BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 2 von 2

Türkeis Wirtschaft in Aufschwung!

Erstellt von Albanesi, 25.04.2005, 15:35 Uhr · 1 Antwort · 545 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    5.698

    Türkeis Wirtschaft in Aufschwung!

    http://www.auswaertiges-amt.de/www/d...12&land_id=176

    Grundlinien der Wirtschaftspolitik

    Die Wirtschaftspolitik der Türkei steht auch im Vorfeld des möglichen Beginns von EU-Beitrittsverhandlungen noch im Spannungsfeld zwischen tief verwurzeltem Etatismus und Dirigismus (in osmanischer und kemalistischer Tradition) und einem zunehmenden marktorientierten Reformschub, der binnen- und außenwirtschaftlich auf Liberalisierung setzt und durch die EU-Beitrittsperspektive starken Ansporn bekommen hat. Das wirtschaftspolitische Programm der gemäßigt islamischen AKP-Regierung (seit November 2002) ist liberal und unternehmerfreundlich, zugleich aber auch den sozialen Anliegen breiter Wählerschichten verpflichtet. Die im Einvernehmen mit EU und IWF eingeleiteten Strukturreformen (u.a. Autonomie der Zentralbank, Transparenz des Bankenwesens und staatlichen Ausschreibungsverfahrens, Öffnung der Märkte für Telekommunikation und Energie, Reformen im Sozialversicherungssystem und der landwirtschaftlichen Subventionspolitik) werden konsequent fortgesetzt. Die Privatisierung der z.T. ineffizienten und verschuldeten Staatsbetriebe kommt allerdings nur sehr schleppend voran.

    Aktuelle wirtschaftliche Lage

    Das Wachstum des Bruttosozialprodukts war in den 1980er und 1990er Jahren sehr volatil, betrug aber durchschnittlich 5%;gemessen am Bevölkerungswachstum von derzeit immer noch rund 1,7% reichte es jedoch nicht aus, um den Abstand im Pro-Kopf-Einkommen gegenüber anderen OECD-Staaten wesentlich zu verringern. 2001 führte die tief greifende Wirtschafts- und Finanzkrise zur schärfsten Rezession seit 1945 (- 8,5%); das Pro-Kopf-Einkommen sank auf 2.160 USD. Danach wurden die IWF-gestützten Reformen trotz notwendiger strikter Fiskalpolitik durch anhaltendes Wachstum belohnt (2002 fast 8%, 2003 knapp 6%, Erwartung für 2004 ca. 10%). Das Pro-Kopf-Einkommen ist 2004 erstmals auf fast 3.500 USD gestiegen – auch dank der neuerdings starken türkischen Währung (TL). Der öffentliche Sektor fällt allerdings durch anhaltende Austeritätspolitik (verursacht durch den hohen Schuldendienst) als Wachstumsmotor noch aus.

    Nach Weltbankstatistik liegt die Türkei unter dem durchschnittlichen Einkommen eines Entwicklungslandes mit mittlerem Einkommen. Allerdings lässt diese Statistik sowohl die beträchtliche Schattenwirtschaft als auch die erheblichen Einkommensunterschiede zwischen der West- und der Osttürkei unberücksichtigt.

    Finanzpolitik

    Die schwere Finanzkrise von 2000/01 (über 80%ige Inflation, starker Wertverlust der TL nach Freigabe des Wechselkurses, über 90%ige Zinsen und galoppierende Staatsverschuldung) ist überwunden. Das aktuelle Standby-Abkommen des IWF (konditionierte Neuzusagen von 12 Mrd. USD soll im Februar 2005 auslaufen. Derzeit wird ein vorher nicht geplantes, neues Abkommen verhandelt, das relativ geringe Neuzusagen, dafür aber eine Streichung der Schuldentilgung enthalten soll. Falls es zustande kommt, würde es das aktuelle Abkommen ersetzen bzw. nach dessen Auslaufen in Kraft treten. Das IWF-Gesamtprogramm für die Jahre 2002-2004 umfasste Kredite von insgesamt 31 Mrd. USD. Der Kredit des derzeit verhandelten Standby-Abkommens wird sich voraussichtlich an der 10 Mrd. USD-Marke bewegen. Die Weltbank stellte seit 2000 im Rahmen zweier Dreijahresstrategien bis zu 10,7 Mrd. USD) zur Verfügung. Zusätzlich könnte die Türkei auf ein US-Kreditangebot von 8,5 Mrd. USD zurückgreifen.

