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Doch mit seiner Apartheidpolitik gegenüber den Albanern hat Serbien sein moralisches

Erstellt von skenderbegi, 20.02.2008, 17:25 Uhr · 11 Antworten · 870 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

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    Beiträge
    11.086

    Doch mit seiner Apartheidpolitik gegenüber den Albanern hat Serbien sein moralisches

    [h1]Kosovo: Schutzzone für Vielgeschmähte[/h1]
    Die Unabhängigkeit des Kosovo mag völkerrechtlich problematisch sein - von Veronika Seyr

    Doch mit seiner Apartheidpolitik gegenüber den Albanern hat Serbien sein moralisches Recht auf den Kosovo längst verloren. Anmerkungen zur Geschichte einer Diskriminierung. *****
    Wenn sich die Gegner eines unabhängigen Kosovo – allen voran Serbien und Russland – mit guten Gründen auf das Völkerrecht, die Unteilbarkeit des Staates und die Unverletzlichkeit der Grenzen berufen, können Befürworter des neuen Staates Kosovo die Moral als politische Kategorie ins Feld führen – nicht als Alternative, sondern als Abwägung. Serbien hat mit seiner jahrzehntelangen Unterdrückungs- und Apartheidpolitik das moralische Recht auf diesen Landesteil verloren.Und das geht nicht erst auf die UNO-Resolution 1244 von Juni 1999 zurück, sondern auf den Verfassungsbruch, die Liquidation des Autonomiestatus der Provinz durch Miloševic 1989. Miloševic löste das Parlament auf, entließ die Parteiführung, setzte die gesamte albanische Intelligenz und alle Staatsbediensteten auf die Straße: Arbeiter in den verstaatlichten Betrieben, Professoren, Lehrer, medizinisches Personal und Polizisten. Mit einem Schlag waren rund 80 Prozent der albanischen Arbeitnehmer ihrer Lebensgrundlage beraubt.
    Von da an waren die Albaner von allen serbischen Wahlen ausgeschlossen, oder sie boykottierten sie – bis zu den letzten im Dezember/Jänner/Februar. Das Miloševic-Regime verfolgte in den 1990er-Jahren eine Politik der sogenannten „Drittel-Lösung“: ein Drittel vertreiben, ein Drittel liquidieren (als Terroristen), ein Drittel serbisieren, getreu dem Rezept des kroatischen Ustascha-Regimes zwischen 1941 und 1944 gegenüber den Serben. Von 1998 an setzte es diesen Plan in großem Maßstab in die Wirklichkeit um, bis das dreimonatige Nato-Bombardement die Serben schließlich zum militärischen Abzug zwang.
    Unverhüllter Rassismus
    Das sind die wohlbekannten Tatsachen. Wenn man eine Schicht tiefer geht in das Verhältnis der Nationen zueinander, kann man in Serbien einen unverhüllten, tief verwurzelten Rassismus gegenüber den Albanern feststellen. Das Miloševic-Regime hat ihn zur Staatsideologie erhoben, und es gab keine Partei, die ihm nicht gefolgt wäre. Die Sozialisten von Miloševic haben – ebenso wenig wie die Radikalen von Vojislav Šešelj, ebenso wenig wie die Serbische Erneuerungsbewegung von Vuk Draskovic, die Demokratische Partei von Zoran Djindjic oder die Nationaldemokraten des jetzigen Premiers Koštunica – zu keiner Zeit ein Programm zur Lösung der Kosovo-Frage ausgearbeitet, zu keiner Zeit mit ihnen auf Augenhöhe über irgendeine Frage verhandelt oder die wirtschaftliche Entwicklung gefördert; der Kosovo war ausschließlich Gegenstand der Unterdrückungspolitik und Mythenbildung.
    Wenn einige wenige Menschenrechtsorganisationen wie das Belgrader Helsinki-Komitee, die Soros-Foundation oder Einzelpersönlichkeiten sich für einen demokratischen Dialog mit den Albanern einsetzten, wurden sie öffentlich als Verräter und Feinde gebrandmarkt.
