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UN-Tribunal: Schwere Beweise gegen Milosevic präsentiert

Erstellt von Krajisnik, 01.06.2005, 16:09 Uhr · 194 Antworten · 4.400 Aufrufe

  1. #181

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Legija
    Zitat Zitat von Metkovic
    Er habe zwar auf dem Video seine Männer erkannt, doch das Kommando für die Hinrichtung habe er nicht erteilt.

    und User Legija behauptet heute noch,dass dies ein Fake ist.....


    genau wie du behauptest das jasenovac ein fake war.....
    Ha Ho He...

    bitte die Stelle nennen ...wo ich das behaupte....und was zum Teufel hat Jasenovac mit dem Mord an den Bosniern durch die "Skorpione" zu tun...???

  2. #182
    Gast829627





  3. #183

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    Zitat Zitat von Metkovic
    Er habe zwar auf dem Video seine Männer erkannt, doch das Kommando für die Hinrichtung habe er nicht erteilt.

    und User Legija behauptet heute noch,dass dies ein Fake ist.....

    Die können doch keine unschuldigen SCHAUSPIELER verurteilen , das war doch alles nur Fake :wink:

  4. #184
    Avatar von BalkanSurfer

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    wenn manche nicht weiter wissen sind sie schneller im zweiten weltkrieg als carl lewis über die 100m-strecke.

  5. #185
    Avatar von Schiptar

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    Former Serb militiaman admits participation in Srebrenica killings

    22/12/2005

    One of five former Serb militiamen charged with killing six Bosnian Muslim civilians near Srebrenica in 1995 has admitted taking part in the executions, ordered by the paramilitary group's leader.

    (Blic - 22/12/05; AP, Reuters, VOA, Irish Examiner, AKI - 21/12/05; AFP - 20/12/05)

    Admitting his participation in the execution of six Bosnian Muslim captives near Srebrenica in 1995, a former Serb militiaman has acknowledged that he fired the first shot at the victims. Pero Petrasevic, one of five former members of the Scorpions paramilitary unit currently being tried over the killings, insisted that he was only following orders, according to testimony read in court Wednesday (21 December).

    The landmark trial at the Special War Crimes Court in Belgrade opened Tuesday.

    The five former militiamen were arrested in June after Serbian television channels broadcast images of the 17 July 1995 executions of six bound and terrified Bosnian Muslim captives. The videotape was first shown several days earlier at former Yugoslav President Slobodan Milosevic's war crimes trial in The Hague.

    Refusing to enter a plea Wednesday, Petrasevic demanded that the videotape be omitted as evidence at the trial. Instead, Presiding Judge Gordana Bozilovic read the testimony Petrasevic gave to a pre-trial judge on 8 September.

    "I ordered the first captive to be taken aside and fired the first shot," the Belgrade-based daily Blic quoted him as saying in his testimony. "Firing was heard from both the left and the right side. I was in shock and I do not know who killed the remaining captives and who was shooting at already dead people."

    Petrasevic says Slobodan Medic, the commander of the Scorpions unit, ordered the captives' execution and also insisted that it be video-recorded, presumably as proof that he carried out the orders of his superiors. Petrasevic said he did not know the names of those superiors.

    Medic, who pleaded not guilty to all charges on Tuesday, denied having ordered the execution, claiming he had first become aware of the killings only when the videotape was shown on television. But he added that had he known that the tape would become public, he would have killed "like a rabbit" the soldier, Slobodan Stojkovic, who video-recorded the event. Medic told the court that he was subordinated to Bosnian Serb Army officers and was taking orders from them.

    The video was given to the UN war crimes prosecutors by Natasa Kandic, a prominent Serbian human-rights lawyer. She reportedly obtained it from a former member of the Scorpions, who is said to have sought protection abroad.

    The trial against the five former militiamen, which is being attended by mothers of the victims, is seen as a key test of the Serbian judiciary's ability to handle war crimes cases. If convicted, the defendants could face up to 40 years in prison.

    ttp://www.setimes.com/cocoon/setimes/xhtml/en_GB/features/setimes/features/2005/12/22/feature-01

  6. #186
    Avatar von lupo-de-mare

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    Die Wahrheit über das Srebrencia Video der "Skorpions

    Germinal Civikov
    Panther, Kaimane, Skorpione

    DAS SREBRENICA-VIDEO UND DER MILOSEVIC-PROZESS*Vom "smoking gun" in der Beweisführung gegen den Angeklagten war die Rede