    Die strikte Austeritätspolitik der türkischen Regierung im Rahmen des durch den IWF überwachten Anpassungsprogramms wurde durch allmählich wachsendes Vertrauen in- und ausländischer Investoren belohnt. Nach knapp zwei Jahren AKP-Regierung sind die Signale der türkischen Wirtschaft überwiegend positiv: Anhaltendes Wachstum, Exportboom, fortgesetzter Inflationsabbau, Ende der Lira-Schwäche, schnelle Überwindung der Irak-Krise im Tourismussektor, Senkung der Zinsen für Inlandsschulden (Realzins allerdings immer noch bei ca. 15%) und erleichterter Auslandsschuldendienst (IWF-Streckung der Rückzahlungstermine). Das Verhältnis der öffentlichen Verschuldung (über 200 Mrd. USD) zum BSP ist auf 70% gesunken. Risikofaktor bleibt das doppelte Defizit (Staatshaushalt und Zahlungsbilanz). Der Hauptanker für weiteren Aufschwung und durch damit verbundenen Mehreinnahmen sowie Abbau der Schuldenlast bleibt die EU-Beitrittsperspektive.

    Wirtschaftssektoren

    Die türkische Wirtschaft hat in wenigen Jahrzehnten aus fast ausschließlicher Agrarökonomie differenzierte Strukturen mit starkem West-Ost-Gefälle entwickelt. Laut Angaben der Weltbank arbeiten noch über 40% der Erwerbsbeschäftigten in der Landwirtschaft und leisten einen Beitrag von ca. 13% zum BSP. Vor allem in der Westtürkei ist die industrielle Entwicklung stark ausgeprägt (Textil, Fahrzeuge, Chemie, Maschinen, Elektrobranche), die Industrie trägt mit ca. 25% zum BSP bei. Größten Anteil am BSP (ca. 62%) hat der Dienstleistungssektor - mit weiter steigender Tendenz. Der auch infrastrukturell noch vergleichsweise unterentwickelte Osten und Südosten ist überwiegend Agrargebiet. Im Südosten werden seit Mitte der 1980er Jahre erhebliche Entwicklungsanstrengungen unternommen (GAP-Projekt mit Staudämmen, Kraftwerken, Elektrifizierung, Bewässerungsanlagen, Agrarindustrie, Straßen, Telekommunikation). Die Bevölkerung der Region profitiert jedoch bislang nur in beschränktem Maße vom infrastrukturellen Ausbau.

    Entwicklung der Erwerbseinkommen

    Die türkischen Arbeitnehmer und die Mittelklasse waren in den 1980er und 1990er Jahren die großen Verlierer der Liberalisierungspolitik, die dem Land ein rasches Wirtschaftswachstum, aber auch eine zunehmend ungleiche Einkommensverteilung beschert hatte. Auch das nach der Wirtschaftskrise des Jahres 2001 zu beobachtende Wirtschaftswachstum hat der breiten Bevölkerungsmehrheit weder mehr Beschäftigung noch mehr Einkommen oder größere Konsummöglichkeiten gebracht. Der überwiegende Teil der in Industrie, Landwirtschaft und Handwerk erwerbstätigen Arbeiter bezieht weiterhin den "Mindestlohn", ein ursprünglich nach einem Warenkorb berechneter Betrag für eine Person, der aber in der Praxis das "Familieneinkommen" darstellt. Im 1. Halbjahr 2004 beträgt der Brutto-Mindestlohn im Monat 444 Mio. TL (ca. 250,- EUR). Die Entwicklung der Realeinkommen hat trotz gesunkener Inflation mit der Wirtschaftsentwicklung nicht Schritt halten können, so dass insbesondere die unteren Bevölkerungsschichten am Rande des Existenzminimums leben. Auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen wandert die ländliche Bevölkerung weiterhin in die Städte und industriellen Zentren ab und erhöht die dortigen sozialen Probleme ebenso wie die Arbeitslosenquote.

  2. #2

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    5.698
    Ich sags euch dieses Land wird eine blühende Region zwischen Vorderasien und Balkan wenn der Wirtschaftswachstum dort weiter ansteigt!

    Nein, dem Balkan muß statt der Türkei vor dessen Vollmitgliedschaft eine "privilegierte Partnerschaft"
    angeboten werden.

    z. B. haben die Griechen obgleich 25-jähriger EU-Mitgliedschaft es immer noch nicht aus dem "Entwicklungskeller"
    geschafft und erst die Balkanländer?

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 28.04.2010, 22:13
  2. Nis ist eine Pulisierende Stadt in Aufschwung
    Von detlef-berlin im Forum Balkan-Städte
    Antworten: 27
    Letzter Beitrag: 01.07.2009, 12:19
  3. türkeis geheimes killerkommando: JITEM
    Von John Wayne im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 27
    Letzter Beitrag: 23.06.2009, 19:37
  4. Albanien vor dem Aufschwung
    Von Karim-Benzema im Forum Wirtschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 30.03.2009, 22:17
  5. Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 25.07.2005, 03:36