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Der Superstar der Verzweifelten

Erstellt von Gentos, 01.05.2009, 19:18 Uhr · 8 Antworten · 706 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    05.09.2004
    Beiträge
    7.890

    Der Superstar der Verzweifelten

    Belgrad fürchtet sich vor einem Textilarbeiter in Novi Pazar, der sich aus sozialer Not selbst verstümmelte.


    An den Sozialismus glauben er und die Arbeiter der Firma Raška nicht mehr, der 1. Mai ist hier diskreditiert.

    Zoran Bulatović ist seit Tagen in aller Munde. Er ist der Mann, der sich den Finger abgehackt und vor laufenden Kameras verzehrt hat. Über Nacht ist der Fünfzigjährige ein Superstar der Verzweifelten in Serbien geworden, ein Symbol der Hoffnungslosigkeit.
    Mit einigen Kollegen ist der Anführer des Verbandes der Textilarbeiter aus Novi Pazar vor einer Woche in Hungerstreik getreten und hat sich in den Verbandsräumen im Zentrum der Stadt verbarrikadiert. Niemand schenkte ihnen Aufmerksamkeit, bis Bulatović zum Messer griff. An der Tür stehen die Forderungen der Arbeiter der Textilfabrik "Raška" : Auszahlung aller Gehälter, die sie seit 1993 nicht erhalten haben und ein Sozialprogramm. Vor der Tür ist ein Gitter befestigt. Niemand kommt heraus, niemand wird hineingelassen.
    "Ich bin kein Kannibale, ich bin nicht verrückt, ich wusste nur nicht mehr, was wir tun sollen" , sagt der blasse, unrasierte und sichtlich erschöpfte Mann durch das Gitter zum Standard. Er spreche im Namen von 1400 Textilarbeitern, von denen die Hälfte gar keine Sozialversicherung haben. Sie hätten es schon mit Protesten, mit Hungerstreiks versucht, hielten Molotowcoctails in der Hand und drohten, sich zu verbrennen. Nichts hatte genutzt. Die serbische Gesellschaft sei einfach abgestumpft. Leid wirkt nicht mehr.
    Hungerstreik ist zu Ende
    Dauernd kommen Gruppen von Arbeitern, um Bulatović zu besuchen. Sie reden mit ihm, er gibt ihnen Anweisungen, sagt ihnen, sie sollten sich noch gedulden. Regierungsvertreter hätten ihm versprochen, das Problem zu lösen. Doch glauben schenkt auch Bulatović den Regierungsvertretern ebenso wenig, wie den "korrumpierten" Gewerkschaften. Deshalb hätten seine Kollegen seit einer Woche nicht mehr gegessen, erklärt er. Im Gegensatz zu ihm: "Ich bin ja nicht mehr im Hungerstreik. Ich hatte eine Mahlzeit, nämlich meinen Finger." Alle seien sie bereit bis zum bitteren Ende zu gehen, sagt Bulatović in einem Zustand überzeugender Verzweiflung. Auch wenn es den einen oder anderen noch einen Körperteil kosten sollte.
