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"Tito-Option" für Serbien

Erstellt von Zurich, 16.06.2008, 15:33 Uhr · 45 Antworten · 1.879 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Zurich

    Registriert seit
    05.02.2007
    Beiträge
    18.089

    "Tito-Option" für Serbien

    derStandard.at


    Ernüchterung über die EU am Balkan


    Das Irland-Referendum hat die Chancen auf einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten verschlechtert



    Belgrad – Das Nein der Iren zum Lissaboner Vertrag hat die Chancen auf einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten verschlechtert, aber in den Ländern selbst ist die EU-Euphorie schon davor gesunken. Bei einem Treffen südosteuropäischer Intellektueller in Belgrad dominierte die Sorge, dass die schwindende Dynamik des Beitrittsprozesses die inneren Probleme verschärfen könnte.

    Die jüngsten Wahlen in Serbien hätten keine klare pro-europäische Mehrheit gebracht, betonte Ivan Krastew, Chef des Center for Liberal Strategies in Sofia und Organisator des Treffens, das er „Blue Bird Club“ nennt. „Die EU ist nicht mehr die einzige Option für den Balkan. Der Wettbewerb ist psychologisch. Die Alternative für Serbien etwa ist nicht Russland, sondern die ,Tito-Option‘, die Rückkehr zur traditionellen Blockfreiheit“, sagte Krastew. „Die EU wird als Quelle des Wohlstandes präsentiert, aber der kurzfristige wirtschaftliche Effekt ist nicht so beeindruckend.“ So könnten Serbien und die Ukraine bessere Wachstumszahlen aufweisen als Bulgarien.Die Folge davon ist, dass eine Pro-EU-Haltung einer Partei kaum Stimmen bringt. Das sei auch in Kroatien der Fall, das auf dem Weg in die EU am weitesten ist, sagte die liberale kroatische Abgeordnete Vesna Pusic. „Die EU ist das wichtigste Thema für uns, aber im letzten Wahlkampf wurde es kaum erwähnt.“ Bereits 2004 sei HDZ-Chef Ivo Sanader mit einer EU-kritischen Haltung in die Wahlen gezogen und habe sich erst nach dem Sieg um 180 Grad gedreht.

    Immer wieder erweise sich auf dem Balkan der Nationalismus als stärkste Kraft zur politischen Mobilisierung, zuletzt etwa rund um den Kosovo, warnte Pusiæ._„Aber nach einiger Zeit verliert der Nationalismus seine Anziehungskraft, und dann bleibt nur noch ein bitterer Nachgeschmack übrig.“ Während in skandinavischen Staaten 65 Prozent Vertrauen in die Gesellschaft hätten, liege dieser Wert in den neuen EU-Staaten bei 20 Prozent – und in Kroatien bei 11 Prozent, sagt die Politologin, die für die kleine Liberale Partei im Parlament sitzt.

    Doch gerade die serbische Reaktion auf die Unabhängigkeit des Kosovo habe die Grenzen des Nationalismus aufgezeigt, sagte der Belgrader Politologe Jovan Teokarevic. „Die nationalistische Welle hat sich schneller gelegt als erwartet. Wir haben mehr Gewalt erwartet.“ Die radikalsten Nationalisten säßen gar nicht im eigenen Land, sondern in der Diaspora.

    Man dürfe auch nicht die Annäherung Serbiens an Russland überschätzen, betonte er. „Das Gerede von einer historischen mythischen Beziehung ist Unsinn. Das ist ein reines Zweckbündnis. Russland möchte wieder mehr Einfluss auf dem Balkan, und Serbien braucht einen Verbündeten im Sicherheitsrat, um den UNO-Beitritt des Kosovo zu verhindern.“ Ziel Serbiens sei die Abspaltung des Nord-Kosovos, dann werde man die Unabhängigkeit des Restes anerkennen. Unabhängig vom Tempo der Integration müsse die EU Anreize weniger für die Staaten als für ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen bieten, sagte die rumänische Politologin Alina Mungiu-Pippidi. „Man muss die Zahl derer erhöhen, die von Europa profitieren.“ Ein solcher Schritt sei etwa Visafreiheit für Serben und Kosovaren. (Eric Frey/ DER STANDARD Printausgabe, 16.6.2008 )



    derStandard.at




    .

