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Serbiens Zukunft

Erstellt von Perun, 21.02.2008, 20:49 Uhr · 182 Antworten · 5.884 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Mardigras

    Registriert seit
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    801

    nein - nicht serbien ist böse

    hier gibts wieder die alte leier, daß alle anderen meinen, die serben sind böse.

    nein - es geht NICHT die jugendlichen demonstranten, die ausgezuckt sind und brandsätze geworfen haben. sowas passiert. vor wut, enttäuschung, wie auch immer. auch in anderen staaten.....

    es geht darum, daß eure führenden politiker (tadic ausgenommen - und der ist so machtlos, daß er lieber nach rumänien gefahren ist) WILLENTLICH und MIT VORSATZ den mob aufgestachelt haben. mit nationalistischen brandreden. mit parolen wie

    „Kinder Serbiens, Kinder des Kosovo ich lege hier vor euch das Kosovo-Gelöbnis ab“, sagte Nikolic feierlich. „Ich werde nicht ruhen bis Kosovo nicht wieder unter serbischer Kontrolle ist, so helfe mir Gott“.

    und ja - der mann WEISS, was er tut. auch euer kostunica.

    es geht auch darum, dass genau diese demonstration staatlich organisiert wurde. dass schulkinder dafür freigekriegt haben. dass die demonstranten mit bussen nach belgrad gekarrt wurden. d.h. die serbische polizei hat GEWUSST, was auf sie zukommt. und sie hat es WILLENTLICH und MIT VORSATZ nicht verhindert. niemand kann mir erzählen, dass die Erfindung des Wasserwerfers nicht bis nach Serbien vorgedrungen ist. niemand kann mir erzählen, daß die belgrader Polizei nicht die neuralgischen Punkte wie du US-Botschaft gekannt hat.

    und jetzt davon zu reden "es waren ja nur ein paar" - "ist halt passiert - das ist nicht das serbische volk" "immer sind wir die bösen, dabei ist das was wir getan haben verständlich" - das ist

    billig
    schändlich
    dumm.

    schämt euch für die politiker, die ihr gewählt habt. schämt euch für einen staat, der sowas zulässt. schämt euch für eine polizei, die sowas nicht verhindert.

    habe fertig

  2. #42

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    10.02.2008
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    1.201
    Zitat Zitat von napoleon Beitrag anzeigen
    die anderen hätten weggehen können,das ist klar das nicht jeder dazu kam was kaputt zu machen.

    mitgegangen mitgefangen.
    Wieso hörst du nicht einfach auf mich, und schaust es dir mal an?
    Dann würdest du sehen, dass die absolute Mehrheit friedlich demonstriert hat, und anschliessend daran sogar gebetet. (also das Gegenteil von Randaliern)

  3. #43
    Avatar von Mardigras

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    801
    Zitat Zitat von Fat Tony Beitrag anzeigen
    Wieso hörst du nicht einfach auf mich, und schaust es dir mal an?
    Dann würdest du sehen, dass die absolute Mehrheit friedlich demonstriert hat, und anschliessend daran sogar gebetet. (also das Gegenteil von Randaliern)
    und warum haben die politiker aufgestachelt?
    und warum hat die polizei zugesehen?
    und warum sagt niemand außer tadic jetzt scharf "he leute - es reicht - wir sind ein zivilisiertes volk - das geht so nicht"?

    es geht nicht um die brandbombenwerfenden blindfliegen - die gibts in jedem land. meistens korreliert hier ein minderwertigkeitskomplex mit hoher gewaltbereitschaft und niedriger intelligenz.

    es geht darum, daß genau das, was passiert ist eure führenden politiker GEWOLLT haben. und die polizei dass nicht verhindert hat.

