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Nach Titos Tod

Erstellt von Ego, 03.12.2011, 11:14 Uhr · 36 Antworten · 3.469 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Ilan

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    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Tito hat in der Welt rumgevögelt wie wenn er Berlusconis Lehrer gewesen wäre. Die daraus entstandenen Kinder lebten in Wohlstand, jedoch fernab der Heimat und Politik.

    Du solltest wissen dass Tito durch den Kampf gegen die Monarchie und die Nazis an die Macht kam. Daher wäre so eine "Thronfolge" sehr paradox. Seinen Ruhm erhielt er durch den Krieg, seine Kinder jedoch sind, wie bereits gesagt:

    1. Meist Hurensöhne
    2. Politische Lowbobs auf BF-Niveau
    3. Meist Ausländer
    Einer seiner unehelichen Söhne war sogar Wehrmachtssoldat und im Einsatz gegen seine Partisanen.

    Titos zweiter außerehelicher Sohn Hans Studer fiel als Soldat der Deutschen Wehrmacht im Einsatz gegen die Partisanen Titos.
    Josip Broz Tito

  2. #12
    Avatar von Hercegovac

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    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Tito hat in der Welt rumgevögelt wie wenn er Berlusconis Lehrer gewesen wäre. Die daraus entstandenen Kinder lebten in Wohlstand, jedoch fernab der Heimat und Politik.

    Du solltest wissen dass Tito durch den Kampf gegen die Monarchie und die Nazis an die Macht kam. Daher wäre so eine "Thronfolge" sehr paradox. Seinen Ruhm erhielt er durch den Krieg, seine Kinder jedoch sind, wie bereits gesagt:

    1. Meist Hurensöhne
    2. Politische Lowbobs auf BF-Niveau
    3. Meist Ausländer
    Mein Freund, so sehr ich dich schätze, jedoch machst du es dir hier ein wenig zu leicht und bedienst dich simpler Klischees.

    Tito war als Staatsmann unschlagbar, im Westen beliebt, im Osten (UdSSR) respektiert. Im afrikanischem Raum a la Ghaddafi, Saddam Hussein und co, wie auch im asiatischem Raum gern gesehener Staatsgast.

    Auf der anderen Seite:

    Tito hat (mindestens) vier große Verdienste erreicht: Unter seiner Führung war Jugoslawien das einzige Land Europas, das sich im Zweiten Weltkrieg aus eigener Kraft und ohne die geringste Hilfe aus dem Ausland selber befreite. Tito hat das vordem unterentwickelte Jugoslawien zu einem modernen Industriestaat gemacht, der weltweites Ansehen genoss. Er hat bis dato unterdrückten Völkern wie den Makedonen die erste Chance ihrer Geschichte zu kultureller und politischen Handlungskompetenz in nationaler Verantwortung gegeben. Und er hat schließlich sein Land – das sich „sozialistisch“ nannte, tatsächlich aber der treueste Partner des Westens war und vom Marschall-Plan mehr als jedes westeuropäische Land profitierte – zur Brücke und zum „Scharnier“ zwischen den Blöcken gemacht.
    selbst im Kosovo war er beliebt, obowohl heute die ganzen Diaspora-Spezialisten auf ihn spucken....

    Daran denken alle die nicht mehr, die heute in Umfragen und Festivals so begeistert für Tito stimmen. Selbst im Kosovo erinnern sich Albaner, dass sie unter Tito alles hatten, was ihnen heute fehlt: Autonomie, weltweite Bewegungsfreiheit, soziale Sicherheit, „ein gutes Leben“. In Slowenien, Kroatien und Makedonien haben junge Menschen zahlreiche „Tito-Gesellschaften“ und „Tito-Clubs“ gegründet. Und im serbischen Belgrad ist das „Blumenhaus“ – 1999 durch eine NATO-Bombe leicht beschädigt – nach Milosevics Sturz im Oktober 2000 zu neuem Leben erwacht: Der Marmor ist gewienert, die langen Glashallen funkeln, die Ehrenwache steht in blauer Paradeuniform. Und die Besucher strömen wie nie zuvor: Anfänglich kamen 10.000, dann 12.000. 2004 waren es 15.000 und 2005 noch mehr Besucher pro Jahr. Die meisten natürlich zu Titos Todestag am 4. Mai, zu dem 2006 ein Rekordbesuch einsetzte.

    Die 90-er Jahre waren seine Schud, in den 70-er hätter er Reformen und eine neue Verfassung einbringen müssen, um den Fortbestand Jugoslawiens zu sichern, aber der Zeitpunkt wurde verpasst.

  3. #13
    Baader
    Du hast Recht, Hercegovac, vollkommen sogar. Ich hatte einfach keine Lust so viel zu schreiben. Das ist eigentlich das, was ich mit den Fussstapfen sagen wollte.

  4. #14
    Grasdackel
    Der hätte einen Nachfolger aufbauen müssen, oder nicht sterben dürfen.
    Aber seine Söhne.

