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Schafft Montenegro das Kyrillische ab?

Erstellt von Heraclius, 05.08.2015, 21:37 Uhr · 180 Antworten · 9.041 Aufrufe

  1. #111
    Avatar von DZEKO

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    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    Ich würde mich jetzt nicht abfällig darüber äußern und diese Sprachen als 'Phantasiesprachen' bezeichnen, aber sorry, es Bosnisch und Montenegrinisch sind keine eigene Sprachen. Es ist einfach absurd, wenn ein Bosniake, Serbe und Kroate aus Sarajevo plötzlich behaupten, sie würden unterschiedliche Sprachen sprechen. Oder wenn ein Moslem aus Novi Pazar sagt, seine Muttersprache wäre Bosnisch. Nur weil gewisse Leute 'genug Scheiß' angerichtet haben, heißt es noch lange nicht, dass man ihnen recht geben soll.
    Und dennoch nennen die Menschen es seit hunderten von Jahren bosnisch. Wieso sollten wir damit aufhören nur weil ein paar Nazihurensöhne damit nicht klar kommen.

  2. #112
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    Die slawischen Sprachen werden generell in ost-, west- und südslawische Sprachen eingeteilt. Jugoslawisch bedeutet südslawisch. Da Slowenisch, Bulgarisch und Mazedonisch auch zu den südslawischen Sprachen gehören, konnte Serbokroatisch diesen Namen nicht für sich allein beanspruchen. Man hätte vielleicht trotzdem eine andere Kompromissbezeichnung finden sollen, damit sich die Bosnier und Montenegriner nicht 'dominiert' fühlen. Es spielt einfach keine Rolle wie diese Sprache heißt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass in Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro ein und dieselbe Sprache gesprochen wird. Ich persönlich bezeichne sie immer noch als Serbokroatisch bzw. Kroatoserbisch. Diese Sprache wird in den einzelnen Staaten unterschiedlich geregelt, was völlig normal ist. In Deutschland und Österreich spricht man Deutsch. Trotzdem existieren unterschiedliche Varietäten der deutschen Hochsprache: bundesdeutsches Deutsch, österreichisches Deutsch und das Schweizer Hochdeutsch. So steht's auch mit Serbokroatisch: es gibt eine westliche (kroatische) und eine östliche (serbische) Variante davon. Bosnien-Herzegowina bildet eine 'Zwischenform', wobei dort, wie in Kroatien, der ijekavische Dialekt als Standard verwendet wird. In Montenegro übrigens auch.


    Es handelt sich doch um ein Dialektkontinuum was sich von Slowenien bis ans Schwarze Meer (Bulgarien) erstreckt. Der Grund warum man die Sprachen in den Nachfolgestaaten der SFRJ heute anders benennt ist nicht linguistischer Natur sondern politischer. Deutsch ist zwar auch eine plurizentrische Sprache, aber mit einer völlig anderen Geschichte. Luxemburgisch z.B. ist ebenfalls Teil des kontinentalgermanischen Dialektkontinuums bzw. ein Dialekt der deutschen Sprache, und trotzdem hat man kürzlich aus gewissen Erwägungen heraus eine Sprache "Luxemburgisch" erfunden. Was die alemannischen Dialekte der Schweiz und der Region Baden betrifft, da versteht man sich als Rafzer (oder gar als Zürcher) Dialektsprecher blendend mit einem Jestetter oder Lottstetter Dialektsprecher, wenn man über die Grenze geht. Trotzdem entwickeln sich die Sprachen bzw. die Dialekte auseinander. Zum einen weil aus sozio-historischen Gründen der deutsche Staat die deutschen Mundarten diskriminiert und stattdessen das Hochdeutsche durchsetzen will, zum anderen weil die Schweizer nicht zuletzt wegen gewisser Komplexe gegenüber DE seit der Niederlage der Nazis im 2. WK mit dem Hochdeutschen ein "Problem" zu haben scheinen. Um zum Südslawischen zurückzukehren, überrascht mich mehr als die Neubenennung der Sprache in MNE, dass man gleich auch noch innerhalb kurzer Zeit das Alfabet auswechseln will. Dabei stellt sich mir die Frage: Hat man in Montenegro eigentlich schon immer die lateinische Schrift bevorzugt, oder ist das ein Wechsel der sich aus "Entserbisierungsgründen" in neuerer Zeit so ergeben hat? Ich kann dies nicht beurteilen weil ich EX-YU wohl zu wenig gut kenne.

