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Serbien: Mit der Sichel in Richtung EU

Erstellt von Toni Maccaroni, 03.12.2008, 21:36 Uhr · 40 Antworten · 2.779 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Toni Maccaroni

    Registriert seit
    24.06.2007
    Beiträge
    7.155

    Daumen hoch Serbien: Mit der Sichel in Richtung EU

    [h2]Serbien: Mit der Sichel in Richtung EU[/h2]
    03.12.2008 | 18:29 | MATTHIAS AUER (Die Presse)
    Korruption und Monopole lassen Investoren zögern und hemmen den EU-Beitritt Serbiens. Im Zuge des Projekts „Sichel“ sollen 5000 umstrittene Regelungen verschwinden.

    Belgrad/Wien.
    Anfangs lief alles gut. Die ersten Privatisierungen in Serbien gingen relativ glatt über die Bühne, seit einiger Zeit findet das Land aber kaum noch Käufer für die verbliebenen Staatsbetriebe. Die meisten, wie die Fluggesellschaft JAT, erwirtschaften aufgrund aufgeblähter Strukturen längst keine Gewinne mehr. Dennoch spielen die 28 staatlich gelenkten Unternehmen eine bedeutende Rolle für die herrschende politische Klasse des südosteuropäischen Landes.

    Da geht es einerseits natürlich um parteipolitischen Postenschacher, wie er auch in westlichen Ländern bekannt ist. „Fachwissen und moralische Qualitäten“ seien für die Besetzung „vollkommen unwichtig“, kritisiert etwa Wirtschaftsexperte Aleksandar Stevanovi?. Andererseits erkennen Beobachter in Belgrad in den Staatsbetrieben aber auch einen „Quell der verdeckten Parteifinanzierung“. Offizielle Zahlen gibt es keine. Serbische Medien sprechen von 15 Prozent aller Anschaffungen der Staatsbetriebe, die direkt in die Parteikassen fließen würden. Jüngst forderte auch Transparency International die serbischen Regierungsparteien auf offenzulegen, wie sie die Staatsfirmen untereinander aufgeteilt hätten.

    [h2]Die „Belgrader Oligarchen“[/h2]
    Im Land ist diese Art der Parteienfinanzierung ein offenes Geheimnis. Allerdings bleibt es nicht den staatlichen Unternehmen vorbehalten, das politische Räderwerk zu schmieren. Mindestens ebenso abhängig sind die serbischen Parteien von Spenden einflussreicher Unternehmer wie Miroslav Mi?kovi?. Er ist der reichste Serbe und Eigentümer der Delta-Gruppe, mit der er 70 Prozent des Belgrader Lebensmittelhandels kontrolliert. Dank ihres politischen Gewichts konnten die Belgrader Oligarchen zahlreiche Hürden aufbauen, die ausländische Handelskonzerne bisher erfolgreich aus dem Land gehalten haben.
    So kommt es, dass Vetternwirtschaft und Korruption in Serbien seit Jahren ein Problem bleiben, das zwar nicht geleugnet, aber auch nicht ernsthaft bekämpft werden. Transparency International reiht das Land hinsichtlich Korruption auf Rang 84 weltweit. Weit hinter den EU-Problemkindern Bulgarien und Rumänien. Schlechte Voraussetzungen für ein Land, das seit Jahren auf einen EU-Beitritt wartet.
    Reformwille stellt sich im Land trotz allem nur schleppend ein. „Die Länder haben zehn Jahre lang verabsäumt, etwas zu tun“ sagt Vladimir Preveden, Südosteuropa-Chef der Unternehmensberater von Roland Berger, zur „Presse“. Doch ohne Aussicht auf einen EU-Beitritt würde es wohl noch langsamer vorangehen, so seine Einschätzung.
    Tatsächlich ist die wirtschaftliche Situation des Landes derzeit nicht besonders rosig. Die Wirtschaft wächst schwach, im Süden des Landes herrscht große Arbeitslosigkeit. Bestes Argument für Ansiedlungen im Süden sind die niedrigen Arbeitskosten. Rund 250 Euro monatlich verdient ein Serbe hier, 100 Euro weniger als im Norden, und ist damit deutlich billiger als eine Arbeitskraft in Rumänien oder Bulgarien. Dennoch verirren sich nur wenige internationale Firmen in diese Region. 70 Prozent der serbischen Wirtschaftsleistung werden in der nördlichen Vojvodina-Region erbracht.