    Es geschieht am 1. Juni mitten im Kreuzverhör von Obrad Stevanovic, eines Zeugen der Verteidigung, den der Ankläger Geoffrey Nice zuvor mehrmals einen Lügner genannt hat. Als General der serbischen Polizei und ehemaliger Vizeminister des Inneren präsentiert der Zeuge Stevanovic Dokumente, die beweisen sollen, dass die serbische Polizei im Kosovo in Übereinstimmung mit dem Gesetz gegen die UÇK vorgegangen sei. Auch dementiert er hartnäckig, dass serbische Polizeieinheiten während des Bürgerkrieges in der Krajina oder in Bosnien-Herzegowina im Sinne der Anklage eingesetzt worden seien.

    Plötzlich unterbricht Mister Nice die Befragung und lässt einige Videofragmente vorführen, mit denen er beweisen will: Spezialeinheiten der serbischen Polizei waren im Sommer 1995 an den Erschießungen in Srebrenica beteiligt. Das Video zeigt einen orthodoxen Priester, der kahlgeschorene Soldaten segnet, die danach gefangene Muslime erschießen. Nice erklärt dazu, es handele sich um - "Skorpione" genannte - serbische Polizeieinheiten, die seien an Ort und Stelle gewesen, als der Mord an über 7.000 Moslems geschah. Der Zeuge ist erschüttert, weist aber vehement den Vorwurf zurück, reguläre Verbände der Polizei Serbiens seien an den Exekutionen beteiligt gewesen.

    Soll das Band als neuer Beweis gegen Milosevic dienen, dann hat der Ankläger zumindest grob gegen die Prozessordnung verstoßen, denn derzeit läuft nicht seine, sondern die Beweisaufnahme der Verteidigung. Außerdem sind im Kreuzverhör nur Fragen zugelassen, die im Hauptverhör behandelt wurden - und Srebrenica zählte nicht dazu. Freilich kann der Ankläger beantragen, ihm erst jetzt zugängliche Beweise präsentieren zu dürfen. Allerdings muss er dann neben dem Gericht auch dem Angeklagten alles vorlegen, was die Authentizität dieser Beweise überprüfbar macht. Daher protestiert der Pflichtverteidiger Steven Kay lautstark gegen den "Sensationalismus" des Anklägers, und Richter Robinson entschließt sich zu einer milden Rüge. Geoffrey Nice räumt eine gewisse Regelverletzung ein, fügt aber hinzu, er beabsichtige noch nicht, die Aufnahme dieses Videos als Beweisstück zu beantragen, und setzt das Kreuzverhör mit anderen Fragen fort.

    Der Ankläger erhält eine Woche Zeit

    Schon am gleichen Abend flackern die Videofragmente zur prime time in Europa über alle Bildschirme, und am nächsten Morgen sind sie der Aufmacher vieler Zeitungen. Ein Jahr lang schwiegen sich die Medien über den "Jahrhundertprozess" in Den Haag aus, jetzt überstürzen sie sich mit Berichten über den erbrachten Beweis, dass "die Serben" und Milosevic persönlich am Völkermord in Srebrenica beteiligt waren. Vom "smoking gun" in der Beweisführung gegen den Angeklagten ist die Rede - Fazit: Als Präsident habe Slobodan Milosevic persönlich die Mörder von Srebrenica befehligt.

    In den folgenden Tagen wird ausführlich berichtet, wie ganz Serbien unter Schock stehe, nachdem man in Belgrad besagtes Video integral gesendet habe. Nun seien endlich "die Serben gnadenlos mit ihren Verbrechen konfrontiert". Freilich sind im postjugoslawischen Raum seit Jahren Dutzende ähnlicher Videoaufnahmen von fragwürdiger Authentizität im Umlauf, die jeweils die Gräueltaten "der Anderen" beweisen.

    Am 8. Juni bekommt Milosevic das Wort zum zusätzlichen Verhör seines Zeugen, bei dem er sich auf die Fragen beschränken muss, die der Ankläger in seinem Kreuzverhör aufgegriffen hat. Er führt nun seinerseits Videofragmente vor, die das Nice-Band als stümperhaft zusammengeflicktes Elaborat darstellen. Eine vom Ankläger ausgelassene Stelle widerlegt klar die Behauptung, dass es sich seinerzeit bei den "Skorpionen" um ein Spezialkommando der serbischen Polizei handelte. Für diese Gegendarstellung entfällt freilich die mediale Orchestrierung.

