BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Serbiens verscherbeltes Erbe...

Erstellt von FREEAGLE, 26.01.2008, 12:16 Uhr · 5 Antworten · 660 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    12.05.2007
    Beiträge
    3.057

    Serbiens verscherbeltes Erbe...

    Serbiens verscherbeltes Erbe

    DT vom 26.01.2008

    Von Stephan Baier

    Für Differenzierungen ist in Wahlkämpfen einfach kein Platz. So polterte auch Serbiens Staatspräsident Boris Tadic, der mit vier Prozentpunkten Rückstand der Stichwahl gegen seinen Herausforderer Tomislav Nikolic entgegenzittert, am Mittwoch bei einer Wahlkundgebung: „Leute, die Situation ist ganz klar: entweder Schwarz oder Weiß, entweder Europa oder fern von Europa.“ Ein nüchterner Blick auf die serbische Polit-Szene offenbart, dass die Alternative nicht „schwarz oder weiß“, sondern allenfalls „dunkelschwarz oder hellgrau“ lautet. Obwohl von den 6, 7 Millionen Wahlberechtigten nur 100 000 im Kosovo leben, dominiert die Kosovo-Frage den gesamten Wahlkampf. Auch Tadic ist es nicht gelungen, den auf die tragische Geschichte fixierten Blick mutig auf die Zukunftsthemen zu richten: etwa auf die massenhafte Abwanderung der jungen Elite, auf die wirtschaftliche und außenpolitische Isolation des Landes.

    Wenn Serbien seine aktuellen und seine kommenden Probleme bewältigen will, muss es sich mit den Tatsachen abfinden: So wie Hitlers Kriege für „Groß-Deutschland“ zur größten Niederlage und zum kleinsten Deutschland aller Zeiten führten, haben auch Milosevics Kriege für „Groß-Serbien“ zum kleinsten Serbien geführt. Milosevic hat das Kosovo für Serbien verspielt – nicht die Nato, der Vatikan, böse Finstermänner in Berlin und Washington oder eine anti-serbische Weltverschwörung. Wer den Schutz der serbischen Kulturgüter und der Kosovo-Serben möchte, muss mit den Kosovo-Albanern, mit der KFOR und mit der Europäischen Union kooperieren, muss Eskalationen vermeiden statt sie zu schüren. Dies begänne damit, dass man dem eigenen Volk diese einfachen, bitteren Wahrheiten sagt, statt Illusionen zu nähren. Doch dazu ist keiner der Wahlkämpfer bereit.
    Es war der mit Tadic koalierende Ministerpräsident Kostunica, der eine Verfassungsänderung und eine Parlaments-Resolution durchsetzte, die jeden Politiker, der sich mit dem Verlust des Kosovo abfindet, zum Vaterlandsverräter machen. Deshalb droht auch Tadic, Serbien werde „seine Souveränität und territoriale Integrität mit allen demokratischen, rechtlichen und diplomatischen Mitteln verteidigen“. Mehr noch: „Falls im Kosovo Gewalt ausbricht und die KFOR nicht reagiert und die Serben in angemessener Weise schützt, sind wir bereit, der bedrohten Bevölkerung zu helfen und sie zu schützen.“ Radikalen-Führer Nikolic, der im ersten Wahlgang knapp vierzig Prozent errang, agitiert ähnlich. Er sei gekommen, „um einen Schwur abzulegen“, sagte er in Mitrovica, im Nord-Kosovo: „Ich werde euch niemals enttäuschen und ihr werdet nie allein und ohne Schutz gelassen werden.“

    Solche Töne könnten von den Kosovo-Serben als Einladung zur Eskalation verstanden werden. Wenn sich das Kosovo, wie erwartet und wie von Ministerpräsident Thaci am Donnerstag angedeutet, nach der serbischen Stichwahl vom 3. Februar unabhängig erklärt, wird es spannend: Wie wird Belgrad reagieren, falls es zu Zwischenfällen, Randalen und Schlägereien kommt? Wird Belgrad den Kosovo-Serben zu Hilfe eilen, wenn Autos oder Kirchen brennen? Und wie werden sich die Kosovo-Serben selbst verhalten, wenn sie eben damit rechnen dürfen? Tadic hat klargestellt, dass er kein militärisches Eingreifen im Kosovo wünscht, doch zugleich arbeitet die serbische Regierung an Aktionsplänen, die von Wirtschaftssanktionen bis zu Vergeltungsmaßnahmen reichen. In Belgrad wird über die Ausweisung von Botschaftern, über die Verweigerung der Einreise für alle, die kosovarische Stempel im Pass haben, und über die Absperrung eines Stausees nachgedacht.
    Demgegenüber bemüht sich die Europäische Union, die Serben mit einer Lockerung der Visa-Regelung und einem Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen aus ihrer klaustrophobischen Gefühlslage zu befreien. Dagegen stemmt sich nicht nur Nikolic, sondern auch Tadics Koalitionspartner, Ministerpräsident Kostunica, der im oben erwähnten Schwarz-Weiß-Schema die Wertung „hellschwarz“ verdient: Er fordert im Gegenzug für seine Wahlkampfunterstützung, dass Serbien das Stabilisierungsabkommen mit der Europäischen Union für ungültig erklärt, sobald diese ihre zivile Mission in das Kosovo entsendet.

