"Hasserfüllte Texte aus Geschichts- und Geographiebüchern entfernen"


– Türkischer Bildungsminister zu Besuch in Mazedonien



Skopje, 7.10.2004, UTRINSKI VESNIK, mazedonisch.


Der türkische Bildungsminister Hysein Celik sagte nach dem Treffen mit seinem mazedonischen Gastgeber und Amtskollegen Aziz Polozani, dass beide ehrliche Vorhaben zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bildungsbereich haben.


"Wir haben mit Minister Polozani über den Austausch von Studenten und von Lehrern sowie über neue Lehrbücher und über die Entfernung von hasserfüllten Texten aus den Geschichts- und Geographiebüchern gesprochen", sagte der türkische Minister Celik und fügte hinzu, dass er seinen Gastgeber auf die Probleme der türkischen Minderheit in Mazedonien hingewiesen habe.


Die Journalisten haben den Besuch des türkischen Ministers Celik zum Anlass genommen, ihn über fehlende Bücher vor allem für die türkischen Kinder der fünften Klasse aufmerksam zu machen und ihn zu fragen, ob etwas in dieser Richtung gemacht wird, damit diese Kinder die gleichen Rechte wie die Kinder der anderen ethnischen Gemeinschaften erhalten.


"Mir sind diese Probleme bekannt. Unser Land ist jederzeit bereit, bei der Lösung dieser Bildungsfrage zu helfen. Mazedonien hat mit seiner multiethnischen Struktur Ähnlichkeit mit einem Regenbogen und wir sind tief überzeugt, dass die mazedonische Regierung und das Bildungsministerium alles tun werden, um die Verfassungsrechte der ethnischen Gemeinschaften über die gleichberechtigte Bildung zu erfüllen", so Minister Celik.


Der türkische Minister wurde auch über die "fünf Millionen Albaner und über ihre Unterrichtsrechte in der Muttersprache in der Türkei" gefragt. "Ich habe die Albaner in der Türkei nicht gezählt und kenne ihre Zahl nicht. Aber alle, die dort (in der Türkei) leben, sind gleichberechtigt. Bis heute habe ich bezüglich der Frage noch keinen entsprechenden Antrag seitens der türkischen Bürger albanischer Abstammung erhalten. Wir haben einen Antrag für die Erlernung der kurdische Sprache erhalten und dies wurde zugelassen. Also, wenn die Albaner das gleiche wollen, wir sind dazu bereit. Jedes Land ist spezifisch – in der Türkei ist es unmöglich, ethnische Parteien zu gründen, während in ihrem Land, wie ich feststelle, dies zugelassen ist." (fp)