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Serbiens Politik der freiwilligen Überstellung zu Ende!!!

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 21.06.2005, 18:29 Uhr · 1 Antwort · 414 Aufrufe

  1. #1
    jugo-jebe-dugo

    Serbiens Politik der freiwilligen Überstellung zu Ende!!!

    Vize-Premier Labus: "Alle Haager Angeklagte werden festgenommen"

    Belgrad - Die in den vergangenen Monaten von der serbischen Regierung praktizierte Politik der freiwilligen Überstellung von Angeklagten des UNO-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) ist nicht mehr aufrecht. Alle Angeklagten, die sich auf serbischem Gebiet aufhielten und ausfindig gemacht würden, würden festgenommen, kündigte Serbiens Vize-Premier Miroljub Labus am Montagabend an. Ab wann dies gelten solle, sagte Labus nicht.

    Seit Ende des Vorjahres haben die serbischen Behörden mehr als zehn Haager Angeklagte dazu bewegt, sich dem UNO-Tribunal zu stellen. Aber es werden noch rund sieben weitere in Serbien-Montenegro vermutet. Darunter befindet sich auch einer der meist gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ex-Jugoslawiens, der frühere Militärführer der Serben in Bosnien, Ratko Mladic. Die Belgrader Regierung hat zuletzt wiederholt anhaltenden Spekulationen über Geheimverhandlungen mit Mladic über eine freiwillige Übergabe als unzutreffend zurückgewiesen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2086273


    Hoffentlich wird das mal langsam was

  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.988

    Re: Serbiens Politik der freiwilligen Überstellung zu Ende!!

    Zitat Zitat von CAR_DUŠAN
    Vize-Premier Labus: "Alle Haager Angeklagte werden festgenommen"
    as
    Ausland
    Jürgen Elsässer, Belgrad

    Mladic und der Kaffeesatz

    Vor dem zehnten Srebrenica-Jahrestag: Heiße Gerüchte um bevorstehende Auslieferung des ehemaligen Oberbefehlshabers der bosnischen Serben an das Haager Tribunal

    Wenn man dieser Tage in Belgrad telefoniert, erzählt man dem Gesprächspartner gerne einmal, daß »wir hier gemütlich mit Radovan sitzen« und daß »Ratko später auch noch kommen will«. So hofft man, den amerikanischen Mitlauschern ein Schnippchen zu schlagen oder die Fahnder wenigstens tüchtig auf Trab zu halten. Radovan und Ratko – das sind nämlich die nach Osama bin Laden meistgesuchten Feinde des Imperiums: der ehemalige Präsident der bosnischen Serben, Karadzic, und der Oberbefehlshaber ihrer Armee, Mladic. Beide wurden vom UN-Tribunal in Den Haag wegen Verbrechen in der Zeit des Bürgerkrieges in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) angeklagt, unter anderem wegen des sogenannten Völkermordes in dem Städtchen Srebrenica. Dabei hat die bisher ausführlichste Untersuchung der damaligen Ereignisse, nämlich die 35000 Seiten starke Studie des niederländischen Instituts für Kriegsdokumentation (NIOD), die beiden Verdächtigen entlastet. Unter anderem heißt es darin: »Ein schriftlicher Befehl wurde nicht gefunden ... Es ist unwahrscheinlich, daß (das Massaker) lange vorher in dieser spezifischen Form und in diesem Ausmaß geplant worden war ... Besonders angesichts der großen Anzahl von Gefangenen verloren die bosnischen Serben die Selbstkontrolle.« Im Klartext: Untergeordnete Einheiten haben ohne Anweisung der politisch-militärischen Spitze Verbrechen begangen.

    Wie sehr die Belgrader Telefonguerilla den Gegner verwirrt hat, zeigt sich an den derzeitigen Meldungen zu einer bevorstehenden Übergabe von Mladic an das Haager Tribunal. So ist sich die Londoner Times in ihrer jüngsten Ausgabe sicher, daß sich der Bösewicht im Belgrader Stadtteil Kosutnjak aufhält, während das serbische Wochenmagazin Evropa ihn glatte zweieinhalb Autostunden südlich in der Nähe von Cacak aufgespürt haben will. Dort seien er und seine letzten Getreuen von zwei Trupps Kopfgeldjägern eingekreist, die es auf die Haager Verhaftungsprämie von fünf Millionen Dollar abgesehen haben sollen. Demgegenüber berichtet die Times, Mladic wolle sich aus freien Stücken stellen, wenn seiner Familie und seinen Leibwächtern dieses Sümmchen ausgezahlt werde. Angeblich, so die britische Tageszeitung, hätten serbische Oligarchen mit Kapital in London den Deal eingefädelt, und auch der russische Geheimdienst FSB mische mit.

    Was den Gerüchten etwas mehr Wahrscheinlichkeit als früher gibt, ist nicht die Versicherung der Haager Chefanklägerin Carla del Ponte, daß Mladics Verhaftung zum zehnten Srebrenica-Jahrestag am 11. Juli »sicher« sei – mit ähnlichen Großsprechereien hat sie sich schon früher blamiert. Aufhorchen läßt vielmehr, daß die umstrittene Anwältin die serbische Regierung erstmals wegen ihrer veränderten Einstellung in der Causa Mladic öffentlich gelobt hat, und daß die US-Regierung, ebenfalls in froher Erwartung, eingefrorene Finanzzahlungen für den einstigen Schurkenstaat freigegeben hat.

    Aus der serbischen Regierung kommen unterschiedliche Signale. Ein Sprecher sagte, Berichte über Verhandlungen mit Mladic seien »von Anfang bis Ende unwahr«. Justizminister Zoran Stojkovic hingegen meinte lediglich, man solle nicht von einem »D-Day« für die Auslieferung sprechen, das erschwere die Bemühungen der Regierung. Premier Vojislav Kostunica antwortete kryptisch auf die Frage, wann die Verhaftung bevorstehe, dies sei »gestern« gewesen. Das bietet für die Astrologen und Kaffeesatzleser aller Fakultäten genügend Stoff für weitere Interpretationen.

    Aufhorchen läßt jedenfalls, was Evropa durch direkte Kontakte mit Mladics Umfeld erfahren haben will: Der Ex-General habe seinen Leuten Anweisung erteilt, ihn im Falle einer Verhaftung umzubringen, damit er seinen Feinden nicht lebend in die Hände falle. Wird da schon eine Legende aufgebaut, falls der Gesuchte eines Tages tatsächlich erschossen werden sollte, wenn auch gerade nicht von seinen Bodyguards? Gründe, einen solch hochkarätigen Geheimnisträger zur ewigen Ruhe zu befördern, haben viele Leute.
    artikel_ende
    http://www.jungewelt.de/2005/06-22/007.php

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