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Sehr interessanter Text über SCG!!!

Erstellt von Montenegrin, 13.05.2006, 15:22 Uhr · 7 Antworten · 653 Aufrufe

  1. #1

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    Sehr interessanter Text über SCG!!!

    Serbien und Montenegro
    Eine der besten Verteidigungsreihen Europas
    Für Serbien und Montenegro wird das Jahr 2006 nicht nur das wichtigste, sondern womöglich auch das letzte in der kurzen Geschichte des Landes sein. Denn der ohnehin nur auf Druck der Europäischen Union entstandene Nachfolgestaat von Slobodan Milosevics Rumpfjugoslawien droht schon in diesem Frühjahr auseinander zu brechen.

    Spätestens im April, so hat es der montenegrinische Ministerpräsident Milo Djukanovic mehrfach angekündigt, dürfen die kaum mehr als sechshunderttausend Einwohner der gebirgigen Adriarepublik - das sind neben Montenegrinern vor allem Serben, Albaner und die in der Grenzregion des Sandzak lebenden Bosniaken - in einem Referendum über die Unabhängigkeit von Serbien abstimmen.

    Die meisten Umfragen legen nahe, dass gerade die muslimischen Minderheiten der Albaner und Bosniaken die Abstimmung entscheiden werden, denn sie wollen entschieden nichts mehr mit Belgrad zu tun haben, das auch Jahre nach dem Sturz Milosevics im Oktober 2000 noch böse Assoziationen bei ihnen hervorruft.

    So könnte es bei der WM in Deutschland zu der recht bizarren Situation kommen, dass eine Mannschaft im Namen eines Staates antreten wird, der nicht mehr existiert. Offiziell wird sich an der Bezeichnung des Teams jedoch nichts ändern, wie der Sprecher des serbisch-montenegrinischen Fußballverbandes Aleksandar Boskovic bestätigt: "Die Regeln der Fifa besagen, dass eine Mannschaft unter dem Namen zu einem Wettbewerb antritt, unter dem sie sich qualifiziert hat." Damit könnte eine Elf namens "Serbien und Montenegro" theoretisch sogar noch bei der Europameisterschaft 2008 dabei sein, denn die Auslosung zur Qualifikation findet schon vor dem montenegrinischen Referendum statt.

    Anders als im Kosovo, das Serbien im Jahr 2006 als Ergebnis der Verhandlungen über den künftigen Status des UN-Protektorats wahrscheinlich auch verlieren wird, werden sich Serben und Montenegriner allerdings ohne großen Hader trennen, denn es herrscht kein Hass zwischen ihnen. Zwar mögen es die Montenegriner gar nicht, wenn die Serben über die vermeintliche Faulheit ihrer Nachbarn witzeln oder behaupten, es gäbe eigentlich keine montenegrinische Nation - dennoch sind die Kontakte hüben und drüben eng und werden es selbst dann bleiben, wenn eines Tages eine internationale Grenze zwischen beiden Staaten verläuft.

    Außerdem hatten die Montenegriner auch ihren Anteil an der überaus erfolgreichen Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Deutschland. Während es heutzutage zwar zulässig und theoretisch möglich, praktisch jedoch undenkbar wäre, dass ein albanischer Fußballer aus dem Kosovo für Serbien und Montenegro antritt (er würde im Kosovo als Verräter gelten), stehen mehrere Spieler aus Montenegro im vorläufigen serbisch-montenegrinischen Kader für die WM 2006. Und sollte die Mannschaft auch in Deutschland Erfolg haben, werden Serben und Montenegriner das gemeinsam feiern - wie die Siege ihrer Basketballmannschaft.

    http://oe1.orf.at/highlights/57631.html

  2. #2

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    Noch einer:

    Nun also auch noch Montenegro! Das Ländchen, just ein Drittel so gross wie die Schweiz und mit weniger als 700'000 Einwohnern, will sich von Serbien lossagen und unabhängig werden. Droht auf dem Balkan neues Ungemach? Kann so ein Winzling überleben? Macht die Kleinstaaterei überhaupt Sinn?

    Die Europäische Union hat alles getan, um eine Trennung dieser so ungleichen Partner zu verhindern. In Montenegro, der kleinsten der sechs ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens, sprechen viele von Zwangsehe mit dem übermächtigen Serbien, das mehr als zehn Millionen Einwohner zählt. NächsteWoche, am 21. Mai, wird das Land in einerVolksabstimmung entscheiden, ob es die Scheidung einreicht.