    Der "Fingerfresser" , wie ihn einige Medien bezeichneten, ist ein Albtraum für die Regierung in Belgrad geworden. Wenn sie nachgibt, könnten bei einer Arbeitslosigkeit von rund 20 Prozent auch andere verzweifelte Menschen auf den Gedanken kommen, mit Selbstverstümmelung oder anderen radikalen Methoden für ihre Rechte zu kämpfen. Wenn nicht, riskierte sie in der explosiven sozialen Lage weitere unabsehbare Reaktionen der Textilarbeiter in Novi Pazar.
    Opfer wilder Privatisierung
    "Momentan hat es keinen Sinn, Streiks zu organisieren" , sagt Džemo Graco, regionaler Präsident der Assoziation freier und unabhängiger Gewerkschaften Serbiens (ASNS), die rund 200.000 Mitglieder zählt. Die Staatskasse sei nämlich ebenso leer, wie die von Gewerkschaften. Graco verurteilte die Methoden von Bulatović, auch wenn er Verständnis für die hunderttausenden Arbeiter hat, die Opfer der wilden Privatisierung geworden sind. In der Wirtschaftskrise setzt sich die ASNS für die Zusammenarbeit mit der Regierung ein. Andere Gewerkschaften sind anderer Meinung, aber untereinander sind sie ohnehin hoffnungslos zerstritten und daher machtlos.
    Mit einer Arbeitslosenrate von 47 Prozent ist Novi Pazar, wie viele andere serbische Provinzstädte, eine Stadt der Verarmten geworden. Eine soziale Zeitbombe, nennen das Soziologen. Die einst blühende Textilindustrie ist nicht mehr so profitabel: Einerseits weil die Fälschung von bekannten Marken wie Levi's oder Versace in Serbien nicht mehr geduldet wird. Andererseits weil man mit den Preisen von Textilhändlern aus China nicht standhalten kann. Trotz der allgemeinen Misere gibt es keine nationalen Spannungen zwischen Serben und Bosniaken.
    Unmittelbar an der Grenze zum Kosovo, Montenegro und Bosnien-Herzegowina leben hier viele Menschen vom Schmuggel, die ehemaligen Textilarbeiter verkaufen auf dem Markt, was immer sie in die Hände bekommen. Oder sie bekommen Geld von Verwandten aus dem Ausland. Über achtzig Prozent der Bevölkerung in Novi Pazar sind Bosniaken. Die vielen Moscheen geben der multiethnischen, aber heruntergekommenen Stadt orientalischen Charme. In einigen Gasthäusern wird denn auch kein Alkohol verkauft. Entsprechend der sozialen Lage kostet ein Kaffee rund 30 Cent, dreimal weniger als in Belgrad. Für fünf Euro bekommt man sensationelle Æevapèići - der Sandschak ist dafür berühmt - für zwei Personen inklusive Getränke.
    Kommunistischer Brauch
    Den 1. Mai 2009 verbringen Bulatović und seine Kollegen in ihrer Selbstisolation. Doch auch die anderen Arbeiter in Novi Pazar feiern den Tag der Arbeit nicht. Das tue man nicht mehr, erklären einige um Bulatović versammelte Männer, das sei doch ein kommunistischer Brauch, und Serbien sei kein kommunistisches Land mehr. "Nur die Bonzen feiern heute, während die Arbeiter im Dreck sitzen und ihnen noch immer tatenlos zuschauen" , sagt Bulatović, der selbst nicht mehr zuschauen will. (Andrej Ivanji aus Novi Pazar/DER STANDARD, Printausgabe, 02.05.2009)