  4. #44
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von Mardigras Beitrag anzeigen
    hier gibts wieder die alte leier, daß alle anderen meinen, die serben sind böse.

    nein - es geht NICHT die jugendlichen demonstranten, die ausgezuckt sind und brandsätze geworfen haben. sowas passiert. vor wut, enttäuschung, wie auch immer. auch in anderen staaten.....

    es geht darum, daß eure führenden politiker (tadic ausgenommen - und der ist so machtlos, daß er lieber nach rumänien gefahren ist) WILLENTLICH und MIT VORSATZ den mob aufgestachelt haben. mit nationalistischen brandreden. mit parolen wie

    „Kinder Serbiens, Kinder des Kosovo ich lege hier vor euch das Kosovo-Gelöbnis ab“, sagte Nikolic feierlich. „Ich werde nicht ruhen bis Kosovo nicht wieder unter serbischer Kontrolle ist, so helfe mir Gott“.

    und ja - der mann WEISS, was er tut. auch euer kostunica.

    es geht auch darum, dass genau diese demonstration staatlich organisiert wurde. dass schulkinder dafür freigekriegt haben. dass die demonstranten mit bussen nach belgrad gekarrt wurden. d.h. die serbische polizei hat GEWUSST, was auf sie zukommt. und sie hat es WILLENTLICH und MIT VORSATZ nicht verhindert. niemand kann mir erzählen, dass die Erfindung des Wasserwerfers nicht bis nach Serbien vorgedrungen ist. niemand kann mir erzählen, daß die belgrader Polizei nicht die neuralgischen Punkte wie du US-Botschaft gekannt hat.

    und jetzt davon zu reden "es waren ja nur ein paar" - "ist halt passiert - das ist nicht das serbische volk" "immer sind wir die bösen, dabei ist das was wir getan haben verständlich" - das ist

    billig
    schändlich
    dumm.

    schämt euch für die politiker, die ihr gewählt habt. schämt euch für einen staat, der sowas zulässt. schämt euch für eine polizei, die sowas nicht verhindert.

    habe fertig
    Mardi was du schreibst ist voll richtig!
    Die sache ist wohl geplant gewesen und die Botschaften wurden wohl nicht ausreichend geschuetzt.

    Ich muss aber echt aufpassen wie ich das Formuliere(in meinem Fall) denn 2004 haben den Serben die "Europaeischen Schutztruppen" im Kosovo gezeigt wie sehr sie daran interessiert sind Menschen oder Sachwerte vor einem wuetenden Mob zu schuetzen obwohl sie von den geplanten ausschreitungen wussten.
    Damals ist um einiges mehr geschehen als heute!
    Das damals war auch geplant und selbst Nachrichtendienste wussten das es passiert und doch taten die Schutztruppen und die EU/US Politiker als waeren sie ueberrascht und nahmen die Vertreibung von Menschen bewusst hin!
    Das war kontrollierte Vertreibung mehrerer Tausend Menschen in 2004 (...Jahre nach Milosevic!!!)!!!


    Da muss ich mich natuerlich fragen inwieweit diejenigen die damals in Verantwortung waren denn tatsaechlich denken das die Bevoelkerung in Serbien sie nicht attakieren wird wenn sie heute wie selbstverstaendig die Kooperation Serbiens in so einem heiklen Fall einfordern wie der eigenstaendigkleit Kosovos!
    Ich bin ueberrascht das die USA und der Rest so tun als waeren sie verwundert!

    Trotz allem hoffe ich das das jetzt heute vorbei ist und das Morgen irgendwie versucht wird das ganze zu kitten.
    Ueberschlagen muss sich Tadic bei seinen Versuchen nur im Falle Kroatiens.
    Der Rest(USA+EU) sollte doch imstande sein mal ein wenig zu reflektieren!


  5. #45
    Avatar von Mardigras

    Registriert seit
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    801
    Zitat Zitat von Grobar Beitrag anzeigen
    Mardi was du schreibst ist voll richtig!
    Die sache ist wohl geplant gewesen und die Botschaften wurden wohl nicht ausreichend geschuetzt.

    Ich muss aber echt aufpassen wie ich das Formuliere(in meinem Fall) denn 2004 haben den Serben die "Europaeischen Schutztruppen" im Kosovo gezeigt wie sehr sie daran interessiert sind Menschen oder Sachwerte vor einem wuetenden Mob zu schuetzen obwohl sie von den geplanten ausschreitungen wussten.
    Damals ist um einiges mehr geschehen als heute!
    Das damals war auch geplant und selbst Nachrichtendienste wussten das es passiert und doch taten die Schutztruppen und die EU/US Politiker als waeren sie ueberrascht und nahmen die Vertreibung von Menschen bewusst hin!
    Das war kontrollierte Vertreibung mehrerer Tausend Menschen in 2004 (...Jahre nach Milosevic!!!)!!!