  2. #2
    cCcCтефан
    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    derStandard.at


    Ernüchterung über die EU am Balkan


    Das Irland-Referendum hat die Chancen auf einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten verschlechtert



    Belgrad – Das Nein der Iren zum Lissaboner Vertrag hat die Chancen auf einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten verschlechtert, aber in den Ländern selbst ist die EU-Euphorie schon davor gesunken. Bei einem Treffen südosteuropäischer Intellektueller in Belgrad dominierte die Sorge, dass die schwindende Dynamik des Beitrittsprozesses die inneren Probleme verschärfen könnte.

    Die jüngsten Wahlen in Serbien hätten keine klare pro-europäische Mehrheit gebracht, betonte Ivan Krastew, Chef des Center for Liberal Strategies in Sofia und Organisator des Treffens, das er „Blue Bird Club“ nennt. „Die EU ist nicht mehr die einzige Option für den Balkan. Der Wettbewerb ist psychologisch. Die Alternative für Serbien etwa ist nicht Russland, sondern die ,Tito-Option‘, die Rückkehr zur traditionellen Blockfreiheit“, sagte Krastew. „Die EU wird als Quelle des Wohlstandes präsentiert, aber der kurzfristige wirtschaftliche Effekt ist nicht so beeindruckend.“ So könnten Serbien und die Ukraine bessere Wachstumszahlen aufweisen als Bulgarien.Die Folge davon ist, dass eine Pro-EU-Haltung einer Partei kaum Stimmen bringt. Das sei auch in Kroatien der Fall, das auf dem Weg in die EU am weitesten ist, sagte die liberale kroatische Abgeordnete Vesna Pusic. „Die EU ist das wichtigste Thema für uns, aber im letzten Wahlkampf wurde es kaum erwähnt.“ Bereits 2004 sei HDZ-Chef Ivo Sanader mit einer EU-kritischen Haltung in die Wahlen gezogen und habe sich erst nach dem Sieg um 180 Grad gedreht.

    Immer wieder erweise sich auf dem Balkan der Nationalismus als stärkste Kraft zur politischen Mobilisierung, zuletzt etwa rund um den Kosovo, warnte Pusiæ._„Aber nach einiger Zeit verliert der Nationalismus seine Anziehungskraft, und dann bleibt nur noch ein bitterer Nachgeschmack übrig.“ Während in skandinavischen Staaten 65 Prozent Vertrauen in die Gesellschaft hätten, liege dieser Wert in den neuen EU-Staaten bei 20 Prozent – und in Kroatien bei 11 Prozent, sagt die Politologin, die für die kleine Liberale Partei im Parlament sitzt.

    Doch gerade die serbische Reaktion auf die Unabhängigkeit des Kosovo habe die Grenzen des Nationalismus aufgezeigt, sagte der Belgrader Politologe Jovan Teokarevic. „Die nationalistische Welle hat sich schneller gelegt als erwartet. Wir haben mehr Gewalt erwartet.“ Die radikalsten Nationalisten säßen gar nicht im eigenen Land, sondern in der Diaspora.

    Man dürfe auch nicht die Annäherung Serbiens an Russland überschätzen, betonte er. „Das Gerede von einer historischen mythischen Beziehung ist Unsinn. Das ist ein reines Zweckbündnis. Russland möchte wieder mehr Einfluss auf dem Balkan, und Serbien braucht einen Verbündeten im Sicherheitsrat, um den UNO-Beitritt des Kosovo zu verhindern.“ Ziel Serbiens sei die Abspaltung des Nord-Kosovos, dann werde man die Unabhängigkeit des Restes anerkennen. Unabhängig vom Tempo der Integration müsse die EU Anreize weniger für die Staaten als für ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen bieten, sagte die rumänische Politologin Alina Mungiu-Pippidi. „Man muss die Zahl derer erhöhen, die von Europa profitieren.“ Ein solcher Schritt sei etwa Visafreiheit für Serben und Kosovaren. (Eric Frey/ DER STANDARD Printausgabe, 16.6.2008 )



    derStandard.at




    .
    d.h doch eig. das die Eu immer uninteressanter für die Balkan staaten wird ?

