Montenegrinischer Ministerpräsident schlägt Umbildung Serbien-Montenegros in Union vor - Ultimatum bis Jahresende

Belgrad - Der montenegrinische Ministerpräsident Milo Djukanovic hat die Umbildung des serbisch-montenegrinischen Staatenbundes in eine Union zweier unabhängiger Staaten vorgeschlagen. Das Umbildungsangebot gelte im Jahr 2005, werde es nicht akzeptiert, so werde im Februar 2006 in Montenegro ein Referendum abgehalten werden, bei dem sich seine Bürger zur staatlichen Unabhängigkeit äußern würden, sagte Djukanovic.

Montenegro würde im Februar nächsten Jahres zudem in einer Volksabstimmung über seine Selbstständigkeit entscheiden, kündigte Djukanovic erstmals am Samstag in Belgrad an. Djukanovic, der für die Eigenstaatlichkeit eintritt, begründete diesen Schritt damit, sein Land könne ohne Serbien schneller der Europäischen Union beitreten. In Serbien seien die europäischen Kräfte in der Defensive, erläuterte Djukanovic weiter. Vor allem die Serbisch-Orthodoxe Kirche wirke mit ihrer Einmischung in die Tagespolitik als Hindernis. In Serbien sei der Nationalismus wieder auf dem Vormarsch.

Runder Tisch


Der montenegrinische Ministerpräsident nahm am Samstag in Belgrad an einem Round-table-Gespräch zur Zukunft des Staatenbundes teil, das von der serbischen Expertenpartei G17-plus veranstaltet wurde. Der Staatenbund geriet in die Krise, nachdem es dem offiziellen Belgrad und Podgorica bisher nicht gelungen ist, eine Lösung für die Parlamentskrise zu finden. Die Legislaturperiode des gesamtstaatlichen Parlamentes läuft am 3. März ab, bis dahin müsste eine Einigung über einen Wahlaufschub erzielt werden. Die montenegrinischen Behörden vertreten die Ansicht, dass die Parlamentswahl erst nach dem Unabhängigkeitsreferendum stattfinden soll. Es gibt Anzeichen, dass inzwischen auch die Belgrader Behörden keine Einwände mehr gegen den Wahlaufschub mehr haben. (APA)

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