    Da muss ich mich natuerlich fragen inwieweit diejenigen die damals in Verantwortung waren denn tatsaechlich denken das die Bevoelkerung in Serbien sie nicht attakieren wird wenn sie heute wie selbstverstaendig die Kooperation Serbiens in so einem heiklen Fall einfordern wie der eigenstaendigkleit Kosovos!
    Ich bin ueberrascht das die USA und der Rest so tun als waeren sie verwundert!

    Trotz allem hoffe ich das das jetzt heute vorbei ist und das Morgen irgendwie versucht wird das ganze zu kitten.
    Ueberschlagen muss sich Tadic bei seinen Versuchen nur im Falle Kroatiens.
    Der Rest(USA+EU) sollte doch imstande sein mal ein wenig zu reflektieren!

    ich weiß, was du meinst. ich denke nur, daß *hm* gegen einen gewaltbereiten mob großflächig wenig zu tun ist. also so dinge wie "wir schützen jetzt alle serbisch besiedelten gebiete". und natürlich ist das eine sauerei gewesen, was damals passiert. genauso wie ich die scheinheiligkeit des westens im umgang mit serbien eine sauerei ist.

    aber: botschaften kann man schützen. das sind einige wenige ausgewählte gebäude. mcdonaldsfilialen werden die scheiben eingeschlagen? war vorauszusehen und ist scheiße...

    aber vor der amerikanischen, vor der deutschen, vor der österreichischen und wer aller noch halbwichtig ist und anerkannt hat kann man polizei aufmarschieren lassen. und die sch...politiker in serbien müssen noch öl ins feuer gießen. he..... ich war damals beim lichtermeer in wien - da waren 350.000 menschen am heldenplatz um gegen die fpö zu demonstrieren. jeder hat gewußt, daß es den leuten wirklich ein anliegen ist. und es war eine machtvolle demonstration kollektiven willens. nur haben wir nicht die fpö-parteizentrale angezündet.... obwohl ich haider heute noch für ein zündelndes arschloch halte. aber in serbien dürfte es bei den politikern nur haiders und straches und blochers geben.

    weißt du - ich glaube jeder politiker in serbien weiß seit jahren, daß der kosovo eigentlich verloren ist. aber statt aus dieser situation das beste für sein land rauszuholen und wirklich etwas für die bevölkerung zu tun flüchten sie sich in populismus und reiten auf der welle des nationalistischen hasses. grauslich. echt.

    mit einer vernünftigen politikerriege würde euch die EU aus der hand fressen. mit aufbau der wirtschaft, umfangreichen geldflüssen und einer wirklich spürbaren verbesserung der lebenssituation der bürger. weil die eu - berechtigterweise - ein schwer schlechtes gewissen hat. aber da machen wir lieber die gleiche scheiße wie 1989 - genau da und genau so hats angefangen.

  6. #46
    Avatar von Grobar

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    Zitat Zitat von Mardigras Beitrag anzeigen
    mit einer vernünftigen politikerriege würde euch die EU aus der hand fressen.
    Ich dachte auch mal das dies Serbien helfen koennte eines tages aber seit der letzten Wahl ist klar das Europa und die USA keinerlei interesse an Stabilitaet in Serbien oder in der Region haben.
    Auch kann ich von der Serbischen Bevoelkerung nicht erwarten immer und immer wieder die Hand auszustrecken in Richtung EU wenn die EU de Fakto Serbien nicht aufnehmen wird.
    Noch vor einer Woche haette ich das nicht gesagt oder geschrieben aber ich kann unmoeglich was anderes behaupten mittlerweile!
    Das hat seitens der EU und der USA genauso Kalkuel wie dieser Unsinn heute von den Serbischen verantwortlichen bei der Demo.

    Zitat Zitat von Mardigras Beitrag anzeigen
    mit aufbau der wirtschaft, umfangreichen geldflüssen und einer wirklich spürbaren verbesserung der lebenssituation der bürger. weil die eu - berechtigterweise - ein schwer schlechtes gewissen hat. aber da machen wir lieber die gleiche scheiße wie 1989 - genau da und genau so hats angefangen.
    Europa hat das gegessen aber schon vor der Demonstration.
    Da gibt es keinen Eintritt.
    Serbien tut so dumm es sich anhoert tatsaechlich besser daran sich schnell umzuorientieren denn sonst wird sich die Lage nicht aendern!
    Ich kann alles fuer ewig auf Nationalismen schieben usw. aber sorry...das hier wird gerade von Europa versaut so sehr die Bilder von heute darueber hinwegtaeuschen.
    Mir tut das ausserordentlich Leid und ich muss mich als Deutscher der ich hier geboren bin fragen ob ich noch Europaer bin.
    Nicht wegen Serbien sondern weil man mit Bosnien tatsaechlich unehrenhaft umgeht.

