Neben Zuzul könnte auch Gesundheitsminister Hebrang gehen - Auch in Wirtschafts- und Finanzressort Änderungen möglich

Zagreb - Nach dem Rücktritt von Außenminister Miomir Zuzul plant der kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader eine Umbildung seines Regierungskabinetts. In einer Sondersendung des kroatischen Fernsehens HTV sagte der HDZ-Chef (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) am Mittwochabend: "Ein möglicher Termin dafür ist Februar." Sanader kündigte an, er werde sich bis zum Wochenende mit Gesundheitsminister und Vizepremier Andrija Hebrang treffen. Dann werde entschieden, ob Hebrang im Amt verbleibt.

Hebrang hatte sich im Dezember an der Innsbrucker Universitätsklinik einer Prostata-Operation unterzogen und war seither nicht mehr politisch aktiv gewesen. Dass ausgerechnet der Gesundheitsminister für den Eingriff eine ausländische Klinik aufgesucht hatte, brachte ihm Kritik der Medien ein. Zudem wird in Zagreb über eine ernsthafte Erkrankung Hebrangs spekuliert.

"Ernste Kandidaten"

Der kroatische Ministerpräsident nannte fünf Personen, die er als "ernste Kandidaten für das Erbe Zuzuls" sehe. In Frage kommen demnach: Kolinda Grabar Kitarovic (EU-Integrationsministerin), Hidajet Biscevic (Staatssekretär im Außenamt), Gordan Jadrokovic (Präsident des außenpolitischen Ausschusses im Parlament), Ivan Misetic (Vorstandsvorsitzender der kroatische Fluggesellschaft Croatia Airlines und ehemaliger Protokollchef des verstorbenen Präsidenten Franjo Tudjman) sowie Kulturminister Bozo Biskupic.

Neben dem Gesundheitsressort und dem Außenministerium dürfte es aber noch zu weiteren Änderungen kommen. Als Austauschkandidaten werden auch Finanzminister Ivan Suker und Wirtschaftsminister Branko Vukelic gehandelt. Die Regierung von Sanader hatte Ende 2003 ihr Amt angetreten. Sie wird mit Ausnahme von Justizministerin Vesna Skare Ozbolt (Demokratisches Zentrum/DC) und dem parteilosen Dragan Primorac (Minister für Wissenschaft, Bildung und Sport) von HDZ-Mitgliedern gestellt.

Zuzul warf am Dienstag das Handtuch, weil er seinen Verbleib als "Belastung" für die Regierung und das kroatische Außenamt einstufte. Zuzul war im Vorjahr wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck geraten. Im November überstand er nur knapp einen Misstrauensantrag der Opposition. (APA)


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