    [h2]Mehr Rechtssicherheit[/h2]
    Um zumindest die regulatorischen Hemmnisse aus dem Weg zu räumen, hat die serbische Regierung jüngst das Projekt „Srp“ (zu Deutsch: Sichel) ins Leben gerufen. Bis Ende 2011 sollen 15.000 umstrittene Bestimmungen überprüft werden. „Ein Drittel davon wird fallen“, schätzt Radivoje Petrikic, serbischer Partner bei der österreichischen Wirtschaftskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz, im Gespräch mit der „Presse“.
    Neben dem ersten Gesetz zur Parteifinanzierung sind auch ein Korruptionsgesetz, die Vereinfachung des Grundstückerwerbs für Ausländer sowie ein neues Gesetz für Handelsgesellschaften geplant, das der Wiener Anwalt maßgeblich mitgestaltet. Das soll die Rechtssicherheit internationaler Investoren im Land erhöhen und Serbien EU-reif machen, wovon nicht zuletzt für die junge Generation Serbiens stark profitieren würde.
    Während Anfang der 90er-Jahre noch 200.000 Serben das Land verlassen konnten, haben die Jahre während und nach dem Krieg die Chancen der Zurückgebliebenen gemindert. Nur einer von fünf Serben unter 25 Jahren konnte einer aktuellen Umfrage zufolge bisher einen Schritt über die Landesgrenzen setzen.

    ( "Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2008 )

  2. #2

    Registriert seit
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    Na dann kann ja nichts schief laufen


  3. #3

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    9.454
    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Na dann kann ja nichts schief laufen


  4. #4

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    5.790
    Zitat Zitat von Mali Mrav Beitrag anzeigen
    [h2]Serbien: Mit der Sichel in Richtung EU[/h2]
    03.12.2008 | 18:29 | MATTHIAS AUER (Die Presse)
    Korruption und Monopole lassen Investoren zögern und hemmen den EU-Beitritt Serbiens. Im Zuge des Projekts „Sichel“ sollen 5000 umstrittene Regelungen verschwinden.

    Belgrad/Wien.
    Anfangs lief alles gut. Die ersten Privatisierungen in Serbien gingen relativ glatt über die Bühne, seit einiger Zeit findet das Land aber kaum noch Käufer für die verbliebenen Staatsbetriebe. Die meisten, wie die Fluggesellschaft JAT, erwirtschaften aufgrund aufgeblähter Strukturen längst keine Gewinne mehr. Dennoch spielen die 28 staatlich gelenkten Unternehmen eine bedeutende Rolle für die herrschende politische Klasse des südosteuropäischen Landes.

    Da geht es einerseits natürlich um parteipolitischen Postenschacher, wie er auch in westlichen Ländern bekannt ist. „Fachwissen und moralische Qualitäten“ seien für die Besetzung „vollkommen unwichtig“, kritisiert etwa Wirtschaftsexperte Aleksandar Stevanovi?. Andererseits erkennen Beobachter in Belgrad in den Staatsbetrieben aber auch einen „Quell der verdeckten Parteifinanzierung“. Offizielle Zahlen gibt es keine. Serbische Medien sprechen von 15 Prozent aller Anschaffungen der Staatsbetriebe, die direkt in die Parteikassen fließen würden. Jüngst forderte auch Transparency International die serbischen Regierungsparteien auf offenzulegen, wie sie die Staatsfirmen untereinander aufgeteilt hätten.

