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Serbien auf der Couch

Erstellt von skenderbegi, 11.08.2008, 06:54 Uhr · 14 Antworten · 1.121 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Der_Freak

    Registriert seit
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    Beiträge
    4.351
    Unser Nachbar hat uns DasMagazin gebracht als er den Bericht gefunden hatte

  2. #12

    Registriert seit
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    Beiträge
    2.087
    Zitat Zitat von Bijeljina93 Beitrag anzeigen
    Unser Nachbar hat uns DasMagazin gebracht als er den Bericht gefunden hatte
    gelesen hast du es immer noch nicht?

  3. #13
    Pray4Hope
    Wenn ihr mal die aktuellen politischen Geschehnisse in Serbien reflektiert, wie beurteilt ihr subjektiv denn die heutige Entwicklung in Bezug auf Frieden, wirtschaftliche Stabilität und die Position zur EU?

  4. #14
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.090
    Zitat Zitat von Pray4Hope Beitrag anzeigen
    Wenn ihr mal die aktuellen politischen Geschehnisse in Serbien reflektiert, wie beurteilt ihr subjektiv denn die heutige Entwicklung in Bezug auf Frieden, wirtschaftliche Stabilität und die Position zur EU?

    leider haben sich die serbischen stimme im forum zu diesem thema zurückgehalten bezw. gar nicht zu wort gemeldet.....

  5. #15
    Avatar von Furyc

    Registriert seit
    12.03.2008
    Beiträge
    18.580
    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    leider haben sich die serbischen stimme im forum zu diesem thema zurückgehalten bezw. gar nicht zu wort gemeldet.....

    Na, dann will ich mal die Erste sein

    Ich habe den Bericht mit großem Interesse gelesen. Von dessen Existenz wusste ich bislang nichts, sonst hätte ich mich sicher früher zu Wort gemeldet.

    Grundsätzlich gibt Vuco schon ein relativ realistisches Bild der Situation wieder, wobei man immer berücksichtigen muss, dass es sich um seine subjektiven Beobachtungen handelt, die er hier zum Besten gibt.

    Besonders unterstreichen möchte ich seine Ausführungen darüber, dass eben nicht jeder serbische Staatsangehörige automatisch ein radikaler Karadzic - oder Milosevic-Anhänger ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch seine Erklärung, warum sich manche diese Personen zum Führer ausgesucht haben.

    Mir persönlich wird allerdings in diesem Bericht zu sehr schwarz/weiß gemalt.
    Gleichzeitig hatten wir den zweithöchsten Prozentsatz von Anal­phabeten. Ein tiefer Graben geht durch die Bevölkerung. Zwei grundlegend verschiedene Wertesysteme stehen sich gegenüber. Zwei Gruppen von Menschen, die anders aussehen, anders denken, anders essen, sich anders anziehen.
    Das, zum Beispiel, sehe ich nicht so. In jedem noch so gebildeten Serben (oder besser: Jugoslawen) steckt ein bischen "das Kind vom Lande", weil einfach viele in Dörfern groß geworden sind und erst zum Studium oder wegen der Arbeit die Nähe der Großstädte gesucht haben und dort letztlich sesshaft geworden sind. Selbst der Gebildetste unter den Jugos flucht wie ein "Bauer", argumentiert "wie ein Bauer" wenns brenzlig wird, etc.

    Unter anderem wird der Zuwachs an Symphatien für Milosevic & Co. erklären Vuco und Stajner-Popovic so erklärt:
    Mit der Industrialisierung und der Emanzipation der Frauen im Kommunismus kam es zu einem Konflikt der familiären Werte. Das alte Fundament zerfiel, und die Menschen mussten eigene, neue Verhaltensweisen ausdenken, was nicht immer gut ging. Man suchte Führerfiguren ausserhalb der Familie, in der Erwartung, Schutz und Beziehungen zu finden. Eine solche Führerfigur konnte auch ein Gangster oder ein Türsteher mit Muskeln sein, wenn er für den Clan Schutz garantierte.
    Auch hier fehlt mir persönlich der Tiefgang der Problematik. Als Milosevic damals an die Macht kam befand sich das Land in einer politisch völlig instabilen Situation. Nach Titos Tod sehnten sich die Menschen nach jemanden, der vielleicht nicht seine Staatsform, wenigstens jedoch seine Führungsqualitäten wiederspiegelt und mit dem sie sich identifizieren konnten, dem sie folgen konnten. Der Umdenkprozess dahingehend hat Jahrzehnte gedauert, und ist bis zum heutigen Tag noch nicht abgeschlossen, unabhängig von Bildung und Wohnsituation der jeweiligen Bürger. Die politischen Fehlentscheidungen der letzten 20-25 Jahre müssen die Bürger zu einem Teil mit tragen, und dies sich selber einzugestehen ist etwas bis dato völlig Undenkbares und Neues für den serbischen Normal-Bürger, dessen Intention es doch anfänglich nur war ein sicheres und stabiles Leben zu führen.

    Letztlich birgt dieser Bericht also nur Altbekanntes: Hass erzeugt wieder Hass, jeder soll eine Teilverantwortung übernehmen und aus dem Vergangen lernen, so dass sich die Tragödien der letzten Jahrzehnte nie wieder wiederholen dürfen.

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