  7. #47
    Avatar von Lakito

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    Zitat Zitat von Mardigras Beitrag anzeigen
    berechtigterweise - ein schwer schlechtes gewissen hat. aber da machen wir lieber die gleiche scheiße wie 1989 - genau da und genau so hats angefangen.

    hahahahah "Die eu ein schlechtes gewissen" hahahaha

  8. #48
    Popeye
    Warum die Anerkennung des Kosovos richtig ist

    Von allen unzureichenden Lösungen der Kosovo-Frage ist die jetzt beschlossene die am wenigsten schlechte. Wer jetzt in weltpolitischen Alarmismus verfällt, ignoriert die Umstände, unter denen sie zustande kam. Eine Antwort auf den Kommentar von Alan Posener, der die Anerkennung des Kosovos einen Fehler nennt.

    Die Behauptung, die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos schaffe einen Präzedenzfall für andere separatistische Bestrebungen, ist unbegründeter Alarmismus. Wenn jetzt zum Beispiel Sprecher der palästinensischen Autonomiebehörde eine einseitige Unabhängigkeitserklärung Palästinas nach dem Vorbild des Kosovos androhen, ist das schlicht absurd und nichts als billige propagandistische Rhetorik.
    Würden die Palästinenser die Anwesenheit und Kontrolle ihrer Staatlichkeit durch UN- und Nato-Truppen sowie zahlreicher EU-Polizisten und Verwaltungsspezialisten auf unbestimmte Zeit akzeptieren, könnte man ja gerne über eine solche "einseitige Unabhängigkeit" reden. Allein dass dies nicht der Fall ist, zeigt schon, dass es zwischen den Fällen Kosovo und Palästina nicht die geringste Parallele gibt.
    Weiterführende links



    Um genau eine solche stark eingeschränkte, international überwachte Souveränität handelt es sich nämlich bei der jetzt anerkannten Unabhängigkeit Kosovos. "Einseitig" ist die Unabhängigkeitserklärung der Kosovaren insofern, als Serbiens Zustimmung fehlt. Einseitig ist sie aber keineswegs in der Hinsicht, dass sie eng in einen internationalen Prozess eingebettet ist. Die Bereitschaft der USA, führender EU-Staaten und anderer wichtiger Nationen, das unabhängige Kosovo anzuerkennen, ist nicht die Folge, sondern die Voraussetzung für diese "einseitige Unabhängigkeitserklärung."

    Vorausgegangen sind intensive Verhandlungen und die Anerkennung von Beschränkungen und Regeln, inklusive der Festschreibung der Minderheitenrechte der kosovarischen Serben, durch die kosovarische Regierung. Akzeptiert hat diese nicht nur diese Bedingungen, sondern auch, dass deren Einhaltung durch ein massives internationales Aufgebot im Land überwacht wird.

    Wer jetzt die Anerkennung Kosovos durch die USA sowie durch führende EU-Staaten zu einem verhängnisvollen Fehler stilisiert, unterschlägt einfach die Vorgeschichte, die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen der kosovarischen Unabhängigkeitserklärung. Ihr voraus gingen lange, intensive Statusverhandlungen, auch und gerade mit Serbien und Russland. Bis zuletzt bemühten sich namentlich die USA und die EU intensiv um eine einvernehmliche Regelung, doch Serbien und Russland führten die Verhandlungen nur, um eine Statuslösung generell zu blockieren. Den vielen Varianten einer Lösung auch unterhalb der formalen Unabhängigkeit, die der Westen vorschlug (zuletzt der deutsche Sonderbeauftragte Ischinger), setzten Serbien und Russland nie einen ernsthaften Gegenvorschlag entgegen.
    Ein weiteres Aufschieben für das Kosvo nicht mehr tragbar
    Ein weiteres Aufschieben einer Statuslösung ist nach neun Jahren Schwebezustand für das Kosovo aber einfach nicht mehr tragbar, was nicht zuletzt von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ausdrücklich festgestellt wurde. Das Kosovo gehört faktisch längst nicht mehr zu Serbien, dessen völkerrechtlicher Anspruch steht seit langem nur noch auf dem Papier. Die jetzige Lösung formalisiert einen seit langen bestehenden Status Quo. Längst ist das Kosovo faktisch eine Art Protektorat der EU, und es wird dies auf längere Sicht auch bleiben.
    VIDEO

    UMFRAGE

    .




