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Tscherkessen gründen eine Partei

Erstellt von Cypriot, 19.01.2015, 21:04 Uhr · 62 Antworten · 3.953 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von Cypriot

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    3.789
    Zitat Zitat von Don Beitrag anzeigen
    Vielleicht hat er eine gespaltene Persönlichkeit,eine ist Linksextrem und eine Rechtsextrem ^^
    Ich bin weder rechtsextrem noch linksextrem, ich teile mich nicht in politische Lager ein.

  2. #32
    Avatar von BlackJack

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    65.484
    zu viel Text

  3. #33
    Avatar von der skythe

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    zu viel Text
    Ließ es,denn genauso lebt es sich in der Türkei,und das ist auch gut so...
    Und noch einmal...

    Ich hatte das Glück, mehrere Jahre in einem multikulturellen Studentenwohnheim zu wohnen, in dem min. 50% ausländische Studenten wohnen mussten.
    Darunter waren auch einige (der leider in Deutschland seltenen) türkischen und kurdischen Studenten. Ihre Weltsicht war wesentlich differenzierter und reflektierter, als viele der Äußerungen, die man leider oft zu deutlich in den Medien von türk./kurd. Migranten bei uns vernimmt. Ausserdem waren die meisten der dortigen Studenten auch direkt aus der Türkei, die in vielen Bereichen wesentlich fortschrittlicher ist, als etliche in ihrem Weltbild der 50er und 60er Jahre verhafteten Migranten aus der Türkei bei uns ihr Türkeibild vermitteln.
    Zudem hatte ich - neben diesen Innenansichten in türkische Befindlichkeiten, abseits von einseitigen deutschen Medienberichterstattungen - die Gelegenheit, in der Türkei selber für Monate mit vielen Menschen zu quatschen, vom Schwarzen Meer, bis zu halbnomadischen Bergdörfen im Taurus, von Kurden am Vansee, bis zu Transvestiten in Istanbul.
    Kurz: die Mehrheit der mir begegneten türk. Staatsbürger, sieht sich als ethnische Türken (näheres s.u.), selbst wenn sie z.B. lasische Vorfahren in der Familie haben. Aber sie beriefen sich eher auf ihre "türkischen" Vorfahren, denn auf ihre lasischen. (Vermischung scheint wohl nicht selten zu sein?). Die Kurden sehen sich natürlich mehrheitlich als Kurden, so sie denn die kurd. Sprache noch können, oder von ihren Vorfahren Kenntnisse haben, aber nicht wenige habe ich getroffen, die sagten, eigentlich sind Kurden und "Türken" Brudervölker, mit so wenigen kulturellen Differenzen (ausser der Sprache), dass sie sich auch gerne als Türken im staatsbürgerlichen Sinne verstehen (ähnlich den Franzosen, egal welcher Herkunft). Dieses ist wohl auch ein Grund, warum es keinen kurdischen Staat gibt, denn wenn wirklich alle 15 Mio. Kurden die Meinung der PKK z.B. vertreten hätten, und rebelliert hätten, dann würde die Landkarte eben anders aussehen, aber das ist ein anderes Thema.
    Ein Beitrag zur Nivellierung der Gewichtung der Herkunft ist sicherlich in der enormen Landflucht ab Mitte des 20. Jh. zu suchen. So wurden die "Völkerschaften" nach dem Zusammenbruch des osm. Reiches erneut durcheinandergewirbelt.