  5. #15
    Avatar von Hercegovac

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    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Du hast Recht, Hercegovac, vollkommen sogar. Ich hatte einfach keine Lust so viel zu schreiben. Das ist eigentlich das, was ich mit den Fussstapfen sagen wollte.
    Was die Fußstapfen angeht, die waren wirklich gewaltig und keiner von denen hätte die alleine ausfüllen können. Aber in den 70-er hätte er intervenieren können und ein neues System schaffen müssen. Das ist sein größter Fehler

    Hätte er wenigstens damals nach deutschem System umgestellt, also die Reformen und die Verfassung und wär früher abgetreten, ich glaube Jugoslawien wäre heute eine dicke Respektsperson in Europa bzw auf der Welt.

    p.s

    Die zuverlässige Verräterin Demoskopie hat es dokumentiert: 33 Prozent der Serben und fast 39 der Montenegriner nannten Tito in Umfragen 1998 den „größten Jugoslawen des 20. Jahrhunderts“. Noch Ende 2003 kürten ihn die Kroaten zur „größten Persönlichkeit der kroatischen Geschichte“. Gar nicht zu reden von den zahllosen Graffitis („Tito komm zurück, alles vergeben!“), die „Tito“-Inschriften, die aus Steinen auf Berghänge gelegt waren, die Tito-Bilder in Werkstätten, die Tito-Lieder von Lepa Brena oder Danilo Živković, die heute noch jeder auswendig kann. Tito war tot, aber als transnationale Identifikationsfigur erschien er lebendiger als zu Lebzeiten. „Titos einziger Fehler war, überhaupt zu sterben“, seufzte vor zehn Jahren die Belgrader „Vreme“.

  6. #16
    Baader
    Vollkommen korrekt, Hercegovac.

    Die Unfähigkeit Reformen durchzubringen hatte zu einer politischen Stagnation geführt. Sowas endet immer tödlich, siehe alle Diktaturen bislang...

  7. #17
    Avatar von Hercegovac

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    Baader, legenda Balkanforum-a.Bas si dzek, jebote ja zemo

  8. #18
    Avatar von Cobra

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    Zitat Zitat von Hercegovac Beitrag anzeigen
    Baader, legenda Balkanforum-a.Bas si dzek, jebote ja zemo
    und du willst mir was von homo sein erzählen?

  9. #19
    Avatar von Hercegovac

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    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    und du willst mir was von homo sein erzählen?

    hahaha ich musste jetzt wirklikch schmunzeln...

  10. #20
    Avatar von Hercegovac

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    was die Nachfolger angeht:

    Wenn sie es nicht können, bleibt ihnen nur die Verteufelung Titos in jeder Hinsicht. Wer sich einen Mantel anziehen möchte, der ihm um etliche Nummern zu groß ist, muss sich gewaltig aufblähen, um hinein zu passen. Das erklärt dann auch den kindischen Mummenschanz der Kriegsverbrecher-Präsidenten Tudjman (Kroatien) und Milošević (Serbien), die Tito in allem zu imitieren trachteten – weiße Uniformen, Orden, Luxuswagen, Ferieninsel, Kuba-Zigarren, US-Whisky etc. -, damit aber nur die eigene Lächerlichkeit demonstrierten.
    Je mehr die neuen Herren, der Kroate Tudjman, der Serbe Milošević und weitere, sich in weißen Uniformen und in Tito-Rhetorik spreizten, desto mehr gingen sie den Menschen als schlechte Tito-Karikaturen auf die Nerven.
    1994 drehte Želimir Žilnik (der im Juni 2007 auch bei dem Hamburger Tito-Festival zugegen war) seine witzige Montage: „Tito abermals unter den Serben“. Und 1999 zog der kroatische Kinoveteran Vinko Brešan mit dem Film „Marschall“ (nicht „Marschall Titos Geist“) nach: Ein Gruppe ideologischer Hardliner inszeniert auf einer Adria-Insel einen Steinzeit-Kommunismus. Angeführt wird sie von einem Mann in Marschalluniform und mit tönenden Reden, der sich am Ende als ein aus der Irrenanstalt geflohener Patient entpuppt. In Slowenien hatte zuvor der Schauspieler Ivan Godnić einen jahrelangen Erfolg mit seiner Livesendung „Kličemo duhove“ (Geisteranrufung), die über Radio Kranj lief: Hörer stellten auf slowenisch Fragen, die Godnić beantwortete – in Titos kroatischem Dialekt, mit dessen wunderbar imitierter Stimme und in jener legendären Drastik, zu der „Stari“ (der Alte) immer fähig war: „Du Rindvieh! Für dich habe ich im Knast gehangen, während du deine Alte gebumst hast!“ Die Techniker im Studio lachten sich scheckig, die Hörer vergaßen, dass Tito schon zwölf oder mehr Jahre tot war und fielen ins Serbokroatische: „Tito vrati se, odmah, prvim autobusom“ (Tito, komm sofort zurück, mit dem ersten Autobus).

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