    derStandard.at

  2. #2
    Romantika
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Belgrad fürchtet sich vor einem Textilarbeiter in Novi Pazar, der sich aus sozialer Not selbst verstümmelte.


    An den Sozialismus glauben er und die Arbeiter der Firma Raška nicht mehr, der 1. Mai ist hier diskreditiert.

    Zoran Bulatović ist seit Tagen in aller Munde. Er ist der Mann, der sich den Finger abgehackt und vor laufenden Kameras verzehrt hat. Über Nacht ist der Fünfzigjährige ein Superstar der Verzweifelten in Serbien geworden, ein Symbol der Hoffnungslosigkeit.
    Mit einigen Kollegen ist der Anführer des Verbandes der Textilarbeiter aus Novi Pazar vor einer Woche in Hungerstreik getreten und hat sich in den Verbandsräumen im Zentrum der Stadt verbarrikadiert. Niemand schenkte ihnen Aufmerksamkeit, bis Bulatović zum Messer griff. An der Tür stehen die Forderungen der Arbeiter der Textilfabrik "Raška" : Auszahlung aller Gehälter, die sie seit 1993 nicht erhalten haben und ein Sozialprogramm. Vor der Tür ist ein Gitter befestigt. Niemand kommt heraus, niemand wird hineingelassen.
    "Ich bin kein Kannibale, ich bin nicht verrückt, ich wusste nur nicht mehr, was wir tun sollen" , sagt der blasse, unrasierte und sichtlich erschöpfte Mann durch das Gitter zum Standard. Er spreche im Namen von 1400 Textilarbeitern, von denen die Hälfte gar keine Sozialversicherung haben. Sie hätten es schon mit Protesten, mit Hungerstreiks versucht, hielten Molotowcoctails in der Hand und drohten, sich zu verbrennen. Nichts hatte genutzt. Die serbische Gesellschaft sei einfach abgestumpft. Leid wirkt nicht mehr.
    Hungerstreik ist zu Ende
    Dauernd kommen Gruppen von Arbeitern, um Bulatović zu besuchen. Sie reden mit ihm, er gibt ihnen Anweisungen, sagt ihnen, sie sollten sich noch gedulden. Regierungsvertreter hätten ihm versprochen, das Problem zu lösen. Doch glauben schenkt auch Bulatović den Regierungsvertretern ebenso wenig, wie den "korrumpierten" Gewerkschaften. Deshalb hätten seine Kollegen seit einer Woche nicht mehr gegessen, erklärt er. Im Gegensatz zu ihm: "Ich bin ja nicht mehr im Hungerstreik. Ich hatte eine Mahlzeit, nämlich meinen Finger." Alle seien sie bereit bis zum bitteren Ende zu gehen, sagt Bulatović in einem Zustand überzeugender Verzweiflung. Auch wenn es den einen oder anderen noch einen Körperteil kosten sollte.
    Der "Fingerfresser" , wie ihn einige Medien bezeichneten, ist ein Albtraum für die Regierung in Belgrad geworden. Wenn sie nachgibt, könnten bei einer Arbeitslosigkeit von rund 20 Prozent auch andere verzweifelte Menschen auf den Gedanken kommen, mit Selbstverstümmelung oder anderen radikalen Methoden für ihre Rechte zu kämpfen. Wenn nicht, riskierte sie in der explosiven sozialen Lage weitere unabsehbare Reaktionen der Textilarbeiter in Novi Pazar.
    Opfer wilder Privatisierung
    "Momentan hat es keinen Sinn, Streiks zu organisieren" , sagt Džemo Graco, regionaler Präsident der Assoziation freier und unabhängiger Gewerkschaften Serbiens (ASNS), die rund 200.000 Mitglieder zählt. Die Staatskasse sei nämlich ebenso leer, wie die von Gewerkschaften. Graco verurteilte die Methoden von Bulatović, auch wenn er Verständnis für die hunderttausenden Arbeiter hat, die Opfer der wilden Privatisierung geworden sind. In der Wirtschaftskrise setzt sich die ASNS für die Zusammenarbeit mit der Regierung ein. Andere Gewerkschaften sind anderer Meinung, aber untereinander sind sie ohnehin hoffnungslos zerstritten und daher machtlos.
    Mit einer Arbeitslosenrate von 47 Prozent ist Novi Pazar, wie viele andere serbische Provinzstädte, eine Stadt der Verarmten geworden. Eine soziale Zeitbombe, nennen das Soziologen. Die einst blühende Textilindustrie ist nicht mehr so profitabel: Einerseits weil die Fälschung von bekannten Marken wie Levi's oder Versace in Serbien nicht mehr geduldet wird. Andererseits weil man mit den Preisen von Textilhändlern aus China nicht standhalten kann. Trotz der allgemeinen Misere gibt es keine nationalen Spannungen zwischen Serben und Bosniaken.
    Unmittelbar an der Grenze zum Kosovo, Montenegro und Bosnien-Herzegowina leben hier viele Menschen vom Schmuggel, die ehemaligen Textilarbeiter verkaufen auf dem Markt, was immer sie in die Hände bekommen. Oder sie bekommen Geld von Verwandten aus dem Ausland. Über achtzig Prozent der Bevölkerung in Novi Pazar sind Bosniaken. Die vielen Moscheen geben der multiethnischen, aber heruntergekommenen Stadt orientalischen Charme. In einigen Gasthäusern wird denn auch kein Alkohol verkauft. Entsprechend der sozialen Lage kostet ein Kaffee rund 30 Cent, dreimal weniger als in Belgrad. Für fünf Euro bekommt man sensationelle Æevapèići - der Sandschak ist dafür berühmt - für zwei Personen inklusive Getränke.
    Kommunistischer Brauch
    Den 1. Mai 2009 verbringen Bulatović und seine Kollegen in ihrer Selbstisolation. Doch auch die anderen Arbeiter in Novi Pazar feiern den Tag der Arbeit nicht. Das tue man nicht mehr, erklären einige um Bulatović versammelte Männer, das sei doch ein kommunistischer Brauch, und Serbien sei kein kommunistisches Land mehr. "Nur die Bonzen feiern heute, während die Arbeiter im Dreck sitzen und ihnen noch immer tatenlos zuschauen" , sagt Bulatović, der selbst nicht mehr zuschauen will. (Andrej Ivanji aus Novi Pazar/DER STANDARD, Printausgabe, 02.05.2009)


