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Ungarn: Hartes Finale vor zweiter Runde im Wahlkampf

Erstellt von Jozsef, 21.04.2006, 14:57 Uhr · 2 Antworten · 386 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jozsef

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    126

    Ungarn: Hartes Finale vor zweiter Runde im Wahlkampf

    Hartes Finale vor zweiter Runde im Wahlkampf
    Fidesz ruft zu "neuem Tempo" - MDF lehnt Kooperation ab - Regierungsparteien gemeinsam auf Stimmenfang

    Budapest - Unter dem Motto "Neues Tempo" hat die größte ungarische Oppositionspartei Fidesz-Ungarischer Bürgerverband in der letzten Woche vor der zweiten Runde der ungarischen Parlamentswahlen ihre Wahlkampagne gestartet. Fidesz muss einen Zahn zulegen, will es die Schlappe aus der ersten Wahlrunde vom 9. April ausbügeln und die zweite Runde gegen die Sozialisten (MSZP) gewinnen. Ein nahezu unmögliches Unterfangen, meinen Politologen. Sie sprechen der sozialliberalen Koalition größere Siegeschancen zu. Fidesz muss nach eigener Aussage 70 der noch vakanten 110 Einzelmandate erlangen, um in der zweiten Wahlrunde am 23. April zu gewinnen.

    "Allein können wir nicht siegen", so hatte die flehende Botschaft von Fidesz-Parteichef Viktor Orban an das oppositionelle konservative Demokratenforum (MDF) gelautet, das es in der ersten Runde mit 5,04 Prozent der Stimmen überraschend ins Parlament geschafft hatte. Doch Ernüchterung folgte, da MDF-Chefin Ibolya David weder kooperieren noch eine zukünftige Regierungskoalition eingehen wollte.

    Das MDF werde seine Prinzipien nicht verraten, um Orban "das politische Überleben zu sichern", betonte David und demonstriert Standhaftigkeit, trotz Angriffen, die sogar von Seiten der Europäischen Volkspartei (EVP) aus Straßburg kamen. Auch der Verzicht Orbans auf die Kandidatur für das Amt des Premiers konnten David nicht umstimmen, die Orban im Gegenzug vorwarf, er würde "das sinkende Schiff verlassen".

    Orban-Rücktritt "Riesenfehler"

    Der Orban-Rücktritt wird von Politologen als "Riesenfehler" bezeichnet. Fidesz gehe nun ohne einen Kandidaten in den Wahlkampf, die Orban-Karriere hänge an einem "seidenen Faden". Nun macht Viktor Orban auf 3100 Kilometern quer durch Ungarn Wahlkampf, um die letzten Reserven zu mobilisieren. Das MDF zieht seine 46 im Rennen gebliebenen Kandidaten offiziell nicht zu Gunsten von Fidesz zurück. 16 von ihnen kooperieren jedoch mit Orban und verzichteten auf ihre MDF-Kandidatur.

    Die Fidesz-Kampagne soll "gut gelaunt und schwungvoll" sein - erklärte der Kampagnechef. Fidesz hatte mit seiner pessimistischen Kampagne ("Wir leben heute schlechter als vor vier Jahren") vor der ersten Wahlrunde daneben gegriffen, erinnern Politologen. Doch populistische Momente würden auch jetzt nicht fehlen, um die Wahlbürger von einer Wiederwahl der sozialliberalen Regierung abzuhalten.

    Sparpaket und Krisenmaßnahmen stünden ins Haus, würde das Kabinett des sozialistischen Regierungschefs Ferenc Gyurcsany auch weiterhin am Ruder bleiben, heißt es. Doch gewinnen die Regierungsparteien, die Sozialisten und die liberalen Freidemokraten (SZDSZ) auch die zweite Runde der Wahlen, dann wird in Ungarn erstmals nach der Wende eine Regierung nicht abgewählt. Und die muss angesichts des hohen Schuldenberges auf jeden Fall Sparmaßnahmen ergreifen, betonen Finanzexperten.

    Gyurcsany gibt sich optimistisch

    Gyurcsany gibt sich optimistisch und reist mit Gabor Kuncze, dem Vorsitzenden des kleinen liberalen Koalitionspartners SZDSZ durch das Land, um gemeinsam Wahlkampf zu machen. Die liberalen Wähler sollen überzeugt werden, am 23. April für die Kanddiaten der Sozialisten zu stimmen. 55 SZDSZ-Kandidaten waren zu Gunsten der MSZP zurückgetreten.

