Sowohl die serbische als auch die kroatische Justiz bemühen sich um den Fall - Entscheidung bis Sommerpause erwartet

Belgrad/Den Haag - Vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien findet am heutigen Donnerstag eine Verhandlung über die Überlassung des Prozesses gegen die so genannte Vukovar-Troika an die serbische oder kroatische Justiz statt. Drei ehemalige jugoslawische Offiziere - Mile Mrksic, Veselin Sljivancanin und Miroslav Radic - wurden wegen des Massakers an knapp 200 kroatischen Kriegsgefangenen auf einem Landgut unweit der ostkroatischen Stadt Vukovar im November 1991 angeklagt.

Alle drei Angeklagten, die sich im Tribunalsgefängnis Scheveningen befinden, hatten vor dem Tribunal auf unschuldig plädiert.

Belgrad und Zagreb sollen bei der heutigen Verhandlung ihre Argumente für die Übernahme des Prozesses präsentieren. Serbischerseits wird auf die Tatsache hingewiesen, dass vor einem Belgrader Sondergericht bereits ein Prozess gegen 17 Personen läuft, die an dem Massaker auf dem Landgut Ovcara direkt beteiligt waren. Kroatischerseits wurde das Interesse für die Übernahme des Prozesses wiederholt auch mit der Tatsache begründet, dass es sich um das größte Kriegsverbrechen auf dem Gebiet Kroatiens im Krieg der neunziger Jahre handelt.

Vertrauen in die eigene Justiz

Sowohl die serbischen wie auch die kroatischen Behörden sind überzeugt, dass ihre Justiz befähigt ist, den Prozess zu übernehmen. Das UNO-Tribunal, das bis 2010 seine Arbeit abschließen soll, will den beteiligten Staaten mehrere Prozesse überlassen. Die meisten werden den Ankündigungen nach allerdings vor einem Sondergericht in Sarajewo stattfinden. Die Tribunalsentscheidung in der Causa der Vukovar-Troika wird vor der Sommerpause erwartet.

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