    Umfrage
    Ist es richtig, dass Deutschland das Kosovo anerkennt?
    Ja, nur so kann der Konflikt mit Serbien gelöst werden

    Nein, Deutschland hätte auf eine gesamteuropäische Lösung warten müssen

    Der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo schwelt auch mit deutscher Anerkennung weiter
    abstimmen Ergebnis



    26%
    Ja, nur so kann der Konflikt mit Serbien gelöst werden


    41%
    Nein, Deutschland hätte auf eine gesamteuropäische Lösung warten müssen


    33%
    Der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo schwelt auch mit deutscher Anerkennung weiter
    Aktuell: 4355 Stimmen





    Das Kosovo braucht aber einen formal abgesicherten Status, damit es überhaupt internationale Beziehungen unterhalten und Abkommen schließen kann. Was diese absolute Sondersituation mit Korsika, Katalonien oder dem ungarisch bevölkerten Teil der Slowakei und Rumäniens zu tun haben soll, die in einen funktionierenden, demokratischen Staatverband mit rechtlich definiertem Minderheitenschutz eingebunden sind, bleibt ein Rätsel. Keine Separationsbewegung in einem dieser genannten Gebiete kann aus dem Sonderfall der Unabhängigkeit des Kosovos irgendeine zusätzliche Legitimation beziehen.