    Albaner als Menschen und Bürger wahrzunehmen, war weder bei den Eliten noch beim einfachen Volk im Bereich des Möglichen. Es beginnt schon mit der Sprache, der Bezeichnung für diese Volksgruppe: Kaum jemals konnte man von den „Albanci“ hören oder lesen, sondern es war und ist bis heute gang und gäbe, von den „shiptari“ zu sprechen.Auch wenn sich die Albaner selbst Skipetaren nennen, ist es das erniedrigendste Schimpfwort, von einem Nicht-Albaner als shiptar bezeichnet zu werden, nicht unähnlich einem „Saujud“.
    Sprache als Krieg
    Die Sprache als Kriegserklärung, und das nicht nur am Wirtshaustisch, sondern im Dauerbeschuss aus dem Parlament und den Medien. Den „shiptari“ schreibt man in Serbien grundsätzlich die schlechtesten Eigenschaften zu, politisch wie menschlich, wobei das Argument ihrer großen Fruchtbarkeit, mit der sie sich angeblich zur Mehrheit im Kosovo gemacht hätten, eines der gewichtigsten und rassistischsten ist.
    Wo waren die Albaner in der serbischen Öffentlichkeit? Wenn nicht offen als Untermenschen beschimpft, so zumindest absolut ignoriert. Ihre Politiker, Intellektuellen, Künstler, Schriftsteller, Sänger, Fußballer, TV- und Filmstars, Schönheitsköniginnen? Sie kamen in der Gesellschaft nicht vor. Sie waren weniger vorhanden als Straßenköter. Nur die Gefängnisse waren überproportional voll mit Albanern, und im Bosnienkrieg traf man sie in der vordersten Feuerlinie oder als „mine-sweeper“, so ein serbischer „Witz“.
    Im Tito-Jugoslawien waren sie noch als Goldschmiede, Eisverkäufer oder Hausdiener in Gesellschaftsnischen wahrnehmbar. Mit Miloševics Machtergreifung 1985 verschwanden sie als Menschen vollständig aus dem öffentlichen Bild, nur um als Separatisten, Irredentisten, Terroristen, Nonnenschänder, Kindervergewaltiger, Brunnenvergifter und Kirchenbrandschatzer aufzutauchen. Das sind sie bis heute geblieben und jetzt zusätzlich auch noch „unmoralische Landräuber“ geworden, wie sie Premier Koštunica am Sonntag bezeichnete.
    Besiegte und Beleidigte
    Es gab noch Ende der 70er- bis in die 80-er Jahre, nach der letzten Tito-Verfassung, die den Albanern eine so weitreichende Autonomie garantierte, dass sie dem Republiks-Status gleichkam, eine Zeit, in der es nicht unmöglich gewesen wäre, die Albaner freiwillig näher an Belgrad zu binden. Die kommunistische Führung war zwar reformfreundlich, aber nicht Serben-feindlich. Aber jede Bewegung der Albaner wurde in kommunistischer Manier abwechselnd als profaschistisch, koninformistisch, irredentistisch, konterrevolutionär oder sezessionistisch verunglimpft und brutal niedergeschlagen.
    Mit Miloševic setzte eine beispiellose Hetze auf die albanische Führung ein – auf die Presse, die Intellektuellen, die Schriftsteller und Studenten. Das kurze Zeitfenster, als die Albaner in Jugoslawien ihre Heimstätte auf der Basis der Gleichberechtigung gefunden zu haben glaubten, hat Serbien mutwillig zugeschlagen und eine ganze Volksgruppe als Paria verstoßen. Als ihre Autonomie aufgehoben wurde und das alte Jugoslawien politisch abdankte, sahen sich die Albaner nur noch als Besiegte und Beleidigte in einem nationalistisch aufgeputschten Serbien, in dem für sie kein Platz war.
    Wenn der Kosovo nach vielen Mühen und unter internationaler Unterstützung in einem vereinten Europa zu einem wirklichen Staat wird, kann man in ihm auch eine Schutzzone sehen, wie sie andere Nationen nach schwerer Verfolgung auch schon zugestanden bekommen haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.2.2008)
    Veronika Seyr ist Journalistin und Kulturmanagerin, von 1991 bis 1997 war sie ORF-Korrespondentin in Belgrad.


    da gibts nicht viel mehr dazu zu sage....


  2. #2
    Avatar von skenderbegi

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    11.086
    warum äussert sich der zürich nicht dazu?

    er wo doch behauptet das die serben in kosova stehts der gewalt der albaner ausgeliefert waren?


    seine mündliche überlieferungen sollen also mehr gewischt haben ?

