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Saudi Arabien bangt um die sunnitische Front

Erstellt von DZEKO, 08.02.2011, 20:09 Uhr · 14 Antworten · 881 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DZEKO

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    Saudi Arabien bangt um die sunnitische Front

    Riad bangt um die sunnitische Front

    Saudi-Arabien hat bereits den vertriebenen tunesischen Diktator Ben Ali aufgenommen, nun sorgt man sich über die Entwicklung in Ägypten. König Abdullah befürchtet, dass es ohne Hosni Mubarak schwieriger wird, den schiitischen Iran einzudämmen.

    Die Regierung Saudi-Arabiens hat ihre Hoffnung auf eine friedliche Beilegung der ägyptischen Krise ausgesprochen. Nach einer Kabinettssitzung unter Leitung von Kronprinz Sultan, der zugleich Verteidigungsminister und Vize-Regierungschef ist, wurde in Riad mitgeteilt, eine friedliche Lösung solle Sicherheit sowie Stabilität erhalten und dürfe die Wirtschaft Ägyptens nicht gefährden.

    König Abdullah ist seit Monaten nicht im Land, erst war er zu einer medizinischen Behandlung in den USA, jetzt ist er zur Erholung in Marokko. Sein Alter wird auf 87 Jahre geschätzt. Mehr als 20.000 Saudis haben Ägypten inzwischen verlassen.

    König Abdullah war einer der Ersten, die nach Ausbruch der Unruhen in Ägypten mit Präsident Hosni Mubarak telefonierten. Er sprach ihm seine Solidarität aus und verurteilte die Demonstrationen als Anschläge auf die Stabilität des Landes, die von "gewissen eingesickerten Elementen" verübt würden. Zuvor hatte Saudi-Arabien dem vertriebenen tunesischen Diktator Zine el-Abidine Ben Ali Asyl gewährt.

    Der Großmufti Saudi-Arabiens, Scheich Abdulasis al-Scheich, ging noch weiter als der König, indem er Proteste allgemein als "chaotische Handlungen" verurteilte. Dahinter stünden "Feinde des Islam", welche die islamische Welt spalten wollten. Unter islamischen Theologen sind die Meinungen des ultrakonservativen Scheichs allerdings stark umstritten.

    Aus den saudischen Stellungnahmen geht hervor, wie groß im Königreich die Besorgnis über die Entwicklung in Ägypten ist. Als Folge eines möglichen Sturzes von Mubarak befürchten die Saudis ein Machtvakuum. Zumindest werde ein Nachfolgeregime in Kairo eine gewisse Zeit brauchen, um seine außenpolitische Haltung neu zu definieren.

    Ohne den jetzigen Präsidenten besteht nach saudischer Auffassung die Gefahr, dass Ägypten aus der arabisch-sunnitischen Front gegen die iranischen Schiiten ausschert. Dieses Risiko sei umso größer, als bereits der Irak und Syrien enge Beziehungen zu Teheran unterhielten. Auch die neue Regierung des Libanon, die von der schiitischen Hisbollah-Bewegung abhängig ist, bedeute eine Schwächung der saudischen Position.

    Auf jeden Fall, so heißt es in Riad, werde die Last Saudi-Arabiens bei der Eindämmung des Einflusses Irans und der schiitischen Minoritäten in den sunnitisch beherrschten Ländern der Golfregion wachsen. Ferner bestehe nach einer Ablösung Mubaraks die Möglichkeit, dass die Türkei und Katar ihre Stellung in Ägypten ausbauen könnten. Beide Länder sind gegen eine Isolierung Irans. Es zeichne sich ab, dass die Saudis das sunnitische Jordanien als verbleibenden Klienten der USA mehr als bisher unterstützen müssten.