    Ein besonders spitzfindiges Argument der Unabhängigkeits-Kritiker lautet: Indem westliche Staaten der Unabhängigkeit zustimmen, um weitere Unruhen im Kosovo und der ganzen Region zu verhindern, beugten sie sich kosovarischen Drohungen, sich notfalls auf eigene Faust loszulösen und ließen sich somit "erpressen". Auch würden damit frühere Gewalttaten durch die kosovarische UCK "legitimiert". Das ist ein völlig apolitisches, ahistorisches und abstraktes Argument. Der Gründung vieler Staaten gingen gewalttätige, teils terroristische Unabhängigkeitsbestrebungen voraus; von der Republik Irland über Israel (die Untergrundorganisation Irgun jagte unter anderem das King-David-Hotel in Jerusalem in die Luft) bis Algerien lassen sich zahllose Fälle nennen.
    Anerkennung des Kosovos wird nicht die EU spalten
    Auch die Palästinenser gebrauchten und gebrauchen zum Teil noch terroristische Gewalt, dennoch wird ihnen inzwischen von allen Staaten, inklusive Israel, grundsätzlich das Recht auf einen eigenen Staat zuerkannt. Keine dieser Staatsgründungen bedeutete eine "Legitimierung" früherer Gewalttaten. Kriegsverbrechen von albanisch-kosovarischer Seite müssen und werden auch weiterhin verfolgt werden. Es liegt zudem im Wesen internationaler Konfliktlösungsversuche, dass sie nach Regelungen sucht, um das weitere Aufbranden von Gewalt zu verhindern. Wer Stabilisierungsbemühungen zur Abwehr drohender Gewalt als ein "Nachgeben gegenüber gewaltsamen Erpressungen" diffamiert, redet irre.
    Entgegen anderslautenden alarmistischen Beschwörungen wird die Anerkennung des Kosovos auch nicht die EU spalten. Strittig ist unter EU-Staaten nur die formale Unabhängigkeit, nicht aber die praktischen Regelungen für das Kosovo in der Folge des Athisaari-Plans. Spanien, das Kosovo nicht anerkennen will, wird sich trotzdem an der dortigen Kfor-Mission weiter beteiligen. Im Ganzen werden die EU-Staaten bald zu einem geschlossenen Vorgehen finden, eine Dramatisierung der Differenzen zur großen EU-Krise ist völlig unangebracht.
    Auch Serbien wird nach anfänglichem Theaterdonner seine Proteste gegen die neue Lage auf das Notwendigste beschränken. Gewiss wird die vollzogene Unabhängigkeit des Kosovos von Serbien übel aufgenommen, aber es wusste seit langem, dass es unvermeidlich dazu kommen werde und hat sich längst darauf eingestellt. Die vorübergehende Abberufung von Botschaftern ist eine eher gemäßigte diplomatische Aktion.
    Russland wird seinen Protest in Grenzen halten
    Die kosovarischen Serben werden sich nicht vom Kosovo abspalten und sich Serbien anschließen, denn das würde ja gerade indirekt die Anerkennung des Staates Kosovo beinhalten. Serbiens noch immer zwiespältiges Verhältnis zu Europa wird durch den neuen Status des Kosovos nicht grundsätzlich verändert. Das Problem ist dabei eher, dass Russland derzeit massiv versucht, seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluss in Serbien auszubauen und es von einer zu starken EU-Orientierung abzubringen.
    Russland wird aber seinerseits seinen Protest gegen die Kosovo-Anerkennung in engen realpolitischen Grenzen halten. Die Vorstellung etwa, Russlands Haltung gegenüber dem Iran und seinem Atomprogramm werde sich wegen des Kosovos in der einen oder anderen Richtung signifikant ändern, ist abwegig. Russland nutzt den Streit um das Kosovo, um dem Westen Nadelstiche zu versetzen, dieser Streit ist aber ganz gewiss nicht die Ursache für die seit einiger Zeit zunehmend aggressive russische Haltung gegenüber dem Westen. Mit der jetzigen Statusregelung des Kosovo sind die Türen für russische Einflussnahme auf die dortige Entwicklung auch keineswegs zugeschlagen. Im Augenblick aber bedeutete, sich russischen Wünschen zu beugen, die russische Obstruktion von Normalisierungsbemühungen auf dem Balkan hinzunehmen.
    Die Unabhängigkeit löst nicht alle Probleme auf dem Balkan
    In Kommentaren liest man, unser gutes Verhältnis zu Russland und Serbien sei wichtiger als die Unabhängigkeit Kosovos. Das grenzt an Zynismus. Sicher, wir sollten uns unbedingt bemühen, Serbien weiter den Weg nach Europa zu ebnen, und die tatsächlich bedauernswerte Lage der verbliebenen serbischen Bevölkerung im Kosovo zu verbessern, muss zu einem besonderen europäisch-westlichen Anliegen werden. Doch auch die albanische Mehrheitsbevölkerung im Kosovo, die viele Jahre lang unter systematischer Entrechtung, Verfolgung und Verrtreibung durch den großserbischen Nationalismus zu leiden hatte, hat ein Recht darauf, endlich in den Genuss einer gewissen Nachkriegs-Normalität zu kommen und in einigermaßen geregelten und abgesicherten Verhältnissen zu leben.

    Schlagworte
    Kosovo Anerkennung Serbien Russland Balkan




    Die jetzige Statuslösung für das Kosovo löst längst nicht alle Probleme auf dem Balkan, auch nicht die im Kosovo selbst. Begeisterung über die Lage ist völlig unangebracht, aber bei näherem Hinsehen gibt es zu dem jetzigen Vorgehen keine gangbare und tragfähige Alternative. Das Gegenteil zu behaupten und anlässlich der Kosovo-Anerkennung alle möglichen geopolitischen Krisen herbeizuphantasieren, klingt zwar ganz doll nonkonformistisch, querdenkerisch und prophetisch, zeugt aber in Wirklichkeit nur von einem sehr großzügigen Umgang mit den konkreten Tatsachen. Wenn es nicht einfach die Schimären der serbisch-russischen Propaganda und ihrer Echos in der Linkspartei wiederholt.

  9. #49
    Popeye
    Palästinenser wollen Beispiel Kosovos folgen

    Ein Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas droht als Reaktion auf die bisher ergebnislosen Gespräche mit Israels Ministerpräsident Olmert mit der einseitigen Ausrufung der Unabhängigkeit. "Wir verdienen die Unabhängigkeit noch vor dem Kosovo", so Jasser Abded Rabbo.
    Foto: DPA
    Eine Fahne haben die Palästinenser schon



    Als Reaktion auf die nur schleppend verlaufenden Friedensgespräche mit Israel denken die Palästinenser nun auch über die einseitige Ausrufung ihrer Unabhängigkeit nach. Falls die Gespräche scheiterten, sollten die Palästinenser dem Beispiel des Kosovos folgten, erklärte Jasser Abded Rabbo, der einer der Unterhändler und Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas ist.
    Weiterführende links



    "Wir verdienen die Unabhängigkeit noch vor dem Kosovo, und wir bitten um die Unterstützung der USA und der Europäischen Union für unsere Unabhängigkeit“, sagte Rabbo. An erster Stelle stehe ein Erfolg in den Verhandlungen mit Israel, sagte er. Gebe es den nicht, dann hätten die Palästinenser noch andere Optionen, erklärte er unter Verweis auf die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos.