    derStandard.at

    Diese Probleme hat jedes Land im Balkan, (wenn nicht welt weit)..
    Aber ich denke Serbien sollte sich um dieses Problem besonderst kümmern, man investiert so viel geld in dem man versucht kosovo wieder an serbien zu schließen, wo man doch anderweitig viel mehr erfolg hätte, das ist meine meinung..

  3. #3

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    Zitat Zitat von Ilona Beitrag anzeigen
    Diese Probleme hat jedes Land im Balkan, (wenn nicht welt weit)..
    Aber ich denke Serbien sollte sich um dieses Problem besonderst kümmern, man investiert so viel geld in dem man versucht kosovo wieder an serbien zu schließen, wo man doch anderweitig viel mehr erfolg hätte, das ist meine meinung..
    Als Serbe würde ich an Kirchen invenstieren

  4. #4
    Avatar von Dardan

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    458
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Als Serbe würde ich an Kirchen invenstieren
    haha warum?

  5. #5

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    Arbeiterproteste und schwache Gewerkschaften in Serbien

    Die Gewerkschaften in Serbien sind schwach und zersplittert. In der Krise sehen viele Arbeitnehmer keine andere Möglichkeit mehr, als zu radikalen Methoden des Protestes zu greifen.


    Weltweit leidet die Wirtschaft unter den Folgen der Finanzkrise. Doch während es Staaten, die Jahre des Booms hinter sich haben, etwas weniger hart trifft, schlägt die Krise in Ländern, die schon vorher wirtschaftlich nicht auf die Beine kamen, mit voller Wucht zu. Beispiel Serbien, das sich schon seit 1990 in einer Dauerkrise befindet. Nur 50 bis 55 Prozent der aktiven Bevölkerung hat eine Beschäftigung. Zum Vergleich: In Slowenien, das auch zu den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien gehört, liegt der Anteil bei 75 Prozent.

    Die Beschäftigten in Serbien haben wenig soziale Sicherheit. Die Gewerkschaften sind schwach und zersplittert. Sie kümmern sich kaum um die Rechte der Arbeitnehmer. Die sehen oft keine andere Möglichkeit mehr, als zu drastischen Maßnahmen zu greifen.

    Proteste für Lohnzahlungen

    Eine Frau weint vor den Kameras der Journalisten. Sie gehört zu einer Gruppe von 13 Angestellten der Lederfabrik „Partizan“, die zweieinhalb Wochen im Hungerstreik war. Eine Aktion, die für einige von ihnen lebensgefährlich war. Das Ziel der Proteste war es, die Nachzahlung ihrer Brutto-Gehälter seit 2006 zu erreichen. Die Arbeiter aus Kragujevac, einer Arbeiterstadt 100 Kilometer südlich von der Hauptstadt Belgrad, waren nicht die einzigen, die in letzter Zeit in Serbien protestiert haben.

    Auch die Textilarbeiter aus Novi Pazar in Süd-Serbien waren im Hungerstreik. Sie verlangten die Auszahlung von Gehältern, die sie teilweise seit 1993 nicht mehr bekommen haben. Nach ein paar Tagen Hungerstreik und dem Ausbleiben einer Reaktion von offizieller Seite, drohten sie mit einer Radikalisierung der Proteste. Aber die serbische Regierung hatte wieder kein Ohr für ihre Interessen. Bis sich der Vorsitzende des Textilarbeiter-Verbandes Zoran Bulatovic für eine ungewöhnliche Aktion entschied: „Ab heute esse ich wieder. Ich brauche die Nahrung. Ab heute ist das meine Nahrung." Vor laufender Kamera nahm er seinen eigenen Finger, den er zuvor abgeschnitten hatte, und steckte ihn in den Mund. Eine spektakuläre Aktion, die Millionen im Fernsehen sahen und die nicht nur für die Regierung, sondern auch für die großen Gewerkschaften in Belgrad überraschend kam. Vielleicht deswegen, weil sie keinen Kontakt zu ihren Genossen in der Provinz haben.