    Das Drängen ihres amerikanischen Protektors auf Reformen in Ägypten weckt bei den Saudis traumatische Erinnerungen an die Islamische Revolution in Iran 1979. Auch damals hatte das Weiße Haus den Schah zu sofortigen Reformen aufgefordert. Falls die USA den ägyptischen Präsidenten fallen ließen, was sich nach Befürchtungen saudischer Experten bereits abzeichnet, dürfte dies eine drastische Verminderung oder gar Streichung der für Ägypten lebenswichtigen amerikanischen Lebensmittelhilfe bedeuten. Stillschweigend gingen die Amerikaner schon jetzt davon aus, dass in dieser Lage Saudi-Arabien finanziell einspringen würde, um Ägypten politisch bei der Stange zu halten, heißt es.

    Saudi-Arabiens innere Lage unterscheidet sich grundsätzlich von der anderer arabischer Länder. Zwar gibt es auch hier soziale Probleme, die Sehnsucht nach mehr intellektueller Freiheit und einen unzufriedenen Mittelstand. Die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa zehn Prozent. Doch aufgrund traditioneller Beziehungen und familiärer Bindungen kann das Königshaus auf die Loyalität eines Teils der Stämme zählen.

    Eine organisierte Opposition gibt es nicht. Parteien, Gewerkschaften, Studentenbünde sind verboten. Die Überwachung islamistischer Gruppen durch die Geheimpolizei hat sich als sehr effektiv erwiesen. Dennoch kommt es immer wieder zu kleineren Protesten. So demonstrierten im Januar einige hundert Lehrer vor dem Erziehungsministerium für Übernahme in den Staatsdienst.

    Saudi-Arabien und die Ägypten-Krise - Riad bangt um die sunnitische Front - Politik - sueddeutsche.de

    Was wird wohl passieren, Arabien hat Angst vor den Persern und Türken?

  2. #2

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    16.107
    Die Bangen eher um die eigene Macht.
    Und alles was nach Revolte aussieht,wird sofort im Keim erstickt.

  3. #3
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
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    Ich weiss nicht für was diese Blatt steht, kenne mich nicht gut aus, aber interessanter Text!

    Die Weltgeschichte entfaltet sich

    Nach Ägypten tickt die Uhr auch für das Herrscherhaus in Saudi-Arabien


    Und plötzlich passiert es. Dort, direkt unseren Augen. Das gewohnte Bild, vor allem ein Produkt amerikanisch-israelischer Zusammenarbeit, löst sich auf. Das Modell war immer das gleiche, mit Gewalt oder Schmiergeldern oder beidem wurden »freundliche Regierungen« kreiert, »Alliierte im Friedensprozess«, wie es Obamas Vizepräsident Joe Biden formuliert. In diesen Stunden und Tagen werden wir Zeugen eines solchen Prozesses.

    Danach gibt es fünf Ebenen bzw. Problemkreise: Erstens die Palästinenser in Israel; zweitens die Palästinenser des Westjordanlands und des Gazastreifens; drittens Israels arabische Nachbarn – Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten; viertens die übrigen arabischen Staaten; fünftens die sonstige muslimische Welt.

    Wohl wissend, dass 350 Millionen Araber und 1,56 Milliarden Muslime nicht direkt kontrolliert werden können, strebte die amerikanisch-israelische Allianz eine indirekte Kontrolle durch die dortigen Regierungen an, was weit von einem ernsthaften Versuch entfernt ist, die Probleme an der Wurzel zu packen. Salbungsvoll bezeichnen sie diese niedrigstufige Politik als »Friedensprozess«, obwohl es sich tatsächlich um ein hoffnungsloses Projekt handelt, mehr noch um ein kurzlebiges, instabiles Gleichgewicht.

    Die Auflösung hat keinen genau zu definierenden Anfangspunkt in Raum und Zeit. Sie ist mehr ein nach und nach geschehender Prozess, dem die größten Konfliktparteien von Anfang an entgegensteuerten. Die Palästinenser in Israel akzeptierten gespalten, oft bestochen, ihre Rolle als Bürger zweiter Klasse in einem theokratischen Staat. Die Palästinenser draußen wurden geteilt, die Rivalität PLO – Hamas ist der eine Keil zwischen ihnen, die Verbindungslosigkeit zwischen Westjordanland und Gazastreifen der andere.

