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Serbische Nationalisten wollen noch 2005 das Kosovo heimhole

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 15.03.2005, 16:56 Uhr · 1 Antwort · 417 Aufrufe

  1. #1
    jugo-jebe-dugo

    Serbische Nationalisten wollen noch 2005 das Kosovo heimhole

    Es gibt Konflikte, bei denen gibt es praktisch keine Lösung – außer die der Umsiedlung und damit Entzerrung der diversen Volksgruppen. Der Kosovo-Konflikt, ja der ganze Balkan, ist ein solcher Fall. Ähnlich viel Blut floß in der Geschichte wohl nur noch im Kaukasus. Wären die 20.000 KFOR-Soldaten nicht, würden die gut zwei Millionen Kosovo-Albaner die restlichen 100.000 der dort noch lebenden Serben sofort massakrieren. Aber auch trotz des Einsatzes der KFOR droht auf dem Balkan ein neuer Krieg. Zum einen radikalisieren sich nämlich die Albaner.

    Nachdem der kosovarische Regierungschef Ramush Haradinaj nun in Den Haag als Kriegsverbrecher angeklagt ist, ist die Gefahr neuer ethnischer Unruhen dramatisch gestiegen. Denn der berüchtigte ehemalige UCK- Kämpfer gilt vielen Albanern noch immer als Held. Zum anderen proklamieren die Großserbien-Jünger in letzter Zeit verstärkt die Heimholung ihrer Provinz Kosovo in den serbischen Staatsverband. Besonders deutlich äußerte sich in diesem Zusammenhang der amtierende Chef der Serbischen Radikalen Partei (SRS) Tomislav Nikolic. Die SRS, deren eigentlicher Führer Vojislav Seselj im Haag einsitzt, ist immerhin die stärkste Partei im serbischen Parlament.

    Das Amselfeld als Quell und Zentrum der serbischen Nation unter albanischer Knute? Das wollen auch viele gemäßigte Serben nicht. Wie schnell die Situation eskalieren kann, zeigten die Unruhen im Kosovo vor fast genau einem Jahr. Gerüchte um einen angeblichen Kindesmord durch Serben reichten dafür aus. Es gab 30 Tote und die Bundeswehr mußte sich den Vorwurf gefallen lassen, den Pogromen tatenlos zugesehen zu haben.

    Als eine wesentliche Ursache der jüngsten Balkankriege ist sicherlich der Traum von einem Großserbien zu nennen. Diese Keule wird jedenfalls besonders im Westen gern geschwungen. Die Anklage im Fall Milosevic hatte vor Monaten mit ihren Zeugen eine ganze Armee von Politikern und Sachverständigen auftreten lassen, die dem Angeklagten eine serbisch-nationalistische beziehungsweise groß-serbische Gesinnung nachsagten. Allerdings sahen sie sich außerstande, auch nur eine groß-serbische Verlautbarung des Angeklagten zu zitieren, geschweige denn eine solche Ausrichtung seiner Politik mit Dokumenten belegen zu können. Im Falle Seseljs, der dereinst öffentlich von einer gemeinsamen deutsch-serbischen Grenze auf dem Balkan träumte, ist dies jedoch anders. Dennoch ist laut Meinung mancher Serben „Großserbien“ nur ein im 19. Jahrhundert vom Habsburger Reich inszenierter Mythos. Man habe ihn geschaffen, um den eigenen territorialen Expansionsdrang zu verschleiern. So einfach ist die Sache allerdings nicht.

    Nach jahrhundertlanger Türkenherrschaft ist der Wunsch nach einem Großserbien an sich sogar irgendwie verständlich. Ilija Garsanin (1821-1875), seit 1843 Innenminister des Fürstentums Serbien gilt allgemein als der Schöpfer der Idee der strategischen Planung zur Schaffung von Großserbien. Inspiriert von Ideen des konservativen polnischen Emmigraten Adam Czartoryski schrieb er Anfang 1844 die Abhandlung „Conseils sur la conduite à suivre par la Serbie“ (Plan für die Slawische Politik Serbiens). Die Grundlage dieses Programms ist „das historische Recht Serbiens, begründet auf den Traditionen des mittelalterlichen Serbischen Königreiches“. Gemeint ist ein einheitlicher Serbischer Nationalstaat, der all jene Gebiete des Balkan umfaßt, in denen Serben leben. Dieser Plan umfaßt auch Gebiete in denen Serben eine nationale Minderheit darstellen. Garasanin beschreibt auch verschiedene Strategien zur Unterwerfung von Nachbarvölkern. Darüber hinaus wird beschrieben, daß Kroaten und Bosniaken als Serben betrachtet werden müssen. Die Kroaten in Dalmatien werden beispielsweise als „Serben katholischer Glaubensrichtung“ gesehen.

    Obwohl das Vorgehen als Assimilation nichtserbischer Völker beschrieben wird, wird auch die zusätzliche Variante beschrieben: Jene, die sich gegen die Assimilation stellen, sollen als Verräter bestraft werden. Eine Grundaussage des Planes war, daß die Slawisch-Türkischen Länder Bosnien, Herzegowina, Montenegro, Südserbien, Sandzak, Nordalbanien, Südwest Bulgarien, Dalmatien und Teile des Gebietes zwischen Kroatien und Slowenien eine unteilbare Einheit bilden, weil diese Gebiete mit Völkern „nahezu gleichen Stammes“ besiedelt seien.

    Nach der Staatsgründung des Sozialistischen Jugoslawien wurde allgemein erwartet, daß die ethnische Abstammung kein Grund mehr für Diskriminierung sein würde. Der weitere Verlauf der Geschichte zeigt aber, daß dem nicht so war. Gemäß der alten Tschetnik-Ideologie war der Balkankonflikt in den neunziger Jahren der bisher letzte Versuch neben „Zentralserbien“ auch Bosnien, Dalmatien, Herzegowina, Montenegro, die Batschka, den Banat, den Sandzak, etwa die Hälfte Kroatiens und das Kosovo zu vereinen. Dieser Versuch gewaltsam ein Großserbien zu schaffen, ist nicht nur gescheitert, er hat die Serben sogar noch Territorium gekostet. So sind sie aus Kroatien und dem Kosovo zum großen Teil vertrieben worden, die bosnische Republika Srpska ist Bosnien angegliedert und Montenegro hat angekündigt noch im Jahr 2005 erneut ein Referendum über die Abspaltung von Serbien abhalten zu wollen. Das wollen die Serben nicht hinnehmen. Man sieht, Gründe für neue Konflikte gibt es jede Menge.



    http://www.rbi-aktuell.de/Politik/15...032005-02.html

  2. #2
    jugo-jebe-dugo
    Bischen laberei vom Autor aber sonst interesant wie das der westen so sieht.

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