  3. #3

    Registriert seit
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    16.107
    Von der EU am Balkan profitieren doch so wie üblich nur die wenigsten.
    Der rest kann sehen wo er bleibt.

  4. #4
    Avatar von Urban Legend

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    1.612
    Ein sehr guter Artiel der allen die Wahrheit zeigt,außer den radikalen in Serbien die das als Eu Propaganda abtun werden....

  5. #5

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    20.935
    So lange haben die unten gebraucht, um zu begreifen wie gut es war, blockfrei zu sein. Ich bin froh, dass, wenigstens Serbien, einsieht, dass vile Dinge im ehemaligen Jugoslawien gut waren. Ich hoffe auch, dass Kroatien Bosnien und die restlichen Ex-YU Staaten diesem Beispiel folgen werden, denn die EU ist das letzte, was sie gebrauchen könnten. Damit binden sie sich an Sachen, die sie nicht erfüllen können, müssen immer tun was ihnen gesagt wird.





    Ich sag doch, früher oder später gibt es wieder ein neues Jugoslawien.
    Schritt für Schritt kommt wieder (fast) alles zurück.

  6. #6
    Avatar von meko

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    10.778
    warum bist du dann nicht samt deiner familie in serbein/bosnien/ kroatien....????

    geh und bau ein neues jugoslawien auf!

    aj aj aj

  7. #7

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    1.201
    Welche Option wünschenswerter ist, lässt ich an der Stossrichtung der Migrationswelle der letzten 40 Jahre ausmachen. Ich glaube zu wissen, dass diese in westlicher Himmelsrichtung verlief.

  8. #8

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    877
    Zitat Zitat von Fat Tony Beitrag anzeigen
    Welche Option wünschenswerter ist, lässt ich an der Stossrichtung der Migrationswelle der letzten 40 Jahre ausmachen. Ich glaube zu wissen, dass diese in westlicher Himmelsrichtung verlief.
    ich führe weiter...

    ...die durch dieses politische Wesen wiederum auch nur kurz anhält,denn der "Westen" wird immer schlechter und uninteressanter.

    Zumal es sich langsam aber sicher für die Bürger schlechter entwickelt... schrumpfende Mittelschicht....immer mehr Armut... die Reichen werden immer reicher.... mehr Obdachlosigkeit.

    Eine sichere nach unten abfallende und unhaltbare Statistik.

  9. #9
    Avatar von Rane

    Registriert seit
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    3.972
    Zitat Zitat von Srs Beitrag anzeigen
    ich führe weiter...

    ...die durch dieses politische Wesen wiederum auch nur kurz anhält,denn der "Westen" wird immer schlechter und uninteressanter.

    Zumal es sich langsam aber sicher für die Bürger schlechter entwickelt... schrumpfende Mittelschicht....immer mehr Armut... die Reichen werden immer reicher.... mehr Obdachlosigkeit.

    Eine sichere nach unten abfallende und unhaltbare Statistik.
    bis der westen auf heutigem balkanniveau ist, muss es aber noch ziemlich lange nach unten abfallen.

  10. #10
    Avatar von meko

    Registriert seit
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    10.778
    Zitat Zitat von Srs Beitrag anzeigen
    ich führe weiter...

    ...die durch dieses politische Wesen wiederum auch nur kurz anhält,denn der "Westen" wird immer schlechter und uninteressanter.

    Zumal es sich langsam aber sicher für die Bürger schlechter entwickelt... schrumpfende Mittelschicht....immer mehr Armut... die Reichen werden immer reicher.... mehr Obdachlosigkeit.

    Eine sichere nach unten abfallende und unhaltbare Statistik.
    beschreibst du nicht gerade "das gute alte jugoland"???

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