    Doch natürlich wirken hier mindestens noch drei weitere Faktoren und nicht nur die Machenschaften der amerikanisch-israelischen Allianz.

    Hier ist der erste politische Faktor: Mehrparteiendemokratie gegen Einparteiendiktatur oder die Autokratie eines Herrschers. Und zweitens: Menschenrechte versus das Zerschmettern der Freiheiten, die diese schützen. Der dritte Faktor ist ökonomischer Natur: zunehmendes Elend, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit versus gerechtes Teilen. Auf die Verknüpfung dieser drei Themen wird von den Demonstranten auf Plakaten hingewiesen: auf US-gestützte Diktaturen und Ausbeutung, auf autokratische Cliquen und sich selbst bereichernde Königshäuser. Welcher dieser drei Punkte ist wichtiger? Alle natürlich, das ist das solide Verbindungsglied zwischen den USA, dem Westen allgemein und Israel.

    So entstanden die Eckpfeiler dieser Politik: London gründet ein jüdisches Heimatland – was im internationalen Recht nicht definiert ist – in Palästina. Palästina wurde geteilt und diente gemeinsam mit Jordanien als Pufferstaat, um das Öl des unter ein Mandat gestellten Irak zu schützen. Der überglorifizierte Churchill setzte Giftgas gegen die irakischen »Barbaren ein, die die Zivilisation bedrohen«, als sie für ihr Heimatland kämpften. Dem voran ging die Eigenstaatlichkeit Israels – jenes Staates, der vor einem Frieden, der seine zionistische Expansion limitieren könnte, mehr Angst hat als vor einem Expansionskrieg. – Bis die Geschichte sie einholt, wie es in diesen Wochen und Tagen der Fall ist.

    Welches Szenario wird am Ende in Ägypten dominieren? Es wird wohl variieren, wahrscheinlich abhängig von der Distanz zu Israel. Eine andere Variable ist die Langlebigkeit von Autokratien. Wieder eine andere ist pure Taktik: Kann man die Zahl der Verbündeten erhöhen, indem man die USA anprangert oder indem man dieses Thema herunterspielt?

    Einige US-Kommentatoren feiern die Abwesenheit des Slogans »Nieder mit dem US-Imperialismus« mancher Revolten und legen stattdessen den Fokus auf Demokratie und Menschenrechte. Vielleicht planen sie schon, wie die nächsten Wahlen mit frisch gedruckten Fort-Knox-Rechnungen manipuliert werden können. Es werden Investitionen versprochen, die dafür bekannt sind, die Reichen gegenüber den Armen zu begünstigen.

    Aber jetzt lasst uns feiern. Im Großen und Ganzen enthüllen die gewaltlosen Revolten in den meisten Ländern Nordafrikas die Zerbrechlichkeit der globalen und regionalen Großmächte. Sie sind jetzt mit Momenten der Wahrheit konfrontiert, mit Wikileaks-Wahrheiten, die vor allem die Massen inspirierten und entzündeten.

    US-Kommentatoren mit dem unfehlbaren Talent, die falsche Ebene der Analyse zu wählen, sprachen über die Demonstranten als jung, gebildet und arbeitslos. Reicht es also, ihnen ein Stipendium und Jobs zu bieten? Vielleicht brauchen sie einiges an Beweglichkeit, um auf den Tank von Wasserwerfern zu klettern und einiges an Ausbildung, um die massive Propaganda zu erkennen. Und vielleicht müssen sie arbeitslos sein, um ihre freie Zeit für die politische Arbeit auf der Straße zu nutzen oder keine zu Angst haben, den Job zu verlieren? Da der Ausdruck in freien Wahlen verweigert wird, sind es vielleicht die Demonstrationen, das Volk, das hier den Weg findet, Macht zurückzugewinnen.

