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Unschuldige Serben als Völkermörder

Erstellt von Krajisnik-Benkovac, 29.01.2006, 12:11 Uhr · 3 Antworten · 514 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    01.01.2006
    Beiträge
    2.357

    Unschuldige Serben als Völkermörder

    Ein Serbe eben
    In Kroatien sitzen Männer im Gefängnis, denen kein Verbrechen nachgewiesen werden konnte - ihre Richter urteilten nur nach ethnischen Kriterien
    GRAZ, im November. Milos Horvat zum Beispiel, heute 43 Jahre alt. Mehr als 20 Jahre hat der Serbe aus Kroatien in Deutschland gelebt. Eines Tages, im Oktober 1996, wird Horvat zu Hause in Wellendingen plötzlich von der Polizei festgenommen. Der Vorwurf lautet auf Mord und Völkermord.
    Kroatien hat Milos Horvat zur Fahndung ausgeschrieben und die Behörden in Deutschland um Amtshilfe gebeten. Horvat soll vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Dieses prüft den Fall, wie alle anderen, die ihm vorgelegt werden, hält ihn nicht für gravierend und überlässt ihn dem zuständigen nationalen Gericht. Die Deutschen liefern Milos Horvat im März 1997 an Kroatien aus.

    In Deutschland hat man sich damals offenbar nicht viele Gedanken um Milos Horvat gemacht. Sonst wäre vielleicht jemandem aufgefallen, dass er ein ziemlich untypischer "Tschetnik" gewesen sein muss, wenn er überhaupt einer war: Horvat ist mit einer Kroatin verheiratet und die Familie hatte sich 1992, mitten im Krieg, ein kroatisches Au-pair-Mädchen nach Deutschland geholt. Nur seine Gewohnheit, zweimal im Jahr in sein Heimatdorf in der Baranja zu fahren, zur Kirmes und zu Weihnachten, hatte Horvat nicht aufgegeben.

    Laut Anklageschrift war Horvat in seinem Dorf an der Ermordung eines kroatischen Ehepaars beteiligt. Kaum war er jedoch an Kroatien ausgeliefert, wurde die Mordanklage fallen gelassen. Es hatte sich niemand gefunden, der auch nur die Andeutung eines Verdachts gegen Horvat äußern wollte. Dem Serben aus Deutschland konnte lediglich nachgewiesen werden, was er selber zugab: dass er sich bei den Besuchen in seinem Dorf tagsüber manchmal stundenlang im Bürgerzentrum aufgehalten hatte. Zum Prozess kam es trotzdem. Milos Horvat wurde zu fünf Jahren Haft wegen Völkermordes verurteilt.

    Sein Anwalt ging bis in die letzte Instanz, aber auch die fand das Urteil in Ordnung. Im Bürgerzentrum, in das Horvat immer ging, sei auch der "Stab der Territorialverteidigung" untergebracht gewesen, argumentierten die Richter. Dieser Stab wiederum sei "ein Organ der Gemeindeverwaltung" gewesen. Und diese wiederum habe sich der "physischen und psychischen Misshandlung schuldig gemacht, die am Ende zum Exodus aller Kroaten aus dem Dorf" geführt habe. Was Horvat persönlich getan habe, stehe "nicht zur Debatte", heißt es in der Begründung. Er sei ein "Mittäter im weiteren Sinne". Ein Serbe eben.

    Etwa 70 Serben sitzen nach ähnlichen Urteilen derzeit in kroatischen Gefängnissen. Eigentlich soll die gerichtliche Aufarbeitung von Kriegsverbrechen die Schuld, die in einem Krieg dem jeweils anderen Volk zugewiesen wird, wieder individualisieren. Die Prozesse in Kroatien bewirken das Gegenteil: Sie verallgemeinern. Aus Individuen werden wieder "die Serben".

    Internationale Beobachter wie die Beamten der UN-Kommissarin für Menschenrechte, die in Zagreb ein Büro unterhalten, sind machtlos. Von Zeit zu Zeit reden sie mit dem Justizministerium, das verweist dann auf die Unabhängigkeit der Gerichte.

