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Seselj: Dann nehmen wir eben alles

Erstellt von Šaban, 20.04.2009, 11:57 Uhr · 43 Antworten · 2.412 Aufrufe

  1. #1
    Šaban

    Seselj: Dann nehmen wir eben alles

    Hier ist ein Interview mit Vojislav Seselj (1991)
    Hier stellt Er seine Grossserbien Idee vor

    Seselj, 36, ist Führer der serbischen Radikalen Partei und Chef der Tschetnik-Freischärler. Im kommunistischen Jugoslawien verbrachte der Soziologiedozent wegen "feindseliger Propaganda" 22 Monate in Haft.
    SPIEGEL: Wenn Sie serbischer Präsident wären, was würden Sie jetzt tun?
    SESELJ: Sofort alle Serben mobilisieren, Kroatien in einem Blitzkrieg amputieren, anschließend die internationale Gemeinschaft über die neuen serbischen Grenzen informieren.
    SPIEGEL: Und was wären dann diese Grenzen?
    SESELJ: Zum jetzigen Serbien einschließlich der Provinzen Vojvodina und Kosovo müßten auch die Republiken Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro gehören, dazu die serbisch besiedelten Gebiete Kroatiens mit den Grenzen Karlobag, Karlovac, Virovitica.
    SPIEGEL: Das würde bedeuten, Kroatien auf rund ein Drittel seines bisherigen Territoriums zu reduzieren.
    SESELJ: Auf soviel, wie man vom Turm der Zagreber Kathedrale aus übersehen kann. Wenn den Kroaten das nicht reicht, dann nehmen wir eben alles. Und jene 200 000 Serben, die in Zagreb leben, und die 30 000 aus Rijeka müssen wir natürlich umsiedeln.
    SPIEGEL: Den Moslems aus Bosnien haben Sie mit Rache gedroht, sollten diese mit den Kroaten dort eine Koalition eingehen. Wäre Widerstand gegen eine serbische Okkupation nicht vollkommen verständlich?
    SESELJ: Die Moslems in Bosnien sind islamisierte Serben, und ein Teil der sogenannten Kroaten sind katholische Serben. Tito hat nach dem Krieg eine Million katholischer Serben in ganz Jugoslawien gezwungen, sich als Kroaten zu bekennen.
    SPIEGEL: Und wenn sich die Moslems ihrer Entnationalisierung widersetzen?
    SESELJ: Dann werden wir sie aus Bosnien vertreiben.
    SPIEGEL: Wohin?
    SESELJ: Nach Anatolien.
    SPIEGEL: Wohin wollen Sie denn die Mazedonier schicken, die sich ebenfalls für souverän erklären wollen?
    SESELJ: Das werden wir nicht zulassen. Mazedonien gehörte schon vor der Gründung Jugoslawiens zu Serbien. --- S.125
    SPIEGEL: Was für eine Staatsform schwebt Ihnen für Ihr unabhängiges Großserbien vor?
    SESELJ: Früher waren wir für die Monarchie. Aber das Benehmen von Prinz Alexander paßt uns nicht. Der überschlägt sich mit Huldigungen an die slowenische und kroatische Demokratie, sieht in Serbien offenbar nur Bolschewisten. Also haben wir uns für eine Republik entschieden.
    SPIEGEL: Könnte Jugoslawien in einer Konföderation weiterbestehen?
    SESELJ: Wir kämpfen für die Abschaffung Jugoslawiens als Staat. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Konföderation, da werden doch nicht ausgerechnet wir das Versuchskaninchen spielen.
    SPIEGEL: Wie wollen Sie sich Ihr künftiges Großreich denn erobern?
    SESELJ: Unser Vorschlag war, Slowenien von Jugoslawien abzutrennen. Das ist vollzogen. Jetzt muß sich die Armee auch aus Zagreb zurückziehen, bis zu jenem Grenzstrich, wo Serben leben und der unsere serbische Westgrenze sein wird.
    SPIEGEL: Die 100 000 Mann starke kroatische Polizeiarmee beunruhigt Sie nicht?
    SESELJ: Sie sehen doch, wie die Kroaten reihenweise fallen. Das sind Feiglinge, wir sind stärker. In Borovo Selo haben 22 Serben 300 Kroaten besiegt.
    SPIEGEL: Hassen Sie die Kroaten?
    SESELJ: Kroaten sind kein historisches Volk. Nehmen Sie die Deutschen und Tschechen. Tscheche ist ein Synonym für Feigling, die Deutschen sind ein Kriegervolk. So ist es auch mit den Serben und Kroaten. Die Kroaten sind ein verdorbenes Volk. Ich habe noch keinen anständigen Kroaten getroffen.
    SPIEGEL: Was halten Sie vom kroatischen Präsidenten Tudjman?
    SESELJ: Tudjmans Regime wankt. Er kann schon bald stürzen, weil er an allen Fronten Verluste hinnehmen muß. Die tatsächliche Zahl der Toten wurde bislang nicht veröffentlicht.
    SPIEGEL: Angeblich sind darunter auch viele Ausländer.
    SESELJ: Vor allem Albaner aus dem Kosovo. Aber die kehren meist nur als Leichen zurück. Tudjman läßt pro Söldner 1500 Mark bezahlen, das ist viel Geld. Mein Gehalt als Parlamentsabgeordneter ist geringer. Außerdem kämpfen in Tudjmans Garden auch Kurden, Ungarn, Polen und Deutsche.
