Tirana: Verfassungs-Referendum "einseitig und inakzeptabel"


Außenministerium: Bestimmung über den Kosovo gegen Kompromiss gerichtet
Tirana - Albanien hat negativ auf das Referendum über die neue Verfassung in Serbien reagiert. Das Referendum sei "einseitig, unproduktiv und inakzeptabel", heißt es in einer am Dienstag in Tirana veröffentlichten Stellungnahme des Außenministeriums. Die Einbeziehung der, seit 1999 von den Vereinten Nationen verwalteten und mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz Kosovo als Bestandteil Serbiens in die Präambel der neuen Verfassung sei gegen einen Kompromiss über die Zukunft der Region gerichtet, hieß es weiter. Deswegen lehne Tirana die Verfassung ab.

"Wir bedauern die Einbeziehung von Kosovo in die Präambel der Verfassung", heißt es in der Stellungnahme des Außenministeriums. "Zu einem Zeitpunkt, da Kosovo de facto unter internationaler Verwaltung steht und die Bestimmung seines endgültigen Status Teil eines Gesprächsprozesses unter internationaler Führung und Vermittlung ist, handelt es sich (beim Referendum) um eine einseitige und unproduktive Handlung, die der Kompromissfindung nicht dient und daher inakzeptabel ist." Die albanische Regierung kritisierte auch, dass sich die serbische Volksgruppe im Kosovo an dem Referendum beteiligt habe, wo von ihr doch erwartet werde, "am Prozess der Regierung und Demokratisierung des Kosovo teilzunehmen".

Beim zweitägigen Referendum am vergangenen Wochenende hatten sich 52,3 Prozent der 6,6 Millionen Wahlberechtigten für die neue serbische Verfassung ausgesprochen. Die Albaner im Kosovo, sowie deren Landsleute im Süden Serbiens hatten die Abstimmung boykottiert. (APA/dpa/ATA)


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