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Serbien: „Hier gibt es keine Arbeit. Nur Elend“

Erstellt von Yutaka, 25.01.2008, 21:32 Uhr · 52 Antworten · 3.191 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Yutaka

    Registriert seit
    13.01.2006
    Beiträge
    4.998

    Serbien: „Hier gibt es keine Arbeit. Nur Elend“

    [h1]Serbien: „Hier gibt es keine Arbeit. Nur Elend“[/h1]

    Kriege, Sanktionen und Isolation haben die einst florierende Textilindustrie Serbiens weit zurück geworfen. Exemplarisch ist das Schicksal der Stadt Leskovac.

    LESKOVAC. Aus eingefallenen Hallendächern sprießt kahles Gestrüpp. Altersschwache Yugo umkurven im südserbischen Leskovac vorsichtig die Schlaglöcher im Asphalt. Die Betriebe, die die 165.000-Einwohner-Stadt zur Textil-Metropole machten, sind inzwischen geschlossen. Wer könne und qualifiziert sei, habe längst das Weite gesucht, seufzt der Rentner Radoslav Cibulic. „Hier gibt es keine Arbeit, sondern nur Elend. Keine andere Stadt ist so arm und traurig wie wir: Leskovac ist das schwarze Loch von Europa.“


    [h2]Märkte und Freunde verloren[/h2]
    Im 19. Jahrhundert galt die traditionsreiche Handelsstadt nach Belgrad als die reichste Stadt Serbiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die privaten Textilfabriken in staatliche Kombinate umgewandelt. „Zu jugoslawischen Zeiten exportierten wir selbst nach Nahost und Afrika,“ sagt Stadtsprecher Dusan Pesic. 17.000 Menschen wurden damals im Textilbereich beschäftigt.


    Die 90er Jahre der Kriege und Isolation warfen Serbiens Textilbranche hoffnungslos zurück: „Wir verloren unsere Position, die Märkte – und unsere traditionellen Freunde.“ Wegen der Sanktionen blieben die EU-Märkte für Serbien verschlossen. Erst 2000 begann sich die EU allmählich für serbische Exporte zu öffnen. Für viele der Unternehmen in Leskovac kam die Abschaffung der Export-Quoten und Kontingente zu spät. „Wir können jetzt wieder exportieren, haben aber keine konkurrenzfähige Technologie dafür,“ erklärt Pesic, warum viele Staatskombinate bankrott gingen. „In unserem verlorenen Jahrzehnt ist Europa nicht stehen geblieben.“







    Eigentlich entwickle sich Serbiens Wirtschaft in eine „gute Richtung“, sagt Marko Paunovic, der Direktor des Zentrums für liberaldemokratische Studien in Belgrad. Das Land, das sich allmählich in eine Dienstleistungs-Ökonomie wandle, sei nicht nur wegen seiner hohen Wachstumsraten mit Tschechien Mitte der 90er Jahre zu vergleichen. Der Privatisierungsprozess sei nahezu beendet, die neuen Jobs im Dienstleistungssektor hätten 2007 erstmals den Arbeitsplatzverlust in der Industrie übertroffen.






    [h2]Reich mit 300 Euro[/h2]
    Das Problem sei, dass vom Wachstum ausschließlich relativ wohlhabende Regionen wie Belgrad oder die Vojvodina profitierten. In Süd- und Ostserbien spricht Paunovicvon einem „Teufelskreis“: „Die gut Ausgebildeten ziehen aus den Krisenregionen weg – die von den Investoren gemieden werden.“ Auf 50 Prozent beziffert Stadtsprecher Pesic die Arbeitslosigkeit in Leskovac. Vom „traurigen Süden“ ist die Rede, wenn Serben über Industriestädte wie Nis, Vranje oder Leskovac sprechen. Die Preise seien in Leskovac dieselben wie in Westeuropa, doch wer überhaupt eine Arbeit habe, verdiene meist zwischen 100 und 150 Euro im Monat, berichtet der Taxi-Fahrer Milos: „Wer hier 300 Euro verdient, gilt als reich.“







    In Belgrad liege das Lohnniveau zwei Mal so hoch wie in Nis und fünf Mal so hoch wie in den ärmsten Regionen des Südens, sagt Paunovic. Er erklärt die Teilung des Landes auch mit einem kulturellen Erbe: „Der Norden Serbiens war Teil des Habsburger Reichs, der Süden wurde von den Türken beherrscht: Ökonomisch besteht diese Grenze noch immer.“






    „Sehr schwierig“ seien die Anfangsjahre des 1992 gegründeten Familienbetriebs Bimtex gewesen, erzählt Geschäftsführer Sasa Cventanovic. Doch inzwischen gehen 80 Prozent der Produktion wieder in den Export – nach Ungarn, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Leskovac verfüge über das Wissen und das Fachpersonal, sagt der Manager. „Doch für die Modernisierung der Betriebe sind ausländische Investitionen nötig.“ Serbiens Textilindustrie werde vermutlich noch weiter schrumpfen, sagt Paunovic. Es werde wieder aufwärts gehen, sagt hingegen der Rentner Cibulic: „Denn schlechter kann es nicht mehr werden.“