    SPIEGEL: Das hat die deutsche Botschaft dementiert.
    SESELJ: Beim Angriff auf die Raketenbasen vor zwei Wochen kamen mindestens 40 deutsche Militärfachleute um. Aber die waren wohl nicht im Auftrage Bonns dort, sondern privat engagiert worden.
    SPIEGEL: Sie sind Oberster Befehlshaber Ihrer Freiwilligen-Armee. Was ist Ihre Strategie?
    SESELJ: Ich bin Woiwode. Diesen Titel hat mir der älteste noch lebende Tschetnik-Führer, Momcilo Djujic aus Kalifornien, verliehen. Ich organisiere die Einsätze unserer Guerilla-Organisation, bestimme die Angriffsziele und Punkte, die zu erobern sind.
    SPIEGEL: Also greifen Ihre Truppen auch rein kroatische Dörfer an?
    SESELJ: Nein. Wir verteidigen nur serbische Dörfer.
    SPIEGEL: Wie stark ist Ihre Armee?
    SESELJ: Stark genug!
    SPIEGEL: Woher rekrutieren Sie die Kämpfer?
    SESELJ: Das sind alles Serben. Viele stammen allerdings auch aus dem Exil. Wenn wir sie an die Front schicken, nehmen sie unbezahlten Urlaub in ihren Firmen.
    SPIEGEL: Ein Teil Ihrer Waffen stammt von der Bundesarmee?
    SESELJ: Ein Teil - aber nur ausrangierte deutsche Knarren. Dann haben wir Thompsons aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem großen Kaliber und großem Druck. In Borovo Selo wurde ein Ustascha damit so unglücklich am Kopf getroffen, daß beide Augäpfel heraussprangen. Die Kroaten behaupteten, wir hätten die Leiche verstümmelt.
    SPIEGEL: Haben Sie auch ausländische Waffen gekauft?
    SESELJ: Natürlich, sogar in Ungarn. Wir fanden einen ungarischen Minister, den wir bezahlten und der uns Waffen schickte.
    SPIEGEL: Wo kämpfen Ihre Leute denn jetzt?
    SESELJ: Wir schicken sie von Belgrad aus in die Krisengebiete. Wenn sich in jedem Dorf 20 oder 30 Tschetniks befinden, reicht das bereits aus, um dort die Leute zu ermutigen.
    SPIEGEL: Die Bundesarmee besteht zu 80 Prozent aus Serben. Warum überlassen Sie der nicht die Verteidigung der Serben?
    SESELJ: Weil diese Armee uns Serben bisher nicht geschützt hat. Die Militärs mischen sich nur ein, wenn Serben gegen Kroaten kämpfen. Wir ziehen uns sofort zurück, wenn die Armee auftaucht. Da gibt es nämlich noch einige alte kommunistische Kommandeure --- S.126 mit Vorurteilen gegenüber den Tschetniks.
    SPIEGEL: Stört es Sie nicht, daß Ihr Radikalismus Serbien in die Isolation führen wird?
    SESELJ: Das wäre nicht das erste Mal in der serbischen Geschichte. Serbien hat auch Anfang dieses Jahrhunderts einen Zollkrieg von seiten Österreichs und Ungarns überstanden.
    SPIEGEL: Was machen Sie, wenn Europa oder die USA den von Serbien bedrohten Republiken Beistand leisten?
    SESELJ: Wenn ihr Lust habt zu sterben, nur munter zu! Dann habt ihr eben aus der Geschichte keine Lehren gezogen. Wir sind in der Guerilla-Taktik erfahren, wir sind keine Araber, hier ist nicht der Irak. Käme es zu einer ausländischen Intervention, werden wir sie alle umbringen - wo immer wir sie erwischen.
    SPIEGEL: Wer ist wir?
    SESELJ: Die Mehrheit der Serben. Die USA und Europa haben sich unsere Sympathien endgültig verscherzt. Sie haben Kroatien und Slowenien geholfen, nur weil diese katholisch und wir orthodoxen Glaubens sind. Wir werden niemals diese Demütigung vergessen, als drei EG-Minister auf einer Sitzung des Staatspräsidiums die Wahl des Kroaten Stipe Mesic zum Vorsitzenden erpreßten.
    SPIEGEL: Hat der Westen nicht auch geholfen, Osteuropa vom Kommunismus zu befreien?
    SESELJ: Jugoslawien wurde das kommunistische Regime aufgezwungen. Churchill verriet den Tschetnik-Führer Draza Mihajlovic und König Peter, indem er Tito anerkannte. Ein halbes Jahrhundert half der Westen Tito, und niemand fragte, ob wir Freiheit und Demokratie hatten und warum wir in den Gefängnissen saßen. Jetzt, wo wir freier leben als je zuvor, werden wir als Bolschewisten beschimpft.
    SPIEGEL: Werden Sie vom serbischen Präsidenten Milosevic bezahlt? Es heißt, Sie seien in Wirklichkeit sein Erfüllungsgehilfe.
    SESELJ: Wenn ich an die Macht komme, werde ich Milosevic wahrscheinlich verhaften. Aber solange die Amerikaner versuchen, Milosevic zu stürzen, indem sie den verrückten Vuk Draskovic und die Demokratische Partei von Micunovic unterstützen - so lange werde ich Milosevic helfen. Denn serbische Politik darf nicht in Washington gemacht werden.





