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DER ÜBERFORDERTE VIELVÖLKERSTAAT..

Erstellt von skenderbegi, 12.12.2007, 00:20 Uhr · 77 Antworten · 2.534 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
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    11.089

    Ausrufezeichen DER ÜBERFORDERTE VIELVÖLKERSTAAT..

    Der überforderte Vielvölkerstaat 10. Dezember 2007 Für die längste Zeit des vergangenen Jahrhunderts schien Serbien sich in den beiden jugoslawischen Staaten aufgelöst zu haben. Tatsächlich war es aber nur hinter sie zurückgetreten, nicht in ihnen aufgegangen. Das Blutvergießen auf dem Balkan begann, als es wieder hervortrat, wenn auch zunächst getarnt als drittes Jugoslawien (Serbien und Montenegro).
    Es ist viel Camouflage im Spiel, und deshalb muss der modernen Geschichte Serbiens gleichsam nachgestellt, sie muss aufgespürt werden innerhalb der Geschichten Jugoslawiens und des osmanischen Zerfalls zuvor.

    Holm Sundhaussen,
    emeritierter Professor für Südosteuropäische Geschichte am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin und einer der herausragenden deutschsprachigen Fachleute für die Geschichte Südosteuropas, hat das überaus kenntnisreich getan.

    Sein umfangreiches, dicht und dennoch lesbar geschriebenes Werk folgt vielen Verästelungen, etwa der Entwicklung des Dorfes, der Familien, des Schulwesens oder der Industrialisierung in Serbien. Der aktuellste Aspekt des Buches ist aber gewiss jener von Serbiens missglückter Herrschaft über das Kosovo. Diese Abschnitte können helfen, den derzeit auf einen neuen Höhepunkt zustrebenden Territorialstreit über das Amselfeld historisch einzuordnen.

    Man muss dazu nicht bis ins Jahr 1389 hinabsteigen,
    als die bekannteste der Schlachten auf dem Amselfeld stattfand, die indes nicht die einzige und schon gar nicht die für den Untergang des mittelalterlichen serbischen Reiches entscheidende war.

    Sinnvoller ist ein Blick auf die Balkan-Kriege 1912/13,
    als Serbien unter anderem das Kosovo und das von slawischen Muslimen geprägte Gebiet des Sandschak (zurück)eroberte - denn dies waren folgenschwere Siege der Marke Pyrrhus.Denn fortan war Serbien nicht länger, was es nach Ansicht seiner damaligen Führer und der Ingenieure einer nationalen Identität hätte sein sollen - nämlich "rein" serbisch. Serbien wurde ein Vielvölkerstaat, und der war von sich selbst überfordert. Sundhaussen spricht gar von der "wohl wichtigsten Zäsur" der serbischen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Serbien erkannte sich nicht mehr. Mehr als ein Viertel seiner Einwohner waren keine Serben, und das Verhältnis veränderte sich weiter zum numerischen Nachteil der serbischen Bevölkerung.


    Belgrad wollte das Kosovo, aber ohne Albaner.
    Man versuchte also, sie loszuwerden. Eine Methode war die geplante Zwangsumsiedlung von 40 000 muslimischen Familien in die Türkei. Ein Abkommen darüber zwischen Belgrad und Ankara von 1938 konnte allerdings nicht verwirklicht werden, denn der Weltkrieg kam dazwischen.

    Einen anderen Vorschlag, die Zahl der Albaner im Kosovo zu verringern,
    hatte 1937 der serbische Historiker Vasa Cubrilovic ausgearbeitet, Professor an der Universität Belgrad und Mitglied der serbischen Akademie der Wissenschaften. In seinen Überlegungen über "Die Vertreibung der Arnauten" stellte er 1937 fest: "Die Weltöffentlichkeit wird sich ein wenig erregen . . . Aber die Welt ist an weit Schlimmeres gewöhnt und dermaßen mit Tagesfragen beschäftigt, dass man sich von dieser Seite nicht besonders fürchten muss. Wenn Deutschland Zehntausende von Juden vertreiben und Russland Millionen von Menschen von einem Teil des Kontinents in den anderen verschieben konnte, wird es wegen einiger hunderttausend vertriebener Albaner schon nicht zu einem Weltkrieg kommen." Cubrilovic wies darauf hin, "dass die Fruchtbarkeit der albanischen Frauen auch unsere Kolonisationspolitik zunichte gemacht hat. Daraus müssen wir Schlussfolgerungen ziehen und uns beeilen, solange es noch Zeit gibt, eine Korrektur durchzuführen."


    Diese Sätze, oft zitiert,
    sind weder für die Albaner im Kosovo noch für Serbiens Herrschaftsanspruch über das Gebiet folgenlos geblieben. Zwar wurde die Methode der Massenvertreibungen bis zur Spätzeit der Herrschaft des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic nicht eingesetzt, doch tat sich der serbische Staat im Kosovo schon vorher durch systematische Ausgrenzung und Verfolgung der Bevölkerungsmehrheit hervor.