    [h2]Arbeiten ist ungewohnt[/h2]
    Tatsächlich schnurren zumindest in den Hallen der bankrotten Inkol-Werke seit kurzem wieder Nähmaschinen. Drei Mio. Euro hat die zypriotische KSG Clothing investiert, um in Leskovac Damen-Mode fertigen zu lassen. Vorläufig lässt der Betrieb die angeheuerten Beschäftigten auf Probe vorarbeiten. Serben seien „harte und gute Arbeiter“, versichert Geschäftsführer Dragisa Lasic: „Doch Leute, die 15 Jahre arbeitslos sind, müssen sich oft erst wieder an die Arbeitskultur gewöhnen.“










    Konventiert zum Kaht. , das neue und in die Richtung Wohlhabende Kroatien gibt euch sicher Asyl






    PS: Nur Ironie

  2. #2
    Avatar von PriZrenChick

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    kein wunder wenn korruption,prostitution, drogenschmuglerei, kriminalität ect. was alltägliches ist.. ich mein was willst du mit 100€ im monat machen? strom bezahlen, miete (falls man zahlt..:S), essen, sonstige ausgaben.. kein wunder das man sich für solche gebiete gar keine interesse zeigt.. und wenn man dann irgendwann anfängt die kriminalität abzuarbeiten weiss man nie wo man anfangen soll.. kein wunder das die polizei auch korrupt ist ich red nicht nur von serbien sondern allgemein arme länder.. finde es schade das man denen nicht ne aufmerksamkeit schenkt und den mut hat was aufzubauen

  3. #3

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    1.620
    Zitat Zitat von PriZrenChick Beitrag anzeigen
    kein wunder wenn korruption,prostitution, drogenschmuglerei, kriminalität ect. was alltägliches ist.. ich mein was willst du mit 100€ im monat machen? strom bezahlen, miete (falls man zahlt..:S), essen, sonstige ausgaben.. kein wunder das man sich für solche gebiete gar keine interesse zeigt.. und wenn man dann irgendwann anfängt die kriminalität abzuarbeiten weiss man nie wo man anfangen soll.. kein wunder das die polizei auch korrupt ist ich red nicht nur von serbien sondern allgemein arme länder.. finde es schade das man denen nicht ne aufmerksamkeit schenkt und den mut hat was aufzubauen
    Da hast Du -leider- nicht Unrecht! Das "Handwerk" Verbrechen hat Konjunktur im Balkan...

  4. #4

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    2.195
    Zitat Zitat von PriZrenChick Beitrag anzeigen
    kein wunder wenn korruption,prostitution, drogenschmuglerei, kriminalität ect. was alltägliches ist.. ich mein was willst du mit 100€ im monat machen? strom bezahlen, miete (falls man zahlt..:S), essen, sonstige ausgaben.. kein wunder das man sich für solche gebiete gar keine interesse zeigt.. und wenn man dann irgendwann anfängt die kriminalität abzuarbeiten weiss man nie wo man anfangen soll.. kein wunder das die polizei auch korrupt ist ich red nicht nur von serbien sondern allgemein arme länder.. finde es schade das man denen nicht ne aufmerksamkeit schenkt und den mut hat was aufzubauen
    Dummkopf, das ist die Aussage eines serbischen Rentners über die Textilfabrik in Leskovac.

    Er sagt weiter dass durch die Embargos der EU und und Krieg der EU-Länder gegen Serbien diese Textilfabrik stillgelegt werden musste.
    Vorher (vor 1991) hatte die Textilfabrik in Leskovac ein florierendes Geschäft mit vielen Exporten usw.

    Wann hatte Albanien sowas, wann Kosovo?
    Das war immer Slumgebiet, Bevölkerungsexplosion und hohe Analphabetenrate - mit und ohne Krieg, mit und ohne Embargo.

    Komisch, dass sich jetzt EU-Firmen in Serbien breit machen, indem sie alles aufkaufen, nachdem sie alle serbischen Firmen in die Knie gezwungen haben durch ihre Politik und Kriegsführung.
    Außerdem steht im Artikel dass in Belgrad das Gehalt 5 mal höher ist als in Leskovac.
    Nicht vergessen, dieser Betrieb wurde jetzt wieder gestartet...

  5. #5

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    3.057
    Ich würde euch bitten, nicht immer vom Thema abzulenken...

    Hier geht es ausnahmsweise mal nicht, um die Armut und Korruption in Albanien oder Kosova, sondern um die Armut in Serbien...