    Quelle: "Dann nehmen wir alles" - Artikel - SPIEGEL WISSEN - Lexikon, Wikipedia und SPIEGEL-Archiv

    Ich finde den typen geisteskrank, vorallem das was er über die Bosnier sagte


    Bitte keine Unnötigen kommentare wie "Scheiss serben" "ihr wart schuld"

  2. #2

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    09.03.2009
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    4.099
    sprachlos....

  3. #3

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    8.286
    tja er hats ja sehr weit gebracht, bis nach den haag. und sein großserbien schrumpft von tag zu tag...

  4. #4
    Oro
    Avatar von Oro

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    1.969
    Aus welchem Jahr ist das?

  5. #5
    Šaban
    Zitat Zitat von Killah Beitrag anzeigen
    Aus welchem Jahr ist das?
    Hab ich oben hingeschrieben

    91'

  6. #6
    Avatar von Aviator

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    5.950
    Schade das er seine psychologische Ausbildung niemals an sich selber angewand hat.
    Soviel Schulbildung und die ganze Zeit war umsonst.

  7. #7

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    5.790
    Zitat Zitat von Šaban Beitrag anzeigen
    Hier ist ein Interview mit Vojislav Seselj (1991)
    Hier stellt Er seine Grossserbien Idee vor

    Seselj, 36, ist Führer der serbischen Radikalen Partei und Chef der Tschetnik-Freischärler. Im kommunistischen Jugoslawien verbrachte der Soziologiedozent wegen "feindseliger Propaganda" 22 Monate in Haft.
    SPIEGEL: Wenn Sie serbischer Präsident wären, was würden Sie jetzt tun?
    SESELJ: Sofort alle Serben mobilisieren, Kroatien in einem Blitzkrieg amputieren, anschließend die internationale Gemeinschaft über die neuen serbischen Grenzen informieren.
    SPIEGEL: Und was wären dann diese Grenzen?
    SESELJ: Zum jetzigen Serbien einschließlich der Provinzen Vojvodina und Kosovo müßten auch die Republiken Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro gehören, dazu die serbisch besiedelten Gebiete Kroatiens mit den Grenzen Karlobag, Karlovac, Virovitica.
    SPIEGEL: Das würde bedeuten, Kroatien auf rund ein Drittel seines bisherigen Territoriums zu reduzieren.
    SESELJ: Auf soviel, wie man vom Turm der Zagreber Kathedrale aus übersehen kann. Wenn den Kroaten das nicht reicht, dann nehmen wir eben alles. Und jene 200 000 Serben, die in Zagreb leben, und die 30 000 aus Rijeka müssen wir natürlich umsiedeln.
    SPIEGEL: Den Moslems aus Bosnien haben Sie mit Rache gedroht, sollten diese mit den Kroaten dort eine Koalition eingehen. Wäre Widerstand gegen eine serbische Okkupation nicht vollkommen verständlich?
    SESELJ: Die Moslems in Bosnien sind islamisierte Serben, und ein Teil der sogenannten Kroaten sind katholische Serben. Tito hat nach dem Krieg eine Million katholischer Serben in ganz Jugoslawien gezwungen, sich als Kroaten zu bekennen.
    SPIEGEL: Und wenn sich die Moslems ihrer Entnationalisierung widersetzen?
    SESELJ: Dann werden wir sie aus Bosnien vertreiben.
    SPIEGEL: Wohin?
    SESELJ: Nach Anatolien.
    SPIEGEL: Wohin wollen Sie denn die Mazedonier schicken, die sich ebenfalls für souverän erklären wollen?