  3. #3

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    9.280
    no comment von unseren serbischen freunden^^

  4. #4
    benutzer1
    Apardheit, wurde damit nicht nur die Trennung zwischen den Afrikaner genannt... oder so??

    Ist das nun ein allgemeiner Begriff?

  5. #5
    Avatar von ILLYRYCUMSACRUM

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    05.02.2008
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    382
    Zitat Zitat von Catty_Saucy_Crazy Beitrag anzeigen
    Apardheit, wurde damit nicht nur die Trennung zwischen den Afrikaner genannt... oder so??

    Ist das nun ein allgemeiner Begriff?
    In Südafrika herrschte ein Apartheidsregime

  6. #6
    benutzer1
    Zitat Zitat von ILLYRYCUMSACRUM Beitrag anzeigen
    In Südafrika herrschte ein Apartheidsregime
    Beantwortet das meine Frage?

  7. #7

    Registriert seit
    08.03.2008
    Beiträge
    386
    Zitat Zitat von Catty_Saucy_Crazy Beitrag anzeigen
    Apardheit, wurde damit nicht nur die Trennung zwischen den Afrikaner genannt... oder so??

    Ist das nun ein allgemeiner Begriff?

    das alte kolonialisierte Afrika und Serbien scheinen nicht weit voneinander zu sein.

    In afrika stelle sich der weisse man aufs Pferd und machte den schwarzen zum Sklaven.

    der Schwarze war der hund, weil er eben einfah nur schwarz war.

    So wiel der Albaner der Hund war, weil er einfach nur Albaner war. (diese Einstellung lese ich öfters bei einigen serbischen USern)

    Wie sagt einer der 1990 interviewt wird, als Milosevic die Demonstranten erschießt und zu Todeprügelt "Man gießt unser Blut wie als wäre es das Blut eines Tieres, wir sind aber keine Tiere"

    Diese apartheid prägt uns immernoch.

    Andere Rassen oder Gruppen as minderwertig betrachten, als nicht fähig kopf auf Kopf miteinander zu leben und zu reden. Keine soziale gleichberechtigung sondern Versklavung, Peinigung, Ausbeutung, Missbrauch...etc.

  8. #8
    benutzer1
    Zitat Zitat von Dani_TIR Beitrag anzeigen
    Afrika und Serbien scheinen nicht weit voneinander zu sein.

    Im grund kommt es aus Afrika, weil man es aus dort kennt, aber wir haben den gleichen fall.

    Naja, dann eher die damaligen Britten und die Serben scheinen nicht weit voneinander zu sein!!

  9. #9
    benutzer1
    Zitat Zitat von Dani_TIR Beitrag anzeigen
    das alte kolonialisierte Afrika und Serbien scheinen nicht weit voneinander zu sein.

    In afrika stelle sich der weisse man aufs Pferd und machte den schwarzen zum Sklaven.

    Diese apartheit prägt uns immernoch.

    Andere Rassen oder Gruppen as minderwertig betrachten, als nicht fähig kopf auf Kopf miteinander zu leben und zu reden. Keine soziale gleichberehigung sondern versklavung,peinigung, ausbeutung, missbrauch...etc.
    Also den Begriff zu definieren wusste ich schon. hehe... Aber danke trotzdem!!
    Ich wusste nur nicht, ob dies jetzt als Synonym für jeglichen Rassimus bzw. Rassentrennung verwendet kann oder es grundsätzlich nur die Geschehnisse in Afrika meint.

  10. #10

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    386
    Zitat Zitat von Catty_Saucy_Crazy Beitrag anzeigen
    Ich wusste nur nicht, ob dies jetzt als Synonym für jeglichen Rassimus bzw. Rassentrennung verwendet kann oder es grundsätzlich nur die Geschehnisse in Afrika meint.
    Seit es die gleichen Vorfälle und Ereignisse, gleiche Faktoren gibt, wird es neuerdings auch als Synonym gebraucht, unter anderem bei den albanern auf dem BAlkan, welches das gleiche wiederfahren ist.

    ist Wohl wie beim Genozid, kannst du nicht einfach nur auf die Juden beschränken. Es ist ein Wort ein genau Bezeichnung für etwas,was alle verstehen.

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