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Spannungen zwischen Rom und Kroatien wegen Partisanen-Massak

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 13.02.2007, 20:52 Uhr · 2 Antworten · 813 Aufrufe

  1. #1
    jugo-jebe-dugo

    Spannungen zwischen Rom und Kroatien wegen Partisanen-Massak

    Spannungen zwischen Rom und Kroatien wegen Partisanen-Massakern

    Mesic wirft Italiens Staatschef Napolitano "Geschichtsrevisionismus" vor - Kroatiens Regierung schlägt gemeinsamen Ausschuss vor

    Rom - Zwischen Italien und Kroatien herrschen diplomatische Spannungen wegen der Massaker von jugoslawischen Partisanen an Italienern während des Zweiten Weltkriegs. Dabei warfen die Partisanen Josip Broz Titos die Leichen ihrer rund italienischen 15.000 Opfer in die "Foiben", senkrechte Karsthöhlen, die in Istrien und Julisch-Venetien verbreitet sind.

    "Kartell des Schweigens"

    Der kroatische Präsident Stipe Mesic attackierte Italiens Staatspräsidenten Giorgio Napolitano, der anlässlich des Tages der Erinnerung an die Foiben am Samstag das "Kartell des Schweigens" bzw. die "politisch-ideologische Blindheit" thematisiert hatte, die für zu viele Jahre auf der Tragödie der Istrier und Dalmatier gelastet habe. Napolitano gedachte des blutigen Massakers der Foiben, das seiner Ansicht nach einer "ethnischen Säuberung" geglichen habe.

    Mesic bezeichnete Napolitanos Worte als "rassistisch und revanchistisch". Napolitano habe mit seiner Rede "Geschichtsrevisionismus" betrieben, sagte der kroatische Präsident am Montagabend. Daraufhin beschloss der italienische Außenminister, Massimo D'Alema, den kroatischen Botschafter in Rom, Tomislav Vidosevic, einzubestellen. D'Alema stufte die Reaktion Zagrebs als "unbegründet" ein. Die Kroaten werfen Italien vor, über die Besatzung eines Großteils von Ex-Jugoslawien durch faschistische Truppen Italiens während des Zweiten Weltkriegs zu schweigen.

    "Absolut unmotiviert"

    Der italienische Regierungschef Romano Prodi protestierte gegen Mesics Haltung. "Die Worte des kroatischen Präsidenten sind absolut unmotiviert", kommentierte Prodi. Ein Besuch des Unterstaatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten, Vittorio Craxi, wurde abgesagt.

    Die Toten in den "Foiben" waren nur zum Teil Faschisten. Die Massenmorde und die Deportationen, aber auch die privaten Racheakte sind ein Kapitel der Geschichte von Slowenen, Kroaten und Italienern, das in Italien - abgesehen von der Nischenkultur der istrischen Flüchtlinge in Triest - jahrzehntelang mit einem Tabu belegt war. "Diese Verbrechen haben jahrzehntelang in den Schul- und Lehrbüchern Italiens nicht die geringste Spur hinterlassen, dabei war der Mord an Tausenden von Italienern nichts anderes als ein kaltblütiger Versuch ethnischer Säuberung", kommentierte der italienische Oppositionspolitiker Marcello Pera kürzlich.

    Gemeinsamer Ausschuss

    Nun hat die kroatische Regierung hat der italienischen Regierung die Wiederholung der Arbeit des gemeinsamen kroatischen-italienischen Ausschusses vorgeschlagen. Dieser Ausschuss soll die Wahrheit über Kriegsverbrechen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg herausfinden. Dies erklärte der Sprecher der kroatischen Regierung, Ratko Macek, gegenüber der kroatischen Nachrichtenagentur Hina am Dienstag.

    Die Abkommen mit Italien, die nach der Auflösung Jugoslawiens von Kroatien und Slowenien "geerbt" wurden, sehen vor, dass Zagreb den italienischen Vertriebenen 35 Millionen US-Dollar (27,0 Mio. Euro) zahlen muss. Die im Osimo-Vertrag (1975) und im Vertrag von Rom (1983) vorgesehenen Entschädigungen wurden bisher noch nicht ausbezahlt.

    Das Büro des kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader erinnerte daran, dass man die Verträge von Osimo und Rom erfüllen müsse. Macek sagte auch, dass Kroatien bereit ist, seinen Teil der Schuld zu zahlen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2766245


    Kroaten haben ein neuen Streitpartner neben Slowenien gefunden da sich das ja mit Serbien gelegt hat.

  2. #2

    Registriert seit
    06.10.2005
    Beiträge
    279
    Die Toten in den "Foiben" waren nur zum Teil Faschisten.
    Was sollen das bedeuten?
    Ich finde kroatische Haltung völlig richtig, nieder mit italo-faschismus.

  3. #3
    Avatar von Ivo2

    Registriert seit
    13.07.2004
    Beiträge
    19.006
    Ich verstehe die heftige Reaktion von Mesic nicht ganz. Er hätte darauf ruhig Antowrten können, auch mit dem Hinweis, dass italienische Kommunisten auch daran beteiligt waren.
    Ich bin kein Politiker und brauch mich demnach auch nicht diplomatisch oder zurüchkaltend Verhalten.
    Was soll man auch von einem Staat erwarten, der sich in beiden Weltkriegen durch Verrat, Unfähigkeit und Feigheit hervorgetan hat und durch Geschichtsrevisionismus versucht, als Opfer und heldenhafte Nation in die Analen der Geschichte einzugehen.
    Ein Staat der den Holocaust an Juden auf seinem Staatsgebiet leugnet. Ein Staat der den Faschismus eigentlich erfunden hat. Ein Staat, wo der "Duce" noch immer verehrt wird, wo die Mafia noch immer die 1. Geige spielt. Ein Staat der sich seiner Verbrechen an der zivilen Bevölkerung in Teilen Europas und Afrikas bis heute nicht stellt.
    Dieser Napolitano ist ein gutes Beispiel dafür. Wie ich gelesen habe war er seinerzeit bei Tito, nur hat er sich dieses Thema nicht getraut anzusprechen, da er die Hosen gestrichen voll hatte.
    Ohne Hitler hätte Mussolini jeden Krieg verloren, den er angefangen hat. Auch war es Italien, hier insbesondere Mussolini, der einem Pavelic und seinen Ustasa, Ausbildung, Schutz und Unterstützung gewährte. Nicht einmal Hitler wollte Pavelic und seine Ustasa als Regierung einsetzen.
    Würde Deutschland seine "Heimatvertriebenen", Sudeten-Deutsche, Volksdeutsche usw. so feiern, wie es die Italiener tun, würde die ganze Welt zu recht aufschreien.
    Für mich ist es schlicht und ergreifend ein weiterer ungustiöser Versuch von italienischer Seite, sich seiner Greueltaten vor- während- und nach dem 2.WK, sowie seiner verbrecherischen, faschistischen Vergangenheit zu stellen.

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