    Ihr könnt nicht immer unbequeme Wahrheit versuchen damit zu vertuschen, in dem ihr vom eigentlichen Thema ablenkt...

  6. #6

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    219
    Wie lange kämpfen andere länder gegen die arbeitslosigkeit siehe deutschland!!!
    Es dauert nun mal ein wenig bis sich die wirtschaft serbiens nach den bombenterror der nato erholt!!!! Schließlich wurde der großteil zerbombt und es waren nicht wie die nato sagte nur militärische ziele!!!
    Aber wer von euch nach serbien geht müßte wissen das serbien wirtschaftlich den größten sprung aller balkan länder in den letzten zwei jahren gemacht hat wirtschaftlich!!!
    Immer mehr ausländer finden standort serbien sehr attraktiv!!!!

  7. #7
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Princip_Grahovo Beitrag anzeigen
    Ganz normal, dass es hier einen Apartheidsstaat gibt, wo fremde Meinungen zensiert werden. Berühmte Vorbilder gibt es ja dazu...
    Daran musst Dich gewöhnen, wenn Du hier weiter posten willst.
    serbien hat ja gute erfahrungen mit apartheid-systemen oder;

    Während der Ära Milosevic war Bora Cosic in Belgrad persona non grata. Er gehörte zu den wenigen serbischen Intellektuellen, die schon früh auf die explosive Situation im Kosovo hinwiesen und sie zu Recht als Apartheid gebrandmarkt haben. Doch auch wir hatten nicht gut genug hingehört und viel zu lange weggesehen. Die blutigen drei Balkankriege, der Terror gegen die jeweils ethnisch "falschen" Bevölkerungsteile, die Flüchtlingskatastrophen, die Massenmorde wie von Srebrenica, und dass schließlich nichts anderes übrig blieb, als im Kosovo-Krieg 1999 mit Bomben Menschenrechte durchzusetzen - das alles war kein Ruhmesblatt internationaler, besonders europäischer Politik. Immerhin gibt es Hinweise, dass wir gelernt haben: Europäische Verantwortung bedeutet frühe Einmischung: zivile Krisenprävention, Konfliktlösung, Friedenskonsolidierung und rechtzeitige Terrorbekämpfung - also bevor es zu spät ist.

    http://www.bundestag.de/parlament/pr.../2002/007.html


  8. #8
    Avatar von Zurich

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    18.089
    Wenn ich hier in diesem Forum was schreibe, liesst das wohl niemand oder verhält sich so, als ob ich es nie geschrieben habe.

    In Serbien herrscht ein Nord-Süd-Gefälle, wie in Italien. Währed der Norden boomt, versinkt der Süden fast im Elend, und ich meine nicht nur das Kosovo, sondern auch die Regionen rund herum. Leskovac ist die südlichste Grossstadt Serbiens, unweit vom Kosovo. Ich kenne das Bild dort, weil ich dort schon mal war. Leskovac und Novi Sad stellen in Serbien zwei völlig verschiedene Welten.

  9. #9

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    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    Wenn ich hier in diesem Forum was schreibe, liesst das wohl niemand oder verhält sich so, als ob ich es nie geschrieben habe.

    In Serbien herrscht ein Nord-Süd-Gefälle, wie in Italien. Währed der Norden boomt, versinkt der Süden fast im Elend, und ich meine nicht nur das Kosovo, sondern auch die Regionen rund herum. Leskovac ist die südlichste Grossstadt Serbiens, unweit vom Kosovo. Ich kenne das Bild dort, weil ich dort schon mal war. Leskovac und Novi Sad stellen in Serbien zwei völlig verschiedene Welten.
    Genau dieses Problem konnte ich auch feststellen, als ich diesen Sommer durch Serbien gefahren bin.

    Die Unterschiede konnte man sehr gut beobachten, die Häuser im Süden sind sehr einfach und bescheiden gebaut, während es im Norden ganz anders aussieht.

    aber das ist eigentlich schon eine altbekannte Tatsache, mich wundert es nur, wieso die Leute aus dem Süden gegen diese unfaire Vertreilung des Reichtums nichts unternehmen...

  10. #10

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    3.057
    Zitat Zitat von Baja_RS Beitrag anzeigen
    Ich bin auf Zhivkos Beitrag eingegangen das die Serben eine Route von MK über KS nach serbien für Drogen- und Waffenschmuggel benutzen würden um so sich durch Kriminalität zu bereichern. Ich schrieb nur das die Serben sicher nicht eine route über ks nehmen würden wenn sie das ks doch umgehen können
    das problem ist nur, dass ich auch Zhivkos Beitrag gelöscht habe und so musste ich zwangsläufig deinen beitrag auch löschen, weil Zhivkos auf den beitrag von princip grahovo eingegangen ist und alle drei beiträge nichts mit dem thema zu tun haben...

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