    Die Überlegungen von Rabbo wies Abbas als übereilt zurück. Er halte weiter an den Verhandlungen mit Israel fest. Sollten sie scheitern, dann würden sich die Palästinenser an ihre arabischen Brüder wenden, um zu überlegen, was als nächstes zu tun sei. Auch die radikal-muslimische Hamas wies den Vorschlag zurück. Der sei es nicht wert, überhaupt angehört zu werden, sagte ein Sprecher. „Unser palästinensisches Volk braucht nicht noch mehr Erfahrungen im Versagen durch irgendwelche Versager“, sagte er. Die Hamas hat die Kontrolle im Gazastreifen übernommen. Die Islamisten lehnen Friedensverhandlungen mit Israel strikt ab.

    Schlagworte
    Palästinenser Israel Mahmud Abbas Ehud Olmert Jasser Abded Rabbo




    Präsidenten Abbas äußerte sich derweil enttäuscht über seine Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert am Dienstagabend. Die Verhandlungen blieben ohne Ergebnis, weil sich Israel einer Diskussion über Kernpunkte entziehe, sagte Abbas. Beide hätten über Streitpunkte gesprochen, aber keine Vereinbarungen erreicht, sagte Abbas' Berater Sajeb Erakat. In zwei Wochen wollen beide wieder zusammentreffen.

  10. #50
    Popeye
    Serbische Polizei muss US-Botschaft schützen

    Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo ringt die internationale Gemeinschaft um den Umgang mit dem neuen Balkan-Staat. Russland scheiterte mit einem Versuch, die Unabhängigkeit durch den UN-Sicherheitsrat für ungültig erklären zu lassen. Während im Kosovo gefeiert wurde, wurde in serbischen Städten randaliert.
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    Bild 1 von 15



    Foto: DPA

    Die neue blau-weiß-gelbe Flagge des Kosovo.


    Im Laufe des Tages wollen die Außenminister der 27 EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel ihr weiteres Vorgehen beraten. Das Parlament in Pristina hatte der Unabhängigkeitserklärung am Sonntag zugestimmt. Während die Kosovo-Albaner den historischen Tag bis in die Morgenstunden feierten, kam es in serbischen Städten zu Ausschreitungen.
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    UMFRAGE

    .




    Umfrage
    Kommt es nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo zu Gewalt?
    Ja

    Nein

    Das kann ich nicht beurteilen
    abstimmen Ergebnis



    58%
    Ja


    31%
    Nein


    11%
    Das kann ich nicht beurteilen
    Aktuell: 2190 Stimmen





    Bei gewaltsamen Anti-Kosovo-Protesten sind in Belgrad mindestens 30 Menschen verletzt worden. Unter ihnen sind nach Klinikangaben auch 15 Polizisten. Im Zentrum von Belgrad kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen mehreren hundert serbischen Nationalisten und der Polizei. Diese setzte Gummigeschosse und Tränengas ein und ging mehrfach mit dem Schlagstock gegen die Menge vor.
    Weiterführende links



    Ein Schwerpunkt der Ausschreitungen war der Platz vor der US-Botschaft in Belgrad. Die Nationalisten werfen den USA vor, die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos von Anfang an unterstützt zu haben. Attackiert wurde auch die Botschaft von Slowenien, das zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Dort gingen Fensterscheiben zu Bruch. Slowenische Fahnen und das blaue Sternenbanner der Europäischen Union wurden heruntergerissen. Außerdem zogen Gruppen von maskierten Personen durch die Straßen. An zwei McDonalds-Restaurants wurden die Fensterscheiben eingeworfen. Zusammenstöße wurden auch aus der 90 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Novi Sad gemeldet.