    SESELJ: Das werden wir nicht zulassen. Mazedonien gehörte schon vor der Gründung Jugoslawiens zu Serbien. --- S.125
    SPIEGEL: Was für eine Staatsform schwebt Ihnen für Ihr unabhängiges Großserbien vor?
    SESELJ: Früher waren wir für die Monarchie. Aber das Benehmen von Prinz Alexander paßt uns nicht. Der überschlägt sich mit Huldigungen an die slowenische und kroatische Demokratie, sieht in Serbien offenbar nur Bolschewisten. Also haben wir uns für eine Republik entschieden.
    SPIEGEL: Könnte Jugoslawien in einer Konföderation weiterbestehen?
    SESELJ: Wir kämpfen für die Abschaffung Jugoslawiens als Staat. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Konföderation, da werden doch nicht ausgerechnet wir das Versuchskaninchen spielen.
    SPIEGEL: Wie wollen Sie sich Ihr künftiges Großreich denn erobern?
    SESELJ: Unser Vorschlag war, Slowenien von Jugoslawien abzutrennen. Das ist vollzogen. Jetzt muß sich die Armee auch aus Zagreb zurückziehen, bis zu jenem Grenzstrich, wo Serben leben und der unsere serbische Westgrenze sein wird.
    SPIEGEL: Die 100 000 Mann starke kroatische Polizeiarmee beunruhigt Sie nicht?
    SESELJ: Sie sehen doch, wie die Kroaten reihenweise fallen. Das sind Feiglinge, wir sind stärker. In Borovo Selo haben 22 Serben 300 Kroaten besiegt.
    SPIEGEL: Hassen Sie die Kroaten?
    SESELJ: Kroaten sind kein historisches Volk. Nehmen Sie die Deutschen und Tschechen. Tscheche ist ein Synonym für Feigling, die Deutschen sind ein Kriegervolk. So ist es auch mit den Serben und Kroaten. Die Kroaten sind ein verdorbenes Volk. Ich habe noch keinen anständigen Kroaten getroffen.
    SPIEGEL: Was halten Sie vom kroatischen Präsidenten Tudjman?
    SESELJ: Tudjmans Regime wankt. Er kann schon bald stürzen, weil er an allen Fronten Verluste hinnehmen muß. Die tatsächliche Zahl der Toten wurde bislang nicht veröffentlicht.
    SPIEGEL: Angeblich sind darunter auch viele Ausländer.
    SESELJ: Vor allem Albaner aus dem Kosovo. Aber die kehren meist nur als Leichen zurück. Tudjman läßt pro Söldner 1500 Mark bezahlen, das ist viel Geld. Mein Gehalt als Parlamentsabgeordneter ist geringer. Außerdem kämpfen in Tudjmans Garden auch Kurden, Ungarn, Polen und Deutsche.
    SPIEGEL: Das hat die deutsche Botschaft dementiert.
    SESELJ: Beim Angriff auf die Raketenbasen vor zwei Wochen kamen mindestens 40 deutsche Militärfachleute um. Aber die waren wohl nicht im Auftrage Bonns dort, sondern privat engagiert worden.
    SPIEGEL: Sie sind Oberster Befehlshaber Ihrer Freiwilligen-Armee. Was ist Ihre Strategie?
    SESELJ: Ich bin Woiwode. Diesen Titel hat mir der älteste noch lebende Tschetnik-Führer, Momcilo Djujic aus Kalifornien, verliehen. Ich organisiere die Einsätze unserer Guerilla-Organisation, bestimme die Angriffsziele und Punkte, die zu erobern sind.
    SPIEGEL: Also greifen Ihre Truppen auch rein kroatische Dörfer an?
    SESELJ: Nein. Wir verteidigen nur serbische Dörfer.
    SPIEGEL: Wie stark ist Ihre Armee?
    SESELJ: Stark genug!
    SPIEGEL: Woher rekrutieren Sie die Kämpfer?
    SESELJ: Das sind alles Serben. Viele stammen allerdings auch aus dem Exil. Wenn wir sie an die Front schicken, nehmen sie unbezahlten Urlaub in ihren Firmen.
    SPIEGEL: Ein Teil Ihrer Waffen stammt von der Bundesarmee?