    Ich hatte übrigens auch einen armenischen Freund, der sich auch als Türke in erster Linie begriff. Er fühlte sich der Türkei verbunden, nicht Armenien, und praktizierte lediglich den armenisch christlichen Glauben. Würde die armen. Fussballmannschaft gegen die türk. spielen, wäre er für die Türkei... Ein (arab.-)syrischer Christ in Antakya meinte, wenn in dem Sandschak Alexandrette nochmals ne Wahl wäre, ob es an Syrien, oder die Türkei anzuschließen sei, dann würde er sich für die Türkei entscheiden, nicht wegen stärkerer Wirtschaftskraft oder so, sondern weil er sich der Türkei, den Türken verbundener fühlt, als den arab. Syrern. Er sieht sich auch als Erbe des osm. Reiches. Vielleicht auch ein Einzelfall?
    Bei vielen (intellektuellen) Türken gibt es ausserdem die Erkenntnis, dass sie sich nicht nur als Nachfahren der Zentralasiatischen Türken fühlen, sondern auch als Nachfahren all der anderen Völker Anatoliens, z.B. der Hethiter, etc. Andere hingegen, sehen sich nur als Nachfahren der seldschukischen Einwanderer, und würden nicht behaupten, dass in ihnen auch griechisches, hethitisches, usw. Blut fließt.
    Das heisst, jemand kann sich als ethnischer Türke fühlen, dabei aber nicht nur die eingewanderten Turkmenen im 11. Jh. meinen, sondern das Völkergemisch welches sich in den letzten 1000 Jahren gebildet hat als mehr als die Summe seiner Einzelteile betrachten, als etwas neues, als ein Amalgam der Völker- und Kulturbrücke Anatoliens. Die Sichtweisen und Identitäten hängen sicher auch vom Bildungsstand ab. Es gibt auch bildungsferne Leute, die sich einfach als Türken bezeichnen, ohne in einen ethnischen oder staatsbürgerlichen Sinn zu unterscheiden oder überhaupt zu kennen, ohne zu wissen, woher sie nun ursprünglich kamen. Sie fühlen sich als Kinder Atatürks... Fertig. (Ahnenforschung und -kult scheint mir bei uns wesentlich populärer...)
    Das Bild ist also unterschiedlich und differenziert zu betrachten. Nun sind meine Erkenntnisse sicher nicht repräsentativ, entsprechen aber wohl mehr dem Bild der Türken in der Türkei, als dieses von hier lebenden "Türken" zu uns vermittelt wird?
    Denn in der Diaspora verhalten sich Migranten anders, als im Herkunftsland, je nach Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft. Dieses war bei deutschen Einwanderern in die USA im Übrigen nicht anders, die ihre landsmännischen Unterschiede weit mehr pflegten, als dieses in Deutschland der Fall wurde. (Ähnliches ist doch auch z.B. von Siebenbürgener beobachtbar gewesen?) Und sie haben in ihrer Mehrzahl auch erst nach einigen Generationen die englische Sprache erlernt, zumeist vor und während des 2. Weltkrieges, aber das ist auch ein anderes Thema...

    Also kurz und gut, die Mehrheit der türkischen Staatsbürger in der Türkei sehen sich erstens als Türken, dann als Izmiraner, Schwarzmeerbewohner, Südwestanatolier, usw. (Abgesehen von den Kurden, Arabern, usw.). Vielleicht anders bei uns, denn wir sehen uns andersherum vielleicht erstens als Hamburger, Bayer, Schwaben, und dann als Deutsche, dann als Europäer (Erbe des 20. Jh.)? (Geht mir jedenfalls so...)

  4. #34
    Avatar von Cypriot

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    Beiträge
    3.789
    Zitat Zitat von der skythe Beitrag anzeigen
    Jungs wenn ihr keine Ahnung habt lass es einfach bleiben,hier eine Meinung die ich 1 zu 1 teile,alles andere ist humbuck...