    Das Unheil kam von außen

    Sodolovci zum Beispiel, ein Dorf in Ostslawonien, dem einzigen früheren Kriegsgebiet, das nicht mit Gewalt, sondern langsam, ordentlich und unter internationaler Aufsicht aus serbischen in kroatische Hände wechselte. Sodolovci war ein friedliches Dorf. Vor zehn Jahren lebten hier vorwiegend Serben, aber auch etliche Kroaten. Dass die Politiker sich nicht mehr vertrugen, war für die Bauern noch kein Grund, sich nun ebenfalls zu streiten. Auch dass Kroatien Ende Juni 1991 ein eigener Staat wurde, konnte die Leute in Sodolovci nicht wesentlich von Schweinezucht und Maisanbau ablenken. Doch das Unheil brach von außen in das kleine Dorf ein: Ein paar Tage nach der Unabhängigkeit kam ein kroatischer Polizeitrupp, tötete zwei serbische Dorfbewohner und nahm sieben gefangen.

    Die Menschen in Sodolovci reagierten erschrocken. Doch sie waren gewillt, den blutigen Zwischenfall zu vergessen, still zu halten. Drei Wochen nach dem kroatischen Polizeiüberfall kamen dreißig Freischärler aus Serbien nach Sodolovci, um das Dorf fortan zu "beschützen". Die Serben von Sodolovci mussten Schützengräben ausheben, und als Armeen und Milizen begannen von Dorf zu Dorf zu schießen, hatten sie den Soldaten auch die Munition zu reichen. Doch die Serben aus Sodolovci sorgten auch dafür, dass ihren kroatischen Nachbarn nichts geschah.

    Bis Arkan kam. Der serbische Milizenführer und seine Leute steckten die Kroaten von Sodolovci in Busse und deportierten sie aus ihrem Dorf.

    Vier Jahre später waren Arkans Leute weg und die vertriebenen Kroaten konnten in ihre Heimat zurückkehren. Doch das Dorf kam nicht zur Ruhe. Der Staatsanwalt in Osijek, nun wieder für Sodolovci zuständig, klagte neunzehn Serben des Ortes wegen Kriegsverbrechen an. Es beeindruckte ihn nicht, dass die Zeugen der Anklage, Kroaten aus dem Dorf, sich sämtlich als unbrauchbar erwiesen. Sie hatten nichts gegen die Angeklagten vorzubringen. Im Gegenteil: Dem Hauptbeschuldigten persönlich verdanke er es, dass er nicht von den Milizen geschlagen worden sei, sagte vor Gericht ein Mann namens Marko Avgustinovic. Der ältere Herr war glaubwürdig, unter den Kroaten von Sodolovci genoss er hohe Autorität. Eine ältere Dame sagte, sie sei den Angeklagten für ihr Verhalten "dankbar"; zum Beispiel hätten sie immer darauf geachtet, dass die Kroaten nicht schlechter versorgt worden seien als die Serben.

    Es nützte nichts. Richter Ante Budica verurteilte die Angeklagten zu Haftstrafen zwischen acht und 15 Jahren. In seinem Urteil gegen einen Serben, der gleich zwei Mal desertiert war, stellte er fest, "dass der Angeklagte in die politischen und militärischen Strukturen der Territorialverteidigung der serbischen Extremisten eingebunden war". Das genügte ihm. Da spielte es keine Rolle mehr, dass diese allgemeine Formulierung auf alle Serben zutrifft, die zwischen 1991 und 1995 in der Region lebten.

    Die wahren Plünderer flohen

    Stikovo zum Beispiel, ein Dorf bei Drnis in der Krajina. Anders als in Sodolovci sind hier schlimme Kriegsverbrechen nachweisbar. Junge Serben aus dem Ort behandelten die Kroaten wie Freiwild, schlugen und belästigten wehrlose Leute, warfen sie aus ihren Häusern, stahlen ihnen die Autos, bis sie aufgaben und flohen. In Stikovo nutzten diese jungen Serben das ganze Instrumentarium der "ethnischen Säuberung", jahrelang machten sie hier und anderswo den Kroaten in der Krajina damit das Leben schwer. Oder unmöglich.

    Als die Krajina im August 1995 von der kroatischen Armee erobert wurde, flohen fast alle Plünderer nach Serbien. Milan Bura, 55 Jahre alt, und Ilija Erakovic, 48, aus Stikovo fühlten sich unschuldig und blieben. Es bekam ihnen schlecht. Beide wurden als Angehörige einer "Stikovo-Bande" angeklagt. Dabei hatte ihnen niemand irgendwelche Straftaten vorgeworfen.

    Das Gericht aber fand dennoch einen Grund, gegen die beiden Männer vorzugehen: "Sie lebten während des Vaterländischen Krieges mit ihren Söhnen zusammen", heißt es in der Urteilsbegründung, "sie wussten, was diese trieben und haben mit keinerlei Maßnahmen auf sie eingewirkt, die Straftaten zu unterlassen. Vielmehr waren sie mit ihrem Verhalten" Bura ist ein schwerer Trinker - "den Söhnen ein schlechtes Beispiel." Milan Bura und Ilija Erakovic wurden zu je fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt.