    Er werde die Authentizität des Videos schon noch belegen, beteuert daraufhin der Ankläger. Er werde einen Zeugen bringen, der die bewusste Sequenz persönlich aufgenommen habe und ihre Echtheit bestätigen werde. Es gehe dabei jedoch um eine Person, deren Identität streng geheim bleiben müsse. Mister Nice rede im Futur, während das Video seit einer Woche in allen Medien als "Film über Srebrenica" präsentiert werde, protestiert der Angeklagte energisch. So bleibt dem Gericht nur eine pragmatische Entscheidung: Ankläger Nice erhält eine Woche Zeit, um seinen Authentizitätsbeweis vorzulegen.

    Am 15. Juni ist es so weit. Aber nach Eröffnung der Sitzung stellt sich heraus, es gibt lediglich einen anonymen Zeugen, der die Authentizität der Videoaufnahme mit der Aussage bestätigt hat, er persönlich habe Kopien von der Originalkassette gezogen. Der Angeklagte ist belustigt über diesen "Beweis" und hört vom Ankläger die erstaunliche Erklärung: Es gehe ihm gar nicht um die Authentizität des Videomaterials und die Wahrhaftigkeit seines Inhalts. Er habe die Fragmente lediglich vorgeführt, um den Zeugen Obrad Stevanovic, den ehemaligen stellvertretenden Innenminister, die darin auftretenden Personen identifizieren zu lassen.

    Daraufhin beansprucht der Angeklagte das gleiche Recht wie Geoffrey Nice und möchte nun seinerseits Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm zu Srebrenica zeigen. Warum? In welchem Zusammenhang? fragt Richter Robinson. Milosevic erklärt, in diesen Sequenzen äußerten sich westliche Politiker zu geheimdienstlichen Verstrickungen in den Massenmord von Srebrenica. Dazu wolle er dem Zeugen Obrad Stevanovic seinerseits einige Fragen stellen. Der Angeklagte möge das tun, aber dabei nicht die Prozessordnung vergessen, ermahnt ihn der Richter.

    Richter Robinson sperrt das Mikrofon

    Und so beginnt der Angeklagte seine Befragung. Könne General Stevanovic bestätigen, dass die serbische Polizei schon 1996 Draza Erdemovic, den Haager Kronzeugen zu Srebrenica, festgenommen und an das Tribunal ausgeliefert habe? Das stimmt, sagt der Zeuge. Wisse er, fragt Milosevic weiter, dass Erdemovic für seine 120 zugegebenen Morde in Den Haag mit fünf Jahren Haft davon kam, während er in Serbien für dieses Verbrechen wahrscheinlich zum Tode verurteilt worden wäre? Auch das bejaht Stevanovic. Habe man nicht, so die nächste Frage, im Februar 2000 in Belgrad mehrere Personen festgenommen, die als Mittäter von Erdemovic galten? Besaßen einige davon nicht einen französischen Pass? Und seien sie nicht alle nach dem Sturz des Präsidenten Milosevic im Oktober 2000 sofort auf freien Fuß gesetzt worden?

    Der Angeklagte missbrauche die Prozessordnung, protestiert der Ankläger. Das ist unwürdig, empört sich Richter Bonomy. "Mister Milosevic, Sie missbrauchen schamlos diesen Prozess", erklärt ein empörter Richter Robinson, sperrt ihm das Mikrofon und schickt den Zeugen nach Hause. Ende der Befragung. So weiß man jedenfalls, wer Herr im Hause ist.

    Was nun die "Skorpione" betrifft, so ist ihre Geschichte schnell erzählt. Schon im Oktober 2003 hatte dazu Milan Milanovic, Vizeverteidigungsminister der untergegangenen serbischen Krajina-Republik, als Zeuge der Anklage vor den Haager Richtern erklärt, 1992 diese paramilitärische Einheit persönlich aus ortsansässigen Serben rekrutiert und mit der Bewachung von Erdölbrunnen beauftragt zu haben. Ausdrücklich verneinte er Kontakte zu Belgrad. Als Söldner hätten die "Skorpione" gelegentlich auch anderenorts nach Bedarf und Anfrage ausgeholfen: in Bihac, wo der Moslemführer Fikret Abdic seinen eigenen Krieg gegen Sarajevo führte, oder auf der Seite der bosnischen Serben in der Umgebung von Trnovo, wo die serbischen Linien im Sommer 1995 zusammenbrachen, und zwar zeitgleich mit der Eroberung von Srebrenica.

