Der wegen Völkermordes angeklagte frühere Offizier Vujadin Popovic hat sich in Belgrad gestellt
Belgrad - Der wegen Völkermordes angeklagte frühere Offizier Vujadin Popovic will sich nach serbischen Regierungsangaben dem Kriegsverbrecher-Tribunal der Vereinten Nationen (UN) in Den Haag stellen.

Popovic habe sich in Belgrad gestellt, um dem Staat zu helfen, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, teilte die Regierung am Freitag mit. Der bosnische Serbe ist auch wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Die UN werfen dem 48-Jährigen vor, am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 beteiligt gewesen zu sein. In der damaligen UN-Schutzzone hatte die bosnisch-serbische Armee bis zu 8000 unbewaffnete moslemische Jungen und Männer getötet.

Popovic ist der elfte serbische Angeklagte, der sich dem UN-Tribunal im Zeitraum von zehn Wochen freiwillig gestellt hat. Die serbische Regierung setzt seit langem auf eine Politik der Überzeugung, die die flüchtigen Angeklagten dazu bewegen soll, sich aus freien Stücken zu stellen. Eine enge Kooperation der Regierung mit dem Tribunal ist eine der Bedingungen der Europäischen Union für den Beginn von Beitrittsgesprächen.

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