    SESELJ: Ein Teil - aber nur ausrangierte deutsche Knarren. Dann haben wir Thompsons aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem großen Kaliber und großem Druck. In Borovo Selo wurde ein Ustascha damit so unglücklich am Kopf getroffen, daß beide Augäpfel heraussprangen. Die Kroaten behaupteten, wir hätten die Leiche verstümmelt.
    SPIEGEL: Haben Sie auch ausländische Waffen gekauft?
    SESELJ: Natürlich, sogar in Ungarn. Wir fanden einen ungarischen Minister, den wir bezahlten und der uns Waffen schickte.
    SPIEGEL: Wo kämpfen Ihre Leute denn jetzt?
    SESELJ: Wir schicken sie von Belgrad aus in die Krisengebiete. Wenn sich in jedem Dorf 20 oder 30 Tschetniks befinden, reicht das bereits aus, um dort die Leute zu ermutigen.
    SPIEGEL: Die Bundesarmee besteht zu 80 Prozent aus Serben. Warum überlassen Sie der nicht die Verteidigung der Serben?
    SESELJ: Weil diese Armee uns Serben bisher nicht geschützt hat. Die Militärs mischen sich nur ein, wenn Serben gegen Kroaten kämpfen. Wir ziehen uns sofort zurück, wenn die Armee auftaucht. Da gibt es nämlich noch einige alte kommunistische Kommandeure --- S.126 mit Vorurteilen gegenüber den Tschetniks.
    SPIEGEL: Stört es Sie nicht, daß Ihr Radikalismus Serbien in die Isolation führen wird?
    SESELJ: Das wäre nicht das erste Mal in der serbischen Geschichte. Serbien hat auch Anfang dieses Jahrhunderts einen Zollkrieg von seiten Österreichs und Ungarns überstanden.
    SPIEGEL: Was machen Sie, wenn Europa oder die USA den von Serbien bedrohten Republiken Beistand leisten?
    SESELJ: Wenn ihr Lust habt zu sterben, nur munter zu! Dann habt ihr eben aus der Geschichte keine Lehren gezogen. Wir sind in der Guerilla-Taktik erfahren, wir sind keine Araber, hier ist nicht der Irak. Käme es zu einer ausländischen Intervention, werden wir sie alle umbringen - wo immer wir sie erwischen.
    SPIEGEL: Wer ist wir?
    SESELJ: Die Mehrheit der Serben. Die USA und Europa haben sich unsere Sympathien endgültig verscherzt. Sie haben Kroatien und Slowenien geholfen, nur weil diese katholisch und wir orthodoxen Glaubens sind. Wir werden niemals diese Demütigung vergessen, als drei EG-Minister auf einer Sitzung des Staatspräsidiums die Wahl des Kroaten Stipe Mesic zum Vorsitzenden erpreßten.
    SPIEGEL: Hat der Westen nicht auch geholfen, Osteuropa vom Kommunismus zu befreien?
    SESELJ: Jugoslawien wurde das kommunistische Regime aufgezwungen. Churchill verriet den Tschetnik-Führer Draza Mihajlovic und König Peter, indem er Tito anerkannte. Ein halbes Jahrhundert half der Westen Tito, und niemand fragte, ob wir Freiheit und Demokratie hatten und warum wir in den Gefängnissen saßen. Jetzt, wo wir freier leben als je zuvor, werden wir als Bolschewisten beschimpft.
    SPIEGEL: Werden Sie vom serbischen Präsidenten Milosevic bezahlt? Es heißt, Sie seien in Wirklichkeit sein Erfüllungsgehilfe.
    SESELJ: Wenn ich an die Macht komme, werde ich Milosevic wahrscheinlich verhaften. Aber solange die Amerikaner versuchen, Milosevic zu stürzen, indem sie den verrückten Vuk Draskovic und die Demokratische Partei von Micunovic unterstützen - so lange werde ich Milosevic helfen. Denn serbische Politik darf nicht in Washington gemacht werden.