    Selbst in den schlimmsten Tagen des Krieges gab es in der kroatischen Propaganda die Figur des loyalen Serben. Sie diente dazu, die Taten der illoyalen Serben als besonders verwerflich erscheinen zu lassen. Nach dem Krieg wurde diese Figur nicht mehr gebraucht. Nun galt es nachzuweisen, dass eigentlich doch alle Serben an Verbrechen gegen Kroaten beteiligt waren. Irgendwie. So konnte aus einem loyalen Serben ohne dessen Zutun sogar ein Lagerkommandant und Kriegsverbrecher werden.

    Mirko Graorac zum Beispiel, Jahrgang 1942. Er stammt aus dem Dorf Bajinci in Bosnien nahe Banja Luka, lebte aber seit 1964 im kroatischen Split. Als er in Rente ging, entschloss er sich, zur Pflege seiner Eltern vorübergehend in sein Dorf zurückzukehren. Dafür besorgte er sich eine Erlaubnis von den kroatischen Behörden und traf im März 1992, kurz vor Ausbruch des bosnischen Krieges, in Bajinci ein. Nach dem Tod der Eltern versuchte Graorac alles, um nach Split zu seiner Frau, einer Kroatin, und den Kindern zurückzukehren. Es dauerte zwei Jahre. Und kaum war Graorac angekommen, wurde er von der Geheimpolizei verhört und so verprügelt, dass er kaum mehr auf den Beinen stehen konnte.

    Graorac sollte im Sommer 1992 im berüchtigten Lager Manjaca Kommandant der "äußeren Garde" gewesen sein. Graorac bestritt, je in Manjaca gewesen zu sein, Sachbeweise fehlten. Die Verhandlung vor Gericht ergab, dass es offenbar noch einen weiteren Graorac gegeben hatte, mit anderem Vornamen. Nur einer von zehn Zeugen gab an, der Angeklagte habe ihn geprügelt: Der Zeuge war Graoracs Vernehmungsoffizier, der sich als Geheimpolizist nicht von der Verteidigung befragen lassen musste. Für Graorac sagten zwar etliche Dorfbewohner aus Bajinci aus, dass er das Dorf im Sommer 1992 nicht verlassen habe. Das Gericht mochte diese Zeugen aber nicht anerkennen: Sie hätten die "Zugehörigkeit zur anderen Seite gewählt". Mirko Graorac wurde zu zweimal zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt.

    http://www.berlinonline.de/berliner-...ickpunkt/0250/

  2. #2
    Avatar von GJERGJ-PUSHKA

    Registriert seit
    18.01.2006
    Beiträge
    17
    Eigentlich pech gehabt aber es gab solche verbrecher, serben die aus Deutschland kamen und toeteten wenn sie ihre 4 wochen urlaub hatten !
    Die serben muessen davon ausgehen dass sie global und weltweit betrachten werden als moeglicher taeter wie damals mit Nazi-Deutschland nach dem krieg ...

  3. #3
    Gast829627
    das ist alles bullshit und das willkürliche faschoverhalten der kroatischen regierung die haben angst das die wahrheit ans licht kommt und das bild des bösen serben verschwindet...deswegen haben die ustasas auch anklage gegen kapetan dragan herhoben angeblich soll er einen kroatischen gefangenen geohrfeigt haben .... ich versteh nicht wiso serbien nicht mal eben sich ein kroatisches telefonbuch nimmt und dann einfach mal gegen ein paar mates,stipes oder wie sie auch heissen haftbefehe ausstellt

  4. #4
    Gast829627
    Zitat Zitat von GJERGJ-PUSHKA
    Eigentlich pech gehabt aber es gab solche verbrecher, serben die aus Deutschland kamen und toeteten wenn sie ihre 4 wochen urlaub hatten !
    Die serben muessen davon ausgehen dass sie global und weltweit betrachten werden als moeglicher taeter wie damals mit Nazi-Deutschland nach dem krieg ...
    ich würd eher sagen das kroaten und albaner aus deutschland schwiez österreich in ihrem urlaub gekommen sind und unten aus sicherer entfernung auf zivilisten geschossen haben um mal sodat zu spielen bei uns gab es ne struktur im millitär was man von den anderen nicht sagen kann

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