die Zustände Albaniens zu verbessern. Genauso wie die albanische Demokratie hat sich auch Berisha in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Er hat jetzt nicht mehr, wie es bei allen vorangegangenen Wahlen der Fall war, mit anti-kommunistischen Polemiken gegen die regierenden Sozialisten gepunktet, sondern vor allem mit Inhalten. Er hat versprochen, Korruption zu bekämpfen, Steuern zu senken, Investoren ins Land zu locken und Arbeitsplätze zu schaffen. Ob sich die Verflechtungen der politischen mit der wirtschaftlichen Macht allerdings so leicht auflösen lassen, das ist mehr als fraglich in einem Land, in dem zwei Drittel aller Zigaretten unverzollt auf offener Straße verkauft werden, in einem Land, in dem knapp zwei Drittel der Personenwagen Mercedes-Limousinen sind, davon aber wiederum die Hälfte im Ausland gestohlen worden sein soll, in einem Land, in dem nach Angaben der Weltbank mindestens sieben Prozent der Einkommen aus Schmiergeldern stammen, in einem Land, durch das, laut Europol, bis zu einem Drittel der in Europa konsumierten Drogen geschleust werden. Trotzdem versprach Barisha das, was die Wähler hören wollten, denn sie wünschen sich nichts sehnlicher herbei als endlich den Umschwung. Dabei überhörten sie Nanos warnende Worte, dass sein Erzrivale tatsächlich noch immer der unseriöse, unberechenbare und gefährliche Kandidat ist, der das Land ein zweites Mal ins Chaos stürzen könnte. Wandel ist den Menschen jetzt wichtiger als Sicherheit. Albanien ist unter Nano zwar wieder auf die Beine gekommen und hat auch zahlreiche Reformen zumindest auf dem Papier verabschiedet. Das Land leidet jedoch immens unter Korruption und Klientel-Netzwerken. Diese blockieren praktisch die Umsetzung der Reformen im Alltag. Die Menschen beklagen langsame Fortschritte auf dem Weg zur europäischen Rechtsangleichung, die zähe Wirtschaftsentwicklung, hohe Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Stagnation. Erstmals ist in Albanien aber nun ein Parlament gewählt, in dem keine der beiden großen Parteien die absolute Mehrheit hält. Um regieren zu können, muss Berisha daher eine Koalition mit der kleineren Republikanischen Partei bilden. Das wird Berisha dazu zwingen, auf demokratischem Wege politische Kompromisse zu erarbeiten. Er wird also auch nicht mehr im Alleingang regieren können, wie er es in seiner ersten Amtszeit gewohnt war. Albanien erlebt also nicht nur einen Regierungswechsel, sondern auch einen Wechsel im Kräftegleichgewicht der Parteien. Bislang haben stets die Sozialisten oder die Demokraten die politische Bühne dominiert. Die Stärkung der Position der Republikaner und auch anderer kleinerer Parteien bricht jetzt erstmals dieses Monopol der großen Rivalen. So könnte ein Wechsel der Regierung auch einen Wandel in der demokratischen Kultur Albaniens bewirken. http://www.europolitan.de/cms/?tid=2&aid=872&aid=872& |
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