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Wie die UN, NATO, EU, USA neue Konflikte inzeniert

Erstellt von lupo-de-mare, 13.11.2004, 09:42 Uhr · 2 Antworten · 752 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von lupo-de-mare

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.988

    Wie die UN, NATO, EU, USA neue Konflikte inzeniert

    Es sollte jedem klar sein, das die Kriege inzeniert werden, um Milliarden angeblicher Aufbauhilfe zu unterschlagen, indem vor allem kriminelle Personen und Organisationen installiert werden.

    siehe Kosovo, Albanien, Balkan, Afghanistan, Ost-Timor, Irak usw..


    Im leeren Korridor der Humanität

    Peter V. Brinkemper 13.11.2004
    Matthew Sleeth fotografiert den UN-Einsatz in Ost-Timor

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    Im leeren Korridor der Humanität
    Peter V. Brinkemper 13.11.2004

    Matthew Sleeth fotografiert den UN-Einsatz in Ost-Timor
    Eigentlich ist gegen die UN-Friedensmission im pazifischen Inselreich Ost-Timor 1999 nichts einzuwenden. Ost-Timor oder Timor Leste ist einer der jüngsten, kleinsten und ärmsten Staaten der Welt, der erst 2002, nach Jahrhunderten der kolonialen Unterdrückung seine Unabhängigkeit erlangt hat. Der UN-Diplomat Sergio Vieira di Mello ist dabei - ebenso wie die australischen Spitzenpolitiker - der Star einer Peace-Keeping-Mission mit internationaler Schutztruppe unter dem australischen Kommando in der ex-portugiesischen Palmenprovinz, die sich nach außen weitaus erfolgreicher darstellt als andere Unternehmen. Der im Oktober wiedergewählte australische Premier John Howard profitierte davon ebenso wie von seiner "moderaten" militärischen Teilnahme ohne ein einziges bisheriges Opfer an der Irak-Invasion. Der in Melbourne lebende Matthew Sleeth hat die UN-Mission in Ost-Timor kritisch unter die Lupe genommen und das dokumentarische Genre der Kriegs- und Militärfotografie als inszeniertes Sicherheitstheater und als Militärtourismus im leeren Korridor einer humanitär verkleideten Politik aufgespießt



    Kylie Minogue mit Waffe bei der "Tour of Duty", Dili 1999

    Auf den ersten Blick scheint im Pazifik ein ganz eigenes Schmuckstück einer erfolgreichen UN-Politik zu liegen: Ost-Timor, ein Inselreich mit der östlichen Hälfte der Insel Timor, den kleineren Eilanden Atauro im Norden und Jako im Osten und der Exklave Ocussi-Ambeno in Westtimor. Eine noch auf dem weltpolitischen Konsens vor dem 11. September 2001 funktionierende UN schuf im blutigen Konflikt zwischen Indonesien und Ost-Timor Klarheit, Ruhe, Recht und Ordnung - nach dem Codex des Völkerrechts und mit militärischer Unterstützung einer internationalen Schutztruppe unter der Leitung Australiens. Fernab von der UN-verachtenden Anti-Terror-Kriegstreiberei der späteren George-W.-Bush-Supermacht scheint Ost-Timor auch heute noch die Liliput-Ausgabe eines vernünftigen Paradieses zu sein. Hier haben sich die westliche Zivilisation und ihre fernen Bündnispartner in einem humanitären Feldzug der Hochdiplomatie selbst überboten, und die rousseauistische Wunschvorstellung einer Friedenswelt vor der Traumkulisse einer Bounty-Meuterei realisiert. Ein Stoff, aus dem die Träume sind.


    Das schrille "Making of" eines Militär-Werbefeldzuges


    Der australische Fotograf Matthew Sleeth hat in seinem Projekt "Tour of Duty" den Übergangsprozess des pazifischen Inselstaates Ost-Timor in die Unabhängigkeit auf höchst eigenwillige Weise dokumentiert - quer zu den üblichen Formen der Kriegsreportage. Er verzichtet dabei auf die überall gegenwärtigen Spuren massiver Gewalt, er blendet die äußeren Vorgänge der pathetisch zugespitzten Aktion aus, er kippt die sachliche Nüchternheit eines "objektiven Dokumentarstils", der die militärischen und zivilen Vorgänge "distanziert", "wirklichkeitsgetreu" und "geschichtsgerecht" erfasst.

    Matthew Sleeth blickt in einer Art Reality-Fotografie hinter die Kulissen des Militärs und der Diplomatie und entdeckt eine andere Art von Feldzug, die medienwirksame Inszenierung eines friedlichen Bilderkrieges, der vor keiner historischen Fälschung und politischen Heuchelei zurückscheut und der auf den soeben geschaffenen Bühnen die Belange der Timoresen immer wieder übergeht oder höchstens als Material der Selbstdarstellung der humanitären Invasoren zu nutzen weiß.