    Gewerkschaften verrufen

    Die Gewerkschaften in Serbien haben keinen guten Ruf. Sie sind die Nachfolger der sozialistischen Gewerkschaften und die Arbeiter haben kein Vertrauen in sie. Besonders nicht in die Gewerkschaftsbosse, die nur die eigenen Interessen verfolgten, meint die Journalistin Jelica Putnikovic. Ihr zufolge gibt es in Serbien keine Gewerkschaftsführer, die sich ernsthaft für die Arbeiter einsetzen. „Stattdessen kümmern sie sich um sich selbst, denken nur daran, ihre Taschen voll und schöne Reisen zu Gewerkschaftsseminaren zu machen.“ Auch gebe es keine charismatischen Führungsfiguren, die die unzufriedenen Arbeiter zusammenbringen könnten, um sie dann zu einem richtigen Kampf für mehr Rechte der Arbeitnehmer zu führen.

    Krise vor der Krise

    Ein Kampf, der in Serbien ziemlich aussichtslos aussieht. Und das nicht nur wegen der schwachen Gewerkschaften. Seit 1990 taumelt das Land von Krise zu Krise. Bereits vor der derzeitigen Weltwirtschaftskrise betrug die offizielle Arbeitslosenrate fast 20 Prozent. Tatsächlich waren es aber gut 25 Prozent, vor allem in den Regionen südlich von Belgrad. Die offizielle Differenz des wirtschaftlichen Wohlstandes zwischen Provinzstädten und der Hauptstadt Belgrad liegt bei eins zu 15. Der größte Teil der Industrie im Lande ist marode und nicht in Betrieb. Dabei wurden viele von ihnen nach der Milosevic-Ära privatisiert.

    Offenbar nicht ganz sauber, sagt die Präsidentin des Rates für die Bekämpfung der Korruption Verica Barac. Seit Jahren verfolgt sie die Privatisierungsprozesse in Serbien: „Ich denke, dass bei der Privatisierung viele schmutzige Geschäfte gelaufen sind, wie zum Beispiel Geldwäsche, billiger Kauf von Immobilien und Grundstücken, um sie dann später teuer zu verkaufen“. Dies habe dazu geführt, dass viele Unternehmer ihre Arbeiter Jahre lang nicht bezahlt haben.

    Regierung schaltet sich ein

    Die Regierung hat jetzt reagiert. Für die Arbeiter der Lederfabrik „Partizan“ hat sie einen Kompromiss zwischen Belegschaft und Firmenleitung ausgehandelt. Die Angestellten erhalten statt der Lohnnachzahlungen immerhin Abfindungen. Außerdem werden zwei Jahre Sozialabgaben für die Rentenkasse nachgezahlt. Für die Textilarbeiter in Novi Pazar ist die Zukunft leider noch nicht so klar, aber es werde ernsthaft daran gearbeitet, versichert die Regierung.

    Immerhin: Die Hungerstreikenden haben Aufmerksamkeit für ihr Anliegen erreicht. Es scheint, dass in Serbien nur radikale Methoden helfen, um sich Gehör bei der Regierung zu verschaffen.

    Autor: Sanja Blagojevic
    Redaktion: Bernd Johann
    Arbeiterproteste und schwache Gewerkschaften in Serbien | Fokus Ost-Südost | Deutsche Welle | 14.05.2009

  6. #6

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    7.890
    Zitat Zitat von Dardan Beitrag anzeigen
    haha warum?
    Ist so ein serbisches Hobby

  7. #7

    Registriert seit
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    6.967
    Komisch, dass hier nur Albaner über diesen Serben schreiben.

  8. #8

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    18.03.2008
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    20.935
    Zitat Zitat von Dallas Beitrag anzeigen
    Komisch, dass hier nur Albaner über diesen Serben schreiben.
    Aja, sie interessieren sich für ihr Heimatland

  9. #9

    Registriert seit
    23.02.2009
    Beiträge
    6.967
    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Aja, sie interessieren sich für ihr Heimatland

    Über Mazedonien interessieren sich auch sehr viele.......ist doch schön, wenn andere versuchen Probleme zu lösen...find ich immer wieder lustig

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