BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 5 von 5

Ein Tunnel hielt Sarajevo am Leben

Erstellt von BosnaHR, 23.07.2009, 00:02 Uhr · 4 Antworten · 1.653 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von BosnaHR

    Registriert seit
    28.12.2008
    Beiträge
    9.941

    Ein Tunnel hielt Sarajevo am Leben

    Ein Tunnel hielt Sarajevo am Leben

    Westfalen, 22.07.2009, Petra Kappe, 0 Kommentare
    , Trackback-URL

    Serben, Kroaten und Bosniaken suchen eine gemeinsame Zukunft - Ihre Vergangenheit verdrängen sie

    Sarajevo. Die blutige Vergangenheit liegt noch nah für die Menschen in Bosnien-Herzegowina. Opfer und Täter begegnen einander im Alltag, auf der Straße, beim Einkaufen. „Verzeihen kann ich nicht, das werde ich nie können”, sagt eine der Mütter von Srebrenica, die vor 14 Jahren ihren Mann verlor. „Aber ich will auch nicht ein Leben lang hassen.”
    In Bosnien-Herzegowina leben die drei Volksgruppen, die sich in den Balkankriegen erbittert bekämpften, unter einem Dach. Serben, Kroaten und Bosniaken suchen, wenn alles gut geht, eine gemeinsame Zukunft. Ihre Vergangenheit verdrängen sie.
    Verlassene Häuser

    Verlassene Wohnhäuser, Einschusslöcher in Fassaden, Schilder, die vor Minen warnen: Vielerorts in Sarajevo und Umgebung begegnen einem Hinweise auf den Krieg, der vor 14 Jahren mit dem Abkommen von Dayton beendet wurde. Die Spuren werden nach und nach beseitigt. Die Opfer kämpfen um Gedenkstätten wie die für das Massaker von Srebrenica; vereinzelt erinnern Mahntafeln an die Schrecken. Für ein Museum ist es vielleicht noch zu früh. Das einzige, das heute in Sarajevo an den Krieg erinnert, entstand in privater Initiative.
    Ein enger, 800 Meter langer Tunnel stellte während der mehr als dreijährigen serbischen Belagerung der bosnischen Hauptstadt die einzige Verbindung zur Außenwelt dar. Heute erinnert ein kleines Museum an das Bauwerk, das 300 000 Menschen in Sarajevo das Überleben sicherte.
    Von zwei Seiten gegraben Edis Kolar ist mit Eifer bei der Sache, wenn Touristen sein Elternhaus besuchen. Die Hauswände von Einschusslöchern übersät, ein Holzverschlag vor dem Eingang, dahinter führt eine kleine Treppe in den Ausstellungsraum. Hier, wo Edis seine Kindheit verbracht hat, betreibt er heute das „Tunel-Museum” - „ein Mahnmal dafür, dass das, was wir erlebt haben, nie wieder passiert”.
    Die Grabung begann im Januar 1993. Von zwei Seiten her, von Butmir und Dobrinja, arbeiteten die Männer mit Schaufel und Spitzhacke unter der Erde einander entgegen, erst drei bis vier Stunden täglich, später in drei Schichten rund um die Uhr. Stolz berichtet Edis Kolar von dem Tag des Durchbruchs, von der Präzision des Treffens; bis heute überwältigt ihn die Freude über die Lebensader, die der Tunnel für seine hungernde Stadt bedeutete.
    Nahrungsmittel, Medikamente, jede Menge Waffen und Munition: „Alles, was passte, kam durch den Tunnel herein.” In der ersten Nacht wurden zwölf Tonnen militärischer Güter in die Stadt befördert.
    Durchschnittlich einen Meter breit und 1,50 Meter hoch, ließ der Tunnel eine aufrechte Haltung nicht zu. Soldaten und Freiwillige, darunter viele Kinder, trugen auf dem Rücken oder mit bloßen Händen durch die Dunkelheit, was in Sarajevo ersehnt wurde. Sie verlegten Schienen und fertigten kleine Karren, die je 300 Kilogramm Lasten befördern konnten. Eine Pipeline ermöglichte den Transport von Treibstoff; für das zwölf Megawatt Starkstromkabel dankt Edis Kolar noch heute der deutschen Regierung.
    4000 Menschen nutzten nach seiner Schilderung den Tunnel täglich. Zweimal trafen Granaten wartende Zivilisten am Tunneleingang.
    Ohne den Tunnel, davon ist Kolar überzeugt, wäre Sarajevo untergegangen. „Er bewahrte die Stadt vor der kompletten Belagerung durch die Serben. Er rettete 300 000 Menschen vor den serbischen Todeslagern.”

