Serbien: Kostunica hat Probleme mit Mehrheit für neuen Außenminister


Sozialisten sperren sich gegen Draskovic - Außen- und Verteidigungsminister müssen nach Zerfall des Staatenbundes vom Parlament bestätigt werden
Belgrad - Der Regierungschef Serbiens, Vojislav Kostunica, scheint Probleme mit der Parlamentsmehrheit zu haben, wenn es um den Außenminister Vuk Draskovic geht. Nach dem Zerfall des Staatenbundes mit Montenegro Anfang Juni sollen der Außen- und der Verteidigungsminister, Draskovic und Zoran Stankovic, nun vom Parlament als serbische Minister bestätigt werden.

Die Sozialistische Partei Serbiens (SPS) des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, auf deren parlamentarische Unterstützung die Regierung angewiesen ist, winkte bei Draskovic ab. Die Unterstützung für Draskovic, einer der heftigsten Kritiker Milosevics, wäre im "Bereich des Science Fiction", sagte SPS-Parteichef Ivica Dacic.

Suche nach Ersatzmann

Der Regierungschef habe die Suche nach der notwendigen Parlamentsmehrheit für Draskovic bereits aufgegeben, berichteten Medien. Stattdessen würde er Ausschau nach einem Ersatzmann halten. Als potenzieller Kandidat für den Posten des Außenministers wird schon seit dem Zerfall des Staatenbundes der Berater Kostunicas, Vladeta Jankovic, gehandelt. Die SPS würde wohl keine Einwände gegen den früheren Botschafter Serbien-Montenegros in London haben.

Allerdings könnte dies dazu führen, dass die Partei Draskovics, die Serbische Erneuerungsbewegung (SPO), die Regierungsbeteiligung aufgibt, weshalb Kostunica neue Bündnispartner finden müsste. Zur Zusammenarbeit wären in diesem Fall vier Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei (SDP), der Partei des einstigen Kosovo-Beauftragten Nebojsa Covic, aber auch noch einige andere Abgeordnete bereit, berichtete die Tageszeitung "Blic" am heutigen Freitag. (APA)


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