    Zwei nahe Verwandte
    Serben und Montenegriner sprechen die gleiche Sprache. Die einen wie die anderen gehören der orthodoxen Kirche an. Viele Montenegriner begreifen sich als Serben. Schliesslich verstand sich schon der montenegrinische Fürstbischof Njegos, der im 19. Jahrhundert das kleine Land regierte und dessen Bild heute jede Bauernstube ziert, als Serbe. Radovan Karadzic, der als Kriegsverbrecher gesuchte frühere Führer der bosnischen Serben, ist ein gebürtiger Montenegriner.

    2002 verstanden sich 41 Prozent der Bevölkerung Montenegros als Montenegriner und 30 Prozent als Serben. Der Rest sind vor allem muslimische Bosniaken und Albaner. Häufig nannte sich in ein und derselben Familie der eine Bruder Montenegriner, der andere Serbe. Die ethnische Zuordnung ist oftAusdruck einer persönlichen Entscheidung und entzieht sich objektiven Kriterien. Schon in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts bekämpften sich in Montenegro die «Weissen», die den Zusammenschluss mit Serbien wollten, und die «Grünen», die nach einem eigenen Staat strebten.

    Die Beziehungen zwischen Serbien und Montenegro waren bis vor kurzem recht herzlich. Als Slowenien, Kroatien und Mazedonien 1991 aus dem jugoslawischen Staatsverband austraten und ihnen 1992 Bosnien-Herzegowina folgte, bildeten die beiden übrig gebliebenen Teilrepubliken – mit dem Plazet von 62 Prozent der Bevölkerung Montenegros – das neue Jugoslawien, oft verächtlich Rest- oder gar Rumpfjugoslawien genannt.

    Serben und Montenegriner kämpften auf derselben Seite der Barrikade. Oft arbeitsteilig. Während serbische Paramilitärs unter dem Schutz der jugoslawischen Armee weite Landstriche im Landesinnern Kroatiens besetzten, verwüsteten montenegrinische Freischärler den südkroatischen Küstenstrich bei Dubrovnik. Auch als Bosnien mit Krieg überzogen wurde, hielt die Waffenbrüderschaft.

    Doch Montenegro litt unter den Sanktionen der internationalen Gemeinschaft. In den adriatischen Küstenorten blieben die Touristen aus. Man fühlte sich zunehmend als Geisel der Politik, die im fernen Belgrad gemachtwurde. Spätestens dann, als Serbiens Machthaber Slobodan Milosevic im Kosovo Hunderttausende Albaner aus ihren Häusern vertrieb und ganze Dörfer zerstörte, ging der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic auf strikten Oppositionskurs. Sein Land nahm serbische Deserteure auf und auch mehr als 70'000 albanische Flüchtlinge aus dem Kosovo.

    Als die Nato Jugoslawien bombardierte, wurde Montenegro verschont. Ansonsten honorierte derWesten die mutige Politik Djukanovics kaum. Montenegro hat anders als alle anderen ehemaligen jugoslawischen Republiken ein konfliktarmes Verhältnis zu seinen Minderheiten. Die Albaner und die bosniakischen Muslime sind an der Regierung beteiligt. Djukanovic, der 2002 vom Amt des Präsidenten in jenes des Ministerpräsidenten wechselte (das mit der neuen Verfassung aufgewertet worden war), entschuldigte sich offiziell bei Kroatien für den Überfall der montenegrinischen Verbände auf Dubrovnik und bot sogar 375'000 Euro Reparation für gestohlenes Vieh an.

    Faktisch ist Montenegro seit 1999 unabhängig. Es hat offiziell die deutsche Mark als Währung eingeführt, die 2002 durch den Euro ersetzt wurde, während in Serbien weiterhin mit dem alten jugoslawischen Dinar bezahlt wird. Das Land hat eine eigene Zentralbank und eine eigene Zollbehörde.


    Doch als die Adriarepublik 2002 aus dem jugoslawischen Staatsverband austreten wollte, sperrte sich die EU – vermutlich, weil sie einer Verhärtung der serbischen Position bei der Lösung der Kosovo-Frage vorbeugen wollte. Jedenfalls setzte EU-Aussenminister Javier Solana einen Kompromiss durch: Das 1992 entstandene Jugoslawien wurde für tot erklärt und der neue Staat Serbien und Montenegro ins Leben gerufen. Die Verfassung vom Februar 2003 gesteht beiden Teilen das Recht zu, nach drei Jahren ein Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten. Am 21. Mai ist es nun soweit: Montenegro stimmt ab.