    Mit der Wiedereingliederung von Ostslawonien in den kroatischen Staat wurden 1996 auch die "Skorpione" entwaffnet und aufgelöst. Dass sie nie der serbischen Polizei unterstellt waren, hat neulich auch der serbische Innenminister Dragan Jocic ausdrücklich bestätigt.

    "Weiße Adler", "Kaimane", "Tiger", "Panther", "Skorpione" - viele Raubtiervereine gab es, die im Bürgerkrieg auf allen Seiten vorrangig gegen die Zivilbevölkerung gekämpft haben. "Psi rata" nannte man sie - "Hunde des Krieges". Wer jetzt behauptet, Geoffrey Nice habe mit den "Skorpionen" einen Schock in Serbien ausgelöst, kann nur einen höchst selektiven Schock meinen. Denn es gab dort mehrere politische Parteien, die paramilitärische Verbände in den Krieg schickten. Zumeist handelte es sich um nationalistische, monarchistische und andere ideologische Gegner des Jugokommunisten Milosevic, die teilweise heute an der Macht sind. Die "Serbische Freiwilligengarde" zum Beispiel, die vorwiegend in Kroatien operierte, war eine paramilitärische Staffel der Serbischen Erneuerungsbewegung von Vuk Draskovic. Predigt der heutige serbische Außenminister deshalb so leidenschaftlich die bedingungslose Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal? Oder: Von den "Panther-Milizen", die in Bosnien aktiv waren, weiß man, dass sie der Demokratischen Partei des 2003 ermordeten serbischen Premiers Zoran Djindjic unterstanden. Von diesem Kratzer an der Ikone der neuen serbischen Demokratie will heute niemand etwas wissen.

    http://www.freitag.de/2005/26/05260801.php


    6.06.2005 / Ausland / Seite 3
    Zum Inhalt dieser Ausgabe |
    Milosevic muß schweigen
    »Spinne« und »Skorpione« – westliche Geheimdienste und Srebrenica. Haager Richter verhindern Aufdeckung unliebsamer Fakten
    Anna Gutenberg / Jürgen Elsässer

    https://www.jungewelt.de/loginFailed.../06-16/005.php

  7. #187
    Avatar von Velez

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    Re: Die Wahrheit über das Srebrencia Video der "Skorpio

    Zitat Zitat von lupo-de-mare
    Germinal Civikov
    Panther, Kaimane, Skorpione

    DAS SREBRENICA-VIDEO UND DER MILOSEVIC-PROZESS*Vom "smoking gun" in der Beweisführung gegen den Angeklagten war die Rede

    Es geschieht am 1. Juni mitten im Kreuzverhör von Obrad Stevanovic, eines Zeugen der Verteidigung, den der Ankläger Geoffrey Nice zuvor mehrmals einen Lügner genannt hat. Als General der serbischen Polizei und ehemaliger Vizeminister des Inneren präsentiert der Zeuge Stevanovic Dokumente, die beweisen sollen, dass die serbische Polizei im Kosovo in Übereinstimmung mit dem Gesetz gegen die UÇK vorgegangen sei. Auch dementiert er hartnäckig, dass serbische Polizeieinheiten während des Bürgerkrieges in der Krajina oder in Bosnien-Herzegowina im Sinne der Anklage eingesetzt worden seien.

    Plötzlich unterbricht Mister Nice die Befragung und lässt einige Videofragmente vorführen, mit denen er beweisen will: Spezialeinheiten der serbischen Polizei waren im Sommer 1995 an den Erschießungen in Srebrenica beteiligt. Das Video zeigt einen orthodoxen Priester, der kahlgeschorene Soldaten segnet, die danach gefangene Muslime erschießen. Nice erklärt dazu, es handele sich um - "Skorpione" genannte - serbische Polizeieinheiten, die seien an Ort und Stelle gewesen, als der Mord an über 7.000 Moslems geschah. Der Zeuge ist erschüttert, weist aber vehement den Vorwurf zurück, reguläre Verbände der Polizei Serbiens seien an den Exekutionen beteiligt gewesen.