    Ich erinnere mich an ein Treffen in Kairo am 18. Dezember mit Kairoer Universitätsprofessoren, die sich mit Welttrends beschäftigen – darin eingeschlossen alles, was mit Israel und den USA zu tun hat und mit der ansteigenden Ungleichheit, die Revolten prognostiziert. Sie sagten: »Unsere Armen werden stündlich ärmer, aber die Polizei und das Militär machen Revolten unmöglich.« Ich sagte, sie könnten daran teilnehmen, selbst unterdrückt, ausgebeutet und entfremdet. Und genau das scheint passiert zu sein – nicht nur in Ägypten – nach der anfänglichen Brutalität. Ein Schock für die bislang Mächtigen, die jetzt ihr Gold für ein Oasenleben in Saudi-Arabien sammeln – um bald zu gehen.

    Und die USA? Und Israel? Ein israelischer General enthüllte kürzlich Pläne, die Hamas und die Hisbollah im Gazastreifen und in Libanon zu attackieren. Aber es werden noch mehr Pläne gebraucht. Das von der Muslimbruderschaft geführte Ägypten angreifen? Vielleicht ist das sogar für Israel und die USA zu viel, angesichts dessen, da beide sehr ernsthafte politische und ökonomische Probleme haben.

    Oder könnte es diesmal – oh Wunder – die Hegemonialkräfte selbst treffen? Und sie damit für einen echten Friedensprozess öffnen, der alle Betroffenen einschließt? Inshallah – so Gott will.

    08.02.2011: Die Weltgeschichte entfaltet sich (Tageszeitung Neues Deutschland)

  4. #4

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    ist nichts neues, dass die gefahr besteht, dass die sunnitische vormachtstellung in der region in gefahr ist. iran ist sehr mächtig, irak schiitisch dominiert, teiles des libanons.. daher ist saudi arbabien pro israel, also quasi als zweckbündnis gegen iran,

    warum fühlt sich eigentlich erdogan als einziger sunnitisches staatsoberhaupt mit tehiran verbunden ?? kapier ich nicht . hat einer ne erklärung

  5. #5
    Chavo
    Armes Arabien

  6. #6
    Avatar von DZEKO

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    Zitat Zitat von Livnjak1978 Beitrag anzeigen
    ist nichts neues, dass die gefahr besteht, dass die sunnitische vormachtstellung in der region in gefahr ist. iran ist sehr mächtig, irak schiitisch dominiert, teiles des libanons.. daher ist saudi arbabien pro israel, also quasi als zweckbündnis gegen iran,

    warum fühlt sich eigentlich erdogan als einziger sunnitisches staatsoberhaupt mit tehiran verbunden ?? kapier ich nicht . hat einer ne erklärung
    Weil der Araber ein grösserer Abficker ist als der Perser denken die sich.

  7. #7
    IbishKajtazi
    Ich hoffe, dass auch die Saudi sobald wie möglich anfangen zu protesrieren und diese Sauhorde, die sich Regierung nennt, verjagen.

  8. #8

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    Die Sauds sind heuchler,die nie klar stellung beziehen,und sich immer was offen halten.

  9. #9

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    Zitat Zitat von Livnjak1978 Beitrag anzeigen
    warum fühlt sich eigentlich erdogan als einziger sunnitisches staatsoberhaupt mit tehiran verbunden ?? kapier ich nicht . hat einer ne erklärung
    Auch wenn die Iraner Schiiten sind so sind die größten Verteidiger des Islams Schiiten. Wir werden auf Irans seite sein und die Arabischen Huren(Mubarak, Scheich von Saudi Arabien, König von Jordanien usw) stürzen.

  10. #10

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    Wie oft denn noch
    Türkei oder Iran oder beide werden die arabischen Länder mit sich vereinen
    Ob das gut geht ?

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