    Sleeth komponiert ein visuelles Modell, das die Glaubwürdigkeit und die vorgebliche Effektivität des Konfliktlösungsmechanismus der UN fotografisch, noch vor der manifesten Globalisierung des Terrors und Anti-Terror-Kriegs 2001 und damit der klaren Entmächtigung der Vereinten Nationen abklopft. Sleeth wirft Fragen auf, inwiefern alte Krisen verdrängt, verstärkt und neue Krisen provoziert werden.





    Im entscheidenden Moment, 1999, nimmt Sleeth vier Monate lang die Mission der internationalen UN-Friedenstruppen unter australischer Leitung unter die Lupe. Seine Bilder kommentieren, wie das Bündnis des "zivilisierten Westens" den humanitären Auftrag im blutig zerrissenen Inselparadies inszeniert und kommuniziert: Timoresische Miliz-Kommandeure im Che-Guevara-Outfit, Blauhelm-Generäle im T-Shirt beim Barbecue, UN-Bürokraten verhandlungsoffensiv im Kolonial-Look, Kylie Minogue mit Kollegen bei der Truppenbetreuung in Topform.


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    Die fortdauernden Exzesse der Milizen rufen die UN auf den Plan. Forderungen nach einem militärisch wirksamen Eingriff werden laut. Am 15. September 1999 beschließt der Sicherheitsrat den Einsatz einer Schutztruppe INTERFET nach Kapitel VII der UN-Charta. Die Truppe erhielt den Auftrag, "den Frieden und die Sicherheit in Ost-Timor wiederherzustellen", die UN-Mission UNAMET "bei der Durchführung ihrer Aufgaben" zu "schützen und zu unterstützen", sowie "humanitäre Hilfsmaßnahmen zu erleichtern". Die Entsendung einer multinationalen Truppe wird auf vier Monate befristet; danach soll eine reguläre friedenserhaltende Operation der UN den Schutz der Bevölkerung übernehmen und den Aufbau des Landes unterstützen.

    Die ersten INTERFET-Einheiten, zum größten Teil australische Truppen, vom nordaustralischen Darwin aus, landen am 20. September in der ost-timoresischen Hauptstadt Dili. Die Gewalttaten und Plünderungen der indonesischen Milizen und regulären Soldaten flauen erst ab, als Regierung und Militärführung in Jakarta den definitiven Rückzug aus Ost-Timor anordnen. Die indonesische Volksversammlung entscheidet am 19. Oktober über den neuen Präsidenten und bekräftigt definitiv die Unabhängigkeit Ost-Timors.

    Die Führer der "Befreiungs"-Organisationen werden durch Verhandlungen rasch zu Staatsmännern aufgewertet. Sie betreiben ihre Karriere vor allem durch vorauseilenden Gehorsam gegenüber den zukünftigen westlichen Partnern. So untersagt Xanana Gusmao, der Chef der Falintil (bewaffneter Arm der Fretilin, der osttimoresischen Widerstandsbewegung) und Vorsitzende des CNRT (Conselho National de Resistancia Timorese) noch aus dem Gefängnis in Jakarta den oppositionellen Studenten in Dili die Demonstration gegen den Terror der Milizen:


    --------------------------------------------------------------------------------

    Wir müssen alles zu diesem Prozeß (Volksbefragung) beitragen, der Orientierung des UN-Teams folgend. Zu diesem Zweck wiederhole ich meinen Appell, ruhig zu bleiben. Ich wiederhole meinen Appell an die Jugend von Dili, Befehle zu befolgen und verlange, daß sie verantwortlich und mit Disziplin handelt.

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    Die fortdauernden Exzesse der Milizen rufen die UN auf den Plan. Forderungen nach einem militärisch wirksamen Eingriff werden laut. Am 15. September 1999 beschließt der Sicherheitsrat den Einsatz einer Schutztruppe INTERFET nach Kapitel VII der UN-Charta. Die Truppe erhielt den Auftrag, "den Frieden und die Sicherheit in Ost-Timor wiederherzustellen", die UN-Mission UNAMET "bei der Durchführung ihrer Aufgaben" zu "schützen und zu unterstützen", sowie "humanitäre Hilfsmaßnahmen zu erleichtern". Die Entsendung einer multinationalen Truppe wird auf vier Monate befristet; danach soll eine reguläre friedenserhaltende Operation der UN den Schutz der Bevölkerung übernehmen und den Aufbau des Landes unterstützen.