    Nikolic und Kostunica sehen eine engere Anbindung an Russland als attraktive Alternative zur Annäherung Serbiens an die Europäische Union. Dies wusste Putin zu nutzen, der nicht nur ein machtbewusster Außenpolitiker, sondern auch ein harter Geschäftsmann ist: Am Freitag wurde in Moskau ein Vertrag über eine Energie-Partnerschaft signiert, mit dem sich Belgrad ganz in russische Abhängigkeit begibt. Für 400 Millionen Euro und die Zusage von Investitionen im Umfang von 500 Millionen verkaufte Serbien 51 Prozent seiner Ölgesellschaft NIS an die russische Gasprom, obwohl sogar Serbiens Wirtschaftsminister deren Wert auf 2,5 Milliarden schätzt und andere Bieter (Ungarns MOL und Österreichs OMV) wohl mehr gezahlt hätten. So verscherbelt der serbische Ministerpräsident das Volksvermögen seines Landes aus rein ideologischen Gründen – mitten in einem Wahlkampf, bei dem es um Serbiens Zukunftsperspektiven gehen sollte.



    Die Tagespost - Serbiens verscherbeltes Erbe



    Bitte vor allem auch das rotgedruckte lesen...

  2. #2
    Avatar von Baja_RS

    Registriert seit
    21.01.2008
    Beiträge
    471
    Ich muss schon sagen der Wert der Firma differenziert von Klatschblatt zu Klatschblatt extrem. Ich habe von 1,5 Milliarden gelesen, auch 2 Milliarden standen in manchen Zeitungen, oben steht sogar 2,5 Milliarden. Das ist ein Unterschied von 1 Milliarde €??! wird ja wohl nich so schwer sein den exakten wert auf +-10 Mio. zu schätzen

  3. #3

    Registriert seit
    21.05.2006
    Beiträge
    2.195
    CNN schreibt, Serbien bekomm 2,2 Milliarden Dollar für NIS.

    Russia seals $2.2B Serbia gas deal - CNN.com



  4. #4
    Avatar von illyrian_eagle

    Registriert seit
    05.10.2005
    Beiträge
    6.793
    Für 400 Millionen Euro und die Zusage von Investitionen im Umfang von 500 Millionen verkaufte Serbien 51 Prozent seiner Ölgesellschaft NIS an die russische Gasprom, obwohl sogar Serbiens Wirtschaftsminister deren Wert auf 2,5 Milliarden schätzt und andere Bieter (Ungarns MOL und Österreichs OMV) wohl mehr gezahlt hätten

    Autsch tut schon weh.........

    Russen ej einfach nur korrupt.

  5. #5
    Lance Uppercut
    mei mei mei......


    Irgendwie ein Griff ins Klo

  6. #6
    Avatar von Velez

    Registriert seit
    08.04.2006
    Beiträge
    8.514
    Zitat Zitat von illyrian_eagle Beitrag anzeigen


    Autsch tut schon weh.........

    Russen ej einfach nur korrupt.
    sie wollten es ihren sogenannte brüdjern als aktion verkaufen

Ähnliche Themen

  1. Albanien - Erbe Illyriens
    Von Gentos im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 1341
    Letzter Beitrag: 21.11.2014, 18:50
  2. Die Căluşari - Dakisches Erbe
    Von PokerFace im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 23.03.2011, 18:21
  3. Der Kampf um Titos Erbe
    Von xCROATx im Forum Film
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 08.06.2009, 01:04
  4. Europas islamisches Erbe
    Von Albanesi2 im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 61
    Letzter Beitrag: 13.05.2006, 11:59