    Ich hatte das Glück, mehrere Jahre in einem multikulturellen Studentenwohnheim zu wohnen, in dem min. 50% ausländische Studenten wohnen mussten.
    Darunter waren auch einige (der leider in Deutschland seltenen) türkischen und kurdischen Studenten. Ihre Weltsicht war wesentlich differenzierter und reflektierter, als viele der Äußerungen, die man leider oft zu deutlich in den Medien von türk./kurd. Migranten bei uns vernimmt. Ausserdem waren die meisten der dortigen Studenten auch direkt aus der Türkei, die in vielen Bereichen wesentlich fortschrittlicher ist, als etliche in ihrem Weltbild der 50er und 60er Jahre verhafteten Migranten aus der Türkei bei uns ihr Türkeibild vermitteln.
    Zudem hatte ich - neben diesen Innenansichten in türkische Befindlichkeiten, abseits von einseitigen deutschen Medienberichterstattungen - die Gelegenheit, in der Türkei selber für Monate mit vielen Menschen zu quatschen, vom Schwarzen Meer, bis zu halbnomadischen Bergdörfen im Taurus, von Kurden am Vansee, bis zu Transvestiten in Istanbul.
    Kurz: die Mehrheit der mir begegneten türk. Staatsbürger, sieht sich als ethnische Türken (näheres s.u.), selbst wenn sie z.B. lasische Vorfahren in der Familie haben. Aber sie beriefen sich eher auf ihre "türkischen" Vorfahren, denn auf ihre lasischen. (Vermischung scheint wohl nicht selten zu sein?). Die Kurden sehen sich natürlich mehrheitlich als Kurden, so sie denn die kurd. Sprache noch können, oder von ihren Vorfahren Kenntnisse haben, aber nicht wenige habe ich getroffen, die sagten, eigentlich sind Kurden und "Türken" Brudervölker, mit so wenigen kulturellen Differenzen (ausser der Sprache), dass sie sich auch gerne als Türken im staatsbürgerlichen Sinne verstehen (ähnlich den Franzosen, egal welcher Herkunft). Dieses ist wohl auch ein Grund, warum es keinen kurdischen Staat gibt, denn wenn wirklich alle 15 Mio. Kurden die Meinung der PKK z.B. vertreten hätten, und rebelliert hätten, dann würde die Landkarte eben anders aussehen, aber das ist ein anderes Thema.
    Ein Beitrag zur Nivellierung der Gewichtung der Herkunft ist sicherlich in der enormen Landflucht ab Mitte des 20. Jh. zu suchen. So wurden die "Völkerschaften" nach dem Zusammenbruch des osm. Reiches erneut durcheinandergewirbelt.

    Ich hatte übrigens auch einen armenischen Freund, der sich auch als Türke in erster Linie begriff. Er fühlte sich der Türkei verbunden, nicht Armenien, und praktizierte lediglich den armenisch christlichen Glauben. Würde die armen. Fussballmannschaft gegen die türk. spielen, wäre er für die Türkei... Ein (arab.-)syrischer Christ in Antakya meinte, wenn in dem Sandschak Alexandrette nochmals ne Wahl wäre, ob es an Syrien, oder die Türkei anzuschließen sei, dann würde er sich für die Türkei entscheiden, nicht wegen stärkerer Wirtschaftskraft oder so, sondern weil er sich der Türkei, den Türken verbundener fühlt, als den arab. Syrern. Er sieht sich auch als Erbe des osm. Reiches. Vielleicht auch ein Einzelfall?
    Bei vielen (intellektuellen) Türken gibt es ausserdem die Erkenntnis, dass sie sich nicht nur als Nachfahren der Zentralasiatischen Türken fühlen, sondern auch als Nachfahren all der anderen Völker Anatoliens, z.B. der Hethiter, etc. Andere hingegen, sehen sich nur als Nachfahren der seldschukischen Einwanderer, und würden nicht behaupten, dass in ihnen auch griechisches, hethitisches, usw. Blut fließt.
    Das heisst, jemand kann sich als ethnischer Türke fühlen, dabei aber nicht nur die eingewanderten Turkmenen im 11. Jh. meinen, sondern das Völkergemisch welches sich in den letzten 1000 Jahren gebildet hat als mehr als die Summe seiner Einzelteile betrachten, als etwas neues, als ein Amalgam der Völker- und Kulturbrücke Anatoliens. Die Sichtweisen und Identitäten hängen sicher auch vom Bildungsstand ab. Es gibt auch bildungsferne Leute, die sich einfach als Türken bezeichnen, ohne in einen ethnischen oder staatsbürgerlichen Sinn zu unterscheiden oder überhaupt zu kennen, ohne zu wissen, woher sie nun ursprünglich kamen. Sie fühlen sich als Kinder Atatürks... Fertig. (Ahnenforschung und -kult scheint mir bei uns wesentlich populärer...)
    Das Bild ist also unterschiedlich und differenziert zu betrachten. Nun sind meine Erkenntnisse sicher nicht repräsentativ, entsprechen aber wohl mehr dem Bild der Türken in der Türkei, als dieses von hier lebenden "Türken" zu uns vermittelt wird?
    Denn in der Diaspora verhalten sich Migranten anders, als im Herkunftsland, je nach Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft. Dieses war bei deutschen Einwanderern in die USA im Übrigen nicht anders, die ihre landsmännischen Unterschiede weit mehr pflegten, als dieses in Deutschland der Fall wurde. (Ähnliches ist doch auch z.B. von Siebenbürgener beobachtbar gewesen?) Und sie haben in ihrer Mehrzahl auch erst nach einigen Generationen die englische Sprache erlernt, zumeist vor und während des 2. Weltkrieges, aber das ist auch ein anderes Thema...