    Heraclius

  3. #113
    Avatar von artemi

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Es handelt sich doch um ein Dialektkontinuum was sich von Slowenien bis ans Schwarze Meer (Bulgarien) erstreckt.
    die unterschiede zwischen slowenisch - bulgarisch/mazedonisch sind dann doch zu groß, so dass man von eigenständigen sprachen innerhalb einer sprachfamilie sprechen kann. bei serbisch/kroatisch/bosnisch/montenegrinisch schaut's anders aus...

  4. #114
    Avatar von NovaKula

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Es handelt sich doch um ein Dialektkontinuum was sich von Slowenien bis ans Schwarze Meer (Bulgarien) erstreckt. Der Grund warum man die Sprachen in den Nachfolgestaaten der SFRJ heute anders benennt ist nicht linguistischer Natur sondern politischer. Deutsch ist zwar auch eine plurizentrische Sprache, aber mit einer völlig anderen Geschichte. Luxemburgisch z.B. ist ebenfalls Teil des kontinentalgermanischen Dialektkontinuums bzw. ein Dialekt der deutschen Sprache, und trotzdem hat man kürzlich aus gewissen Erwägungen heraus eine Sprache "Luxemburgisch" erfunden. Was die alemannischen Dialekte der Schweiz und der Region Baden betrifft, da versteht man sich als Rafzer (oder gar als Zürcher) Dialektsprecher blendend mit einem Jestetter oder Lottstetter Dialektsprecher, wenn man über die Grenze geht. Trotzdem entwickeln sich die Sprachen bzw. die Dialekte auseinander. Zum einen weil aus sozio-historischen Gründen der deutsche Staat die deutschen Mundarten diskriminiert und stattdessen das Hochdeutsche durchsetzen will, zum anderen weil die Schweizer nicht zuletzt wegen gewisser Komplexe gegenüber DE seit der Niederlage der Nazis im 2. WK mit dem Hochdeutschen ein "Problem" zu haben scheinen. Um zum Südslawischen zurückzukehren, überrascht mich mehr als die Neubenennung der Sprache in MNE, dass man gleich auch noch innerhalb kurzer Zeit das Alfabet auswechseln will. Dabei stellt sich mir die Frage: Hat man in Montenegro eigentlich schon immer die lateinische Schrift bevorzugt, oder ist das ein Wechsel der sich aus "Entserbisierungsgründen" in neuerer Zeit so ergeben hat? Ich kann dies nicht beurteilen weil ich EX-YU wohl zu wenig gut kenne.

    Heraclius
    Nein, früher war es kyrillisch. Später kam die latinica hinzu. Natürlich gab es vor diesen 2 noch die glagoljica.

  5. #115
    Avatar von listopad

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Es handelt sich doch um ein Dialektkontinuum was sich von Slowenien bis ans Schwarze Meer (Bulgarien) erstreckt. Der Grund warum man die Sprachen in den Nachfolgestaaten der SFRJ heute anders benennt ist nicht linguistischer Natur sondern politischer. Deutsch ist zwar auch eine plurizentrische Sprache, aber mit einer völlig anderen Geschichte. Luxemburgisch z.B. ist ebenfalls Teil des kontinentalgermanischen Dialektkontinuums bzw. ein Dialekt der deutschen Sprache, und trotzdem hat man kürzlich aus gewissen Erwägungen heraus eine Sprache "Luxemburgisch" erfunden. Was die alemannischen Dialekte der Schweiz und der Region Baden betrifft, da versteht man sich als Rafzer (oder gar als Zürcher) Dialektsprecher blendend mit einem Jestetter oder Lottstetter Dialektsprecher, wenn man über die Grenze geht. Trotzdem entwickeln sich die Sprachen bzw. die Dialekte auseinander. Zum einen weil aus sozio-historischen Gründen der deutsche Staat die deutschen Mundarten diskriminiert und stattdessen das Hochdeutsche durchsetzen will, zum anderen weil die Schweizer nicht zuletzt wegen gewisser Komplexe gegenüber DE seit der Niederlage der Nazis im 2. WK mit dem Hochdeutschen ein "Problem" zu haben scheinen. Um zum Südslawischen zurückzukehren, überrascht mich mehr als die Neubenennung der Sprache in MNE, dass man gleich auch noch innerhalb kurzer Zeit das Alfabet auswechseln will. Dabei stellt sich mir die Frage: Hat man in Montenegro eigentlich schon immer die lateinische Schrift bevorzugt, oder ist das ein Wechsel der sich aus "Entserbisierungsgründen" in neuerer Zeit so ergeben hat? Ich kann dies nicht beurteilen weil ich EX-YU wohl zu wenig gut kenne.

