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Durnwalder berichtet im Kosovo über Südtiroler Autonomie
Vor politischen Vertretern aus allen Staaten des Balkans hat Landeshauptmann Luis Durnwalder am Mittwoch das Südtiroler Autonomiemodell in allen Einzelheiten erläutert.

"Natürlich kann das Modell nicht eins zu eins übertragen werden, aber die Erfahrung zeigt, dass das Südtiroler Modell zur Regelung unserer spezifischen Situation geeignet war und uns zu sozialem Frieden und wirtschaftlichem Wohlstand geführt hat", erklärt Durnwalder.

In der kosovarischen Hauptstadt Pristina hatte der EU-Ausschuss der Regionen, dem auch Landeshauptmann Durnwalder angehört, zu einer Konferenz geladen, in der es vor allem um die Stabilisierung des westlichen Balkans und die Rolle der europäischen Regionen in diesem Prozess ging. Der Landeshauptmann war - neben Vertretern anderer europäischer Minderheiten, etwa der finnischen Aland-Inseln - zur Konferenz eingeladen worden, um das Südtiroler Autonomiemodell vorzustellen. Durnwalder ging demnach in seinem Referat vor allem auf die Geschichte und die heute existierenden Eckpfeiler der Südtiroler Autonomie ein.

"Es wurde mir mehrfach versichert, dass das Südtiroler Modell verglichen mit den anderen vorgestellten Systemen wohl am ehesten als Lösung für den Kosovo in Frage komme, da es sich um das wohl praxisnächste Beispiel des Minderheitenschutzes handelt", erklärt Durnwalder. Allerdings sei das Südtiroler Modell weder perfekt, noch könne es ohne Einschränkungen auf eine vollkommen andere Realität übertragen werden.

Der Landeshauptmann wird am Donnerstag einige Südtiroler Hilfsprojekte im Kosovo besuchen, und sich von deren Auswirkungen auf die lokale soziale und wirtschaftliche Situation überzeugen. Dabei geht es vor allem um Hilfe für die kosovarischen Viehbauern, um den Aufbau entsprechender Zuchtverbände und Vermarktungsstrukturen.