Tageszeitung verkündet Mladic-Auslieferung an Den Haag bis Montag
Mutmaßlicher Kriegsverbrecher angeblich bereits lokalisiert - "Danas" beruft sich auf diverse Quellen

Belgrader Medien glauben an eine Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic "höchstwahrscheinlich schon im Laufe dieses Wochenendes".Link
Danas: Ratko Mladić u Hagu već tokom vikenda?

Belgrad - Der frühere Militärchef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, werde höchstwahrscheinlich schon im Laufe dieses Wochenendes, spätestens aber am Montag in Den Haag sein, berichtete am Samstag die Belgrader Tageszeitung "Danas". Das Blatt will diese Information über einen der meist gesuchten Angeklagten des UNO-Kriegsverbrechertribunals aus diversen Quellen erhalten haben. Unter Berufung auf Diplomatenkreise schrieb "Danas" auch, dass es in der Causa Mladic zu einer freiwilligen Übergabe kommen werde.

Angeblich lokalisiert

Andere Quellen aus Kreisen der Regierungskoalition gaben laut "Danas" an, dass Mladic dank einer koordinierten Aktion von Nachrichtendiensten "lokalisiert" worden sei. Der Haager Angeklagte verfügte demnach über drei voneinander unabhängige Gruppen von Helfern. Eine von ihnen soll sich auch in Serbien befunden haben.

Belgrader Medien hatten am Freitag berichtet, dass der Generaldirektor der bosnisch-serbischen Polizei, Dragomir Andan, der sich für einige Tage in Belgrad aufgehalten hatte, mit Familienangehörigen von Mladic und seinen Freunden über seine Übergabe gesprochen habe.

Vorgehensweise und Ort für Festnahme noch unklar

Dem Boulevardblatt "Blic" zufolge ist man zur Zeit allerdings bemüht, die Vorgehensweise und den Ort für die Festnahme und Auslieferung Mladics zu bestimmen. Niemand sei bereit, ihn auf seinem Gebiet festnehmen zu lassen, berichtete die Zeitung.

Die serbischen Ultranationalisten hatten Mladic und den bosnisch-serbischen Ex-Präsidenten Radovan Karadzic am Freitag aufgefordert, sich nicht dem UNO-Tribunal zu stellen. Die Serbische Erneuerungsbewegung (SPO) von Außenminister Vuk Draskovic warf ihnen daraufhin einen Angriff auf die staatlichen und nationalen Interessen vor.

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