    Heraclius
    Natürlich ist es politischer Natur. Dort glauben alle, dass ihre Muttersprache automatisch ihren Volksnamen tragen muss. Vielleicht sollten die Mexikaner ja ihre Sprache in Mexikanisch umbenennen und die Brasilianer in Brasilianisch. In den USA spricht man natürlich kein Englisch, sondern Amerikanisch. Wer sagt, dass in Jordanien Arabisch gesprochen wird? Jeder weiß doch, dass dort Jordanisch gesprochen wird.

    In Montenegro wurde, genau wie in Serbien, bis zum Zerfall Jugoslawiens zumindest im öffentlichen Leben das lateinische Alphabet bevorzugt, obwohl beide Schriften in Verwendung waren. Straßennamen, Verkehrsschilde usw. waren immer in lateinischer Schrift. Keine Ahnung, ob sich daran ab 1991 was geändert hat. In Bosnien haben die Serben während des Krieges die Lateinschrift quasi abgeschafft. Ich kannte einen bosnischen Serben, der im Krieg dort zur Schule gegangen ist. Als er nach Österreich kam, musste er zuerst die Lateinschrift lernen. Da war er schon ungefähr 10 Jahre alt.

  6. #116
    Avatar von NovaKula

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    Zitat Zitat von listopad Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es politischer Natur. Dort glauben alle, dass ihre Muttersprache automatisch ihren Volksnamen tragen muss. Vielleicht sollten die Mexikaner ja ihre Sprache in Mexikanisch umbenennen und die Brasilianer in Brasilianisch. In den USA spricht man natürlich kein Englisch, sondern Amerikanisch. Wer sagt, dass in Jordanien Arabisch gesprochen wird? Jeder weiß doch, dass dort Jordanisch gesprochen wird.

    In Montenegro wurde, genau wie in Serbien, bis zum Zerfall Jugoslawiens zumindest im öffentlichen Leben das lateinische Alphabet bevorzugt, obwohl beide Schriften in Verwendung waren. Straßennamen, Verkehrsschilde usw. waren immer in lateinischer Schrift. Keine Ahnung, ob sich daran ab 1991 was geändert hat. In Bosnien haben die Serben während des Krieges die Lateinschrift quasi abgeschafft. Ich kannte einen bosnischen Serben, der im Krieg dort zur Schule gegangen ist. Als er nach Österreich kam, musste er zuerst die Lateinschrift lernen. Da war er schon ungefähr 10 Jahre alt.
    Ja, in der RS wurde die latinica mehr zurückgedrängt als in Serbien.
    Aber davor und heute kann fast jeder beide Schriften, wobei es ein paar wie Slawe gibt die kyrillisch nicht können

    Übrigens, bei Druckschrift wird oft das lateinische bevorzugt, bei geschriebener Schrift das kyrillische.

  7. #117
    Avatar von DarkoRatic

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    Kyrillisch bleibt da können sich die Russen- und Serben-Hasser doof und Dämlich ärgern

  8. #118
    Avatar von Aligatori

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    Zitat Zitat von NovaKula Beitrag anzeigen
    Ja, in der RS wurde die latinica mehr zurückgedrängt als in Serbien.
    Aber davor und heute kann fast jeder beide Schriften, wobei es ein paar wie Slawe gibt die kyrillisch nicht können

    Übrigens, bei Druckschrift wird oft das lateinische bevorzugt, bei geschriebener Schrift das kyrillische.
    Macht einen auf Kirilica-Vojvoda kann aber die Schrift nicht lesen ?

  9. #119
    Avatar von listopad

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    Zitat Zitat von DarkoRatic Beitrag anzeigen
    Kyrillisch bleibt da können sich die Russen- und Serben-Hasser doof und Dämlich ärgern
    Es hat keiner was gegen Kyrillisch. Ich kann es auch lesen und schreiben, weil ich schon vor dem Krieg in die Schule gegangen bin und da musste man auch Kyrillisch lernen.

  10. #120
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von bartemi Beitrag anzeigen
    die unterschiede zwischen slowenisch - bulgarisch/mazedonisch sind dann doch zu groß, so dass man von eigenständigen sprachen innerhalb einer sprachfamilie sprechen kann. bei serbisch/kroatisch/bosnisch/montenegrinisch schaut's anders aus...




    Ist klar. Des ist das selbe wie wenn der Südtiroler sich in Mundart mit einem Westfriesen (Westfriesland ist heute Teil der Niederlande) versucht zu unterhalten. Es sind zwar beite Mundarten Teil des kontinentalgermanischen (deutschen) Dialektkontinuums, aber sie siedeln sich an den jeweils extremen Positionen an, und außerdem werden sie heute von zwei verschiedenen Standardsprachen überdacht. Wenn du als Bregenzer nach St. Gallen gehst und dir dort in Mundart ein Bier bestellst dann wirst du ohne Probleme verstanden, auf das wollte ich eigentlich hinaus.

    Heraclius

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