Der Fruchtsaftproduzent Zivojin Djordjevic zählt zu den erfolgreichsten Unternehmern des Landes.

" Wie ein Stück feinster Zartbitter- Schokolade lässt Zivojin Djordjevic das Wort langsam auf der Zunge zergehen. Sein Leben drehe sich um Markenartikel, erzählt der gut aussehende, sportliche Mitt-Fünfziger. Der serbische Geschäftsmann hat eine Vision: Er will etwas Unverwechselbares, eben seine eigene Marke kreieren.

Seit acht Jahren arbeitet er daran, dass seine Fruchtsäfte "Next" mehr als ein Produkt unter vielen sind. In Serbien hat er das längst geschafft: Das ansprechende, fröhlich-moderne Design der Next-Säfte hebt sich von den eher auf sozialistischem Niveau gebliebenen anderen Verpackungen ab und lässt, zumindest Ausländer, die nicht auf den Preis schauen müssen, automatisch danach greifen. Zärtlich dreht Djordjevic eine 0,2-Liter-Flasche in den Händen. "Rund im Quadrat. Wie Leonardo da Vincis berühmte Proportionsstudie", beschreibt er die Philosophie hinter der Form. "Ein Jahr lang haben wir daran gearbeitet." Der 58-Jährige verkörpert den für Serbien neuen Typus des Selfmade-Man, der es, so sagt er, ohne die üblichen politischen Verbindungen, geschafft habe. Die Eltern waren einfache Eisenbahnarbeiter, die nach Subotica nahe der ungarischen Grenze gezogen waren. Der Ökonom arbeitete bei Weltkonzernen wie Procter & Gamble. Bei ihnen habe er gelernt, "was eine Marke ist". 1996 gründete er "fresh&Co". Die dafür nötigen 4,6 Mill. Mark borgte er sich, "wie zu dieser Zeit üblich", von Freunden, der Familie und Leuten, die seiner Idee vertrauten. Er kaufte eine moderne Verarbeitungs- und Füllanlage und startete mit 50 Arbeitern die Produktion.

Heute sind es 750, der Betrieb ist der größte Fruchtsaftproduzent in Südosteuropa. Von der Politik fordert Djordjevic nicht viel: Seit der politischen Wende in Serbien gebe es keine Hyperinflation mehr, der Dinar sei stabil und Banken seien ins Land gekommen, die Kredite anböten. Mehr brauche er nicht.

Mit Hilfe eines Kredits der Weltbank in Höhe von 7,7 Mill. Euro konnte die Firma expandieren. Statt der veranschlagten neun Jahre war dieser bereits nach 18 Monaten abbezahlt. Die Firma erwirtschaftet einen Jahresgewinn von 5,5 Mill. Euro, einem Zehntel des Jahresumsatzes. Von den 150 Mill. Stück (Flaschen und Tetrapacks), die jährlich produziert werden, gehen 20 Mill. in den Export. Mit 55 Prozent Marktanteil sei das Limit am heimischen Markt fast erreicht. Derzeit setzt Djordjevic zum Sprung auf den US-amerikanischen Markt an. Die Schwierigkeiten: "Das Problem ist, wer will uns folgen? Wenn ich auf den Weltmarkt gehe, brauche ich 40, vielleicht 100 Millionen. Das ist selbst für ausländische Banken in Serbien eine Nummer zu groß."

Serbien ist der größte Himbeer-Produzent in Europa. "Halb Europa isst serbische Himbeeren, aber keiner weiß das. Das ist eine Tragödie", ruft Djordjevic temperamentvoll. Das Agrarland Serbien habe schon immer Früchte exportiert, aber vor allem Rohmaterial.

Djordjevic erkannte das brachliegende Potenzial und startete mit maximalen Qualitätsansprüchen mit der Produktion hochwertiger Fruchtsäfte. Ungesunde Lebensmittel würden langsam aus den westlichen Märkten verschwinden und nur mehr in Entwicklungsländern verkauft werden können. "An Coca Cola als Marke glaube ich nicht", erklärt Djordjevic augenzwinkernd. Deshalb setzt er auf gesunde Produkte, auch auf Bio-Säfte. "Die meisten Safterzeuger kaufen Fruchtpüree und verarbeiten es zu Saft. Wir produzieren unser eigenes Püree aus Früchten, deren Anbau wir kontrollieren." Alle Früchte, bis auf Ananas und Orangen, werden in Serbien, auf 5000 Hektar Land produziert.

Djordjevic, der von der serbischen Wirtschaftskammer kürzlich zum "Geschäftsmann des Jahres 2004" erklärt wurde, fährt seit acht Jahren einen Jaguar. Sein Handgelenk ziert die Große Pilot Fluguhr von Schaffhausen. "Das inspiriert mich. Auch ich will Teil des Lebens meiner Kunden sein."




Solche Leute braucht das Land. ! Nur eine starke Wirtschaft kann den Nationalismus stoppen.......

Es lebe die serbische Himbeere....... 8)Quelle