    Also kurz und gut, die Mehrheit der türkischen Staatsbürger in der Türkei sehen sich erstens als Türken, dann als Izmiraner, Schwarzmeerbewohner, Südwestanatolier, usw. (Abgesehen von den Kurden, Arabern, usw.). Vielleicht anders bei uns, denn wir sehen uns andersherum vielleicht erstens als Hamburger, Bayer, Schwaben, und dann als Deutsche, dann als Europäer (Erbe des 20. Jh.)? (Geht mir jedenfalls so...)
    Das meine ich doch, jeder Bewohner der Türkei ist Türke (jedenfalls sieht er sich so). Wieso kommen jetzt Parteien wie die ÇDP oder die HDP und teilen das Volk in Ethnien ein und grenzen Menschen voneinander ab ? Das ist mein Problem, was ich euch versuche zu schildern und ich denke du hast begriffen was ich meine. Jeder in der Türkei ist wie du sagst ein Kind Atatürks und Atatürk hat dieses Land befreit, wozu jetzt wieder dieser Rassismus ?

  5. #35
    Avatar von BlackJack

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    Sagt mal seid ihr irgendwie high oder so? Ethnie (kann man nicht wechseln) ist etwas anderes als Staatsbürgerschaft (kann man wechseln), das ist auf der ganzen Welt so und hat nichts mit Atatürk zu tun. Was hat das mit Rassismus zu tun?

  6. #36
    Avatar von Ts61

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    Törökistan!

  7. #37
    Avatar von blacksea

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    7.837
    Türke ist der, der sich wie einer fühlt.

    Egal welcher Ethnie oder Staatsbürgerschaft.

  8. #38
    Avatar von der skythe

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    Zitat Zitat von TurkishCypriot Beitrag anzeigen
    Das meine ich doch, jeder Bewohner der Türkei ist Türke (jedenfalls sieht er sich so). Wieso kommen jetzt Parteien wie die ÇDP oder die HDP und teilen das Volk in Ethnien ein und grenzen Menschen voneinander ab ? Das ist mein Problem, was ich euch versuche zu schildern und ich denke du hast begriffen was ich meine. Jeder in der Türkei ist wie du sagst ein Kind Atatürks und Atatürk hat dieses Land befreit, wozu jetzt wieder dieser Rassismus ?
    Du hast auf deine Art und weise Recht,doch glaube ich nicht das das die Türkei schwächen wird im Gegenteil,viele werden begreifen das die Ethnie nichts bedeutet.
    Das lockert meiner Ansicht nach die Stimmung und nimmt Nationalisten die Luft zum atmen...

  9. #39
    Amarok
    Wieder so ein krasser Müll-Thread...

    Bisschen Synthie wird das alles wieder heben..


  10. #40
    Avatar von Bacerll

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Sagt mal seid ihr irgendwie high oder so?
    Ja

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