Kanzler sieht "große Anstrengungen, mit dem Haager Tribunal zu kooperieren"
: Österreich wird Kroatien Kanzler: EU soll Leistungen Zagrebs anerkennen Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat am Dienstag nach dem Ministerrat betont, dass Österreich Kroatien "absolut unterstützen" werde. Zagreb hofft darauf, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien am Donnerstag, den 17. März, beginnen. Man sehe die Notwendigkeit, Verhandlungen zu beginnen, sagte der Kanzler. Dazu benötige es aber der Einstimmigkeit der EU-Außenminister, die morgen, Mittwoch, über diese Frage beraten werden.


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bezahlte EinschaltungZu der Frage, ob sich die Außenminister bei ihrem Treffen für eine Verschiebung der Beitrittsverhandlungen aussprechen werden, wollte der Kanzler keine Einschätzung abgeben. Schüssel hoffe, dass die Außenminister "die ganze Perspektive für den Westbalkan sehen".

Allerdings sei Kooperation verlangt. Hier dürfte die Union nicht nachgeben, allerdings solle sie auch die Leistungen Kroatiens anerkennen. Schüssel betonte weiters, dass Kroatien bisher große Anstrengungen unternommen habe, mit dem Haager UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen zu kooperieren. Es seien eine Reihe von Personen ausgeliefert worden. Kroatien habe sich sehr bemüht, "den einen" (General Ante Gotovina, Anm.) zu finden.

Die Europäische Union hat eine volle Zusammenarbeit Kroatiens mit dem Tribunal zur Bedingung für die Aufnahme von Verhandlungen gemacht. Voraussetzung dafür sei die Auslieferung Gotovinas bis Mittwoch an das Haager Gericht, hatte der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker am Montag betont. (APA)

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