    In der ersten Wahlrunde gewann die MSZP mit 43,21 Prozent der Stimmen knapp vor Fidesz mit 42,03 Prozent. Der SZDSZ sicherte sich 6,5 Prozent und das MDF 5,04 Prozent. In der zweiten Runde folgt eine Entscheidung in jenen Wahlkreisen, wo in der ersten Runde keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit geschafft hatte.

    Die Wähler können in den Einzelwahlkreisen zwischen den drei bestplatzierten Kandidaten der ersten Runde entscheiden; falls einer von ihnen vor der zweiten Wahlrunde zu Gunsten eines Mitbewerbers zurücktritt, kommt es zu einer Stichwahl im Wahlkreis.

  2. #2
    Avatar von Jozsef

    Registriert seit
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    126
    Der Westen für Orbán, der Osten für Gyurcsány
    Die oppositionelle Fidesz dominiert die Grenzgebiete Westungarns, verliert aber landesweit drei Regionen

    Budapest - Die bürgerliche Opposition dominiert im wirtschaftlich stärkeren Westen, im ärmere Osten triumphieren die Sozialisten: Im ersten Anlauf der Wahlen in Ungarn hat sich die traditionelle politische Landkarte des Landes bestätigt. Allerdings konnten die Sozialisten (MSZP) in drei Regionen die Fidesz von der Spitze verdrängen. Budapest bleibt in der Hand der MSZP. Im Einzelnen:

    Budapest: Von 32 direkten Mandaten gehörten bei der Wahl vor vier Jahren 27 den Sozialisten, einer den Liberalen und vier dem Fidesz. Ähnlich sieht es jetzt aus: 25 MSZP-Kandidaten sind auf dem ersten Platz oder haben ein Mandat im Wahlkreis gewonnen. Sieben Fidesz-Repräsentanten hoffen auf den Einzug ins Parlament nach der Stichwahl.
    Sopron: Die westungarische Weinstadt hat einen Sitz im Parlament. 2002 ging er an Fidesz. Auch jetzt liegt der Kandidat der Orbán-Partei auf Platz eins und hofft, die Stichwahl zu gewinnen. Das Umland von Sopron, die Region Györ-Moson-Sopron, bleibt weiterhin eine Hochburg der rechts-konservativen Fidesz. Sie verlor zwar leicht, errang aber dennoch fast 50 Prozent der Stimmen.


    Györ: Hier konnte die Fidesz zulegen. 2002 kamen zwei Fidesz- und ein MSZP-Kandidat ins Parlament. Jetzt hat ein Fidesz-Kandidat bereits ein Mandat gewonnen. Zwei weitere haben die absolute Mehrheit verfehlt, aber die meisten Stimmen bekommen.


    Pécs: Die Stadt bleibt in der Hand der Sozialisten. 2002 schickte Pécs drei MSZPler ins Parlament. Diesmal haben die Sozialisten ein Mandat sicher, zwei weitere Kandidaten vorne, die in die Stichwahl müssen. Wie auch die gesamte Region Baranya, wo die MSZP gewann, bildet das rote Pécs im Südwesten des Landes eine Ausnahme.


    Miskolc: Die nordungarische Industriestadt bleibt voraussichtlich rot. Vier MSZPler schafften es von hier 2002 ins Parlament. Dieses Jahr dürften es ebenso viele werden, wenn es bei der Stichwahl zu keiner Überraschung kommt.


    Szeged: Im südöstlichen Grenzposten hat sich das politische Gewicht verschoben. Von den drei Abgeordneten kam 2002 ein Fidesz-Politiker ins Parlament, jetzt dürften alle drei Plätze an gemeinsame Kandidaten der MSZP und Liberalen gehen. Die Sozialisten drehten auch im Umland von Szeged die Mehrheit um.

  3. #3
    Avatar von Vasile

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    14.07.2005
    Beiträge
    4.031
    Ich hoffe dass Orbán die Wahlen nicht gewinnt (wegen seine Äußerungen gegenüber Siebenbürgen(Erdely))

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