    Der serbische Präsident Boris Tadic sagte, Serbien werde „alles in seiner Macht unternehmen, um diese einseitige und illegale Unabhängigkeitserklärung rückgängig zu machen“. Ministerpräsident Vojislav Kostunica wandte sich mit scharfen Worten gegen US-Präsident George W. Bush und sagte, dessen Name werde mit „schwarzen Buchstaben“ in die serbischen Geschichtsbücher eingehen. Die serbische Regierung drohte allen Staaten, die die Unabhängigkeit des Kosovos anerkennen, mit einer Einschränkung der Beziehungen.
    [h3] Jung fordert Schutz der Minderheiten im Kosovo [/h3]
    Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Regierung des Kosovo zum Schutz von Minderheiten aufgerufen. Dies sowie die Rückkehr der Flüchtlinge müssten jetzt garantiert sein, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung.. „Wir nehmen die Regierung des Kosovo hier beim Wort.“ Die Bundeswehr werde weiterhin im Rahmen der Nato-Schutztruppe KFOR ihre Aufgaben erfüllen.
    [h3] Russland scheitert im UN-Sicherheitsrat [/h3]
    Der UN-Sicherheitsrat in New York gelangte in der von Veto-Macht Russland einberufenen Dringlichkeitssitzung zu keiner Einigung. Der britische UN-Botschafter John Sawers sagte, kein Land habe die Forderung Russlands nach einer Annullierung der Unabhängigkeit des Kosovo unterstützt. Panamas UN-Botschafter Ricardo Arias, der den Sicherheitsrat turnusgemäß leitet, sagte, dass auf Anfrage Serbiens und Russlands für Montag erneut eine Sitzung angesetzt sei. Daran werde auch Serbiens Präsident Boris Tadic teilnehmen.
    Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin betonte, dass die UN-Resolution 1244 solange in Kraft bleibe, bis eine Einigung zwischen Serbien und dem Kosovo gefunden sei. „Eine einseitige Unabhängigkeitserklärung kann es nicht geben“, sagte Tschurkin. In der Resolution 1244 war der umstrittenen Provinz 1999 eine „substantielle Autonomie“ zugesprochen worden, allerdings unter serbischer Souveränität. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bemühte sich um Neutralität. Er erklärte lediglich, dass für die zivile UN-Mission Unmik im Kosovo weiter die Resolution des Sicherheitsrates als rechtliche Grundlage gelte.
    In einer gemeinsamen Erklärung bedauerten alle derzeitigen europäischen Mitglieder des Sicherheitsrates, Deutschland sowie die USA und die slowenische EU-Ratspräsidentschaft, dass sich das Gremium nicht „auf einen nach vorne gerichteten Weg“ habe einigen können. Die Erklärung bekräftigte, dass das Modell einer „überwachten Unabhängigkeit“, wie es vom UN-Vermittler Martti Ahtisaari vorgeschlagen worden war, die „einzig machbare Möglichkeit für Stabilität und Sicherheit“ sei.
    [h3] Auch die EU ist gespalten [/h3]
    Die EU ist in der Frage der Anerkennung des neuen Staates gespalten: Ein Großteil, allen voran Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien, folgen der Linie der USA und unterstützen die Loslösung des Kosovo von Serbien. Andere Staaten wie Spanien, Griechenland und Zypern sehen dagegen in der Abspaltung ohne Billigung der Vereinten Nationen wegen Autonomiebestrebungen im eigenen Land einen gefährlichen Präzedenzfall. Polens Außenminister Radoslaw Sikorski rief seine Kollegen zu einem „Maximum an Einigkeit“ innerhalb der EU auf.
    China zeigte sich dagegen „zutiefst beunruhigt“ über die Entwicklungen im Kosovo gezeigt. „Das einseitige Vorgehen des Kosovo könnte eine Reihe von Folgen haben und bedeutende negative Auswirkungen auf Frieden und Stabilität auf dem Balkan haben“, sagte Außenamts-Sprecherin Liu Jianchao am Montag in Peking.

    Schlagworte
    Hashim Thaci Kosovo Unabhängigkeit Serbien UN-Sicherheitsrat EU China




    Ministerpräsident Hashim Thaci, der vor zehn Jahren an der Spitze der Befreiungsarmee des Kosovo stand, hatte den Einfluss Serbiens am Sonntag für „definitiv beendet“ erklärt. „Von heute an ist das Kosovo stolz, unabhängig und frei“, sagte er. Seine Landsleute feierten das Ereignis mit Straßenkonzerten und

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