    Soll das Band als neuer Beweis gegen Milosevic dienen, dann hat der Ankläger zumindest grob gegen die Prozessordnung verstoßen, denn derzeit läuft nicht seine, sondern die Beweisaufnahme der Verteidigung. Außerdem sind im Kreuzverhör nur Fragen zugelassen, die im Hauptverhör behandelt wurden - und Srebrenica zählte nicht dazu. Freilich kann der Ankläger beantragen, ihm erst jetzt zugängliche Beweise präsentieren zu dürfen. Allerdings muss er dann neben dem Gericht auch dem Angeklagten alles vorlegen, was die Authentizität dieser Beweise überprüfbar macht. Daher protestiert der Pflichtverteidiger Steven Kay lautstark gegen den "Sensationalismus" des Anklägers, und Richter Robinson entschließt sich zu einer milden Rüge. Geoffrey Nice räumt eine gewisse Regelverletzung ein, fügt aber hinzu, er beabsichtige noch nicht, die Aufnahme dieses Videos als Beweisstück zu beantragen, und setzt das Kreuzverhör mit anderen Fragen fort.

    Der Ankläger erhält eine Woche Zeit

    Schon am gleichen Abend flackern die Videofragmente zur prime time in Europa über alle Bildschirme, und am nächsten Morgen sind sie der Aufmacher vieler Zeitungen. Ein Jahr lang schwiegen sich die Medien über den "Jahrhundertprozess" in Den Haag aus, jetzt überstürzen sie sich mit Berichten über den erbrachten Beweis, dass "die Serben" und Milosevic persönlich am Völkermord in Srebrenica beteiligt waren. Vom "smoking gun" in der Beweisführung gegen den Angeklagten ist die Rede - Fazit: Als Präsident habe Slobodan Milosevic persönlich die Mörder von Srebrenica befehligt.

    In den folgenden Tagen wird ausführlich berichtet, wie ganz Serbien unter Schock stehe, nachdem man in Belgrad besagtes Video integral gesendet habe. Nun seien endlich "die Serben gnadenlos mit ihren Verbrechen konfrontiert". Freilich sind im postjugoslawischen Raum seit Jahren Dutzende ähnlicher Videoaufnahmen von fragwürdiger Authentizität im Umlauf, die jeweils die Gräueltaten "der Anderen" beweisen.

    Am 8. Juni bekommt Milosevic das Wort zum zusätzlichen Verhör seines Zeugen, bei dem er sich auf die Fragen beschränken muss, die der Ankläger in seinem Kreuzverhör aufgegriffen hat. Er führt nun seinerseits Videofragmente vor, die das Nice-Band als stümperhaft zusammengeflicktes Elaborat darstellen. Eine vom Ankläger ausgelassene Stelle widerlegt klar die Behauptung, dass es sich seinerzeit bei den "Skorpionen" um ein Spezialkommando der serbischen Polizei handelte. Für diese Gegendarstellung entfällt freilich die mediale Orchestrierung.

    Er werde die Authentizität des Videos schon noch belegen, beteuert daraufhin der Ankläger. Er werde einen Zeugen bringen, der die bewusste Sequenz persönlich aufgenommen habe und ihre Echtheit bestätigen werde. Es gehe dabei jedoch um eine Person, deren Identität streng geheim bleiben müsse. Mister Nice rede im Futur, während das Video seit einer Woche in allen Medien als "Film über Srebrenica" präsentiert werde, protestiert der Angeklagte energisch. So bleibt dem Gericht nur eine pragmatische Entscheidung: Ankläger Nice erhält eine Woche Zeit, um seinen Authentizitätsbeweis vorzulegen.

    Am 15. Juni ist es so weit. Aber nach Eröffnung der Sitzung stellt sich heraus, es gibt lediglich einen anonymen Zeugen, der die Authentizität der Videoaufnahme mit der Aussage bestätigt hat, er persönlich habe Kopien von der Originalkassette gezogen. Der Angeklagte ist belustigt über diesen "Beweis" und hört vom Ankläger die erstaunliche Erklärung: Es gehe ihm gar nicht um die Authentizität des Videomaterials und die Wahrhaftigkeit seines Inhalts. Er habe die Fragmente lediglich vorgeführt, um den Zeugen Obrad Stevanovic, den ehemaligen stellvertretenden Innenminister, die darin auftretenden Personen identifizieren zu lassen.

    Daraufhin beansprucht der Angeklagte das gleiche Recht wie Geoffrey Nice und möchte nun seinerseits Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm zu Srebrenica zeigen. Warum? In welchem Zusammenhang? fragt Richter Robinson. Milosevic erklärt, in diesen Sequenzen äußerten sich westliche Politiker zu geheimdienstlichen Verstrickungen in den Massenmord von Srebrenica. Dazu wolle er dem Zeugen Obrad Stevanovic seinerseits einige Fragen stellen. Der Angeklagte möge das tun, aber dabei nicht die Prozessordnung vergessen, ermahnt ihn der Richter.