  2. #2
    Romantika
    Zitat Zitat von BosnaHR Beitrag anzeigen
    Ein Tunnel hielt Sarajevo am Leben

    Westfalen, 22.07.2009, Petra Kappe, 0 Kommentare
    , Trackback-URL

    Serben, Kroaten und Bosniaken suchen eine gemeinsame Zukunft - Ihre Vergangenheit verdrängen sie

    Sarajevo. Die blutige Vergangenheit liegt noch nah für die Menschen in Bosnien-Herzegowina. Opfer und Täter begegnen einander im Alltag, auf der Straße, beim Einkaufen. „Verzeihen kann ich nicht, das werde ich nie können”, sagt eine der Mütter von Srebrenica, die vor 14 Jahren ihren Mann verlor. „Aber ich will auch nicht ein Leben lang hassen.”
    In Bosnien-Herzegowina leben die drei Volksgruppen, die sich in den Balkankriegen erbittert bekämpften, unter einem Dach. Serben, Kroaten und Bosniaken suchen, wenn alles gut geht, eine gemeinsame Zukunft. Ihre Vergangenheit verdrängen sie.
    Verlassene Häuser

    Verlassene Wohnhäuser, Einschusslöcher in Fassaden, Schilder, die vor Minen warnen: Vielerorts in Sarajevo und Umgebung begegnen einem Hinweise auf den Krieg, der vor 14 Jahren mit dem Abkommen von Dayton beendet wurde. Die Spuren werden nach und nach beseitigt. Die Opfer kämpfen um Gedenkstätten wie die für das Massaker von Srebrenica; vereinzelt erinnern Mahntafeln an die Schrecken. Für ein Museum ist es vielleicht noch zu früh. Das einzige, das heute in Sarajevo an den Krieg erinnert, entstand in privater Initiative.
    Ein enger, 800 Meter langer Tunnel stellte während der mehr als dreijährigen serbischen Belagerung der bosnischen Hauptstadt die einzige Verbindung zur Außenwelt dar. Heute erinnert ein kleines Museum an das Bauwerk, das 300 000 Menschen in Sarajevo das Überleben sicherte.
    Von zwei Seiten gegraben Edis Kolar ist mit Eifer bei der Sache, wenn Touristen sein Elternhaus besuchen. Die Hauswände von Einschusslöchern übersät, ein Holzverschlag vor dem Eingang, dahinter führt eine kleine Treppe in den Ausstellungsraum. Hier, wo Edis seine Kindheit verbracht hat, betreibt er heute das „Tunel-Museum” - „ein Mahnmal dafür, dass das, was wir erlebt haben, nie wieder passiert”.
    Die Grabung begann im Januar 1993. Von zwei Seiten her, von Butmir und Dobrinja, arbeiteten die Männer mit Schaufel und Spitzhacke unter der Erde einander entgegen, erst drei bis vier Stunden täglich, später in drei Schichten rund um die Uhr. Stolz berichtet Edis Kolar von dem Tag des Durchbruchs, von der Präzision des Treffens; bis heute überwältigt ihn die Freude über die Lebensader, die der Tunnel für seine hungernde Stadt bedeutete.
    Nahrungsmittel, Medikamente, jede Menge Waffen und Munition: „Alles, was passte, kam durch den Tunnel herein.” In der ersten Nacht wurden zwölf Tonnen militärischer Güter in die Stadt befördert.
    Durchschnittlich einen Meter breit und 1,50 Meter hoch, ließ der Tunnel eine aufrechte Haltung nicht zu. Soldaten und Freiwillige, darunter viele Kinder, trugen auf dem Rücken oder mit bloßen Händen durch die Dunkelheit, was in Sarajevo ersehnt wurde. Sie verlegten Schienen und fertigten kleine Karren, die je 300 Kilogramm Lasten befördern konnten. Eine Pipeline ermöglichte den Transport von Treibstoff; für das zwölf Megawatt Starkstromkabel dankt Edis Kolar noch heute der deutschen Regierung.
    4000 Menschen nutzten nach seiner Schilderung den Tunnel täglich. Zweimal trafen Granaten wartende Zivilisten am Tunneleingang.
    Ohne den Tunnel, davon ist Kolar überzeugt, wäre Sarajevo untergegangen. „Er bewahrte die Stadt vor der kompletten Belagerung durch die Serben. Er rettete 300 000 Menschen vor den serbischen Todeslagern.”
    Mögen die Toten in Frieden ruhen.
    Und die Verbliebenen in Frieden Leben.. Amin

  3. #3

    Registriert seit
    26.07.2008
    Beiträge
    6.061
    Unter diesem Haus war der Eingang zum Sarajevo-Tunnel.
    Heute befindet sich hier ein kleines privates Museum



    Wiederhergestelltes Teilstück des Tunnels



    Mehr dazu:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sarajevo-Tunnel

    R.I.P. an alle opfer aller Ethnien

  4. #4
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
    Beiträge
    64.191
    Zitat Zitat von dalistyle Beitrag anzeigen
    Unter diesem Haus war der Eingang zum Sarajevo-Tunnel.
    Heute befindet sich hier ein kleines privates Museum



    Wiederhergestelltes Teilstück des Tunnels



    Mehr dazu:
    Sarajevo-Tunnel ? Wikipedia

    R.I.P. an alle opfer aller Ethnien
    Unfassbar traurig wie Menschen leiden mussten! Wegen nichts!

  5. #5

    Registriert seit
    29.01.2006
    Beiträge
    3.160

Ähnliche Themen

  1. Der Tunnel von Sarajevo
    Von Lima im Forum Balkan im TV
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 24.11.2011, 23:27
  2. [Doku] Der Tunnel von Sarajevo
    Von Azrak im Forum Balkan im TV
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 20.11.2011, 14:02
  3. Generation Sarajevo "Es ist Islam light, den wir hier leben"
    Von Emir im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 279
    Letzter Beitrag: 05.03.2011, 01:06
  4. Er hielt es für Koks
    Von baklava_soldjah im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 20.01.2011, 18:04