Serbisches Gericht verhängt Höchststrafen für Vukovar-Massaker
Mo Dez 12, 2005 7:50 MEZ

Belgrad (Reuters) - Ein serbisches Sondergericht hat am Montag 14 frühere serbische Milizkämpfer wegen Kriegsverbrechen während der Balkankriege verurteilt und zu Gefängnisstrafen zwischen fünf und 20 Jahren verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten an dem Massaker in der ostkroatischen Stadt Vukovar im November 1991 beteiligt waren, bei dem fast 200 Menschen getötet wurden.

Das Massaker zum Ende einer dreimonatigen Belagerung des Ortes dauerte zwei Tage: Serbische Kämpfer trieben ihre Opfer aus einem Krankenhaus zusammen und fuhren sie zu einer nahe gelegenen Schweinefarm, wo sie mit mehreren Schüssen hingerichtet und verscharrt wurden. Drei weitere serbische Offiziere, denen die Verantwortung für das Massaker zugeschrieben wird, sind vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt. Das serbische Sondergericht war 2003 eingerichtet worden - als Zeichen dafür, dass sich das Land selbst seiner Kriegsvergangenheit stellt.

Die Angeklagten hätten sich unmenschlich verhalten und bewusst die Menschenwürde verletzt, sagte der Vorsitzende Richter Vesko Krstajic bei der Urteilsverkündung. Acht der Verurteilten erhielten die Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis, drei weitere müssen für 15 Jahre in Haft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, das Gericht habe die öffentliche Wahrnehmung von Kriegsverbrechen verändert. "Niemand bestreitet mehr, dass es diese Verbrechen gegeben hat."

Das Massaker von Vukovar war eine von vielen Gräueltaten, die sich während der darauf folgenden Jahre ereigneten, in denen Kroaten, Bosnier und Serben gegeneinander kämpften. Etliche serbische mutmaßliche Kriegsverbrecher sind noch auf der Flucht. Der über viele Jahre gesuchte kroatische Ex-General Ante Gotovina wurde in der vergangenen Woche festgenommen.

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Jeder Verbrecher soll seine Gerechte Strafe bekommen.