    Richter Robinson sperrt das Mikrofon

    Und so beginnt der Angeklagte seine Befragung. Könne General Stevanovic bestätigen, dass die serbische Polizei schon 1996 Draza Erdemovic, den Haager Kronzeugen zu Srebrenica, festgenommen und an das Tribunal ausgeliefert habe? Das stimmt, sagt der Zeuge. Wisse er, fragt Milosevic weiter, dass Erdemovic für seine 120 zugegebenen Morde in Den Haag mit fünf Jahren Haft davon kam, während er in Serbien für dieses Verbrechen wahrscheinlich zum Tode verurteilt worden wäre? Auch das bejaht Stevanovic. Habe man nicht, so die nächste Frage, im Februar 2000 in Belgrad mehrere Personen festgenommen, die als Mittäter von Erdemovic galten? Besaßen einige davon nicht einen französischen Pass? Und seien sie nicht alle nach dem Sturz des Präsidenten Milosevic im Oktober 2000 sofort auf freien Fuß gesetzt worden?

    Der Angeklagte missbrauche die Prozessordnung, protestiert der Ankläger. Das ist unwürdig, empört sich Richter Bonomy. "Mister Milosevic, Sie missbrauchen schamlos diesen Prozess", erklärt ein empörter Richter Robinson, sperrt ihm das Mikrofon und schickt den Zeugen nach Hause. Ende der Befragung. So weiß man jedenfalls, wer Herr im Hause ist.

    Was nun die "Skorpione" betrifft, so ist ihre Geschichte schnell erzählt. Schon im Oktober 2003 hatte dazu Milan Milanovic, Vizeverteidigungsminister der untergegangenen serbischen Krajina-Republik, als Zeuge der Anklage vor den Haager Richtern erklärt, 1992 diese paramilitärische Einheit persönlich aus ortsansässigen Serben rekrutiert und mit der Bewachung von Erdölbrunnen beauftragt zu haben. Ausdrücklich verneinte er Kontakte zu Belgrad. Als Söldner hätten die "Skorpione" gelegentlich auch anderenorts nach Bedarf und Anfrage ausgeholfen: in Bihac, wo der Moslemführer Fikret Abdic seinen eigenen Krieg gegen Sarajevo führte, oder auf der Seite der bosnischen Serben in der Umgebung von Trnovo, wo die serbischen Linien im Sommer 1995 zusammenbrachen, und zwar zeitgleich mit der Eroberung von Srebrenica.

    Mit der Wiedereingliederung von Ostslawonien in den kroatischen Staat wurden 1996 auch die "Skorpione" entwaffnet und aufgelöst. Dass sie nie der serbischen Polizei unterstellt waren, hat neulich auch der serbische Innenminister Dragan Jocic ausdrücklich bestätigt.

    "Weiße Adler", "Kaimane", "Tiger", "Panther", "Skorpione" - viele Raubtiervereine gab es, die im Bürgerkrieg auf allen Seiten vorrangig gegen die Zivilbevölkerung gekämpft haben. "Psi rata" nannte man sie - "Hunde des Krieges". Wer jetzt behauptet, Geoffrey Nice habe mit den "Skorpionen" einen Schock in Serbien ausgelöst, kann nur einen höchst selektiven Schock meinen. Denn es gab dort mehrere politische Parteien, die paramilitärische Verbände in den Krieg schickten. Zumeist handelte es sich um nationalistische, monarchistische und andere ideologische Gegner des Jugokommunisten Milosevic, die teilweise heute an der Macht sind. Die "Serbische Freiwilligengarde" zum Beispiel, die vorwiegend in Kroatien operierte, war eine paramilitärische Staffel der Serbischen Erneuerungsbewegung von Vuk Draskovic. Predigt der heutige serbische Außenminister deshalb so leidenschaftlich die bedingungslose Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal? Oder: Von den "Panther-Milizen", die in Bosnien aktiv waren, weiß man, dass sie der Demokratischen Partei des 2003 ermordeten serbischen Premiers Zoran Djindjic unterstanden. Von diesem Kratzer an der Ikone der neuen serbischen Demokratie will heute niemand etwas wissen.

    http://www.freitag.de/2005/26/05260801.php


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  8. #188
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    Zitat Zitat von king-selo
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    Bild img kaputt. Kommentar kaputt

    So dann macht es mal gut und seid Alle lieb und brav, das der Ober Grufti schlafen kann

    Im übrigen ist die Eingangs Quelle eine der wenigen anerkannten Medien in Deutschland, wenn es um besondere Artikel geht.

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