Oberstes Gericht verlangt Neuauflage des Prozesses wegen Verfahrensmängeln - Polizist soll Beihilfe zur Ermordung von 14 kosovo-albanischen Frauen und Kindern geleistet haben

Belgrad - Eines der ersten Kriegsverbrecher-Urteile in Serbien ist vom Obersten Gerichtshof des Landes annulliert worden. Wie Belgrader Medien am Donnerstag berichteten reagierte das Gericht auf den Einspruch des in erster Instanz verurteilten ehemaligen Reservepolizisten Sasa Cvjetan. Wegen Verfahrensmängeln verlangte es eine Neuauflage des Prozesses.

Der frühere Angehörige der Spezial-Polizeieinheit "Skorpione" wurde im März 2004 vor einem Belgrader Gericht wegen Kriegsverbrechen im Kosovo zu 20 Jahren Haft verurteilt. Dem Angehörigen der berüchtigten, später aufgelösten Polizeieinheit wurde angelastet, an der Ermordung von 14 kosovo-albanischen Frauen und Kindern und der Verwundung von weiteren fünf Kindern in der Nordkosovo-Stadt Podujevo teilgenommen zu haben. Dies soll sich am 28. März 1999 ereignet haben, wenige Tage nach Beginn des NATO-Bombardements gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien. An dem Verbrechen sollen außerdem mehrere andere Angehörige der Polizeieinheit beteiligt gewesen sein, deren Identität allerdings nicht festgestellt wurde.

Cvjetan war einer der wenigen Angehörigen der serbischen Sicherheitskräfte, die in Serbien wegen Kriegsverbrechen im Kosovo (1998/99) verurteilt wurden. (APA)


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