    Quelle: "Dann nehmen wir alles" - Artikel - SPIEGEL WISSEN - Lexikon, Wikipedia und SPIEGEL-Archiv

    Ich finde den typen geisteskrank, vorallem das was er über die Bosnier sagte


    Bitte keine Unnötigen kommentare wie "Scheiss serben" "ihr wart schuld"
    Das kann doch gar nicht sein.. In Wirklichkeit ist die USA und der Westen Schuld......

  8. #8
    Avatar von cica-maca66

    Registriert seit
    10.03.2007
    Beiträge
    1.207
    Naja, mit einigen Sachen hat er schon Recht.
    Aber ich bin nicht mit seiner grossserbischen Idee einverstanden, Man kann nicht den Kroaten Land wegnehmen, auch nicht den anderen Staaten, genau so wenig wie man uns Land wegnehmen kann. (Kosovo) Wenn jeder denken wuerde wie er, dann wuerde jede Nation Anspruch erheben auf Land in denen ein paar tausende Menschen ihres Volkes leben. Und das geht nicht.
    Und Makedonien ist ja sowieso ein Streitpunkt, die waren ja mal Teil Bulgariens, dann kamen im 10 Jahrhundert die Serben nach Makedonien. (Ich weiss nicht ob man heute Land beanspruchen kann, dass ein Koenig vor hunderten von Jahren mal erobert hat,oder?)

  9. #9
    Avatar von baduglyboy

    Registriert seit
    24.08.2008
    Beiträge
    1.824
    Zitat Zitat von acttm Beitrag anzeigen
    Das kann doch gar nicht sein.. In Wirklichkeit ist die USA und der Westen Schuld......
    vatikan hast du vergessen...

  10. #10

    Registriert seit
    14.03.2008
    Beiträge
    5.790
    Zitat Zitat von baduglyboy Beitrag anzeigen
    vatikan hast du vergessen...
    Wie konnte ich den nur vergessen.

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