    Die ersten INTERFET-Einheiten, zum größten Teil australische Truppen, vom nordaustralischen Darwin aus, landen am 20. September in der ost-timoresischen Hauptstadt Dili. Die Gewalttaten und Plünderungen der indonesischen Milizen und regulären Soldaten flauen erst ab, als Regierung und Militärführung in Jakarta den definitiven Rückzug aus Ost-Timor anordnen. Die indonesische Volksversammlung entscheidet am 19. Oktober über den neuen Präsidenten und bekräftigt definitiv die Unabhängigkeit Ost-Timors.

    Die Führer der "Befreiungs"-Organisationen werden durch Verhandlungen rasch zu Staatsmännern aufgewertet. Sie betreiben ihre Karriere vor allem durch vorauseilenden Gehorsam gegenüber den zukünftigen westlichen Partnern. So untersagt Xanana Gusmao, der Chef der Falintil (bewaffneter Arm der Fretilin, der osttimoresischen Widerstandsbewegung) und Vorsitzende des CNRT (Conselho National de Resistancia Timorese) noch aus dem Gefängnis in Jakarta den oppositionellen Studenten in Dili die Demonstration gegen den Terror der Milizen:


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    Wir müssen alles zu diesem Prozeß (Volksbefragung) beitragen, der Orientierung des UN-Teams folgend. Zu diesem Zweck wiederhole ich meinen Appell, ruhig zu bleiben. Ich wiederhole meinen Appell an die Jugend von Dili, Befehle zu befolgen und verlange, daß sie verantwortlich und mit Disziplin handelt.

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    Australien und die westlichen Werte im Zwielicht von Matthew Sleeth


    Matthew Sleeths "Tour of Duty"-Serie zur UN-Schutztruppen-Intervention in Ost-Timor 1999 stellt alle Protagonisten ins Zwielicht.
    :P :P

    Auf dem Heliport von Dili trafen sich der UN-Beauftragte Sergio Vieira de Mello im Safari-Look und der Freiheitskämpfer und spätere erste Präsident Ost-Timors, Xanana Gusmao. Sergio war der Leiter der UNTAET (the United Nations Transitional Administration in East Timor), eine Art nicht gewählter Ersatzpräsident in der Übergangsphase, die am 20. Mai 2002 endete. Xanana war augenscheinlich der Führer in Wartestellung. Sleeth verdichtete dieses spannungsvolle Verhältnis der beiden Protagonisten in einem post-kolonialen Szenario, mit einem schwerbewaffneten, nicht zufällig brasilianischen Secret-Service-Mann im Hintergrund. Viera de Mello, der 1948 in Rio geborene Diplomat und Politiker krönte mit der Ost-Timor Mission seine Karriere in den UN, er wurde im Anschluss zum neuen UN-Hochkommissar für Menschenrechte gewählt.

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    Dem Diplomaten muss bewusst gewesen sein, dass das alte, aus sorgloseren Zeiten stammende Konzept einer UN-Mission mit aus "friedlichen und humanitären Motiven" intervenierenden und dabei nach den Maßstäben der UN verfahrenden internationalen Truppe zu Zwecke der friedensschaffenden Konfliktlösung und des friedlichen Aufbaus politischer und wirtschaftlicher Strukturen nicht mehr funktionierte.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18802/1.html

  2. #2
    FtheB
    Es sollte jedem klar sein, das die Kriege inzeniert werden, um Milliarden angeblicher Aufbauhilfe zu unterschlagen, indem vor allem kriminelle Personen und Organisationen installiert werden.
    Es sollte jedem klar sein, dass Kriegsparteien unentwegt Ausreden erfinden, um die Kriegsschuld von sich abzuwälzen. Der Balkan ist das beste Beispiel. Wenn die Internationale Gemeinschaft morgen aus Bosnien abzieht, gibt es übermorgen wieder Krieg. So einfach ist das! 8)

  3. #3
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von FtheB
    Es sollte jedem klar sein, das die Kriege inzeniert werden, um Milliarden angeblicher Aufbauhilfe zu unterschlagen, indem vor allem kriminelle Personen und Organisationen installiert werden.
    Es sollte jedem klar sein, dass Kriegsparteien unentwegt Ausreden erfinden, um die Kriegsschuld von sich abzuwälzen. Der Balkan ist das beste Beispiel. Wenn die Internationale Gemeinschaft morgen aus Bosnien abzieht, gibt es übermorgen wieder Krieg. So einfach ist das! 8)
    Es wird keinen Krieg geben, wenn man daran Nichts verdienen kann.

    Wenn also keine Hilfslieferungen unterschlagen werden können, z.B. vom Roten Kreuz, dann wird es keinen Krieg geben.

    Die Balkan Kriege waren auch Kriege, um die Milliarden der angeblichen Hilfs Lieferungen, welche den Krieg anheizten.

    So läuft das überall in der Welt.

    Keine Hilfs Lieferungen, keine Kriege, denn die Hilfslieferungen gehen zum Grossteil an die Kriegs führenden Politiker.

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