    [h2]Die „Belgrader Oligarchen“[/h2]
    Im Land ist diese Art der Parteienfinanzierung ein offenes Geheimnis. Allerdings bleibt es nicht den staatlichen Unternehmen vorbehalten, das politische Räderwerk zu schmieren. Mindestens ebenso abhängig sind die serbischen Parteien von Spenden einflussreicher Unternehmer wie Miroslav Mi?kovi?. Er ist der reichste Serbe und Eigentümer der Delta-Gruppe, mit der er 70 Prozent des Belgrader Lebensmittelhandels kontrolliert. Dank ihres politischen Gewichts konnten die Belgrader Oligarchen zahlreiche Hürden aufbauen, die ausländische Handelskonzerne bisher erfolgreich aus dem Land gehalten haben.
    So kommt es, dass Vetternwirtschaft und Korruption in Serbien seit Jahren ein Problem bleiben, das zwar nicht geleugnet, aber auch nicht ernsthaft bekämpft werden. Transparency International reiht das Land hinsichtlich Korruption auf Rang 84 weltweit. Weit hinter den EU-Problemkindern Bulgarien und Rumänien. Schlechte Voraussetzungen für ein Land, das seit Jahren auf einen EU-Beitritt wartet.
    Reformwille stellt sich im Land trotz allem nur schleppend ein. „Die Länder haben zehn Jahre lang verabsäumt, etwas zu tun“ sagt Vladimir Preveden, Südosteuropa-Chef der Unternehmensberater von Roland Berger, zur „Presse“. Doch ohne Aussicht auf einen EU-Beitritt würde es wohl noch langsamer vorangehen, so seine Einschätzung.
    Tatsächlich ist die wirtschaftliche Situation des Landes derzeit nicht besonders rosig. Die Wirtschaft wächst schwach, im Süden des Landes herrscht große Arbeitslosigkeit. Bestes Argument für Ansiedlungen im Süden sind die niedrigen Arbeitskosten. Rund 250 Euro monatlich verdient ein Serbe hier, 100 Euro weniger als im Norden, und ist damit deutlich billiger als eine Arbeitskraft in Rumänien oder Bulgarien. Dennoch verirren sich nur wenige internationale Firmen in diese Region. 70 Prozent der serbischen Wirtschaftsleistung werden in der nördlichen Vojvodina-Region erbracht.

    [h2]Mehr Rechtssicherheit[/h2]
    Um zumindest die regulatorischen Hemmnisse aus dem Weg zu räumen, hat die serbische Regierung jüngst das Projekt „Srp“ (zu Deutsch: Sichel) ins Leben gerufen. Bis Ende 2011 sollen 15.000 umstrittene Bestimmungen überprüft werden. „Ein Drittel davon wird fallen“, schätzt Radivoje Petrikic, serbischer Partner bei der österreichischen Wirtschaftskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz, im Gespräch mit der „Presse“.
    Neben dem ersten Gesetz zur Parteifinanzierung sind auch ein Korruptionsgesetz, die Vereinfachung des Grundstückerwerbs für Ausländer sowie ein neues Gesetz für Handelsgesellschaften geplant, das der Wiener Anwalt maßgeblich mitgestaltet. Das soll die Rechtssicherheit internationaler Investoren im Land erhöhen und Serbien EU-reif machen, wovon nicht zuletzt für die junge Generation Serbiens stark profitieren würde.
    Während Anfang der 90er-Jahre noch 200.000 Serben das Land verlassen konnten, haben die Jahre während und nach dem Krieg die Chancen der Zurückgebliebenen gemindert. Nur einer von fünf Serben unter 25 Jahren konnte einer aktuellen Umfrage zufolge bisher einen Schritt über die Landesgrenzen setzen.

    ( "Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2008 )
    Ich glaub kaum das man in Rumänien mehr wie in Serbien verdient. Auch wenn Rumänien ein EU-Land ist..

  5. #5

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    Zitat Zitat von Metkovic Beitrag anzeigen




    Demokratie und Freiheit, nicht war Metkovic?

  6. #6

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    dann hoffen wir dass Serbien den Antikorruptionsplan durchsetzen kann.

  7. #7
    Avatar von KraljEvo

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen




    Demokratie und Freiheit, nicht war Metkovic?
    Das Hakenkreuz ist falsch rum...

  8. #8

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    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    dann hoffen wir dass Serbien den Antikorruptionsplan durchsetzen kann.
    Anscheinend hat man erkannt, dass endlich was getan werden muss, aber ich glaube auch, dass man ein bisschen von Kroatien abgeguckt hat

  9. #9

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    Zitat Zitat von KraljEvo Beitrag anzeigen
    Das Hakenkreuz ist falsch rum...
    Sind ja auch Nationalisten, wie kannst du da Logik und Verständnis erwarten
    Das ist wie als wenn du der Schwerkraft einredest, dass sie aufhören soll dich nach unten zu ziehen

  10. #10
    Avatar von KraljEvo

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Sind ja auch Nationalisten, wie kannst du da Logik und Verständnis erwarten
    Das ist wie als wenn du der Schwerkraft einredest, dass sie aufhören soll dich nach unten zu ziehen
    es sind Faschisten *klugscheiss*

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