In Ungarn haben die unzufriedenen Bauern am Montag ihren Protest mit Straßenblockaden verschärft

Zugleich setzten sich aber ihre Vertreter überraschend am Nachmittag doch noch mit Vertretern des Landwirtschaftsministeriums zu Verhandlungen zusammen. Kern der Unzufriedenheit sind Subventionszahlungen der EU, die fast ein Drittel der Bauern wegen der schleppenden ungarischen Bürokratie nicht erreicht haben. Die Bauern hielten an der Forderung fest, auch mit Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány persönlich zu sprechen. Dieser lehnte ab, versprach aber, dass die Subventionszahlungen weitergehen, sodass bis Ende März 90 Prozent der Bauern ihr Geld bekommen.

"Falsch eingeschätzt" Viele Bauern hätten ihre Anträge fehlerhaft gestellt. Doch auch die Verwaltung habe die Zeit zur Bearbeitung der mehr als 200.000 Anträge "falsch eingeschätzt", räumte der Premier ein.

Die Konfliktparteien hatten sich am Wochenende an der Frage festgebissen, wo man einander zu Verhandlungen treffen solle, denn die Bauern weigerten sich, das Landwirtschaftsministerium zu betreten. Dazu sagte Gyurcsány am Montag, dass dies kein Kampf um einen Ort, sondern "um die politische Legitimität" der Regierung sei. Die nun doch noch zustande gekommenen Verhandlungen finden in einem Forschungsinstitut des Landwirtschaftsministeriums statt.