    -So wurde der Schulunterricht in der frühen Zeit serbischer Herrschaft ausschließlich in serbischer Sprache abgehalten, weshalb viele Albaner ihm fernblieben. Von den jugoslawischen, also wörtlich den "süd-slawischen" Experimenten blieben sie auch deshalb ausgeschlossen, weil sie, anders als die bosnischen Muslime, keine Slawen waren.

    Im Herbst 1968
    schließlich protestierten die Albaner im Kosovo (und in Mazedonien) dagegen, dass in Jugoslawien zwar einige hunderttausend Montenegriner einen Republikstatus, die etwa 1,3 Millionen Albaner dagegen nur einen Autonomiestatus besaßen. Sundhaussen erwähnt, dass für die Republiken ein Recht zum Austritt aus Jugoslawien formal nicht erst seit der Verfassung von 1974 bestand, deren territoriale Grenzen bis zum jugoslawischen Zerfall galten. Vielmehr heißt es im ersten Artikel der jugoslawischen Verfassung von 1946, die "föderative Volksrepublik Jugoslawien" sei "eine Gemeinschaft gleichberechtigter Völker, die auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts, das das Recht auf freien Austritt einschließt, ihren Willen erklärt haben, in einem föderativen Staat zusammenzuleben".
    Natürlich bestand das Versprechen auf "freien Austritt" im kommunistischen Jugoslawien nur auf dem Papier. Für die Kosovo-Albaner hätte es aber formal auch damals schon gelten können, denn sie hatten keine schlechter begründeten Ansprüche darauf, ihre Heimat in den Status einer jugoslawischen Republik erhoben zu sehen, als die Montenegriner, die im vergangenen Jahr durch ein Referendum ihre Unabhängigkeit von Serbien erklärt haben.

    Holm Sundhaussen: Geschichte Serbiens 19.-21. Jahrhundert, Böhlau-Verlag, Wien 2007
    Buchtitel: Geschichte Serbiens 19.-21. Jahrhundert
    Buchautor: Sundhaussen, Holm


    http://www.faz.net/s/RubCB85F279145C...~Scontent.html

    Wie man schwerlich lesen kann ist es jederzeit möglich die gesetze zu ändern wie es dem serbischen staat passt...!


    das referendum war das beste beispiel das serbien die albaner nicht in einem gemeinsamen staat haben will....

    und wenn serbien vom recht eines staaten spricht so hat dieser staat seine pflichten als staat nicht wahrgenommen sprich nicht erfüllt.....

    dieser hat sogar einiges dafür getan das den bürger seines staates seine rechte nicht zugestanden wurden.


    ein weiteres beispiel dazu wäre die haltung serbiens in zusammenhang mit dem umgang von radi & mladi....

    was hat serbien in der welt-öffentlichkeit schon für beteuerungen von sich gegeben nichts darüber zu wissen wo wir seit einigen tagen beamte des serbischen staates zugaben dieser habe sich in serbien aufgehalten und tut es immer noch....

    wie will man auf die uno-konventionen pochen wenn man selbst diese mit füssen tritt....

  2. #2
    Avatar von meko

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    interessanter beitrag!

  3. #3
    Avatar von skenderbegi

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    Ausrufezeichen

    noch einer der die problematik zeigt...

  4. #4

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    Serbien war nicht überfordert

    Serbien war und ist ein failed State/ ein fehlgeschlagener Staat.

    Schon zu seienr Gründung bis heute, hatt Serbien zu keinem Zeitpunkt funktioniert, ausser dan, als ein nichtserbe die MAcht erlangte!!

  5. #5

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    219
    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    Serbien war nicht überfordert

    Serbien war und ist ein failed State/ ein fehlgeschlagener Staat.

    Schon zu seienr Gründung bis heute, hatt Serbien zu keinem Zeitpunkt funktioniert, ausser dan, als ein nichtserbe die MAcht erlangte!!

    du meinst doch nicht tito oder?

  6. #6

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    479
    Nein Milosevic

    dne dan funktionierte der Staat am besten

  7. #7

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    219
    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    Nein Milosevic

    dne dan funktionierte der Staat am besten
    es gibt auch serben wie ich die keine milosevic anhänger waren hoffe das ich jetzt dein weltbild der serben nicht zerstört habe

  8. #8

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    Zitat Zitat von Obelic Beitrag anzeigen
    es gibt auch serben wie ich die keine milosevic anhänger waren hoffe das ich jetzt dein weltbild der serben nicht zerstört habe
    Keine angst, ich kenne mehr Serben als du kleiner fascho

  9. #9

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    2.195
    die Albaner hetze ist so billig



    alles was gegen Serbien spricht ist gut, alles was für Serbien spricht ist schlecht = Albaner-Weltbild

    schwarz-weiß Weltbild halt

  10. #10

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    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    Keine angst, ich kenne mehr Serben als du kleiner fascho
    Ist mir schon klar das ihr ohne uns nicht könnt

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