    Der Ausgang der Volksbefragung ist alles andere als gewiss. Das Land ist gespalten. Viele Montenegriner, vor allem die Bewohner der Küste, wollen die Unabhängigkeit, auch weil sie hoffen, so schneller im Westen anzukommen. Vorige Woche hat die EU die Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit Serbien-Montenegro sistiert, weil Serbien den mutmasslichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic noch immer nicht ausgeliefert hat.

    Mitgegangen, mitgehangen: Wieder sehen vieleMontenegro als Geisel serbischer Politik. Vor allem in den abgelegenen Orten des gebirgigen Nordens ist die Angst vor einer Abspaltung gross. Wie wird Serbien reagieren, das den Zugang zur Adria verlöre und wo die radikalen Nationalisten des in Den Haag inhaftierten früheren Warlords Seselj inzwischen die stärkste Partei sind? Werden die montenegrinischen Studenten dann in Belgrad, wie andere Ausländer auch, je nach Fakultät jährlich bis zu 2500 Euro Studiengeld entrichten müssen? Und was geschieht mit den in Serbien erworbenen Pensionsansprüchen?

    EU möchte die Trennung verhindern
    Die EU hat bereits 1991 den ehemaligen Teilrepubliken des alten Jugoslawien das Recht auf Sezession zugestanden. Es ist auch in derVerfassung der serbisch-montenegrinischen Union von 2003verankert. Doch im verzweifelten Bemühen, eine Scheidung des ungleichen Paars zu verhindern, hat die EU angekündigt, siewerde eine UnabhängigkeitMontenegros nur dann anerkennen, wenn mindestens 55 Prozent der Bevölkerung dafür votierten.

    Letzte Umfragen geben den Befürwortern 53 Prozent. Es wäre ein fatales Resultat. Die EU würde den Mehrheitswillen nicht respektieren, die Legitimität der Staatenunion wäre lädiert, und Montenegro würde ein weiteres Referendum anstreben.


  3. #3

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    Re: Sehr interessanter Text über SCG!!!

    Zitat Zitat von Montenegrin
    Serbien und Montenegro

    So könnte es bei der WM in Deutschland zu der recht bizarren Situation kommen, dass eine Mannschaft im Namen eines Staates antreten wird, der nicht mehr existiert.


    l

    Ja das wäre wieder eine Balkansensation

  4. #4

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    Re: Sehr interessanter Text über SCG!!!

    Zitat Zitat von saaadi
    Zitat Zitat von Montenegrin
    Serbien und Montenegro

    So könnte es bei der WM in Deutschland zu der recht bizarren Situation kommen, dass eine Mannschaft im Namen eines Staates antreten wird, der nicht mehr existiert.


    l

    Ja das wäre wieder eine Balkansensation
    nö, eine sensation wäre dass sich sandzak von serbien löst und sich mit CG vereinigt!!!

  5. #5
    Avatar von Delija_sa_Severa

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    Re: Sehr interessanter Text über SCG!!!

    Zitat Zitat von Montenegrin
    Zitat Zitat von saaadi
    Zitat Zitat von Montenegrin
    Serbien und Montenegro

    So könnte es bei der WM in Deutschland zu der recht bizarren Situation kommen, dass eine Mannschaft im Namen eines Staates antreten wird, der nicht mehr existiert.


    l

    Ja das wäre wieder eine Balkansensation
    nö, eine sensation wäre dass sich sandzak von serbien löst und sich mit CG vereinigt!!!
    hihihihihihihihihihihihihihi sensationell

  6. #6

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    Re: Sehr interessanter Text über SCG!!!

    Zitat Zitat von Montenegrin
    Zitat Zitat von saaadi
    Zitat Zitat von Montenegrin
    Serbien und Montenegro

    So könnte es bei der WM in Deutschland zu der recht bizarren Situation kommen, dass eine Mannschaft im Namen eines Staates antreten wird, der nicht mehr existiert.


    l

    Ja das wäre wieder eine Balkansensation
    nö, eine sensation wäre dass sich sandzak von serbien löst und sich mit CG vereinigt!!!
    haa mein kleiner freund 53% ich würd mal meine signatur verändern junge

  7. #7

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    montenegro wird zu 100% unabhängig, obwohl mich das nicht intressiert...

  8. #8

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    so siehts aus: 8)

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